Nostalgischer Bauernhof im Kinderzimmer | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Holzspielzeug selber basteln

Nostalgischer Bauernhof im Kinderzimmer

Nicht alt, aber auf alt gemacht ist dieser Holz-Bauernhof. Ein Kinderspielzeug, mit dem schon der Opa oder die Oma gespielt haben könnten.

 
Der Bauernhof fuer jedes Alter © Chris Lambertsen/ Selbermachen Media GmbH
Der Bauernhof fuer jedes Alter

Es sind die Kinder, die Spielzeugklassiker bestimmen, nicht die Erwachsenen. Und merkwürdigerweise sind sich diese Kinder stets irgendwie einig, wenn es darum geht, gezielt zum Kaufmannsladen, Puppenwagen oder dem Holzbagger zu greifen. In diese Reihe gehört auch der Bauernhof. Ganz gleich, ob Land- oder Stadtkind, Tiere haben Sie alle gern.

Das musste auch Opa Charly Bohm erfahren, als Enkelin Clara ihn fragte: „Opa, wo ist eigentlich der Bauernhof von Papa? Damit möchte ich gerne spielen.“ Viele Ausreden gab es da nicht, denn der war vor über 25 Jahren auf seltsame Weise verschwunden . . .

Die Idee aber, den alten Bauernhof noch einmal aufleben zu lassen, gefiel der Familie so gut, dass auf diesem Wege ein neuer alter Hof gebaut wurde. Dabei konstruierte Charly den Hof so, dass der Heuschober, der Kleintierstall und die separate Stallung platzsparend in dem Bauernhaus untergebracht werden können.

So misst der zusammengeschobene Hof in der Grundfläche gerade mal 46 x 28 cm und lässt sich damit gut verstauen. Also, kommen Sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit, und bauen Sie mit uns diesen nostalgischen Bauernhof, der sicher auch noch in den nächsten Generationen bespielt wird. Wenn er nicht wieder auf seltsame Weise verschwindet . . .

Maßgenau Planen

Die Maße: Wichtig bei den Maßen ist es, die Stärke des Materials zu beachten. Bei mehr als 8 mm lassen sich die Elemente nicht mehr ineinanderschieben. Für eine größere Ansicht auf das Bild oder HIER klicken. (ZEICHNUNG: Tillman Straszburger/ Selbermachen Media GmbH)

Der Rohbau des Bauernhauses

Pappelsperrholz ist beim Bau unseres Bauernhofes das Material der Wahl. Es lässt sich gut verarbeiten, besitzt eine gleichmäßige Oberfläche und ist stabil und dennoch leicht.

Die Giebelseiten (hier des Schweinestalls), werden mit Fichtenholzleisten beklebt, so dass der Eindruck einer Fachwerkfassade entsteht.

Die Giebelseiten (hier des Schweinestalls), werden mit Fichtenholzleisten beklebt, so dass der Eindruck einer Fachwerkfassade entsteht. (FOTO: Chris Lambertsen/ Selbermachen Media GmbH)

Mit der Tischkreissäge werden die Seitenwände auf 45 Grad Gehrung gesägt. So schließen die Dachflächen perfekt ab.

Mit der Tischkreissäge werden die Seitenwände auf 45 Grad Gehrung gesägt. So schließen die Dachflächen perfekt ab. (FOTO: Chris Lambertsen/ Selbermachen Media GmbH)

Seiten, Giebel und Grundplatte aus Pappelsperrholz werden mit kleinen Nägeln und Holzleim zusammengefügt.

Seiten, Giebel und Grundplatte aus Pappelsperrholz werden mit kleinen Nägeln und Holzleim zusammengefügt. (FOTO: Chris Lambertsen/ Selbermachen Media GmbH)

Dach und Fassade

Mit viel Liebe zum Detail wird sich um Dächer und Fassaden gekümmert. Die Farben können Sie natürlich variieren, wichtig ist nur das Grundierung und Decklack unterschiedlich hell sind.

Das Dach wird ebenfalls geleimt und genagelt. Achten Sie dabei auf die Klappfunktion der einen Dachfläche.

