Überblattungen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Überblattungen

Dort, wo sich bei Rahmenkonstruktionen ­Leisten treffen oder kreuzen, bietet sich die Überblattung als die stabilste Verbindung an.

 
Sollen Überblattungen perfekt gelingen, ist besonders sorgfältiges Arbeiten nötig. Am besten übt man vorher an Resthölzern, bevor man an das echte Werkstück geht. © Selbermachen
Sollen Überblattungen perfekt gelingen, ist besonders sorgfältiges Arbeiten nötig. Am besten übt man vorher an Resthölzern, bevor man an das echte Werkstück geht.

Die Überblattung ist eine haltbare Verbindung von Rahmenteilen, die einfacher herzustellen ist als eine Schlitz- und Zapfenverbindungen, aber ebenso stabil ist. Bei der hohen Qualität der heute dem Selbermacher zur Verfügung stehenden Kaltleime erreicht man damit selbst bei Eck- oder T-Überblattungen eine für die meisten Zwecke ausreichend feste Konstruktion.

Durch zusätzliches Verschrauben oder Verdübeln lässt sich die Stabilität sogar noch erhöhen. Die Schwalbenschwanz-T-Überblattung widerstedt durch ihre Form Belastungen vor allem auf Zug und Schub. Dasselbe gilt auch für die normale Kreuzüberblattung.

Eine entsteht dadurch, dass an beiden zusammenzufügenden Rahmenteilen jeweils die Hälfte der Materialdicke ausgeklinkt wird. Die Ausklinktiefe reisst man mit dem Streichmaß an, und zwar von derselben Seite, damit immer von der gleichen Bezugsebene gearbeitet wird.

Richtige Sägen verwenden

Die Schlitzsäge hat größere Zähne und daher auch größere Zahnzwischenräume zum Abtransport der langfaserigen Sägespäne beim Schnitt in Faserrichtung. Das exakte Ablängen kann auch mit Hilfe einer Schneidlade erfolgen.

Die innenliegenden Ausklinkenden bei Kreuz- und T-Überblattungen werden mit der Feinsäge Schnitt neben Schnitt quer zur Faser bis auf den Grund der angerissenen Tiefe gesägt und dann mit dem Stecheisen ausgestochen. Die exakte Schnittiefe wird eingehalten, indem man Hilfs­­leisten als Tiefenstopp auf die Schneidlade setzt. Bei einer Tischkreissäge lässt sich die Schnittiefeeinstellen.

Zum Ausstechen des Restholzes wird zuerst nur grob vorgewärmt und zum Versäubern und Glätten des Grundes ein möglichst breites Eisen eingesetzt. Mit dem bleistift­geschwärzten Rücken eines Winkels fährt man über den Grund der Aussparung und markiert so die Erhebungen, die noch abgetragen werden müssen.

Bei Kreuzüberblattungen werden die innenliegenden Längskanten der Aussparungen vor dem Zusammenfügen der Teile leicht angefast. Sprossen, wie man sie zum Beispiel bei Fenstern findet, haben Kreuz­überblattungen mit Fälzen. Diese müssen beim Anreißen berücksichtigt werden; man zieht auf beiden Seiten die Falzbreite von der Rahmenholzbreite ab.

Soll die Überblattung eine Fase oder ein Profil erhalten, muß sie auf Gehrung ausgeklinkt werden. Die klassische Kreuzsprosse hat Fälze für das Glas und ein Profil. Für das dabei notwendige Ausklinken auf Gehrung lohnt sich die Anfertigung einer speziellen Schneidlade.

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Sollen Überblattungen perfekt gelingen, ist besonders sorgfältiges Arbeiten nötig. Am besten übt man vorher an Resthölzern, bevor man an das echte Werkstück geht.

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Die Tiefe der Materialaussparungen wird mit dem Streichmaß angerissen. Bei beiden Rahmenteilen immer von der gleichen Seite (Bezugsebene) aus anreißen.

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Mit der Schlitzsäge wird quer zur Faser bis zur angezeichneten Tiefe eingesägt. Immer von der Mitte des Risses ausgehend in dem Holz sägen, das später wegfällt.

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Ein Anschlag fürdie exakte Schnittiefen
Durch eine präparierte Schneidlade erzielt man beim Aussparen der Kreuz-überblattungen immer gleich tiefe Schnitte. Zwei Hilfsleisten in genau berechneter Höhe werden mit Klebeband auf die Flanken der Lade geklebt. So kann die Säge nur so tief einschneiden, bis ihr aufgepreßter Blechrücken auf der Oberseite der Leisten schleift. Schnitt neben Schnitt setzen und die stehengebliebenen Reste entfernen.

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Quer zur Faser wird dann mit der Feinsäge gearbeitet. Bei Gehrungsüberblattungen, wie zum Beispiel bei Profilrahmen, zeichnet man den Schnitt mit einer Schmiege an.

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Bei einfachen Überblattungen liegen die Rahmenteile kreuz- oder T-förmig übereinander. Von beiden Teilen wird jeweils die Hälfte der Materialstärke abgetragen.

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Mit einer Feinsäge werden zuerst die beiden äußeren Begrenzungsschnitte ausgeführt und dann Schnitt neben Schnitt bis zur angezeichneten Tiefe gesetzt. 

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Die Tischkreissäge wird auf Tiefe gestellt und dann am Winkelanschlag Schnitt neben Schnitt gesetzt. Ein Streifen Hartfaserplatte verhindert das Ausreißen der Holzfasern.

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Mit einem Stechbeitel wird das Restholz ausgeräumt. Die unteren Kanten der Aussparungen und damit auch kleine Fehler werden beim Zusammenfügen verdeckt.

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Der geschwärzte Rücken eines Winkels kann über den ausgeräumten Grund der Aussparung geführt werden, um noch verbliebene Erhebungen sichtbar zu machen.

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Hohen Zugbelastungen widersteht eine Schwalbenschwanz-T-Überblattung. Die V-förmige Zunge und die gleichförmige Aussparung müssen exakt übereinstimmen.

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Angefaste oder profilierte Leisten werden auf Gehrung ausgeklinkt. Das stehenbleibende Holz wird entsprechend schmaler und damit sinkt auch die Stabilität.

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Kreuzsprossen für Fenster haben Glasfälze und Profile. Die Überblattung dieser Leisten muß besonders sorgfältig angezeichnet, eingesägt und ausgeräumt werden.

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Für das Anschneiden der Gehrungen fertigt man sich eine spezielle Schneidlade. In ihr liegt die anzuschneidende Leiste durch 
eine Hilfsleiste unterstützt auf der Seite.

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