Mit Schnittlinien-Laser

Kappsägen im Test

Ob rechtwinklig, auf Gehrung oder ein schwieriger Schifterschnitt – Kappsägen schneiden jeden Winkel ganz genau. Wir haben vier Kappsägen mit praktischem Schnittlinien-Laser getestet.

 
Kappsägen im Test © Selbermachen
Diese Kappsägen haben wir getestet

Sie gehören in jeder Schreinerei zur Grundausstattung, doch bei uns Selbermachern sind Kapp-und-Gehrungs-Sägen eher selten im Bestand zu finden. Dabei sind sie die Meister des sauberen Winkelschnitts und müssen kaum mehr kosten als eine gute Bohrmaschine. Kombiniert mit einer Zugfunktion nehmen es diese Sägen mit jeder Art Brettern, Bohlen und Kanthölzern auf.

Zum Alleskönner in ihrem Bereich werden Kappsägen aber erst durch die horizontale und vertikale Verstellbarkeit des Sägeblatts. So sind rechtwinklige Schnitte ein Kinderspiel, Gehrungsschnitte ein leichte Übung und selbst sogenannte Schifterschnitte, also Gehrungen in zwei Ebenen, problemlos möglich. Wie immer sind es die Details, die Spreu und Weizen trennen. So wundert es nicht, dass die preisgünstigste Kappsäge hier die meisten Schwächen aufwies, die professionellste, aber auch mit Abstand teuerste Säge keine Wünsche offenließ.

Ein wesentliches Merkmal ist natürlich die Genauigkeit der Winkeleinstellung. Große, gut ablesbare Skalen mit einer exakt justierten Anzeigemarke garantieren genaue Winkelschnitte. Ist die Skala zu klein oder so angebracht, dass man sie schlecht ablesen kann, ist ein guter Winkelschnitt eher Zufall.

Das gilt auch für die mitgelieferten Sägeblätter. Man kann sagen: Je teurer die Kappsäge, desto mehr Zähne hat das Sägeblatt. Ein Vielzahnblatt schneidet bekanntlich sauberer und mit weniger Ausriss als eines mit wenigen Zähnen. Wer sich also zum Kauf einer preisgünstigen Säge entschließt, sollte gleich ein gutes Sägeblatt einkalkulieren.

Auffällig waren Ähnlichkeiten von Bedienelementen an den Kappsägen. Außer bei der Festool-Kappsäge waren beispielsweise die Arretierknöpfe für den Sägeknopf identisch konstruiert, und die Entriegelung der Schutzhaube ist bei Metabo und Einhell gleich. Das lässt vermuten, dass hier Teile aus derselben Produktionsstätte verwendet werden. Letztlich zählen aber Verarbeitung und Ausstattung, die mit steigendem Preis auch deutlich besser werden.

Kappsäge im Test: Wie viel Säge braucht man?

Welche Säge in die heimische Werkstatt wandert und wie viel Geld man dafür anlegt, entscheiden die Einsatzhäufigkeit und der Zweck, für den man die Säge braucht.

  • Wer nur gelegentlich mal ein paar Bretter rechtwinklig abschneiden will, der kommt mit einer preisgünstigen Säge gut zurecht. Sinnvoll ist es, noch ein besseres Sägeblatt zu kaufen, um auch in beschichtetem Material ausrissfreie Schnitte zu machen.
  • Für durchschnittliche Selbermacher lohnt die Anschaffung einer „Mittelklasse- Säge“, denn hier garantieren Verarbeitung und Grundausstattung lange Zeit Spaß am Arbeiten mit dem Werkzeug.
  • Die Profiklasse ist nur etwas für ganz ambitionierte Anwender und für Liebhaber. Das hat zwar seinen Preis, lässt aber auch keine Wünsche offen.

Kappsägen: So haben wir getestet

Die Redaktion beschaffte vier Geräte, die im unabhängigen PZT-Prüflabor verschiedenen Leistungsmessungen unterzogen wurden. Zusätzlich beurteilten die Tester die Sägeleistungen und -qualität in Weich- und Hartholz sowie in Laminatbodendielen. Beurteilt wurden die Schnittwinkel, die Schnittflächen und die Schnittkanten. Nach den Laborprüfungen haben drei Bauhandwerker in einem Dauertest einen Prüfkatalog abgearbeitet, um die Belastbarkeit der Motoren zu testen – was alle Maschinen überstanden haben.

