Billy von Ikea als Raumteiler | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Räume abtrennen

Billy von Ikea als Raumteiler

Sie wollen Ihren Arbeitsbereich vom Ess- und Wohnbereich trennen? Und Sie verfügen über ein großes Zimmer, das Sie dennoch ein bisschen offen halten wollen. Mit „Billy“ haben wir ein paar Lösungsvorschläge für Sie!

 
Regal Billy von Ikea als Raumteiler © Selbermachen
Regal Billy von Ikea als Raumteiler

Regal "Billy" von Ikea© SelbermachenHier kommt „Billy“

Die großen „Billy“-Regale sind nicht nur echte Platzwunder, sondern bieten auch mit ein paar Kniffen und Tricks echtes Raumstyling-Potential. Und das bei nach wie vor faszinierend niedrigen Preisen. „Billy“ mit 202 x 80 x 28 cm gibt es in acht verschiedenen Designs für entweder 38 Euro oder 65 Euro.

Offene Regale sind geradezu ideal als Raumteiler geeignet. Sie bieten nämlich erst mal nicht mehr als ein schmales, dezentes Gerüst, auf dem Sie über die eingestellten Accessoires, Bücher, Hifi-Anlagen, Vasen und Ähnliches den gewünschten Transparenzgrad des Teilers genau bestimmen können. Leider haben offene Regale aber auch einen Nachteil: Sie müssen über versteckte Beschläge oder groß dimensionierte Stollen und Borde gegen Umkippen ausgesteift werden. Das macht sie in der Regel sehr teuer.

Aber es gibt ja „Billy“ und SELBERMACHEN. Unsere Idee: Dem armen „Billy“ entfernen wir die Rückwand. Das macht ihn durchschaubar, aber eben auch instabil. Um das Ganze gegen seitliches Kippen zu sichern, bauen wir zwischen zwei Borde einfach ein aussteifendes Element ein, etwa ein CD-Fach oder ein Barfach. So stehen die „Billys“ wieder wie ’ne Eins, trennen wie gewünscht und bieten auch noch weit mehr und intelligenteren Stauraum an als die unbehandelten Brüder.

  1. Billy mit Mauerwerk verdübelnBilly mit Mauerwerk verdübeln© Selbermachen

    Billy mit Mauerwerk verdübeln

    Wenn Sie „Billy“ als Raumteiler verwenden, müssen Sie ihn auf Grund seiner geringen Tiefe und der fehlenden Rückwand unbedingt durch den Stollen (seitliche Wand) mit dem Mauerwerk verdübeln.
  2. Löcher bohrenLöcher bohren© Selbermachen

    Löcher bohren

    Setzen Sie hierzu ein Loch im obersten und im untersten Fach. Damit Sie die Fußleiste nicht von der Wand entfernen müssen und sich der Stollen beim Verdübeln nicht verzieht, sollten sie von außen auf den Stollen einen Plattenabschnitt in der Dicke der Fußleiste aufschrauben.

  1. Umleimer aufbügelnUmleimer aufbügeln© Selbermachen

    Umleimer aufbügeln

    Fehlt die Rückwand, werden die nackten Spanplattenkanten von Stollen und Borden sichtbar. An den Stollen bügeln Sie einfach einen farblich passenden Umleimer auf. Für die Borde leimen und lackieren Sie sich schmale, in der Länge um Stollenstärke versetzte Fichtenleisten.
  2. Fußsockel kaschierenFußsockel kaschieren© Selbermachen

    Fußsockel kaschieren

    Den Fußleistenausschnitt kaschieren Sie mit einem ebenfalls lackierten Sockel, den Sie seitlich verschrauben.
  3. Flachkabel einlegenFlachkabel einlegen© Selbermachen

    Flachkabel einlegen

    Die Rückwandnuten im Stollen verschwinden hervorragend, indem Sie ein Flachkabel einlegen.

Neue Rückwand© SelbermachenDie Rückwand ersetzen

Die einfachste Art, die fehlende Rückwand zu ersetzen, ist es, eine kleinere und wesentlich stabilere einzubauen. Die hält „Billy“ ebenso problemlos aufrecht, lässt aber den für einen gelungenen Raumteiler so wichtigen Durchblick noch zu. So eine Rückwand lässt man sich am besten exakt rechtwinklig im Baumarkt zuschneiden. Wichtig ist, dass die Platte millimetergenau in die Öffnung passt, damit sich das Regal nicht mehr bewegen kann. Gehalten wird die Platte von zwei Leisten, die am oberen und unteren Ende aufgeleimt sind und von außen mit je zwei Schrauben pro Stollen sicher fixiert werden. Als Platte eignet sich am besten MDF mit einer Stärke von 16 mm. Sie lässt sich am leichtesten Verarbeiten und auch problemlos mit wasserlöslichem Acryllack (trocknet schnell und stinkt nicht) lackieren.

Maße der Rückwand© SelbermachenDie Breite der MDF-Platte hängt davon ab, wie groß das Fach ist, das Sie auswählen. Je kleiner die MDF-Platte, desto geringer die Versteifung des Regals, desto höher aber auch die Durchsichtigkeit des Raumteilers. Wichtig: Arbeiten Sie hier möglichst auf den Millimeter genau!

