Paneelsägen: Unter der Lupe | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Kreissägen

Paneelsägen: Unter der Lupe

Paneelsägen können mehr als einfache Kapp-und-Gehrungs-Sägen. Durch die zusätzliche Zugeinrichtung schneiden sie nicht nur Kanthölzer und Profilbretter, sondern haben mehr Schnittkapazität zum Kappen breiterer Paneele, die beim Innenausbau immer beliebter werden.

 
Paneelsäge © Selbermachen
Paneelsäge

Darf es auch ein bisschen mehr sein? Was an der Käsetheke eine Selbstverständlichkeit ist, kann beim Werkzeugkauf ein teures Vergnügen sein: Kapp-und-Gehrungs-Sägen gibt es beim Discounter für 50 Euro, ein Markenprodukt kommt leicht auf das Zehnfache. Worauf also muss man beim Kauf achten?

Paneelsägen sind so etwas wie die Alleskönner auf dem Bau. Sie dienen zum Kürzen und Gehrungschneiden von Balken, Profilhölzern, Paneelen und Fuß- oder Bilderrahmenleisten. Sie bestehen wie Kapp-und-Gehrungs-Sägen aus einer Motoreinheit mit Sägeblatt, die von oben in das zu schneidende Material hinabgesenkt wird. Für Schrägschnitte lässt sich der Drehteller des Auflagetisches verstellen. Für Neigungsschnitte kann die Motoreinheit zur Seite gekippt werden. Doppelgehrungsschnitte lassen sich durch Ausnutzung dieser beiden Verstellmöglichkeiten anfertigen. Im Unterschied zur einfachen Kapp-und-Gehrungs-Säge haben Paneelsägen einen zusätzlichen Auszug, der das Schneiden breiterer Werkstücke bei gleicher Sägeblattgröße ermöglicht.

Drehtisch Unterseite© Selbermachen

Drehtisch

Für präzise Schnitte in allen Situationen müssen Paneelsägen solide konstruiert sein, denn selbst bei doppelter Verstellung darf nichts wackeln. Basis aller Paneelsägen ist ein standfester Tisch mit einem Drehteller, der sich leicht verstellen und in den wichtigsten Winkelpositionen, zum Beispiel bei 0°, 15°, 22,5°, 30°, 45° und 90°, schnell arretieren lässt. Nützlich ist es, wenn sich die Skalen für präzises Arbeiten justieren lassen.

Auszug© Selbermachen

Auszug

Die Zugeinrichtung der Maschine sorgt für höhere Schnittkapazität. Damit die Sägequalität nicht auf der Strecke bleibt, muss sie sich leicht und ruckfrei bedienen lassen. Staubgeschützte Lager garantieren eine längere Lebensdauer der Maschine.

Neigungsverstellung© Selbermachen

Neigungsverstellung

Jetzt wird es bei vielen Maschinen kompliziert. Muss der Sägekopf für Neigungsschnitte oder Doppelgehrungsschnitte (Schifterschnitte) zusätzlich zur Seite gekippt werden, wird die meist nur von hinten zugängliche Arretierung des Kippmechanismus gelöst und die entsprechende Neigung präzise eingestellt. Probieren Sie dies am besten mal bei Ihren Wunschkandidaten vor dem Kauf aus. So können Sie feststellen, ob Sie mit der Bedienung zurechtkommen.

Winkelpositionen© Selbermachen

Schnittkapazität

Die Herstellerangaben für Schnitttiefe und -breite beziehen sich in der Regel auf ein Beispielwerkstück mit einem rechteckigen Querschnitt. Wird das Maß in einer Dimension nicht vollständig ausgenutzt, kann das Werkstück in der anderen meist noch etwas größer sein. Wer Kanthölzer mit quadratischem Querschnitt kappen will, muss die Herstellerangaben aber etwas reduzieren. Auch bei Gehrungs- und Neigungsschnitten verringern sich die Angaben entsprechend dem Schnittwinkel.

