Akkuschrauber der Profiklasse | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Kauftipps für Bohrschrauber

Akkuschrauber der Profiklasse

Akku-Bohrschrauber für Profis sind deutlich teurer als die üblichen Baumarktangebote. Sie bieten meist nicht nur bessere Ausstattungen und deutlich mehr Leistung, sondern sind auch wesentlich robuster und langlebiger. Lesen Sie, worauf Sie beim Kauf eines Akku-Bohrschraubers achten sollten.

 
Bosch Akku-Bohrschrauber © PR
Bosch Akku-Bohrschrauber

Akku-Bohrschrauber für Profis kosten oft mehrere hundert Euro. Was bieten sie dafür mehr als die billigen Heimwerkermodelle? Profischrauber sind für den täglichen Einsatz auf der Baustelle ausgelegt. Das heißt, die Maschinen sind oft wesentlich robuster und langlebiger. Bosch wirbt bei seinen blauen Akku-Bohrschraubern sogar damit, dass das Durashield-Gehäuse so stabil ist, dass die Maschine einen Sturz aus 2m Höhe ohne Probleme übersteht. Wichtiger noch ist aber die längere Lebensdauer der Profimaschinen. Motor und Getriebe sind oft besser und aufwendiger gelagert, um auch bei täglichem Einsatz mehrere Jahre zu überstehen. Manche Heimwerkergeräte sind nach einem 30-Stunden- Dauertest schon fast am Ende. Für den Gelegenheitsheimwerker sind 30 Betriebsstunden zwar schon fast eine Ewigkeit. Wer die Maschine jedoch beim Bauen oder Renovieren intensiv einsetzen will, tut gut daran, sich nach einem Akku-Bohrschrauber für den professionellen Einsatz umzusehen.

Hochleistungsmotor

Dewalt© PR Während Akku-Bohrschrauber für Heimwerker meist mit Standardmotoren ausgestattet sind, kommen bei den Profischraubern oft spezielle, für diese Anwendungen entwickelte Hochleistungsmotoren zum Einsatz. Sie haben ein höheres Drehmoment als die Antriebe der Heimwerkermodelle. Erkennbar sind die kräftigeren Motoren oft an großzügigeren Lüftungsöffnungen im Gehäuse. Eine Besonderheit sind bürstenlose Gleichstrommotoren, wie sie Festool, aber auch Hitachi und Panasonic einsetzen. Da sie keine Kohlebürsten haben, arbeiten sie nahezu verschleißfrei und haben einen deutlich höheren Wirkungsgrad.

Getriebe

Billige Akku-Bohrschrauber sind oft nur mit einem Ein-Gang-Geriebe ausgestattet. Die Folge ist: Die Maschinen sind zum Schrauben ziemlich schwach und zum Bohren zu langsam. Zwei-Gang-Getriebe gehören bei den Profischraubern zur Standardausstattung. Es gibt mittlerweile sogar Maschinen mit drei und vier Gängen. Die feinere Abstufung des Getriebes ermöglicht es, die Motorkraft den jeweiligen Anforderungen gezielter anzupassen.

Drehmomentvorwahl

Hilti© PR Bei den meisten Akku-Bohrschraubern ermöglicht eine Rutschkupplung, die mit einer Feder vorgespannt wird, das Einstellen eines gewünschten Drehmoments, das bei Serienverschraubungen möglichst eingehalten werden soll. Soweit die Theorie. In der Praxis funktioniert dies doch oft unbefriedigend. Zum einen wirkt diese Drehmomentvorwahl nur in der unteren Hälfte des überhaupt zur Verfügung stehenden Drehmo- ments, zum anderen ist die Wiederholgenauigkeit oft relativ ungenau. Wenn es dann ohnehin nur fünf Einstellstufen gibt, ist die Drehmomentvorwahl kaum brauchbar. Alternative ist die elektronisch einstellbare Drehmomentvor wahl, die zum Beispiel Festool anbietet, oder die Lösung von Metabo, die bei den neuen Akku-Bohrschraubermodellen die Rutschkupplung zwischen Motor und Getriebe bauen und so einen wesentlich größeren Regelbereich erzielen.

