Zwingen: unentbehrlicher Helfer bei Holzarbeiten
Grundausstattung in der Holzwerkstatt

Zwingen: unentbehrlicher Helfer bei Holzarbeiten

Zwingen sind unentbehrliche Helfer beim Bau von Möbeln und anderen Holzkonstruktionen. Beim Leimen und Kleben der einzelnen Bauteile sorgen sie für den nötigen Anpressdruck, damit die Verbindungen haltbar bleiben.

 
Das Angebot an Schraub- und Spannzwingen ist breit gefächert © Selbermachen Media
Das Angebot an Schraub- und Spannzwingen ist breit gefächert

Hauptsache ist, der Druck stimmt, wenn geleimte oder geklebte Verbindungen zusammengefügt werden. Dabei ist es ganz gleich, ob die gewählten Zwingen den Druck durch Spindeln, Exzenter oder eine Feder erzeugen. Die Teile dürfen dabei nur nicht verrutschen, und der Anpressdruck muss punktgenau übertragen werden. Diesen Anforderungen werden Schraub-, Klemm- und Federzwingen in der Regel gerecht.

Zwingen, Allroundhelfer im Handwerkeralltag

Je nach geplantem Einsatz gehört ein Satz solcher Zwingen als Helfer im Holz- und Möbelbau in die Werkstatt jeden Heimwerkers. Achten Sie beim Kauf auf Qualität, denn die Zwingen üben nicht nur einen gewaltigen Druck aus, sie müssen ihn auch selbst aushalten.

Hochwertige Zwingen sind nach DIN 5117 hergestellt. Die Spannarme sollten aus erstklassigem Temperguss gefertigt sein und die Gleitschiene aus blank gezogenem Hohlprofilstahl, verzinkt und beidseitig geriffelt. Der Gewindegriff der Spindel mit Trapezgewinde lässt sich fest und kraftvoll drehen, wenn er aus griffigem Hartholz gearbeitet ist.

Der Klassiker: Schraubzwingen

Am gebräuchlichsten ist die Moment-Schraubzwinge, die aus einer Stahlschiene, zwei Armen und einer Spindel mit Griff besteht. Ein Arm ist fest mit der Schiene verbunden, der andere bewegt sich auf der Schiene auf und ab. Wird die Zwinge auf die erforderliche Spannweite eingestellt, verkantet sich der untere Arm auf der Schiene. Mit zunehmendem Drehen der Spindel steigt auch der Druck, der auf das Werkstück ausgeübt wird.

Schraubzwingen sind die wohl  am weitesten verbreiteten Zwingen bei Selbermachern. (FOTO: Selbermachen Media)

Schraubzwingen sind die wohl  am weitesten verbreiteten Zwingen bei Selbermachern. (FOTO: Selbermachen Media)

Achten Sie darauf, dass die Zwingen mit Kunststoffkappen an den Druckpunkten versehen sind. Dadurch wird eine Beschädigung des Werkstoffes durch Druckstellen reduziert. Vermieden werden können solche Schäden, indem Sie Holzleisten oder Brettreste (Zulagen) zur Lastverteilung unter die Druckpunkte der Zwingen klemmen.

Als praktische Helfer erweisen sich kleine Schraubzwingen, wenn man eine Bohrlehre am Werkstück fixieren möchte, etwa um die Lochreihen für die Bodenträger zu bohren. Auch eine Leiste als Führung für Handkreis- oder Stichsäge kann mit zwei Zwingen festgeklemmt werden, um z. B. eine Tür abzulängen. Bohrungen erfolgen immer an der gleichen Stelle, wenn man eine Schablone (aus Holz oder Metall) verwendet, die mit Zwingen fixiert wird.

Gefühlvoll arbeiten mit Klemmzwingen aus Holz

Klemmzwingen aus Holz, die keinen so hohen Druck erzeugen wie die Spindelzwingen, reichen für eine Reihe von Holzarbeiten aber leicht aus. Der Druck entsteht hier durch einen exzentrisch gelagerten Hebel, der auf eine Druckplatte gepresst wird und das Werkstück einklemmt.

Gefühlvoll arbeitet man mit Klemmzwingen aus Holz. An den Druckpunkten sind Korkflächen aufgeklebt. (FOTO: Selbermachen Media)

Gefühlvoll arbeitet man mit Klemmzwingen aus Holz. An den Druckpunkten sind Korkflächen aufgeklebt. (FOTO: Selbermachen Media)

Klemmzwingen funktionieren ohne Spindel und erzeugen daher keinen so großen Druck wie die Schraubzwingen. Für viele Arbeiten reicht der Druck aber aus. Bei diesen Modellen wird der Druck durch einen exzentrischen Hebel erzeugt, der auf eine Druckplatte gedrückt wird und das Werkstück so einklemmt.

Wer Möbel baut, braucht Zwingen in jeder Größe

Zwingen in unterschiedlichen Maßen kann der Heimwerker in seiner Werkstatt eigentlich nie genug haben. Gerade im Möbelbau, wenn zwei oder drei Bretter stirnseitig miteinander verleimt werden sollen, werden die Zwingen sowohl für die horizontale wie auch die vertikale Spannung benötigt. Auch Holzkeile sowie Zulageklötzchen, die Druckstellen am Werkstück verhindern, sollten stets griffbereit sein.

Reicht die Spannweite der Zwingen bei großen Flächen von der Länge her nicht aus, kann man sich mit langen Spanngurten behelfen, die den nötigen Druck schaffen. Man kann auch zwei kurze Zwingen zu einem Doppelspanner ineinander haken, oder man setzt die "unendliche" Zwinge ein, deren Länge man selbst bestimmen kann.

TEXT und FOTOS: Annemarie Buchholz-Rade, Wolf Dietrich Laatzen, Wolfgang Seitz, Ulrich Wolf
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren