Dachboden selbst ausbauen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Wände und Boden

Dachboden selbst ausbauen

Unser Dachausbau in Husum geht unaufhaltsam weiter. Die äußere Hülle ist dicht, nun sollen die Zwischenwände und der Estrich samt Fußbodenheizung aus einer durchgehenden Etage echte Räume werden lassen. Aber nicht alle Gewerke dabei sind wirklich Selbermacher-tauglich . . .

 
Runde Wand fürs Dachgeschoss © Selbermachen
Runde Wand fürs Dachgeschoss

Wände stellen im Akkord

Langsam geht’s ans Eingemachte, und das besteht bei unserem Dachgeschoss aus den Zwischenwänden aus Metallständerwerk mit Gipskartonplatten und dem Estrich inklusive einer Warmwasser- Fußbodenheizung. So verwandelt sich ein ursprünglich nur eingedeckter Dachstuhl peu à peu in eine richtige kleine Wohnung. Dabei gebührt der von uns gewählten Reihenfolge der Gewerke etwas Aufmerksamkeit. Denn wir stellten zuerst die Wände auf und ließen dann den Estrich vom Profi einbauen.

Der Grund: Auf diese Weise sind die Wände schalltechnisch komplett vom Estrich entkoppelt, der unvermeidliche Trittschall wird also nur minimal in den Baukörper und damit ins Erdgeschoss übertragen. Voraussetzung dafür ist ein schwimmender Estrich, der durch Polystyrolschichten vom Unterboden und den Wänden getrennt ist. Das Gleiche gilt auch für alle Metallprofile, die direkten Kontakt zu Boden, Drempel oder Decke haben: Auch die müssen durch ein zum Knauf-System gehörendes, isolierendes Klebeband entkoppelt werden.

Dachausbau Wände

  1. Schritt 1Schritt 1© Selbermachen

    Schritt 1

    Alle Profile, die Drempel, Boden oder Decke berühren, werden mit einem Klebeband versehen. Das entkoppelt die Bauteile schalltechnisch
  2. Schritt 2Schritt 2© Selbermachen

    Schritt 2

    Die Bodenprofile verlaufen natürlich nach dem Grundrissplan und werden einfach durchs Blech am Boden verschraubt.
  3. Schritt 3Schritt 3© Selbermachen

    Schritt 3

    Das erste Wandprofil wird lotrecht am Drempel fixiert, und zwar mit Gipskartondübeln.
  4. Schritt 4Schritt 4© Selbermachen

    Schritt 4

    Die Deckenprofile liegen exakt im Lot über den Bodenprofilen. Die senkrechten Wandprofile schneidet man 1 cm kürzer als Deckenhöhe – so lassen sie sich leichter einstellen.
  5. Schritt 5Schritt 5© Selbermachen

    Schritt 5

    Jeweils zwei Türprofile und ein Sturz müssen vormontiert werden, bevor man sie ins Bodenund Deckenprofil einschiebt. Die Türprofile sind quasi verstärkte Wandprofile.
  6. Schritt 6Schritt 6© Selbermachen

    Schritt 6

    Oben und unten sind die Türprofile durch Stahlwinkel fixiert, weil hier das Verbinden mit der Krimperzange nicht funktioniert
  7. Schritt 7Schritt 7© Selbermachen

    Schritt 7

    Der Türsturz wird waagerecht ausgerichtet und provisorisch mit Klebeband befestigt.
  8. Schritt 8Schritt 8© Selbermachen

    Schritt 8

    Es folgt die Beplankung der ersten Wandseite mit Gipskartonplatten, dann wird. . .
  9. Schritt 9Schritt 9© Selbermachen

    Schritt 9

    . . . der Hohlraum mit Schalldämmmatten gefüllt.
  10. Schritt 10Schritt 10© Selbermachen

    Schritt 10

    Die genaue Lage und der Verlauf der geschwungenen Wand wird auf den Boden aufgezeichnet. Für die Bögen schlägt man mit einer am vorher ausgerechneten Kreismittelpunkt fixierten Latte zwei Kreissegmente, Mindestradius: 125 cm, besser mehr! Dabei reißt man nicht die Profilaußenkanten auf, sondern die Wandachse – das ist leichter.
  11. schritt 11schritt 11© Selbermachen

    schritt 11

    Das Sinus-Bodenprofil wird gemäß dem Aufriss in Form gebogen. Die schmalen Bodenbleche im Profil muss man dazu alle aufbiegen.
  12. schritt 12schritt 12© Selbermachen

    schritt 12

    Die gebogenen Glieder des Profils fixiert man an den beiden äußeren, durchlaufenden Blechbändern mit der Krimperzange. So wird das ganze Profil wieder steif. Über diese Bänder können auch zwei Profile in der Länge miteinander verbunden werden.
  13. Schritt 13Schritt 13© Selbermachen

    Schritt 13

    Per Holzschrauben wird das Profil am Boden fixiert, bei vorher eingebautem Estrich verwendet man Dübel plus Schraube.
  14. Schritt 14Schritt 14© Selbermachen

    Schritt 14

    Das Gegenstück des Profils für die Decke legt man verkehrt herum in das Bodenprofil und biegt es deckungsgleich zurecht. Dann werden die Glieder mit den Blechbändern verkrimpert.
  15. Schritt 15Schritt 15© Selbermachen

    Schritt 15

    Mit dem Senklot werden die Endpunkte und am besten auch die Scheitelpunkte der Bögen vom Boden zur Decke hochgelotet.
  16. Schritt 16Schritt 16© Selbermachen

    Schritt 16

    Mindestens zwei Leute braucht es, um das Deckenprofil exakt an die Decke zu halten und dann die Bohrpunkte für die Gipskartondübel zu markieren. Mindestens alle 50 cm sollte ein Dübel gesetzt werden.
  17. Schritt 17Schritt 17© Selbermachen

    Schritt 17

    Sind Boden- und Deckenprofil montiert, ist der Rest Routine: Die CW-Profile auf Deckenhöhe minus 1 cm schneiden, auf maximal 30 cm Abstand einstellen und per Krimperzange fixieren.
  18. Schritt 18Schritt 18© Selbermachen

    Schritt 18

    Die Gipskartonplatten, die um die Profile gebogen werden sollen, müssen auf der Rückseite vollflächig angefeuchtet werden. Am besten gelingt das mit einer Sprühflasche. Unser Tipp: Nach dem Anfeuchten lässt man die Platten zwischen zwei Böcken leicht durchhängen. Die Plattenrückseite soll auch während des Biegens immer leicht angefeuchtet sein. Vorsicht: Zu viel Wasser weicht den Karton auf, die Platte bricht.
  19. Schritt 19Schritt 19© Selbermachen

    Schritt 19

    Begonnen wird beim Biegen der Platte an der Giebelwand, und dort wird auch begonnen, sie an den Profilen festzuschrauben. Der zweite Mann muss die Platte ganz vorsichtig und nur millimeterweise weiter um die Profile ziehen. Das kann schon mal ein paar Minuten dauern, bis man die nächsten Schrauben setzen kann.
  20. Schritt 20Schritt 20© Selbermachen

    Schritt 20

    Sind alle Platten gebogen und auf beiden Seiten verschraubt (Wanddämmung zwischen den Profilen nicht vergessen!), wird noch die Stirnkantenplatte angesetzt und ebenfalls verschraubt. An den beiden Ecken wird provisorisch jeweils eine Kantenschutzleiste aus Metall angetackert, die später mit Uniflott großzügig eingespachtelt wird. Apropos Spachteln: Beim Verschrauben der Platten können an den Fugen kleine Unregelmäßigkeiten in der Rundung und an den Kanten entstehen. Das kann man beim Verfugen mit Uniflott dadurch kaschieren, dass die Masse etwas großflächiger aufgezogen wird, um die Kanten darunter verschwinden zu lassen.

Die gebogene Wand bringt Schwung in die Bude

Weil in unserem Falle die Deckenhöhe mit 2,4 m kürzer als die Länge der Gipskartonplatten ist, haben wir uns entschieden, die Platten senkrecht einzubauen. Dann hat man nämlich nur einen Zuschnitt pro Platte, und die Arbeit geht zügiger voran. Wichtig: In diesem Falle stellen Sie die senkrechten CW-Profile auf einen Achsabstand von 30 cm, damit die Plattenstöße immer schön mittig darauf liegen.

Eine Besonderheit haben wir uns für den Flur ausgedacht – eine gegenläufig geschwungene Wand. Auch für solch exotische Gestaltungsideen hat Knauf eine Lösung im Programm, das „Sinus“-Profil. Dabei handelt es sich um ein Metallprofil, das auf ganzer Länge einzelne Glieder aufweist, die leicht gegeneinander verschwenkt werden können. Hat man das Profil anhand des Aufrisses auf dem Boden in Form gebogen, werden die Glieder mit der Krimperzange an einem durchlaufenden Metallband fixiert. Wichtig: Boden- und Decken-„Sinus“- Profil müssen deckungsgleich sein!

Der Trick und vor allem die große Herausforderung bei einer geschwungenen Wand ist es, die 12,5 mm dicken Gipskartonplatten bruchfrei um die Rundung zu biegen. Das geht tatsächlich! Aber das geht nur, wenn erstens der Radius der Rundung mindestens 125 cm (besser größer) beträgt, und wenn zweitens die Rückseite der Platten vor dem Biegen mit etwas Wasser aus der Sprühflasche angefeuchtet wird. Nach einigen Versuchen und gebrochenen Platten hatte sich auch unsere Idee bewährt, die 2,6-m-Platten auf zwei weit auseinander stehende Böcke zu legen und sie mit feuchtem Rücken über Nacht von selbst vorbiegen zu lassen.

Trotz all dieser Tricks ist beim Biegen und Sprühen vor allem Geduld gefragt, weil die Platten nur millimeterweise an die Profile herangedrückt und verschraubt werden können. Die Mühe lohnt sich: Das Ergebnis, die geschwungene Wand, ist nämlich ein echter Hingucker!

Metallprofile© SelbermachenSieben verschiedene Metallprofile aus dem Knauf- Programm fanden bei unserem Dachausbau Verwendung. Für uns ging der Zuschnitt mit einem Winkelschleifer am schnellsten, Profis arbeiten meist mit der Blechschere

Doppelte Beplankung

Im späteren Badezimmer unseres Dachgeschosses gibt es eine Besonderheit: Wegen der schweren Fliesen mussten wir die Wände doppelt beplanken. Natürlich kommen bei Feuchträumen die imprägnierten (grünen), ebenfalls 12,5 mm starken Gipskartonplatten zum Einsatz. Die müssen natürlich mit der imprägnierten Fugenmasse (grün) verspachtelt werden. Die Fensterlaibung war schon vorher grün beplankt.

Eine kleine Spachtelkunde

Dass beim Verspachteln der Plattenfugen zwei Arbeitsgänge nötig sind, ist gemeinhin bekannt. Beim zweiten Spachtelgang kommt aber ein Neuer ins Spiel – Uniflott Finish. Diese Spachtelmasse ist wesentlich feiner und schon gebrauchsfähig im Eimer.

Spachtelkunde

  1. Schritt 1Schritt 1© Selbermachen

    Schritt 1

    Uniflott anrühren, und mit zwei Kellen arbeiten.
  2. Schritt 2Schritt 2© Selbermachen

    Schritt 2

    Spachtelmasse diagonal einarbeiten.
  3. Schritt 3Schritt 3© Selbermachen

    Schritt 3

    Vorstehende Schraubenköpfe versenken.
  4. Schritt 4Schritt 4© Selbermachen

    Schritt 4

    Die Fugen nach dem Trocknen mit einem Schleifgitter schleifen.
  5. Schritt 5Schritt 5© Selbermachen

    Schritt 5

    Mit Uniflott Finish nacharbeiten.

Hier ist der Profi gefragt . . .

Bei allem Selbermacher-Ehrgeiz und auch -Spaß kommt man bei einem kompletten Dachausbau irgendwann an einen Punkt, wo es ohne Fachleute nicht mehr weitergeht. Dazu zählen beispielsweise alle Sanitärinstallationen fürs Bad und auch für die Fußbodenheizung – hier wäre der Schaden infolge eines selbstverschuldeten Fehlers einfach zu groß, keine Versicherung würde einspringen. Auch den Einbau des Estrichs kann nur der Profi vornehmen.

Das gilt allein schon deshalb, weil das Anmischen einer genauen Konsistenz und das Einbringen von 10 Tonnen Material in den ersten Stock Spezialgeräte erfordert, vom perfekten Verdichten und waagerechten Abziehen der Oberfläche ganz zu schweigen. Für Sie bleibt allerdings die organisatorische Abwicklung des Ganzen – Sanitärinstallateur und Estrichleger arbeiten bei einem Heizestrich nämlich zeitlich nahe beieinander. Das will beizeiten gut organisiert sein.

Einbau der Fussbodenheizung

  1. BodenheizungBodenheizung© Selbermachen

    Bodenheizung

    Der Installateur verlegt die Heizschleifen auf der Bodendämmung, der zweite Mann tackert sie daran fest.
  2. InstallationInstallation© Selbermachen

    Installation

    **Installieren** Der Installateur muss die Wasserab- und -zuläufe für Waschbecken und WC vor dem Estricheinbau montieren, weil sie im Estrich verschwinden sollen. Alles Weitere folgt nach dem Estricheinbau.
  3. LeitungLeitung© Selbermachen

    Leitung

    Beim Einbau der Leitungen.
  4. DampfbremsfolieDampfbremsfolie© Selbermachen

    Dampfbremsfolie

    Die Dampfbremsfolie wird verlegt.
  5. HeizungsinstallateurHeizungsinstallateur© Selbermachen

    Heizungsinstallateur

    Jeder Raum ist in der Temperatur später separat regelbar, dafür sorgt der richtige Anschluss der „Heizzentrale“.
  6. EstrichEstrich© Selbermachen

    Estrich

    **Estrich** Bevor der Installateur kommt, müssen die Bodendämmung, die Dampfbremsfolie und der umlaufende Randdämmstreifen zur Wand verlegt sein. Das kann man selbst machen. Der Estrichleger macht den Rest.
Artikel aus selber machen Ausgabe 04/2013. Jetzt abonnieren!
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