Im Test: Laser-Entfernungs-Messer | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Besser als jeder Zollstock

Im Test: Laser-Entfernungs-Messer

Wer schon mal die Fläche, die Höhe oder die Länge eines Raums ausgemessen hat, weiß, wo der Spaß mit Zollstock und Bandmaß aufhört: bei langen Strecken. Laser-Entfernungsmesser sind auf größere Distanzen viel genauer und werden immer beliebter. Außerdem können sie das Raumvolumen berechnen.

 
Diese Geräte messen genau © Selbermachen
Diese Geräte messen genau

Wer einen Laserentfernungsmesser besitzt, hat echte Hochtechnologie im Taschenformat zu Hause. Denn alle Laserentfernungsmesser haben nicht nur einen kleinen Computer, um aus Entfernungen auch Quadratmeter oder gar Volumen zu errechnen, sondern sie alle arbeiten nach dem sogenannten „Lidar“- Prinzip. Dabei steht Lidar für „light detection and ranging“, was so viel heißt wie Licht aufspüren und Entfernung messen. Das ist eine Art Radartechnik, die statt Funk Licht verwendet. Damit jagen Polizisten Verkehrssünder, wenn sie die „Radar-Pistole“ einsetzen. Sogar die Mautbrücken über der Autobahn sind mit dieser Technik bestückt. Sie unterscheiden damit über einen Konturenabgleich, ob ein PKW oder ein kostenpflichtiger LKW anrollt.

Was im Verkehr für Kontrolle gut ist, bringt auch für Selbermacher viele Vorteile. Mit Laser-Entfernungsmessern lässt sich selbst über große Distanzen fast millimetergenau die Entfernung messen – und das mit einem Knopfdruck. Je heller die Umgebung dabei ist oder je weiter das angepeilte Objekt entfernt ist, desto schlechter lässt sich der Laserpunkt erkennen. Hier hilft eine spezielle Brille mit roten Gläsern, die den Laserpunkt heller erscheinen lässt, oder man greift tiefer in die Tasche und kauft ein professionelles Gerät wie das getestete von Leica. Es bietet über eine eingebaute Kamera ein Videobild mit Zoomfunktion auf der LCD-Anzeige und ein Fadenkreuz zum punktgenauen Anpeilen des gegenüberliegenden Messpunkts. Für den Hausgebrauch reichen aber auch weit günstigere Geräte. Denn meistens wird man in Innenräumen messen, wo die Lichtverhältnisse fast immer so sind, dass der Laserpunkt mit bloßem Auge gut zu sehen ist. Selbst einfache Geräte bieten neben der Distanzmessung auch Flächen-, Volumen- und Diagonalenberechnung. Mehr braucht man nicht unbedingt im Selbermacher-Alltag.

Laser-Entfernungsmesser

  1. © Selbermachen

    Leica. Preis etwa 325 Euro. **Positiv:** Sehr gute Lesbarkeit der Displayanzeige, auch bei Dunkelheit. Tasten und Gerät sehr ergonomisch. Sehr viele mathematische Funktionen. Viele Ausstattungsfeatures wie Zielsucher (Kamera), Winkelmesser, Timerfunktion. Speicherung der letzten zwanzig Messwerte. **Negativ:** Einschalten und messen mit einer Taste, Laser ist nach Einschalten sofort da. Untere Messgrenze bei höherem Wert als vom Hersteller angegeben. **Gesamturteil:** Sehr gut
  2. © Selbermachen

    Stanley. Preis etwa 200 Euro. **Positiv:** Sehr leichtes, ergonomisches Gerät. Tasten angenehm zu bedienen. **Negativ:** Tastaturbeschriftung ist schlecht zu erkennen. Ein und messen mit einer Taste, Laser ist nach Einschalten sofort da. Keine akustischen Signale bei Tastendruck und Messergebnis. Untere Messgrenze bei höherem Wert als vom Hersteller angegeben. **Gesamturteil:** Sehr gut
  3. © Selbermachen

    Bosch. Preis etwa 120 Euro. **Positiv:** Wenn Laser aktiv, steht dies im Display. Gute akustische Unterstützung bei Tastendruck und Messwertanzeige. Für jede Messfunktion eigene Taste. Deutlicher Sicherheitshinweis am Gerät. Laser nach dem Einschalten nicht sofort da. Aktivierung über Taste Messen. Untere Messgrenze entspricht exakt der Herstellerangabe. **Negativ:** Bei der Flächen-/Volumenberechnung wird der errechnete Wert relativ klein angezeigt. Tasten etwas klein, liegen dicht beieinander **Gesamturteil:** Gut
  4. © Selbermachen

    Toolcraft. Preis etwa 90 Euro. **Positiv:** Laser nach dem Einschalten nicht sofort da, Aktivierung über Messtaste. Speicherung von zehn Messwerten. Anzeige von Fehlercodes, mit der Anleitung definier- und behebbar. Wenn Laser aktiv, steht dies im Display. Untere Messgrenze bei kleinerem Wert als angegeben. **Negativ:** Bei der Flächen-/Volumenberechnung wird der errechnete Wert relativ klein angezeigt. Tasten etwas schwergängig, etwas verzögerte Reaktion. Maximale Messungenauigkeit größer als angegeben. **Gesamturteil:** Gut
  5. © Selbermachen

