Kettensägen mit Lithium-Ionen-Akkus | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Technik, Test

Kettensägen mit Lithium-Ionen-Akkus

Auch bei Kettensägen sind Lithium-Ionen-Akkus auf dem Vormarsch. Die Geräte sind leistungsfähig, leicht, vergleichsweise leise und erzeugen vor allem keine Abgase. Wir haben für Sie sechs Profi- und drei Heimwerkergeräte auf Herz und Nieren getestet. Ob Sie nun Brennholz machen wollen oder alte Gehölze ausschneiden: Mit moderner Akku-Technik klappt die Arbeit so viel besser als mit der angestaubten Bügelsäge.

 
Kettensäge: STIHL © Selbermachen
Kettensäge: STIHL

Wie praktisch, wenn man am Wochenende einfach mal ein paar Stämme Feuerholz sägen oder beim nächsten Holzbauprojekt alles fix ablängen kann. Die Akku-Kettensäge zur Hand, vollen Akku rein, starten und fertig.

Und vor allem: Die Arbeit mit einer Akku-Kettensäge läuft ganz ohne Abgase und große Lärmbelästigung der Nachbarschaft! Grund genug, im SELBER MACHEN-Testlabor PZT neun Kettensägen mit Lithium-Ionen-Akku genau unter die Lupe zu nehmen. Sechs der Testgeräte haben einen großen 36-Volt-Akku und sind zum Brennholz machen geeignet, drei Kandidaten besitzen einen 18-Volt-Akkuund eignen sich eher zum Ausschneiden von Gehölzen.

Unterschiede in Preis, Leistung und Ladedauer

Beachtlich waren die Preisunterschiede der Kandidaten im Vergleich zu ihren Testnoten. Praktisch sind Akku-Sägen, weil ein Stromanschluss nicht erforderlich ist und das nervige Kabelhandling entfällt. Für tagelange Waldarbeiten mit hartem Eichen- oder Buchenholz sind selbst die großen Geräte nicht ausgelegt. Hier sind klassische Modelle mit Verbrennungsmotor angesagt, denn die Arbeitsdauer der Akkus ist begrenzt, und ein Aufladen im Wald entfällt. . Gut, wenn bei Makita ein zweiter Akku im Lieferumfang dabei ist. Dies zieht aber auch einen höheren Gerätepreis nach sich. So eignen sich die Sägen eher für den hausnahen Bereich, wo eine Steckdose in erreichbarer Nähe ist. Bei den großen Akku-Kettensägen wie Husqvarna und Stihl braucht man nur eine kurze Ladedauer zu kalkulieren, obwohl sie mit 120 und 90 Minuten lange Laufzeiten haben. Zudem sind sie leistungsstärker und erzielen deutlich höhere Schnittgeschwindigkeiten als die anderen Kandidaten.

Ihr Schnittergebnis ist sauberer, was bei Stihl an der eigens für das Akkugerät entwickelten Sägekette liegt. Die kleinen Testkandidaten mit 18 Volt eignen sich dagegen weniger zum Holzmachen. Ist ihr Akku leer, muss man eine lange Pause einplanen, denn ein Schnellladegerät ist nur bei Gardena zusätzlich zu erwerben. Alle drei laden per Steckernetzteil, und das kann dauern: bei Wolf etwas über zwei Stunden, bei Gardena circa 5,5 und bei Black&Decker fast acht Stunden. Prima sind diese Geräte als kleine Baumsäge zu nutzen oder auch in der Werkstatt wenn es mal um dicke Kanthölzer geht.

Sicherheit von Kettensägen

Weitere Ausstattungspunkte waren der Tankinhalt für das Kettenöl und die Größe der Einfüllöffnung. Alle, bis auf Black&Decker haben eine automatische Kettenschmierung. Für die Sicherheit sind zwei Dinge wichtig: Die Rückschlagabschaltung die schwere Unfälle verhindert, wenn die Sägekette an der Schienenspitze auf Holz trifft. Ryobi und Wolf haben keine, bieten dafür aber eine Einstichsperre. Kandidaten wie Hitachi, Husqvarna, Makita und Stihl haben eine mechanische Kettenbremse. Auch wenn die getesteten Modelle mit dem Akku weniger martialisch daherkommen als mit Verbrennungsmotor, sind es doch Kettensägen, die bei fachlich unkorrekter Handhabung richtig gefährlich werden können. Helm, Gehörschutz, gute Schnittschutzhosen und Sicherheitsschuhe sind also absolute Pflicht.

So haben wir Kettensägen getestet

Wie schneiden die Testkandidaten durch hartes Holz, und sind dabei Vibrationen und Lautstärke gering? Die Testingenieure vom SELBER MACHEN-Prüflabor PZT aus Wilhelmshaven hatten im Belastungstest alle Hände voll zu tun. Sechs große Kandidaten mit einem 36-Volt-Akku und drei kleine Geräte mit 18 Volt standen auf dem praxisorientierten Prüfstand. Sie mussten sich im Praxistest Sägen durch weiche Fichtenholzstämme, Kantholz mit 10 x 10 cm, Äste mit 3,5 und 16 cm Durchmesser kämpfen. Die drei kleineren Sägenvon Black&Decker, Gardena und Wolfschnitten dabei durch die geringe Akku-Leistung weniger gut ab. Sie erfüllen ihre Aufgaben eher beim Ausschneiden von Gehölzen und großen Obstbäumen. Bei den sechs Testkandidaten mit 36-Volt-Akku lagen die Geräte von Husqvarna und Stihl mit einer guten Note von 1,9 ganz klar an der Spitze. Auch im Bereich „Handhabung“ mit Montage, Öl einfüllen, Kettenspannung einstellen und generellem Handling führten sie das Feld an.

Kettensägen mit Lithium-Ionen Akkus: die Testkriterien

  1. Wie laut sind die Geräte? Im Freigelände wurde der Schalldruckpegel(dBA) in Ohrnähe des Testingenieursgemessen, jeweils im Leerlauf und beim Querschnitt in Weichholz.
  2. Starke Vibrationen verleiden die Arbeit. Mit einem Triax-Beschleunigungsaufnehmer wurden die Werte am Griffbügel gemessen. Die kleinen 18-V-Geräte vibrierten stärker als die größeren Kandidaten.
  3. Die Spanabfuhr funktioniert beim typischen Querschnitt und beim Astsägen bei allen Geräten gut. Anders beim eher seltenen Längsschnitt: Die langen Späne können das Gehäuse verstopfen und dadurch die Kette blockieren.
  4. Wichtig für die Sicherheit beim Arbeiten ist die maximale Kettenbremszeit der Testgeräte. Sie wurde manuell über den vorderen Handschutz ausgelöst und der Bremsvorgang mit einer DV-Kamera (50 Halbbilder/s) aufgenommen. Es wurden jeweils fünf Bremsversuche durchgeführt, die Sägen dabei im Leerlauf mit maximaler Drehzahl betrieben. Bei Geräten ohne Kettenbremse wurde die Nachlaufzeit ermittelt.
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