Das Dach wird ebenfalls geleimt und genagelt. Achten Sie dabei auf die Klappfunktion der einen Dachfläche. (FOTO: Chris Lambertsen/ Selbermachen Media GmbH)

Die Stalltore erhalten aus 10-x-2-mm-Leisten ein Stützgerüst in „Z-Form“ aufgeleimt. Das lässt sie stilecht aussehen.

Die Stalltore erhalten aus 10-x-2-mm-Leisten ein Stützgerüst in „Z-Form“ aufgeleimt. Das lässt sie stilecht aussehen. (FOTO: Chris Lambertsen/ Selbermachen Media GmbH)

Das Eindecken der Dachflächen mit Stoff und Kleber ist der nächste Schritt. Leicht verdünnter Holzleim oder Bordürenkleber sind ideal.

Das Eindecken der Dachflächen mit Stoff und Kleber ist der nächste Schritt. Leicht verdünnter Holzleim oder Bordürenkleber sind ideal. (FOTO: Chris Lambertsen/ Selbermachen Media GmbH)

Als Grundierung nutzen Sie eine mittelbis dunkelrote Acrylfarbe. Diese wird mit einem Lackpinsel aufgetragen.

Als Grundierung nutzen Sie eine mittelbis dunkelrote Acrylfarbe. Diese wird mit einem Lackpinsel aufgetragen. (FOTO: Chris Lambertsen/ Selbermachen Media GmbH)

Als Decklack kommt beim großen Stall ein hellblauer Farbton, beim Schweinestall Beige und beim Heuschober nochmals Rot zum Einsatz.

Als Decklack kommt beim großen Stall ein hellblauer Farbton, beim Schweinestall Beige und beim Heuschober nochmals Rot zum Einsatz. (FOTO: Chris Lambertsen/ Selbermachen Media GmbH)

Mit 240er-Schleifpapier werden die Ställe und Häuser nun leicht angeschliffen und eine Lasur als Patina aufgetragen.

Mit 240er-Schleifpapier werden die Ställe und Häuser nun leicht angeschliffen und eine Lasur als Patina aufgetragen. (FOTO: Chris Lambertsen/ Selbermachen Media GmbH)

Alt? Oder nur auf alt getrimmt?

Diese Frage stellt man sich im Antiquitätenladen oft genug. Gerade Möbeltischler haben ihre Tricks, wenn neue Werkstücke ganz schnell alt aussehen sollen. Aber Stoffe? Das kennt man höchsten von der „stonewashed Jeans“. Vorhang also auf für unsere neue, alte Dachbespannung: Dazu wird der aufgeklebte Stoff zunächst mit einem Klarlack lackiert. Nach dem Durchtrocknen gehen Sie vorsichtig mit Schleifpapier der Körnung 240 oder 180 an das Textil und rauen es leicht auf.

Die Kanten dürfen dabei etwas stärker gebrochen werden, aber niemals bis auf das Sperrholz hindurch. Danach tragen Sie, ebenso wie Sie es von der Holzbehandlung kennen, eine dunkle Farblasur auf und reiben diese nach kurzer Einwirkzeit wieder ab. Fertig ist das antike Dach.

WAS IST . . .PATINIEREN?

Ist als „künstliche Alterung“ bei SELBER MACHEN wie auch im Bühnenbau, der Kostümbildnerei und im Modellbau üblich. Dabei wird die Oberfläche mit einer Farbschicht oder Lasur überzogen und dann mit verschiedenen Techniken weiterbearbeitet (kratzen, bürsten, polieren).

Tiefen werden meist mit einer dunkleren Farbgebung betont, während die Höhen durch eine helle Farbgebung hervorgehoben werden. Patinieren hilft, um einem Objekt das harte „Neue“ zu nehmen oder um das Neue zu vertuschen, also um zu fälschen.

TEXT: Jan Krutzsch FOTOS: Chris Lambertsen/ Selbermachen Media GmbH
Artikel aus selber machen Ausgabe 03/2015. Jetzt abonnieren!
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