    Stabila. Preis etwa 230 Euro. **Positiv:** Sehr leichtes Gerät. Beleuchtetes Display, auch bei Dunkelheit gut abzulesen. Speicherung der letzten zehn Messwerte. Timer. **Negativ:** Ein und messen mit einer Taste, Laser ist nach Einschalten sofort da. Bei stark reflektierenden Flächen Fehlermeldung. Tasten liegen dicht beieinander, „tiefer gelegter“ Druckpunkt. Untere Messgrenze bei höherem Wert als vom Hersteller angegeben. Maximale Messungenauigkeit größer als angegeben. **Gesamturteil:** Gut
  6. © Selbermachen

    Skil. Preis etwa 160 Euro. **Positiv:** Gute akustische Unterstützung bei Tastendruck und Messwertanzeige. Beleuchtetes Display, auch bei Dunkelheit gut abzulesen. Laser nach dem Einschalten nicht sofort da, Aktivierung über Taste Messen. Untere Messgrenze etwas kleiner als angegebener Wert. **Negativ:** Unergonomisch, relativ breit, lang und schwer. Bei stark reflektierenden Flächen Fehlermeldung. Dauermessung nicht möglich. Maximale Messungenauigkeit größer als vom Hersteller angegeben. **Gesamturteil:** Gut
  7. © Selbermachen

    Einhell. Preis etwa 80 Euro. **Positiv:** Anzeige von Info-Nummern bei Fehlern, mit Hilfe der Anleitung definier- und behebbar. **Negativ:** Tasten ohne Druckpunkt, sehr weich zu drücken, keine optimale Reaktion. Ein und messen mit einer Taste: Laser ist nach Einschalten sofort da. Ergonomie des Geräts nicht optimal: glatt, rutschig. Keine akustischen Signale bei Tastendruck und Messergebnis. Bei stark reflektierenden Flächen Fehlermeldung. Untere Messgrenze bei höherem Wert als angegeben. **Gesamturteil:** Gut
  8. © Selbermachen

    KWB. Preis etwa 120 Euro. **Positiv:** Gute akustische Unterstützung bei Tastendruck und Messwertanzeige. Laser nach dem Einschalten nicht sofort da, Aktivierung über Taste Messen. **Negativ:** Unergonomisch, relativ breit, lang und schwer. Trotz Displaybeleuchtung (blau) kein guter Kontrast. Untere Messgrenze bei höherem Wert als vom Hersteller angegeben. Maximale Messungenauigkeit größer als vom Hersteller angegeben. **Gesamturteil:** Gut

Die im wahrsten Sinne des Wortes größten Unterschiede werden am Gehäuse deutlich. Man kann fast sagen, je günstiger das Gerät, desto größer ist es auch. Ausnahme unter unseren Test-Probanden ist das Bosch-Gerät mit seinen 11cm Länge. Obwohl es immerhin 3cm dick ist, wirkt es kompakt und liegt auch gut in kleinen Händen. Worauf man beim Kauf achten sollte, ist die maximale Messdistanz. Sie schwankt bei unseren Kandidaten laut Herstellerangabe auf der Verpackung zwischen 20 und 200 m. Die Praxiserfahrung aus der SELBERMACHEN-Redaktion spricht für ein Gerät, das mindestens bis zu 30 m weit messen kann. Das ist zwar in Innenräumen völlig unwichtig, aber wenn es doch mal in den Garten geht, dann sind 20 m schnell zu wenig.

Wer sich für einen Laser-Entfernungsmesser entscheidet, wird auch mit einem günstigen Gerät genau genug messen und zwar ohne auf dem Boden kriechen oder sich auf wackelige Trittgelegenheiten stellen zu müssen. Den Komfort einer „Radarpistole“ für den Hausgebrauch möchte man schon nach kurzer Zeit nicht mehr missen. Die Entscheidung, ob es das einfache Gerät für knapp 90 Euro, das Profimodell für 400 Euro oder eines aus der getesteten Mittelklasse sein soll, sollte man nach einem Blick ins Portemonnaie fällen und nachdem man es einmal in der Hand gehalten hat. Keines unserer Testgeräte ist schlechter als gut gewesen – jedenfalls da ist man schon mal auf der sicheren Seite.

Mit Laserlicht messen – technische Spielerei?

Beim Einkaufen im Baumarkt kommt man früher oder später an einer Promotionwand für Laserwerkzeug vorbei. Diese Technik ist erschwinglich geworden und auf dem Vormarsch in deutsche Werkzeugkisten – allen voran die Laser-Entfernungsmesser.

- Für den Preis von etwa 30 Zollstöcken kann man sich einen preisgünstigen Laserentfernungsmesser kaufen – die Batterien sind allerdings noch nicht mitgerechnet.

- Wie bei allen Akkugeräten muss die Stromversorgung vor Gebrauch immer kontrolliert werden, im Einsatz bietet das Gerät aber hohen Komfort.

- Ist das Laserlicht gefährlich? Nur wenn man direkt in den Laserstrahl schaut, können die Augen geschädigt werden. Bei richtigem Gebrauch ist das Licht harmlos.

- Wer meist kurze Distanzen zu messen hat, ist weiterhin mit Zollstock oder Bandmaß gut bedient. Doch schon wenn tapeziert wird, hilft ein Lasergerät beim Berechnen der benötigten Tapetenmenge.

Artikel aus selber machen Ausgabe 07/2012. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren