Bodenpflege | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Boden pflegen

Bodenpflege

Der neue teure Bodenbelag liegt gerade, da stellt sich die Frage: Wie kann ich den Wert und die Schönheit des Bodens möglichst lange bewahren? Gerade bei den offenporigen Belägen wie Holz, Naturstein und Linoleum können Sie eine Menge falsch machen. Aber nicht mit uns!

 
Boden wischen © Selbermachen
Boden wischen

Auch Bodenbeläge unterliegen einem Pflegerhythmus, nach dem bestimmte Reinigungsschritte in einer gewissen Reihenfolge oder in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden sollten. So ist bei allen Böden nach dem Verlegen (oder dem Abschleifen bei Holzböden) immer eine sogenannte Bauschlussreinigung angesagt, bei der Schleifstaub oder Zementschleier beseitigt werden. Was dann folgt, ist die Erstpflege. Bei Linoleum etwa geht es darum, einen schützenden Film aufzubauen. Danach wird es richtig interessant: Regelmäßige Reinigung und jährliche Grundreinigung entscheiden wesentlich über die Lebensdauer Ihres neuen Belags.

Zur richtigen Pflege und Zuwendung bei Holzböden gehört wesentlich mehr als Reiniger im Wischwasser. Holz (und Holzwerkstoffe wie HDFTrägerplatten) reagiert nämlich sehr feinfühlig auf die klimatischen und damit Feuchteschwankungen im Raum. Bei Mehrschicht- oder geklebtem Parkett wird das weitgehend aufgefangen, bei den Holzdielenböden bilden sich früher oder später die unliebsamen Fugen. Über die kann man sich nur ärgern, verhindern kann man sie nicht.

Wenn Sie der Schmutz stört, der sich mit der Zeit in den Fugen sammelt, können Sie sie mit einem Fugenkratzer davon befreien. Wir raten davon ab, die Fugen mit irgendwelchen elastischen Massen zu füllen. Die würden an den von Lack benetzten Dielenkanten nämlich nicht haften und über kurz oder lang wieder herausbröseln.

Um Holz und Holzträgerplatten das ständige Arbeiten zu erschweren, müssen Sie einen regulierenden Einfluss auf das Raumklima nehmen. Ideale Bedingungen für Parkette und Mehrschichtparkette sind Temperaturen von 20°C und eine relative Luftfeuchte von 55 bis 60 %. Bei diesen Werten bleiben die Fugenbildung und Verwerfungen der Dielen marginal, was nicht nur den Wert konserviert, sondern auch die regelmäßige Pflege stark erleichtert.

Die Luftfeuchte wird gerade im Winter unterschritten, wenn die trockene Heizungsluft das Holz zum Schwinden animiert. Entgegenwirken können Sie diesem Prozess mit einem Luftbefeuchter. Die einfache Variante dessen ist ein mit Wasser gefülltes Tongefäß, das Sie an die Heizung hängen. Vorteil: Das ist eine sehr dezente Lösung. Nachteil: Sie können die Werte nicht kontrollieren. Die moderne Variante ist ein elektrisches Gerät, bei dem Sie die gewünschte relative Luftfeuchte prozentgenau einstellen können. Der Nachteil: Der Apparat ist abhängig von der Raumgröße ebenfalls relativ groß.

Gute Pflege bedeutet langes Bodenleben

Pfleglich behandeln, bedeutet ja nicht nur den Einsatz von allerlei Grund-, Zwischen- und Endreinigern zur richtigen Zeit, es bedeutet auch, Schäden wie Fehlstellen, Kratzer oder stumpfe Stellen von vornherein zu verhindern. Das gilt übrigens für alle Beläge, mögen sie auch noch so hart scheinen. Cotto- oder auch Zementfliesen haben beispielsweise eine eher weiche Oberfläche, was zwar dem Gehkomfort sehr zugute kommt, sie aber eben auch für Kratzer empfänglich macht. Gleitfüße verhindern das. Sie werden einfach unter die Möbel-, Tisch- und Stuhlbeine geklebt oder geschraubt. Für jeden Bodenbelag gibt es entsprechende Einsätze für die Clips.

Die Regel: harter Boden – weiche Gleiter, weicher Boden – harter Gleiter. Einige Hersteller bieten ihre Schraubsysteme zum Austauschen an („Quick Click“ von Wagner System), was Ihnen viel Schraubarbeit abnimmt, wenn Ihre Möbel mal den Raum wechseln. Allerdings tragen diese Gleiter um einige Millimeter auf, was beim Esstisch schon merkbar wird. Die untergeklebten Gleiter haben den Nachteil, dass sie eine glatte und ebene Oberfläche brauchen, um gut zu halten. Gerade beim Schieben des Stuhles schaben sie sich deshalb gerne wieder ab.

Wenn wir von der Schadensvermeidung an Ihrem teuren Bodenbelag reden, dürfen wir natürlich die häufig eingesetzten Türstopper nicht vergessen. Auch hier gibt es die in den Boden geschraubten Varianten und solche, die allein durch ihr Gewicht die Tür in die Schranken weisen (Wagner System). Letztere sind natürlich dann besser, wenn Sie Bohrlöcher im Belag vermeiden wollen.

Holzböden

Erst-/Einpflege

Bei der Erstpflege, also dem allerersten Putzgang nach dem Verlegen oder Neuversiegeln des Holzbodens, geht es darum, einen Grundschutz durch den Pflegefilm zu erreichen. Gute Pflegeprodukte bieten nämlich gerade für die Mehrschichtparkette eine gewisse Fugenimprägnierung. Putz- und anderes Wasser kann nach der Erstpflege nicht mehr so leicht in die Dielenfugen eindringen und an der Trägerschicht des Belags zu Aufquellungen führen. Für die Erstpflege müssen Sie eine Kleinigkeit anders machen als bei der laufenden Unterhaltspflege. Sie verwenden das Pflegemittel nämlich pur, also völlig ohne Wasser. Dazu brauchen Sie ein fusselfreies, trockenes Tuch, auf das Sie das Pflegemittel aufbringen. Verteilen Sie das Mittel abschnittweise per Hand auf der Holzoberfläche.

Unterhaltspflege

Auch bei der laufenden Pflege müssen Sie zwischen versiegelten und geölten Holzböden unterscheiden. Bei beiden gleich ist, dass sie am besten einmal wöchentlich trocken und einmal 14-täglich feucht gewischt werden sollten. Feucht heißt hier „nebelfeucht“ (Herstellerjargon), hier wird der Wischmopp so ausgewrungen, dass kein Wasser mehr abtropft. Geben Sie immer ein Reinigungsmittel ins Wischwasser, aber bitte genau nach Dosierungsanleitung – zu viel davon kann nämlich zu Schlieren auf der Oberfläche führen. Einmal im Jahr sollten Sie den Boden grundreinigen.

Dabei werden mit einem relativ alkalischen Mittel alle Schichten, die sich im Laufe der Zeit auf der Oberfläche gebildet haben, entfernt. Aber Achtung: Den Grundreiniger dürfen Sie erstens nur verdünnt und zweitens nur auf den versiegelten, also lackierten Flächen einsetzen, keinesfalls auf den geölten. Bei denen verwenden Sie ein Wachsprodukt (gibt es oft auch vom jeweiligen Parketthersteller), mit dem Sie die werksseitig aufgetragene Wachsschicht erneuern.

Das aufgetragene Wachs müssen Sie mit einem Einscheibenschleifgerät gut einpolieren. Das Wachs hat nicht nur eine pflegende Funktion, es dient als Schicht auch als UV-Schutz für Holz. Einer Vergilbung und Holzalterung beugen Sie auf diese Weise vor. Die alltagsüblichen Spuren wie etwa Striemen von Ledersohlen entfernen Sie mit alltagsüblichen Mitteln wie einem weichen Radiergummi. Runtergetropftes Wachs nehmen Sie mit einem Bügeleisen und einem Papiertuch sauber auf.

Reparatur

Holzböden lassen sich relativ gut reparieren. Früher musste man zwischen versiegelten und geölten Böden unterscheiden: Versiegelte Böden mussten auch bei nur kleinen Schäden immer als Ganzes abgeschliffen und dann neu versiegelt werden, geölte konnte man auch partiell ausschleifen und nachölen. Das geht mit den modern geölten Holzböden nun auch nicht mehr, weil die Öle beim werksseitigen Auftrag durch die eingesetzte UVTrocknung gar nicht mehr richtig ins Holz eindringen. Von Hand nachgeölte Schadstellen bleiben also immer sichtbar.

Um Schadstellen sauber zu reparieren, ist ein farblich passendes Wachs am besten geeignet. Das können Sie nämlich durch Hitze gefügig machen und so in jede Form und Ritze bringen, ohne es nach dem Abkühlen per Stechbeitel abstoßen zu müssen. Reparatur-Sets bieten neben verschiedenen Wachsfarben zum Anpassen ans Holz auch gleich ein kleines Schmelzgerät und Stahlwolle für die Feinarbeit dazu.

Auch größere Schäden lassen sich bei Holzböden gut reparieren. Rechnen Sie beim Einkauf Ihrer Dielen etwa 5 % der Fläche als Reserve für solche Fälle dazu. Bei leimlosen Klicksystemen können Sie beschädigte Dielen zerstörungsfrei herausnehmen und durch neue ersetzen. Wandeln Sie auf verklebtem oder verleimten Parkett, müssen Sie die Stäbe per Stechbeitel und Hammer herauslösen und neue einleimen.