Der Regler© Selbermachen

Elektronik

Eine Elektronik ermöglicht bei einigen Paneelsägen eine Anpassung der Schnittgeschwindigkeit an wärmeempfindliche Materialien, zum Beispiel Kunststoffe. Oft ist sie auch noch verbunden mit einem elektronischen Überlastungsschutz. Zum Sägen von Holz und Holzwerkstoffen ist die Elektronik in Paneelsägen eigentlich überflüssig.

Sägeblattwechsel© Selbermachen

Sägeblattwechsel

Auch wenn man bei einer Paneelsäge nicht dauernd das Sägeblatt wechselt, sollten Sie sich anschauen, wie dies vonstatten geht. Eine Spindelarretierung zum Fixieren des Sägeblatts beim Öffnen der Verschraubung ist bei den meisten Maschinen Standard. Lässt sich das Sägeblatt leicht herausnehmen und wieder einsetzen? Achten Sie auch auf die Qualität des Sägeblatts. Es sollte nicht irgendein Kreissägeblatt, sondern eins für Kapp-und-Gehrungs-Sägen mit vielen Hartmetall-Wechselzähnen sein.

Transport mit Griffmulde© Selbermachen

Handgriff

Sind alle Einstellungen an der Maschine vorgenommen, kann es endlich ans Sägen gehen. Entriegeln Sie die Säge, und senken Sie sie mit noch stehendem Motor ab, um zu überprüfen, dass das Sägeblatt weder Anschlagschiene, Schraubzwingen noch sonstige Maschinenteile berührt – eine Trockenübung, die Sie auch gut vor dem Kauf der Maschine machen können. Kontrollieren Sie dabei, ob sich die Schutzhaube richtig öffnet und wieder schließt.

Ist das nicht der Fall oder kommen bei der Bedienung Unsicherheiten auf, ist es vermutlich nicht die richtige Maschine für Sie. Ist die Maschine angeschlossen, führen Sie am besten ein paar Probeschnitte durch. Vorsicht mit der linken Hand! Sie muss sich außerhalb des Schnittbereichs befinden.

Motor

Achten Sie auf einen leistungsstarken Motor, der Ihre Anforderungen erfüllt. Die meisten Paneelsägen haben eine Nennaufaufnahme zwischen 1000 und 2000 Watt. Doch steht dies meist nur auf dem Papier. In Wirklichkeit kann der 1900-Watt-Motor schwächer sein als der mit 1500 Watt. Einige Maschinen sind mit einer Motorbremse ausgestattet, die beim Ausschalten das Sägeblatt in kürzester Zeit zum Stillstand bringt. Das ist ein zusätzlicher Schutz, um Schnittverletzungen zu vermeiden und Material zu schonen. Ein Sicherheitsmerkmal, das Sie nicht unterschätzen sollten und Ihnen nicht erst nach einem Unfall besonders wichtig sein sollte.

Anschläge

Die Anschläge der Paneelsäge sind beweglich, so dass Sie sie nach Ihren Wünschen einstellen können. Achten Sie vor allem bei Neigungsschnitten darauf, dass Sie nicht im Sägebereich stehen.

Werkstücke fixieren

Für genaue Schnitte müssen Kanthölzer, Profilbretter oder Paneele exakt ausgerichtet und auf dem Sägetisch sicher fixiert werden. Hilfreich bei langen Werkstücken ist es, wenn sich der Tisch verbreitern lässt. Besonders praktisch sind passende Untergestelle mit ausziehbaren Werkstückauflagen, die einige Hersteller als Zubehör anbieten. Eine Schraubklemme zum Fixieren der Werkstücke gehört bei vielen Herstellern schon zum Serienzubehör.

Absaugung

Eine Spanabsaugung ist für sauberes Sägen notwendig. Der Anschluss eines Werkstattsaugers ist wesentlich effektiver als ein Staubbeutel. Er sollte nicht nur das Maschinengehäuse absaugen, sondern auch die Grundplatte. Ein Adapter zum Verbinden beider Anschlüsse sollte vorhanden sein.

Artikel aus selber machen Ausgabe 08/2011. Jetzt abonnieren!
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