Werkzeugaufnahme

Einhülsige Schnellspann-Bohrfutter mit automatischer Spindelarretierung sind heute Standard bei der Bohrfutter-Ausstattung. Sie ermöglichen einen schnellen und komfortablen Wechsel der Einsatzwerkzeuge wie Bohrer oder Bits. Auswechselbare Werkzeugaufnahmen und Schnellwechselfutter gibt es bisher nur bei einigen wenigen Profimaschinen.

Handgriff

Panasonic© PR Der Griff eines Akku-Bohrschraubers sollte möglichst schlank und griffig sein. Wirklich dünne Schraubergriffe gibt es eigentlich erst, seitdem die Akkupacks so gestaltet sind, dass sie nicht mehr mit einer Zelle in den Griff geschoben werden. Für die Griffigkeit sorgt eine rauere Kunststoffoberfläche oder eine Softgrip-Auflage aus einem gummiartigen Material. Zusatzhandgriffe sind nur bei besonders kräftigen Maschinen üblich.

Schalter

Mit dem Elektronikschalter sollte sich die Geschwindigkeit der Maschine feinfühlig steuern lassen. Achten Sie darauf, dass der Umschalter für den Rechts-Links-Lauf so platziert ist, dass er sich jederzeit leicht bedienen lässt, aber nicht beim Greifen der Maschine oder dem Gasgeben aus Versehen mit betätigt wird. Auch der Schalter für die Wahl der Gänge sollte sich immer leicht bedienen lassen. Der Stellring für die Drehmomentvorwahl muss sich leicht einstellen und gut ablesen lassen, damit die gewählten Positionen schnell wiedergefunden werden können.

Akkutechnik

Makita© PR Mittlerweile haben fast alle Hersteller von Akkuwerkzeugen Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus in Ihrem Programm. Diese Akkutechnik löst die bisherigen Nickelakkus ab. Zwar werden nur Nickel-Cadmium-Akkus wegen des hochgiftigen Schwermetalls Cadmium in absehbarer Zeit verboten. Aber auch NiMH-Akkus werden bald wohl nur noch ein Randdasein führen. Wer heute eine Maschine mit zukunftssicherer Akkutechnik sucht, setzt auf Lithium-Ionen-Akkus. Sie sind bei gleicher Ka- pazität leichter und kleiner als Nickelakkus, haben keinen Memory-Effekt und nur eine sehr geringe Selbstentladung. Allerdings unterscheiden sich die verwendeten Akkutypen je nach Hersteller und Baureihe. Bei Profimaschinen kommen oft hochwertigere Litium-Ionen- Zellen zum Einsatz. Wichtig für einen sicheren Betrieb und ein langes Leben der Lithium-Ionen-Akkuzellen ist der Schutz vor Überladung, Tiefentladung, Überlastung und zu hoher Temperatur. Dies haben die Hersteller unterschiedlich gelöst. Einige bauen die Schutzelektronik in die Maschine, andere in den Akkupack. Ein Einzelzellenschutz ist die sicherste Lösung für die Akkuzellen. Achten Sie auch auf die Kapazität der verwendeten Akkupacks. Die von den meisten Herstellern im Profibereich benutzen Zellen haben eine Kapazität von 1,3 Ah. Für Akkupacks mit 2,6 Ah werden dann immer zwei Akkuzellen paral- lel angeschlossen. Entsprechend größer und schwerer sind diese Akkupacks dann aber auch.

Ladegerät

Akku-Bohrschrauber für die Profis sind oft nicht nur mit zwei Akkupacks, sondern auch mit einem leistungsfähigen Ladegerät ausgestattet, das einen leeren Akkupack in zirka 30 bis 60 Minuten wieder vollständig auflädt. Zusammen mit dem Wechselakku kann man dann nahezu unterbrechungslos arbeiten.

Zubehör

Achten Sie beim Werkzeugkauf auch auf das angebotene Zubehör, neben einem Transportkoffer für die Maschine und einem Schrauberbit, lässt sich bei vielen Fachhändlern auch noch ein Bohrer- oder Bitset, das man ohnehin braucht, heraushandeln.

Artikel aus selber machen Ausgabe 03/2012. Jetzt abonnieren!
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