Akku-Rasenmäher Gardena 34 A easyMove und Bosch Rotak 43 LI im Test | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Leistung ohne Kabel und Benzin?

Akku-Rasenmäher Gardena 34 A easyMove und Bosch Rotak 43 LI im Test

Sind Akku-Rasenmäher die Alternative zum kabelgebundenen Elektromäher und zum stinkenden Benzin-Rasenmäher? Gardena und Bosch wollen mit ihren Akkumähern neue Impulse für den Markt setzen. Wir haben die Geräte getestet.

 
Leistung ohne Kabel und Benzin? Die Akku-Rasenmäher Gardena 34 A easyMove und Bosch Rotak 43 LI im Test © Selbermachen
Leistung ohne Kabel und Benzin? Die Akku-Rasenmäher Gardena 34 A easyMove und Bosch Rotak 43 LI im Test

Lange Zeit schlief der Akku-Rasenmähermarkt in einer Art Dornröschenschlaf vor sich hin. Die beiden Akku-Rasenmäher von Gardena und Bosch könnten – wie der Prinz im Märchen – dieses Marktsegment zu neuem Leben erwecken.

Der Akku-Lenkmäher von Gardena ist die konsequente Befreiung des Gardena- Lenkmähers vom störenden Netzkabel. Mit der Akkuversion des Lenkmähers kann man jetzt bedenkenlos um Bäume und Sträucher herumzirkeln, ohne Angst zu haben, dass das Netzkabel zerschnitten wird. So innovativ wie das Lenkmäherprinzip, so konventionell ist jedoch die eingesetzte Akkutechnik. Der Akku-Lenkmäher ist mit einem Bleigel-Wechselakku ausgestattet.

Bosch setzt dagegen auf die neue Lithium- Ionen-Technik, die zur Zeit dabei ist, Blei- und Nickel-Cadmium-Akkus abzulösen. Im neuen Rotak 43 LI kommen die gleichen 36-Volt-Akkus zum Einsatz, die Bosch bereits für professionelle Elektrowerkzeuge wie Akku- Bohrschrauber, Akku-Bohrhämmer und Akkusägen verwendet.

Lithium-Ionen-Akkus belasten die Umwelt weit weniger als herkömmliche Akkus, denn sie enthalten weder Blei noch Cadmium. Durch die äußerst geringe Selbstentladung ist der im Herbst aufgeladene Rasenmäherakku sogar im nächsten Frühjahr noch weitgehend voll. Bleigel-Akkus sollten dagegen über den Winter ab und zu nachgeladen werden, da sich ein leerer Bleiakku mit der Zeit selbst zerstört.

Gardena empfiehlt sogar, den Akku dauernd zu laden. Eine Vollladung dauert bei Gardena bis zu 24 Stunden. Ist der Akku leer, kann man erst am nächsten Tag weiterarbeiten, sofern man keinen Zweitakku besitzt, der 65,33 Euro extra kostet. Anders ist es beim Bosch-Akkumäher. Er ist in einer Stunde wieder vollständig aufgeladen. Bereits nach einer halben Stunde Ladezeit stehen 80 Prozent der Akkukapazität wieder zur Verfügung. Da Bosch beim 43er Modell serienmäßig bereits einen Wechselakku mitliefert, ist praktisch dauerhaftes Mähen möglich, sofern eine Steckdose in der Nähe ist und ein Akku immer gleich wieder aufgeladen wird.

Wie die meisten Akkumäher bisher ist auch der Rasenmäher von Gardena mit einem eher schwachen Motor ausgestattet, der zwar mit mittellangem, trockenem Gras gut zurechtkommt, aber mit hohem oder gar feuchtem Gras schnell überfordert ist. In unserem Test reichte die Akkuladung bei leicht feuchtem Gras gerade für 240 qm Rasen.