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Billy von Ikea mit CD-Fach© SelbermachenDas CD-Fach als Hingucker

Auch beim CD-Fach handelt es sich um eine Konstruktion aus MDF-Platte. Die Größe richtet sich sowohl nach dem Format einer handelsüblichen CD-Hülle wie auch nach dem Rastermaß der „Billy“-Borde. Bei diesem Element sollte die aussteifende Rückwand wieder unbedingt von einem zum anderen Regalstollen durchlaufen. Das hat den Vorteil, dass die beiden Seiten und die drei Waagerechten an der Baumarktsäge auf die gleiche Breite geschnitten werden können. Um die CDs bequem herausziehen zu können, sollte das CD-Fach aus dem Regal einige Zentimeter herauslugen. Oberhalb der CDs lässt man 2 bis 3 cm Platz, damit auch der dickste Zeigefinger hier noch problemlos eindringen kann. Auf diese Weise belegt das CD-Fach gerade mal die halbe Tiefe des „Billy“-Regals, so dass Sie rückseitig noch Taschenbücher einlagern können.

  1. Maße des CD-FachsMaße des CD-Fachs© Selbermachen

    Maße des CD-Fachs

    Für das CD-Fach werden alle im Baumarkt zugeschnittenen MDF-Platten mit wasserfestem Holzleim stumpf verleimt. Dabei können Sie unsere Maßvorgaben problemlos übernehmen. Die CD-Fächer haben wir so hoch gewählt, wie die normale Hülle einer CD lang ist. Die CDs schließen fast bündig mit der Bordkante vorne ab.
  2. CD-Kasten verleimenCD-Kasten verleimen© Selbermachen

    CD-Kasten verleimen

    Die MDF-Platten lässt man sich am besten im Baumarkt exakt zuschneiden, und zwar aus 16 mm starker MDF-Platte. Eine mögliche Maßvorgabe für ein zweireihiges CD-Fach ist auf unserer Zeichnung links zu finden. Mit Abstandshaltern werden zunächst alle Borde auf der Rückwand ausgerichtet, die ja zugleich auch zur Versteifung des „Billy“-Regals dienen soll. Damit rechts und links für die Seiten exakt 16 mm Platz bleiben, benutzt man die Seitenteile zum Ausrichten. Die Abstandshalter werden beim Aufleimen der Borde aufgerichtet, um Rechtwinkligkeit herzustellen. Um den notwendigen Anpressdruck auf die Verbindung der Borde mit der Rückwand auszuüben, eignen sich aufgelegte Bretter, die mit gefüllten Wassereimern beschwert werden!
  3. Mit Klemmen fixierenMit Klemmen fixieren© Selbermachen

    Mit Klemmen fixieren

    Nachdem die Verleimungen abgebunden haben, können die Seitenteile ausgerichtet und mit den Borden und der Rückwand verleimt werden. Lange Klemmen fixieren die Konstruktion.
  4. CD-Kasten einsetzenCD-Kasten einsetzen© Selbermachen

    CD-Kasten einsetzen

    Wenn das CD-Fach auf der einen Seite des „Billy“-Regals ausreichend vorsteht, so dass Sie problemlos an die CDs herankommen, bleibt auf der anderen Seite des Regals noch ausreichend Platz für eine Reihe Taschenbücher.
  5. Skizze des CD-KastensSkizze des CD-Kastens© Selbermachen

    Skizze des CD-Kastens

    Dann starrt Sie hier später auch nicht einfach ein schwarzes Brett an.

Billy von Ikea mit Lichtkasten© SelbermachenMaße des Lichtkastens© SelbermachenDer Lichtkasten als Highlight des Regals

Der SELBER MACHEN-Lichtkasten ist auf drei Seiten ebenfalls aus MDF-Platte gefertigt. Seine Vorderseite muss natürlich lichtdurchlässig sein. Dafür sorgt eine Milchglasscheibe aus Polystyrol. Damit das Licht der Leuchtstoffröhre voll zum Tragen kommt, sollten Sie das Kasteninnere weiß lackieren. Und weil der Lichtkasten zusätzlich auch noch den Zweck einer Versteifung des Regals erfüllen soll, müssen Sie wieder auf den exakten Zuschnitt der Rückwand des Lichtkastens in Übereinstimmung mit dem „Billy“-Bord achten.

Billy von Ikea auf Rollen© SelbermachenEin Regal als rollender Meter

Bei diesem besonders effizienten Vorschlag für eine „Billy“-Nutzung, haben wir uns an großen Archiven orientiert. Hierfür kaufen Sie fünf „Billy“-Regale, acht Räder, vier Achsen und Aluminiumprofile in U-Form und als L-Winkel. Dazu noch ein paar Plattenstreifen aus Spanplatte oder MDF und ein Vierkantholz für die Führungsschienen. Gleichen Sie die Höhe der hinteren Regale im Vergleich zu den vorderen auf Rädern durch einen Sockel aus.

  1. Rollen montierenRollen montieren© Selbermachen

    Rollen montieren

    Die Sockel der mobilen Regale bekommen seitlich und hinten zusätzliche Plattenstreifen zur Verstärkung eingeleimt. Ist der Leim ausgehärtet, werden Löcher für die Achse gebohrt. Beachten Sie dabei, dass die Achsenbohrungen so ausgeführt werden, dass später die Räder auf dem Boden stehen und nicht das Regal.
  2. Profile montierenProfile montieren© Selbermachen

    Profile montieren

    Die hinteren Regale werden an der vorderen Oberkante mit einem U-Profil versehen, das als Führungsschiene für die Rollenregale dient. Die vorderen Regale auf Rädern bekommen an der hinteren oberen Kante eine Leiste, auf der eine Aluleiste mit L-Profil montiert wird. Das L-Profil läuft in dem U-Profil des hinteren Regals, so dass immer der Abstand zwischen den Regalen gewahrt wird. **Unser Tipp:** Je härter der Boden, desto besser laufen die „Billy“-Regale!

SELBER MACHEN EXTRA-HEFT 09/2010

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