Eben, maßgenau und glatt – gehobelte Oberflächen

Eben, maßgenau und glatt – gehobelte Oberflächen

Das traditionelle Werkzeug der Tischler ist der Hobel. Er hat in der ursprüng­lichen Form seinen Platz in der Werkstatt behauptet.

 
Die Hobelführung will gelernt sein, damit ein solch sauberes Arbeiten garantiert ist.  © Chris Lambertsen
Die Hobelführung will gelernt sein, damit ein solch sauberes Arbeiten garantiert ist.

Es sieht so einfach aus, aber schon die Führung des Hobels will gelernt sein. Da­mit der Oberkörper mitgehen kann, steht man seitlich zum Werkstück. Der Arbeitsdruck liegt beim Ansetzen auf dem vorderen Teil, am Ende der Bewegung auf dem Rückteil des Hobels. Es wird mit der Fa­serrichtung gehobelt.

Ist das Hobeleisen richtig eingestellt und die Bewegung zügig und mit gleichmäßigem Druck ausgeführt, bilden sich lange, dünne Späne. Die Einstellung erfolgt durch einen Schlag auf den Schlagknopf an der Rückseite des Hobels beim Zurücknehmen des Eisens.

Durch Schläge auf das Hobeleisen wird es vorgestellt. Je weiter das Eisen vorgestellt wird, desto dicker wird der Span. Inzwischen gibt es Hobel, an denen die Ein­stellung mit einem Einstellrad wesentlich ein­facher ist.

Der Schrupphobel

Zum Abhobeln dicker Holzschichten und starker Unebenheiten ist der Schrupphobel mit seinem bogenförmig geschliffenem Messer am besten geeignet. Die Fläche wird dann mit dem Schlichthobel oder der Rauhbank geebnet. Damit nimmt man noch relativ dicke Späne ab.

Für die Feinarbeiten und zum Bestoßen von Hirn­holzkanten gibt es den Putzhobel, mit dem saubere und ausrissfreie Flächen entstehen. Das Hobeleisen muß immer scharf sein. Weist es kleine Scharten auf, kann man es mit dem Abziehstein nachschleifen. Ein neuer Anschliff ist ohne Übung und entsprechende Vorrichtungen schwierig. Hier hilft ein zweites Eisen, das man zum Schärfdienst geben kann.

©Chris Lambertsen

Dünne, lange, gelockte Späne entstehen beim richtigen Hobeln.

©Chris Lambertsen

Das Hobeleisen liegt bei richtiger Einstellung parallel zum Hobelmaul. Die Spandicke wird durch leichte Schläge auf das Eisen oder beim Lösen auf den Schlagknopf reguliert.

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Die Beilage aus Abfallholz wird mit Zwingen an das Werkstück gespannt und verbreitert die Auflagefläche für den Hobel. Bei schmalen Kanten ist kippfreies Arbeiten möglich.

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Beim Bestoßen von Hirnholzkanten besteht die Gefahr des Absplitterns. Das kann man durch an beiden Seiten vorgespannte Restholzstücke verhindern.

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Die Rauhbank ist mit ihrer großen Länge besonders gut zum Bearbeiten langer Flächen und Kanten geeignet. Die normale Rauhbank ist 60 cm lang, die Kurzausführung 48 cm.

TEXT:Peter-Michael Stange; FOTO: Chris Lambertsen
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