Anders der Rotak 43 Li: Er hat einen kräftigen, durchzugsstarken Motor, der auch bei hohem Gras keine Schwächen zeigte. Eine Akkuladung reichte im Test für rund 360 qm. Da Bosch bereits einen zweiten Akku mitliefert, reicht die Flächenleistung bei vergleichbaren Bedingungen bis rund 700 qm. Allerdings ist der Kauf des Rotak 43 LI mit 599 Euro schon eine große Investition. Das kleinere Modell Rotak 37 LI mit 37 cm Schnittbreite und nur einem serienmäßigen Akkupack gibt es bereits für 399 Euro.

Auf den Punkt gebracht

Gardena 34 A easyMove

Positiv: Lenkmäher ohne störendes Netzkabel, sehr wendig, gut um Hindernisse herum zu lenken.

Negativ: Bleigel-Akku mit langer Ladezeit (24 Stunden), eher geringe Motorleistung, schlechte Mähleistung bei hohem und feuchtem Gras, nicht zum Mulchen geeignet.

Fazit: Der Gardena 34 A easyMove ist die konsequente Weiterentwicklung des Lenkmähers, jedoch mit alter Akkutechnik.

Bosch Rotak 43 LI

Positiv: Leistungsstarker Akku- Rasenmäher, innovativer Lithium-Ionen-Akku, relativ leichtes Gerät, zentrale Schnitthöhenverstellung.

Negativ: Hoher Preis, Schnitthöhenverstellung gewöhnungsbedürftig, Griffbügelhöhe nicht individuell verstellbar, nicht zum Mulchen geeignet.

Fazit: Innovativer Akku- Rasenmäher mit guter Motorleistung, langer Ausdauer und zusätzlichem Wechselakku.

  1. Akku herausnehmbarAkku herausnehmbar© Selbermachen

    Akku herausnehmbar

    Beim Akku-Lenkmäher von Gardena kann der schwere Bleigel- Akku herausgenommen und getrennt aufgeladen werden. Die Ladezeit beträgt allerdings rund 24 Stunden.
  2. Akku-LenkmäherAkku-Lenkmäher© Selbermachen

    Akku-Lenkmäher

    Mit dem Lenkrad lässt sich der Akku-Lenkmäher gut steuern. Beim Starten kommt fast Rennwagen-Feeling auf.
  3. Höhenverstellung von RäderHöhenverstellung von Räder© Selbermachen

    Höhenverstellung von Räder

    Beim Gardena-Akkumäher müssen für die Höhenverstellung die Räder demontiert werden.
  4. Akku von BoschAkku von Bosch© Selbermachen

    Akku von Bosch

    Der leichte Lithium-Ionen- Akku von Bosch sitzt unter einer aufklappbaren Klarsichthaube. Er ist in einer Stunde wieder vollständig geladen.
  5. HöhenverstellungHöhenverstellung© Selbermachen

    Höhenverstellung

    Der Bosch-Mäher ist mit einer zentralen Höhenverstellung ausgestattet. Sie ist am einfachsten zu bedienen, wenn der Mäher zum Verstellen am Tragegriff leicht angehoben wird.
  6. Roter RasenkammRoter Rasenkamm© Selbermachen

    Roter Rasenkamm

    Der rote Rasenkamm verbessert das Fangen der Grashalme an Wänden und Rasenkanten.

Einkaufstipp

- Wählen Sie den Akku-Rasenmäher entsprechend der Größe Ihrer Rasenfläche. Je größer der Rasen, desto größer sollte auch die Schnittbreite des Rasenmähers sein.

- Blei und Cadmium belasten die Umwelt. Lithium-Ionen-Akkus sind umweltfreundlicher und werden die Akkutechnik der nächsten Jahre bestimmen. Schon heute bietet der Bosch Rotak 43 LI mehr Leistung bei geringerem Gewicht als die Wettbewerber mit alter Akkutechnik.

- Mulchen versorgt nicht nur den Rasen mit neuen Nährstoffen, sondern hilft auch, viel Arbeitszeit zu sparen, da der frische Grünschnitt nicht mehr entsorgt werden muss. Allerdings sind nur wenige Akku-Rasenmäher zum Mulchen geeignet.

Artikel aus selber machen Ausgabe 05/2011. Jetzt abonnieren!
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