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Akkuschrauber

Profi-Akkuschrauber

Akkuschrauber gibt es schon für wenig Geld von vielen Billiggeräte- Herstellern aus Fernost, doch wer ein besonders leistungsfähiges Gerät sucht, greift besser zu Profimaschinen aus dem Fachhandel. Wir haben uns drei kleine Kraftprotze von Bosch, Festool und Flex angeschaut und sagen Ihnen, welcher der kompakten Schrauber sich für Ihren Einsatzbereich am besten eignet.

 
Akkuschrauber © Selbermachen
Akkuschrauber

Klein und handlich, ausdauernd und leistungsstark sollte der ideale Akkuschrauber sein. Wir haben nach entsprechenden Maschinen bei den Profigeräteherstellern gesucht und drei kompakte Akkuschrauber gefunden, die diesen Vorgaben entsprechen.

Zwei der Geräte, der Bosch GSR 10,8VLI und der Flex ALi 10,8, arbeiten mit den bei Elektrowerkzeugen noch relativ neuen Lithium-Ionen-Akkus mit 10,8 Volt. Den Festool C 12 gibt es mit konventionellen NiCd- oder NiMh-Akkus. Wir haben die Version C12CE-NCC45- Set getestet. Sie kommt mit zwei 12-Volt-NiCd-Akkupacks mit 1,3Amperestunden (Ah) Kapazität.

Auch die Maschinen von Bosch und Flex werden mit jeweils zwei 1,3-Ah-Akkus geliefert. Die beiden Maschinen mit Lithium-Ionen- Akku sind reine Akkuschrauber, auch wenn Bosch serienmäßig zwei Bohrer für die Bitaufnahme mitliefert und Flex seine Maschine sogar mit einem Schnellspannbohrfutter ausstattet. Zum Bohren eignen sich die beiden Geräte mit 1-Gang-Getriebe und Leerlaufdrehzahlen von zirka 500 pro Minute nicht wirklich. Anders ist es beim C 12 von Festool. Er ist ein vollwertiger Akku- Bohrschrauber und bohrt im zweiten Gang mit 1450 Umdrehungen pro Minute in Holz und Metall.

Dafür sind die beiden kleinen Akkuschrauber wesentlich leichter und handlicher. Mit einem Gewicht von nur 840 g ist der GSR 10,8V-LI am leichtesten. Der ALi 10,8 wiegt rund 200 g mehr. Das fällt in der Praxis kaum auf, denn beide Geräte liegen mit ihrem Mittelhandgriff sehr gut in der Hand. Allerdings fragt man sich, warum der Flex einen so langen Griff hat. Es ist schließlich nur zur Hälfte vom Akkupack ausgefüllt.

Der C12 von Festool ist mit 1,58 kg deutlich schwerer und größer. Wird der Schrauberbit direkt in die Spindel gesteckt, ist er dennoch kürzer als die beiden Wettbewerber. Sein großer Vorteil sind die FastFix-Vorsätze, die werkzeuglos montiert werden. Damit lässt sich zum Beispiel besser in Ecken und um Ecken herum schrauben. Mit dem nicht im Set enthaltenden Tiefenanschlag (89,23 Euro Aufpreis) wird die Maschine sogar zum Bauschrauber für schnelles Befestigen von Gipskartonplatten.

Auch dort, wo bei größerem Verschraubungen viel Kraft benötigt wird, kann der C 12 punkten. Mit 16,8 Nm im weichen Schraubfall bietet er einen wesentlich besseren Durchzug als die kleinen Akkuschrauber. Der Bosch muss mit 5,5 Nm auskommen und ist mit 6-mm- Schrauben eigentlich schon überfordert. Mit 8 Nm im weichen Schraubfall ist der Flex zwar etwas kräftiger, aber schon bei etwa 6 Nm setzt die Schutzelektronik für den Akku ein und lässt die Maschine in einer Art Impulsbetrieb ruckartig weiterlaufen. Im normalen Schraubbetrieb stört dies zwar wenig.

Wird aber immer das maximale Drehmoment gefordert, ist der Akku trotz Elektronik bald überhitzt und schaltet ab. Das passierte auch bei unserem Schraubversuch mit Schrauben in der Größe 5 x 80 mm. Nach nur 27 Schrauben war Schluss. Erst nach Abkühlen des Akkupacks schaffte der Flex sechs weitere Schrauben. Der GSR 10,8V-LI von Bosch drehte immerhin 36 Schrauben ein und beim Festool C 12 reichte ein Akkuladung für 59 Schrauben.

Einkaufstipp

  • Wenn Sie eine Maschine nur zum Schrauben benötigen, genügt ein reiner Akkuschrauber wie der GSR 10,8V-LI von Bosch oder der ALi 10,8 von Flex. Diese Geräte sind leicht und handlich. Sie eignen sich für die üblichen Schraubarbeiten bis etwa 5 mm Schraubendurchmesser.
  • Akku-Bohrschrauber, die auch zum Bohren eingesetzt werden können, sollten ein Zwei-Gang-Getriebe haben. Im ersten Gang bieten sie genügend Kraft zum Schrauben und im zweiten viel Tempo zum Bohren.
  • Die klassischen NiCd-Akkus gelten als robust und preiswert. Ihr Einsatz in Elektrowerkzeugen wird jedoch wegen des hochgiftigen Cadmiums vermutlich in wenigen Jahren verboten. Die teureren NiMh-Akkus sind für Heimwerker keine wirkliche Alternative. Lithium-Ionen-Akkus werden künftig die bisherigen Akkutechniken ersetzen. Noch steht ihr Einsatz in Elektrowerkzeugen am Anfang.

SELBER MACHEN 10/2007

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