Elektrohobel | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Kauftipps für Hobel

Elektrohobel

Mit einem Elektrohobel können Selbermacher hobeln wie Profis und ebene Oberflächen genauso wie Bretter millimetergenau auf Dicke aushobeln. Wir haben hier für Sie zusammengestellt, worauf Sie beim Kauf eines Elektrohobels achten sollten.

 
Elektrohobel im Vergleich © PR
Elektrohobel im Vergleich

Während der klassische Handhobel auch heute noch in jede Schreinerwerkstatt gehört, greifen Heimwerker eher zum Elektrohobel, denn der arbeitet fast von allein. Der Anwender muss ihn nur noch gleichmäßig über das Werkstück führen. Die Arbeit übernimmt dabei eine rotierende Messerwelle.

Hobelwelle

© PRDie meisten Elektrohobel haben eine Messerwelle mit zwei Messern, die aufeinander eingestellt sein müssen. Allerdings entfällt bei den heutigen Hartmetall- Wendemessern eine aufwendige Justierung der beiden Messer. Bosch und Festool begnügen sich bei ihren Hobeln mit jeweils einem Messer. Die Vorteile für den Anwender sind ein einfacherer Messerwechsel und sauberes Arbeiten. Das schräg montierte Spiralmesser von Festool verringert durch den ziehenden Schnitt die Belastung des Motors, die sonst durch den schlagartigen Eingriff der geraden Messer plötzlich auftritt.

Außerdem soll es für eine bessere Oberfläche sorgen. Bei Geräten mit einseitig gelagerter Hobelwelle (Festool HL 850 EB) kann außerdem der komplette Hobelkopf leicht ausgewechselt werden. Achten Sie auch darauf, dass Hobelwelle und Messer mit der Grundplatte fluchten. Gerade bei manchen Billiggeräten war dies in der Vergangenheit oft nicht der Fall. Mit solchen Maschinen lassen sich keine brauchbaren Hobelergebnisse erzielen.

Hobelbreite

Die übliche Schnittbreite der meisten Elektrohobel beträgt 82 mm. Es gibt aber auch Geräte mit nur 65 mm Arbeitsbreite vor allem zum Kantenhobeln und sogenannte Breithobel mit gut 100 mm Hobelbreite. Für Zimmerleute bietet die Industrie gar Balkenhobel mit Breiten von bis zu 350 mm an.

Spandicke

© PRDie Spandicke der meisten Elektrohobel lässt sich von 0 bis etwa 3 mm einstellen. Allerdings eignet sich die Höchsteinstellung bei vielen Geräten nur zum Kantenhobeln. Soll zum Glätten von Flächen die voll Hobelbreite genutzt werden, empfiehlt es sich, einen gerin- geren Wert einzustellen, weil sonst der Motor schnell überfordert ist. Die Einstellung der Spandicke erfolgt in der Regel über einen großen Drehknopf, der auch als Zusatzhandgriff dient. Damit er sich beim Arbeiten nicht verstellt, sollte die Spandickeneinstellung gerastert sein. Eine gut ablesbare und fein unterteilte Skala erleichtert die Einstellung nicht nur im Wiederholungsfall.

Hobelsohle

Die Sohle von Elektrohobeln besteht meist aus Aluminium-Druckguss. Sie hat zwei Teile: einen fest montierten hinteren und den mit der Spandickeneinstellung variierbaren vorderen Teil. Zum Anfasen von Kanten haben die meisten Geräte in der vorderen Hobelsohle eine V-Nut, mit der der Hobel auf die Kante aufgesetzt wird. Die Breite der Fase lässt sich durch Verstellen der Schnitttiefe verändern. Einige Maschinen haben drei unterschiedlich tiefe VNuten. Da kann der Anwender sich das Verstellen meist sparen.

Messerschutz

Zum Schutz der empfindlichen Hobelmesser, aber auch des Untergrundes, auf dem der Hobel abgestellt werden soll, sind Elektrohobel meist mit einer Abstellsicherung ausgestattet. Üblich sind eine Wellenabdeckung oder ein Parkschuh. Erstere schwenkt federnd gelagert über das Hobelmesser, wenn dieses nicht im Einsatz ist. Die Abdeckung verhindert Beschädigungen und verringert die Verletzungsgefahr. Billiger ist die Parkschuhlösung. Der Parkschuh hebt die Hobelsohle beim Abstellen etwas an, damit die auslaufenden Messer den Untergrund nicht berühren. Doch Vorsicht: Man kann sich weiterhin an den Hobelmessern verletzen, und wird der Hobel am Rand der Werkbank abgestellt, kann der Parkschuh schon einmal überhängen und damit wirkungslos werden.

Motorleistung

© PRDie Aufnahmeleistung der meisten Elektrohobel liegt zwischen 600 Watt und 1000 Watt. Bei einigen Modellen wird der Motor durch eine Konstantelektronik unterstützt, um die Drehzahl bei hoher Belastung konstant zu halten, zum Beispiel bei dickem Span und voller Hobelbreite. Eine Drehzahlverstellung gibt es bei Hobeln nicht. Ein Sanftanlauf des Motors und eine Drehzahlreduzierung im Leerlauf wie man sie von anderen Maschinen kennt, könnten für mehr Komfort sorgen.

Handgriff und Schalter

Elektrohobel haben einen zentralen Handgriff, der schräg liegt, damit man den Hobel besser voran schieben kann. Eine ergonomische Softgrip-Auflage verringert bei einigen Modellen die Vibrationen und sorgt für mehr Griffigkeit. Der Einstellknopf für die Schnitttiefe dient meist als Zweithandgriff, mit dem der Anwender für einen gleichmäßigen Andruck des Hobels sorgt. Der Netzschalter ist in den Handgriff integriert und mit einer Einschaltsperre ausgestattet, die bei vielen Modellen Linkshändern Probleme bereitet. Wer den Hobel mit der linken Hand führen möchte, sollte sich deshalb eine Maschine aussuchen, die von beiden Seiten gleich gut bedient werden kann.

Spanabsaugung

© PRDass beim Hobeln viele Späne anfallen, ist bekannt. Das gilt erst recht für den Elektrohobel. Die teilweise serienmäßig mitgelieferten Staubbeutel sind zwar praktisch, aber nur für kleine Arbeiten empfehlenswert. Sinnvoller ist der Anschluss eines leistungsfähigen Werkstattsaugers. Bei den meisten Maschinen lässt sich der Spanauswurf zwischen rechts und links umstellen oder gar stufenlos verdrehen. So kann der Saugschlauch auf der für die jeweilige Arbeitsposition sinnvollen Seite angeschlossen werden. Achten Sie beim Arbeiten mit der Absaugung darauf, dass der Schlauch immer frei ist. Verstopft er mal, wirkt sich das sofort auf das Hobelergebnis aus.

Anschläge

Beim Arbeiten mit dem Hobel kommt man um verstellbare Anschläge nicht herum. Allerdings werden sie in vielen Fällen nicht serienmäßig mitgeliefert. Bei machen Herstellern gibt es sie noch nicht einmal im Zubehörprogramm. Solche Elektrohobel können Sie getrost vergessen. Der Parallelanschlag sollte auf jeden Fall zur Grundaustattung gehören. Er ist zum Beispiel erforderlich, wenn Kanten maßgenau im rechten Winkel abgehobelt werden sollen. Auch zum Falzen braucht man ihn und zusätzlich einen Falztiefenanschlag mit dem die Höhe/ Tiefe des Falzes begrenzt wird. Ein verstellbarer Winkelanschlag erlaubt maßgenaues Hobeln von Gehrungen und Schrägschnitten. Kontrollieren Sie die Winkeleinstellung und achten Sie darauf, dass der Winkelanschlag exakt anliegt.

Zubehör

Eine einfache Stationäreinrichtung macht den Elektrobel zur Abrichte für sägeraue Leisten und kleinere Werkstücke. In ihr wird der Hobel über Kopf eingespannt . Achten Sie beim Kauf auf einen Sicherheitsabdeckung der Hobelwelle, wenn das Gerät selber keine hat. Eine Abricht- und Dickenhobelvorrichtung erlaubt nicht nur das Abrichten von Kanthölzern, sondern auch exaktes Dickenhobeln, das heißt das Anfertigen von gehobelten Leisten oder Werkstücken mit genau definierter Dicke.

EINKAUFSTIPP

● Kaufen Sie ein Gerät mit genügend Motorleistung. Eine Konstantelektronik ist hilfreich, wenn Sie nicht nur Weichholz hobeln wollen.

● Der Spanauswurf sollte sich leicht zu beiden Seiten verstellen lassen.

● Achten Sie auch auf das serienmäßige und lieferbare Zubehör für den Elektrohobel.

Elektro-Hobel

  1. Black&Decker© PR

    Black&Decker

    **Black&Decker** KW712 650 Watt/keine Angabe 17000 U/Min. 82 mm/0 bis 2 8 mm 2 Hartmetall-Wendemesser Keine Angabe/260 mm Rechts 38 mm/nein Nein/nein 89,1 dB/102,1 dB 3 m Nein 3 kg China 2 Jahre nur privat 74,95 Euro ■ V-Nut in der Hobelsohle, Staubsaugadapter, nur geringe Motorleistung und Spandick
  2. Bosch© PR

    Bosch

    **Bosch** PHO20-82 680 Watt/320 Watt 19500 U/Min. 82 mm/0 bis 2 8 mm 1 Hartmetall-Wendemesser Alu-Druckguss/250 mm Links/rechts umschaltbar 35 mm/Zubehör (18,50 Euro) Parkschuh/nein 90 dB/103 dB 3,9 m Nein 2,2 kg Schweiz 2/1 Jahre (privat/gewerbl.) 99,99 Euro ■ Woodrazer-Technik, stufenloser Spantiefeneinstellknopf, ein Hobelmesser, kein Staubbeutel, geringe Motorleistung und Spandicke.
  3. Dewalt© PR

    Dewalt

    **DeWalt** D26500 1050 Watt/keine Angabe 13 500 U/Min. 82 mm/0 bis 4 25 mm 2 Hartmetall-Wendemesser Alu-Druckguss/320 mm Links/rechts umsteckbar Keine Angabe/Zubehör (32,13 Euro) Parkschuh/ja 93 dB/101 dB 4 m Nein 4 kg Tschechien 1 Jahr 255,85 Euro ■ Spantiefe in 1/10-mm-Schritten einstellbar, Parallelanschlag und Absaugadapter.
  4. Einhell© PR

    Einhell

    **Einhell** RT-PL 82 850 Watt/keine Angabe 15000 U/Min. 82 mm/0 bis 3 mm 18 mm 2 Hartmetall-Wendemesser Alu-Druckguss/290 mm Rechts/links umbaubar 36 mm/serienmäßig Parkschuh/ja Keine Angaben 3 m Nein 3,3 kg China 2 Jahre nur privat 59,95 Euro ■ Messer- und Werkzeugdepot, Parkschuh, Kabelclip, Parallel- und Falztiefenanschlag, Ersatz-Hobelmesser, Spänefangsack serienmäßig.
  5. Festool© PR

    Festool

    **Festool** EHL 65 E-Plus 720 Watt/keine Angabe 15600 U/Min. 65 mm/0 bis 4 mm 23 mm 1 Hartmetall-Spiralmesser Alu-Druckguss/keine Angabe Rechts/links umbaubar 27 mm/Zubehör (Preis 33,77 Euro) Parkschuh, Wellenabdeckung/nein 82 dB/93 dB 4 m Systainer 2,4 kg Tschechien 3 Jahre mit Registrierung 273,70 Euro ■ Schmale Maschine mit bis zu 4 mm Spandicke (bis maximal 40 mm Hobelbreite nutzbar), Konstantelektronik, Sanftanlauf, geregelte Leerlaufdrehzahl, Spiralmesser mit ziehendem Schnitt, Parallelanschlag.
  6. Makita© PR

    Makita

    **Makita** N1923B 600 Watt/keine Angabe 16000 U/Min. 82 mm/0 bis 3 mm 23 mm 2 HM-Wendemesser Alu-Druckguss/295 mm Rechts 52 mm/Zubehör (39,63 Euro) Nein/nein 89 dB/102 dB 2,5 m 27,19 Euro 2,9 kg Japan 3 Jahre mit Registrierung 199,92 Euro ■ Große V-Nut für leichtes Anfasen, mit Sonderzubehör stationär einsetzbar, Parallelanschlag.
  7. Max Bahr© PR

    Max Bahr

    **Max Bahr** EH900 900 Watt/keine Angabe 16 000 U/Min. 82 mm/0 bis 3 mm 11 mm 2 Hartmetall-Wendemesser Alu-Druckguss/275 mm Rechts/links umbaubar 43 mm (Gerät)/39 mm (Adapter)/Serie Nein/ja 87,9 dB/98,9 dB 3 m Kunststoffkoffer 3,1 kg China 5 Jahre 59,99 Euro ■ GS-geprüft, V-Nut für einfaches Abschrägen, Parallelanschlag, Falztiefenanschlag, Adapter für Spanabsaugung, Staubsack, Ersatzriemen.
  8. Daten© PR

    Daten

    Die Daten für folgende Modelle sind in folgender Reihenfolge zu verstehen. **HERSTELLER** Gerätebezeichnung Aufnahmeleistung/Abgabeleistung Wellen-Leerlaufdrehzahl Hobelbreite/Spandicke Maximale Falztiefe Anzahl/Art der Messer Hobelsohle Material/Länge Spanauswurf Saugeranschluss-/Staubsack Abstellsicherung/Softgriff Geräusch SchalldruckLPA/-leistungLWA Netzkabel Koffer Gewicht Herkunftsland Garantie Preis Besonderheiten
  9. Metabo© Selbermachen

    Metabo

    **Metabo** Ho E0983 900 Watt/480 Watt 12000 U/Min. 82 mm/0 bis 3 mm 20 mm 2 Hartmetall-Wendemesser Alu-Druckguss/250 mm Stufenlos drehbar 35 mm/serienmäßig Parkschuh/nein 86 dB/99 dB 4 m Stahlblechtragkasten 3,1 kg Deutschland 3 Jahre mit Registrierung 379,61 Euro ■ Konstantelektronik, schneller Messerwechsel durch Kassettensystem (kein Einstellen der Messer notwendig), neigbarer Führungsanschlag, Falztiefenanschlag, Untergestell, Tragkasten, Spänefangsack.

HOBELN WIE DER SCHREINER

Handhobel sind ein traditionsreiches Werkzeug. Sie wurden schon vor mehr als 3000 Jahren eingesetzt. Der klassische Hobel aus Holz hat einen Körper aus Weißbuche und eine Sohle aus Pockholz, einem sehr harten palisanderähnlichen Holz. Einfachere Modelle bestehen aus gedämpfter Rotbuche mit einer Sohle aus Weißbuche. In dem Hobelkasten befindet sich ein großer Spandurchgang, in dem das Hobeleisen aus gehärtetem Werkzeugstahl mit einem Keil aus Holz eingespannt ist. In Mitteleuropa sind Hobel meist aus Holz gefertigt. Vor allem im angelsächsischen Raum werden dagegen Hobel aus Metall vorgezogen. Sie sind oft vielseitiger und präziser einstellbar. Allerdings gibt es auch Hobel aus Holz mit Schrauben für die Feinjustierung. Für präzises Arbeiten mit dem Hobel ist eine sorgfältige Pflege und regelmäßiges Schärfen notwendig.

Das Hobeleisen kann mit entsprechender Übung auf einer Naßschleifmaschine geschärft werden. Hier hilft eine spezielle Schleifvorrichtung, die den exakten Schleifwinkel garantiert. Dieses Zubehör lohnt auch, wenn man auf einem Schleifstein schärft. Auch die Hobelsohle muss gepflegt werden. Mit einem geraden Lineal prüfen Sie, ob sie noch plan ist. Zum Nachschleifen spannen Sie ein feines Schleifpapier auf eine plane Oberfläche und schieben den Hobel (ohne eingebautes Hobeleisen) mehrfach über das Schleifpapier. Zwischendurch kontrollieren Sie das Ergebnis immer wieder einmal mit dem Lineal. Für unterschiedliche Aufgaben gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Hobeltypen und Größen. Wichtig ist vor al- lem die Breite des Eisens, die Hobelbreite. Sie beträgt bei Schlicht- und Doppelhobeln zirka 45 bis 48 mm, beim Rauhbankhobel 60 mm und beim schmalen Simshobel 30 mm.

 

Artikel aus selber machen Ausgabe 02/2012. Jetzt abonnieren!
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