Fliesen

Bodenfliesen verlegen

Eine neue Generation Bodenfliesen kommt ohne Kleber, Zahnkelle und Fliesenkreuze aus. Aber ist sie deshalb auch einfacher zu verlegen? Wir haben’s ausprobiert.

 
 
Bodenfliesen geklebt © Selbermachen
Bodenfliesen geklebt

Mörtel, Fliesenkleber, Fugenmasse – für viele Selbermacher ist jeder Baustoff, der mit Wasser erst mal angemacht werden muss, Grund genug, die Finger von den damit verbundenen Schmierarbeiten zu lassen. Das gilt insbesondere fürs Verlegen von Bodenfliesen, denn hier müssen Sie die diversen Massen nicht nur anrühren, sondern auch die Reste hinterher aufwendig mit viel Putzwasser, Zementschleierentferner und Geduld wieder vom fertigen Fliesenboden entfernen. Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen: Sie erhalten am Ende einen strapazierfähigen, unverwüstlichen und absolut wasserdichten Bodenbelag. Dazu sind die dichten Steinzeugfliesen ein idealer Wärmeleiter bei darunterliegenden Fußbodenheizungen.

© SelbermachenDen klassischen Fliesen ist mit den „Edge Flooring“-Klickfliesen ein echter Konkurrent erwachsen. Auch bei denen handelt es sich um keramische Steinzeugfliesen, die jeweils zu zweit auf eine H(och)D(ichte) F(aser)-Flatte aufkaschiert sind. Diese Trägerplatten sind wie beim Laminat so profiliert, dass sie auf der langen Seite durch Einschwenken leim- und kleberlos miteinander verbunden werden können. Die Fliesen haben keine feste Verbindung zum Untergrund, sie werden schwimmend verlegt. Um das Verfugen kommen Sie auch hier nicht herum, statt aus dem Eimer kommt die Fugenmasse aus der Kartusche, ist dauerelastisch und wird direkt in die Fuge gedrückt. Das Ergebnis ist das gleiche: eine äußerst belastbare und wasserdichte Oberfläche.

© SelbermachenDie Klassiker:

Sie brauchen Kleber, Fugenmasse, jede Menge Wasser, Werkzeug und Zeit: Fliesenkleben ist wahrlich kein Zuckerschlecken.

© SelbermachenDie Neuen:

Flex, Handschuhe, Fugenmasse – mehr brauchen Sie nicht. Wie beim Laminatboden werden die „Edge Flooring“-Fliesenelemente einfach ineinandergeklickt.

Kleberlos geht es wirklich schneller

© SelbermachenDer erste Schritt

Um an allen Wänden gleich breite Abschnitte zu bekommen, legen Sie die Fliesen entlang den Raumachsen einmal trocken aus. Das gilt für beide Varianten.

© SelbermachenDie konventionellen Fliesen in unserem Vergleich sind 30 x 30 cm groß und 8 mm dick. Zusammen mit dem 1 bis 2 mm dicken Kleberbett macht das eine Gesamtaufbauhöhe von 10 mm. Damit sind Sie in einem Bereich, in dem Sie weder Tür noch Türzarge kürzen müssen. Fürs Kleben empfehlen wir einen flexiblen Kleber, kombiniert mit flexibler Fugenmasse. Die sind wichtig, wo Materialbewegungen zu erwarten sind, also auf Fußbodenheizungen und schwingenden Unterböden (Holzdielen). Gesamtpreis inklusive allem (je nach Fliese): 20 bis 30 Euro pro qm.

Auf den Punkt gebracht

Positiv:

Absolut wasserdichte Oberfläche, geringe Aufbauhöhe, einfacher und staubfreier Zuschnitt, überall verfügbar, große Dekorvielfalt, im Vergleich niedrigerer Preis.

Negativ:

Alle nötigen Kleber und Fugenmassen müssen angerührt werden, im Vergleich langsamerer Verlegefortschritt, hoher Reinigungsaufwand nach dem Verfugen.

Fazit:

Der Klassiker ist nach wie vor im Preis ungeschlagen. Die Fliesen sind aber aufwendig zu verlegen und bei Bedarf nur mit größter Mühe wieder zu entfernen.

Fliesen Kleben

  1. © SelbermachenFliesenkleber anrühren
    Den Fliesenkleber rühren Sie im Eimer mit Bohrmaschine und Rührquirl an, bis er klumpenfrei ist. Immer nur so viel anmischen, wie Sie in etwa 40 Minuten verarbeiten können
  2. © SelbermachenErste Fliese an der Wand
    Entsprechend Ihrer Ausmittlung legen Sie die ersten Fliesen an der Wand lang. Fliesenkreuze sichern die 5-mm-Randfuge.
  3. © SelbermachenNischen vorbeifliesen
    An Nischen fliesen Sie erst mit ganzen Platten vorbei, später wird gestückelt.
  4. © SelbermachenFliesen schneiden
    Die 8 mm dicken Bodenfliesen lassen sich gut mit der manuellen Fliesenschneidemaschine auf Breite schneiden.
  5. © SelbermachenFliesenränder säubern
    Halten Sie die Fugen schon während des Fliesens sauber! Frischen Fliesenkleber sollten Sie mit einem Leistenabschnitt entfernen, die Fliesenränder sauber auswaschen. So fällt das Verfugen später leichter.
  6. © SelbermachenFugenmasse verteilen
    Nach der Trockenzeit des Fliesenklebers (etwa 24 Stunden) bringen Sie die Fugenmasse aus und schlämmen sie mit der Gummirakel diagonal in die Fugen ein. Stellen Sie die Fugenmasse nicht zu zäh ein.
  7. © SelbermachenZementschleier entfernen
    Wenn die eingearbeitete Fugenmasse anfängt hell aufzutrocknen, fangen Sie an, den Zementschleier auf den Fliesen mit dem Schwammbrett und viel Wasser zu entfernen.
  8. © SelbermachenFliesen-Sockelleiste
    In Feuchträumen wie Bad und Küche empfehlen wir das Verkleben einer Fliesen-Sockelleiste. Untergelegte Fliesenkreuze halten den nötigen 5-mm-Abstand zum Boden. Diese Fuge müssen Sie später dauerelastisch ausfugen. In Wohnräumen reicht eine einfache Sockelleiste aus Holz.
  9. © SelbermachenFliesenkreuze setzen
    Setzen Sie zwei Fliesenkreuze pro Fliesenseite möglichst nah an das Fugenkreuz. Stecken Sie sie am besten aufrecht ein, dann können Sie sie später komplett entfernen.

© SelbermachenZum „Edge Flooring“-System gehören neben den Fliesen auch Trittschalldämmung, Fugenmasse, Übergangsprofile sowie hartmetallbestückte Trennscheiben für die Flex. Die Doppelfliesen-Elemente messen 613 x 306 mm und sind 15 mm dick. Schade: Kleber, der bei der Produktion zwischen HDF-Platte und Fliese herausgequollenen ist, muss vor dem Klicken per Cutter entfernt werden. Dabei geht Zeit verloren. Der Preis: Alles inklusive kosten die „Edge Flooring“-Fliesen knapp 60 Euro pro qm. Max Bahr, Telefon (040) 65666-0

Auf den Punkt gebracht

Positiv:

Kein Anrühren von Klebern nötig, sehr schneller Verlegefortschritt, mühelos wieder herausnehmbar, das Verfugen aus der Kartusche erspart Reinigungsaufwand.

Negativ:

Kleberreste in der Profilierung, Spezialtrennblätter für Zuschnitt nötig, dabei hohe Staubentwicklung, vorerst nur drei Dekore lieferbar, im Vergleich hoher Preis.

Fazit:

Vor allem für Mieter, die den Fliesenboden wieder herausnehmen wollen, ist „Edge Flooring“ eine gute und vor allem schnelle Alternative. So rechnet sich auch der Preis.

