Stromgeneratoren im Vergleichstest | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Test

Stromgeneratoren im Vergleichstest

Manchmal vermisst man schon den Strom aus der Steckdose. Ob beim Caravan, Boot, Camping oder wenn man im Herbst schlicht im hintersten Winkel des Gartens häkseln will. Da hilft ein Stromgenerator. Wir haben vier Geräte getestet.

 
Licht im Dunklen mit Stromgeneratoren © Selbermachen
Licht im Dunklen mit Stromgeneratoren

Wozu braucht man eigentlich einen Stromgenerator? Eine berechtigte Frage, deren Antwort man dann bekommt, wenn man ihn selber regelmäßig braucht. Bei Besitzern von Wohnmobilen, Booten oder Wohnwagen sind sie schon relativ weit verbreitet. Diese Zielgruppe kommt öfter in Gegenden, wo mit Steckdosen nicht zu rechnen ist. Dann ist man froh, netzunabhängig zu sein und trotzdem Kaffeemaschine oder Fön benutzen zu können. Für Selbermacher bedeuten Stromgeneratoren ein Stück Unabhängigkeit. Besonders im Garten machen sich die kleinen Kraftwerke bezahlt, wenn man der Hecke einen neuen Schnitt verpassen möchte oder die Sträucher wieder Wildwuchs zeigen. Dann ist es viel komfortabler, einen Generator anzuwerfen, als viele Meter Kabel auszulegen.

Anschaffungshürde Preis

Die größte Hürde bei der Anschaffung eines benzingetriebenen Aggregats ist zunächst der Preis. Kompakte Geräte sind kaum unter 1000 Euro zu bekommen. Und wer auch mal etwas leistungsstärkere Geräte am portablen Kraftwerk betreiben möchte, wird noch einige hundert Euro drauflegen müssen. In unserem Test nahmen wir drei sogenannte Kompaktgeräte von Endress, Honda und Makita und einen Generator in offener Bauweise von Herkules (Bauhaus) unter die Lupe. Was sowohl Tester, wie auch die SELBER MACHEN-Redaktion erstaunte, war das Preis-Leistungsverhältnis des Herkules-Generators. Für unter 300 Euro bekommt man einen Generator, der eine Dauerleistung von 2000 Watt bietet. Im Test war dies der höchste Wert. Dafür muss man aber die offene, laute Bauweise, ein großes Gerät und sein hohes Gewicht inkauf nehmen.

Bei den kompakten Generatoren fiel der Makita mit seiner relativ geringen Dauerleistung von nur 700 Watt auf. Dafür war er der leiseste Generator und unter den Kompakten der günstigste. Bevor man also zum Kauf schreitet, muss man sich überlegen, wofür man den Generator braucht und welche Leistung er dafür bieten muss.

Wer daran Lampen oder Kochplatten (sogenannte Ohmsche Verbraucher) anschließen will, kann sich an deren Wattangabe orientieren. Die sollte auch der Generator mit einer gewissen Reserve bringen. Will man aber Rasenmäher oder Elektrowerkzeuge betreiben (sogenannte induktive Verbraucher), die relativ viel Strom beim Anlaufen brauchen können, sollte der Generator genug Reserven bieten, um kurzfristig das zwei- bis sechsfache der Gerätenennleistung zu bieten.

Die Lautstärke

Auch die Frage, ob der Generator an Orten benutzt wird, wo Lärmbelästigung keine Rolle spielt – dann kann es ein offenes Gerät sein –, müssen Sie abwägen. Wollen Sie Rücksicht auf Nachbarn oder Umfeld nehmen, wird es sicher ein gekapselter, kompakter Generator bei Ihrer Kaufentscheidung werden. Übrigens: Wenn selbst der noch zu laut sein sollte, können Sie die Generatoren gegebenenfalls auf Gasbetrieb umrüsten, was Betriebsgeräusche und Emissionen nochmals deutlich senkt. Erst danach sollte dann der Kaufpreis eine Rolle spielen. In diesem Test haben die Prüfingenieure des SELBER MACHEN-Testlabors PZT in Wilhelmshaven neben der Handhabung besonders die Leistungsversprechen und den praktischen Betrieb der Generatoren geprüft. Wie immer haben sie bei allen Geräten ein sprichwörtliches Haar in der Suppe gefunden, doch unter dem Strich schnitten alle vier Testkandidaten mit einer guten Gesamtnote ab.

Wer also nur gelegentlich einen Generator benötigt, wird mit keinem der getesteten Geräte schlecht beraten sein und kann künftig die Kabeltrommel getrost im Keller lassen.

Genügt nicht auch ein Akkupack oder ein paar Kabeltrommeln? Die eine Lampe im Zelt funktioniert natürlich mit einem tragbaren Akkupack im Hintergrund auch. Der Nachteil bei Akkus liegt in ihrer relativ geringen Spannung von 12 Volt, bei einigen Geräten auch 24 Volt. Damit lässt sich eine Zeltbeleuchtung betreiben oder ein Handy aufladen, doch schon beim Fön und (erst recht bei Elektrowerkzeugen!) reicht das bei Weitem nicht mehr aus. Hier ist man auf die üblichen 230 Volt angewiesen. Da sich Ketten von Verlängerungskabeln aus Sicherheitsgründen verbieten, kommt man dann regelmäßig an einem tragbaren Generator nicht mehr vorbei.

SELBER MACHEN-Test: Stromgeneratoren
Endress

Endress© SelbermachenPreis 1544,62 Euro

Positiv: Kompaktes Kunststoffgehäuse Spannungsstabil im angegebenen Maximallastbereich Laständerungen gut ausgeregelt Spritzwassergeschützt Relativ leise Schaltet bei Überlast ab

Negativ: Schlecht zu tragen Springt bei niedrigen Temperaturen schlecht an Überfülltes Öl läuft ins Gehäuse Keine Tankanzeige

Gesamturteil: Gut

Herkules

Herkules© SelbermachenPreis 289,00 Euro

Positiv: Großer Tank Spannungsstabil im angegebenen Maximallastbereich Tankanzeige Größte maximale Last im Test Relativ gutes Anlassverhalten Günstigstes Gerät im Test

Negativ: Erstinbetriebnahme umständlich Kein Gleichspannungsausgang Sehr groß und schwer Befestigungsschrauben nicht selbstsichernd

Gesamturteil: Gut

Honda

Honda© SelbermachenPreis 1899,00 Euro

Positiv: Kompaktes Kunststoffgehäuse Benzintankentlüftung verschließbar Überfülltes Öl wird zum Auffangen abgeleitet Große maximale Last (2000 Watt) Spritzwassergeschützt Relativ leise Schaltet bei Überlast ab

Negativ: Schlecht zu tragen Spezialadapter für Gleichspannungsausgang erforderlich Keine Tankanzeige

Gesamturteil: Gut

Makita

Preis 1011,50 Euro

Positiv: Kompaktes Kunststoffgehäuse Laständerungen gut ausgeregelt Gutes Anlassverhalten Spritzwassergeschützt Leises Betriebsgeräusch

Negativ: Überfülltes Öl fließt ins Gehäuse Schaltet bei Überlast nicht ab Geringe Dauerleistung Ausgangsspannung bricht bei Überlast zusammen Schlecht zu tragen Keine Tankanzeige

Gesamturteil: Gut

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