  1. © Lambertsen

    Im Schallraum wurde die Lautstärke der Sägen getestet. Dabei wurde das Prüfmikrofon etwa auf Bediener-Ohrhöhe justiert. Der Schalldruckpegel wurde, sofern einstellbar, bei minimaler und maximaler Leerlaufdrehzahl gemessen.
  2. © Lambertsen

    Auch die Messung des Energieverbrauchs gehörte zum Testumfang: Die elektrische Leistung wurde durch 5 Sek. Leerlauf der Säge und 5 Sek. Sägen in Prüfstücken aus Buchenholz ermittelt.
  3. © Lambertsen

    Drei Tester haben im Prüflabor die Handhabung der Maschinen nach festen Prüfkriterien beurteilt. Dazu gehörten Funktionen wie Laser- und Spannvorrichtungen oder auch die Wirksamkeit der Staubabführung.

Kappsäge Festool Kapex KS120E

Festool© PRPositiv: Durchgängig sehr gut im Praxistest, senkrechter Griff für Links- und Rechtshänder geeignet, Anordnung von Entsicherung und Schalter verhindert unbeabsichtigtes Einschalten, große Winkelskalen, Doppellaser markiert die Schnittbreite in jeder Winkeleinstellung, Motor läuft sanft an.

Negativ: Schweres Gerät, Laserlichtlinie bei Tageslicht nur schwach erkennbar.

Preis: etwa 1270 Euro

Gesamturteil: Sehr gut

Kappsäge Bosch PCM8S

Bosch© PRPositiv: Praxistest, schnell verstellbare Spannvorrichtung, Anschlag an linker Tischverlängerung und Auflage in rechter Verlängerung, gut erkennbare Skalen und Markierung der gebräuchlichsten Winkel.

Negativ: Spanabsaugung unzureichend, hoher Federdruck beim Absenken zu überwinden, bei Tageslicht schwach erkennbarer Laser markiert nur senkrechte Schnitte.

Preis: etwa 380 Euro

Gesamturteil: Gut

Kappsäge Metabo KGS216

Metabo© PRPositiv: Ausziehbare Tischverlängerung mit integriertem Anschlag, leichtes Gerät, das gut zu transportieren ist, relativ kleine Skala für den Kippwinkel, jedoch mit Markierung der gebräuchlichsten Winkel.

Negativ: Schnittqualität mit mitgeliefertem Sägeblatt nur für grobe Zuschnitte, starker Rückschlag beim Motoranlauf, Laser ist bei Tageslicht schwach erkennbar und markiert nur senkrechte Schnitte.

Preis: etwa 180 Euro

Gesamturteil: Befriedigend

Kappsäge Einhell KGSZ3050

Einhell© PRPositiv: Weitausladende Tischverlängerung, leichtes und ohne Tischverlängerung gut transportierbares Gerät.

Negativ: Nur grobes Sägeblatt im Lieferumfang, Laser am festen Teil der Zugführung montiert und relativ weit weg vom Werkstück sowie bei Tageslicht nicht erkennbar, Laser markiert nur senkrechte Schnitte, Skala fürs Sägeblattkippen ist sehr klein und schwer ablesbar.

Preis: etwa 140 Euro

Gesamturteil: Befriedigend

Kappsägen im Test – Was aufgefallen ist:

  • Gut markiert: Ein Schnittlinien-Laser ist praktisch, denn damit lässt sich das Werkstück kinderleicht ausrichten – wenn der Laser gut sichtbar und seitlich oder beidseitig des Sägeblatts exakt justiert ist. Eine schwächer werdende und schräg laufende Laserlinie hilft aber wenig.
  • Neigungsmesser: Das Bravourstück der Kapp-und-Gehrungs-Zugsägen sind „Schifterschnitte“, gleichzeitig horizontal und vertikal gesägte Gehrungen. Dafür wird die Säge seitlich gekippt, wobei eine Gradskala den Winkel zeigt. Nicht bei jedem Gerät ist sie gut ables- und einstellbar.
  • Verwandte: Drei der Testkandidaten haben auffällig ähnliche Bedienelemente, was vermuten lässt, dass sie aus derselben Produktionsanlage stammen. Letztlich unterscheidet sie die Ausstattung und die Verarbeitung, was man beispielsweise an Lackierung und Gehäuse sieht.
  • Klare Herkunft: Wo ein Gerät produziert wurde, verrät oft das beiliegende Zubehör. Manche Batterien kommen eindeutig aus Fernost, auch die Qualität des Batteriefachs lässt darauf schließen.
  • Licht im Dunkeln: Ein Arbeitsplatz sollte zwar immer gut beleuchtet sein, doch eine zusätzliche Schnittstellenausleuchtung kann besonders bei Montagen (Fußboden legen) hilfreich sein.
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