Fliesen Klicken

  1. © SelbermachenTrittschalldämmung auslegen
    Legen Sie die Trittschalldämmung aus, und kleben Sie die Stöße sauber ab.
  2. © SelbermachenRandfuge
    Entsprechend Ihrer Ausmittlung legen Sie die ersten Platten mit 10 mm Randfuge aus. Sichern Sie die Fugen dabei mit Keilen.
  3. © SelbermachenFliesen ansetzen
    Die einzelnen Elemente müssen Sie um genau eine Fliesenlänge versetzen, damit sie sich gegenseitig stabilisieren.
  4. © SelbermachenÜbergangsleiste montieren
    An Übergängen zu anderen Bodenbelägen montieren Sie die zweiteilige Übergangsleiste. Grundschiene im Boden verdübeln (bei Fußbodenheizungen mit Montagekleber fixieren!). Dann die Deckschiene aufdrücken.
  5. © SelbermachenLeiste ankleben
    Die gleichen Leisten sind als Sockelleisten verwendbar. Dazu rückseitig die Schutzfolie vom Klebestreifen abziehen und die Leiste an die Wand kleben.
  6. © SelbermachenFugenmassen einfüllen
    Die Fugen füllen Sie satt mit dauerelastischer Fugenmasse aus der Kartusche. Mit einer Kartusche schaffen Sie etwa 1,5 qm Fliesenfläche.
  7. © SelbermachenÜberschuss abziehen
    Den noch feuchten Überschuss an Fugenmasse ziehen Sie mit einem Kunststoff- Fugenglätter (Max Bahr) ab und ziehen die Fuge mit feuchtem Schwamm nach.
  8. © SelbermachenTürzarge kürzen
    Durch die relativ große Aufbauhöhe (15 mm Klickfliese plus 3 mm Trittschalldämmung) werden Sie Tür und Zarge kürzen müssen. Fliesenelement umdrehen, an die Zarge heranführen und darauf dann die Zarge mit einer Feinsäge abschneiden.
  9. © SelbermachenKlickfliese schneiden
    Zum Zuschneiden der Fliesenelemente benötigen Sie eine hartmetallbestückte Trennscheibe für die Flex (Max Bahr). Für kleinere Ausschnitte gibt es auch ein Stichsägeblatt. Schneiden Sie am besten draußen, die Staubentwicklung ist enorm.

Fliesen mit Klicktechnik – die Konkurrenz

Celenio

Aus besonderem Holz ist „Celenio“ geschnitzt, denn es handelt sich um Fliesen aus einer Art HDF-Platte, die beidseitig lackiert sind. „Celenio“ ist dementsprechend nicht so hart wie echte Fliesen, dafür angenehm fußwarm und komfortabel. Für Feuchträume sind die 525 x 350 mm großen Elemente auch geeignet, wobei stehendes Wasser zu vermeiden ist. Die Verlegung geht per Klick oder Kleben. Preis: 60 Euro/qm. Haro, Telefon (0 80 31) 7 00-0

© SelbermachenCeraclic

Eine Oberfläche aus einer ultraharten Resopal- Schicht, einen Kern aus hochdichter Gipsfaserplatte und eine integrierte Trittschalldämmung bietet „Ceraclic“, ein neuer Bodenbelag von Witex. Trotz des Gipskerns sind die relativ schweren Elemente per Klick verlegbar und mit einem Spezialwerkzeug problemlos wiederaufnehmbar. Die Fugen füllen Sie selbst, danach ziehen Sie die Schutzfolie einfach ab. Preis: 85 Euro/qm. Witex, Telefon (0 52 37) 6 09-0

Quick Stone

Äußerst viellagig sind „Quick Stone“-Natursteinfliesen, die über aufkaschierte Kunststoffgitter miteinander verbunden werden. Diese Gitter dienen gleichzeitig als Trittschalldämmung. Durch punktuellen Einsatz einer speziellen Acrylmasse können Sie mit den Fliesen sogar Unebenheiten im Estrich bis 5 mm ausgleichen. Der Zuschnitt erfolgt mit einem Winkelschleifer. Preis: ab 60 Euro/qm. Quick Stone, Telefon (0 62 34) 92 79-0

© SelbermachenLaminat

Die Optik moderner Laminatböden hat sich mittlerweile so weiter entwickelt, dass auch die Fliesenelemente, einmal verlegt, täuschend echt wirken. Insofern ist das Laminat die preiswerteste Variante, zu einem Fliesenboden zu kommen. © SelbermachenIm Gegensatz zu allen anderen hier vorgestellten Böden ist Laminat aber nicht wasserfest und deshalb für Feuchträume nicht geeignet. Verlegen ist kinderleicht, der Zuschnitt erfolgt einfach per Stichsäge. Preis: ab 15 Euro/qm. Kronotex, Telefon (0 33 96) 2 69-0

SELBER MACHEN 10/2007

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