Stein

Erst-/Einpflege

Bei Naturstein- und Cottofliesen ist das mit der Erstpflege ein wenig anders. Da es sich in der Regel um werksseitig unversiegelte Oberflächen handelt (jedenfalls bei den echten Cottofliesen), müssen Sie zunächst diese Versiegelung selbst in die Hand nehmen. Das muss spätestens vor dem Verfugen, besser noch vor dem Verlegen der Fliesen geschehen. Der Grund: Die Fugenmasse, die Sie per Kelle und Rakel meist über ganze die Fläche ziehen, würde ihren ungeliebten Zementschleier hinterlassen, den Sie so leicht nicht mehr weg bekämen. Begegnen können Sie dem Problem mit einem speziellen „Fleckstop“, den Sie satt auf die Fliesen aufsprühen oder mit dem Pinsel verstreichen (750 ml/36 Euro).

Nach dem Verfugen und der enormen Trocknungszeit (bei Cotto bis zu vier Wochen) sollten Sie die Fliesen zwei- bis dreimal satt mit einem Wachs oder einfach mit Leinölfirnis behandeln. So bildet sich ein wasser- und schmutzabweisender Film, der allerdings regelmäßig erneuert werden muss.

Unterhaltspflege

Das jährliche Auffrischen der Öl- oder Wachsschicht gehört fortan zum Hausputz. Wollen Sie den Pflege- und Reinigungsaufwand etwas reduzieren, können Sie den Fleckstop am Anfang mehrmals aufbringen. Ansonsten reicht eine feuchte Wischpflege mit speziellen Zusätzen (Lithofin, Emsal). Tabu sind dagegen alle stark alkalischen und säurehaltigen Reiniger.

Reparatur

Böden aus Stein sind mit das Härteste, was Sie sich in die gute Stube legen können. Reparaturen sind deshalb äußerst selten, im Regelfall sowieso unmöglich. Einzige Ausnahme: Fliesen können Sie jederzeit als Ganzes per Hammer und Meißel herausschlagen und durch neue ersetzen. Achten Sie beim Verlegen darauf, dass der Kleber vollflächig auf der Fliesenrückseite verteilt ist.

Linoleum

Einpflege

Linoleum wird ähnlich den Holzböden eingepflegt, nämlich durch den unverdünnten Auftrag eines Pflege- oder Glanzmittels. Hier allerdings sollten Sie das zweimal tun. Der zweite Auftrag erfolgt nach dem Trocknen des ersten (etwa 45 Minuten) und wird in Querrichtung zum ersten durchgeführt. Da die meisten Linoleumbeläge bereits ab Werk oberflächenvergütet sind, empfehlen wir die zweiten Arbeitsgang eigentlich nur in der Küche oder im Flur. Übrigens: Ob Ihr Linoleum aus vollflächig verklebten Bahnen oder leimlosen Klickdielen besteht, macht für die Pflege keinen Unterschied.

Laufende Pflege

Üblich und dem Boden angemessen ist eine wöchentliche, feuchte Reinigung mit etwas Reinigungsmittel im Wischwasser. Für starke Verschmutzungen gibt es Spezialprodukte (CC Dr. Schutz, Emsal), die allerdings den Pflegefilm schnell stumpf werden lassen. Ein zweiter Reinigungsgang mit einem Glanzreiniger lässt Ihren Linoleumboden danach wieder strahlen. Auch hier ist es wichtig, dass Sie bei allen Spezialreinigungsprodukten die Dosierung genau einhalten!

Auch Linoleum braucht eine jährliche Grundreinigung, bei der alle Pflege- und sonstigen Filme einmal komplett entfernt werden. der Grundreiniger wird aufgetragen und nach etwa 10 bis 15 Minuten Einwirkzeit mit einem Schrubber oder der Poliermaschine und einem grünen Pad eingearbeitet. Anschließend Schmutz und Reiniger mit warmem Wasser gründlich entfernen.

Reparatur

Linoleum ist für den Selbermacher nur in kleinem Umfang reparierbar. So lässt sich beispielsweise aus Reststücken Schleifstaub gewinnen, der mit Leim vermischt als Reparaturmasse für kleine Fehlstellen und Schnitte geeignet ist. Linoleum ist sogar abschleifbar, das ist allerdings eindeutig Profisache. Keinesfalls dürfen Sie Kaltschweißmittel als Reparaturmittel für Schnitte einsetzen wie beim PVC.

SELBER MACHEN 02/2008

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