Arbeitsplatz umgestalten | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
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Arbeitsplatz umgestalten

Wer neu baut, entschließt sich heute in der Regel für einen offenen Bereich zum Kochen, Essen, Wohnen und Arbeiten. In diesem 70er-Jahre-Bau sorgte das Abreißen alter und das Einziehen neuer Wände für zeitgemäße Weite und schuf zugleich ein gut belichtetes großzügiges Homeoffice.

 
Offener Arbeitsbereich © Selbermachen
Offener Arbeitsbereich

© SelbermachenVorher: Wo heute die Uhr hängt, trennte ein raumhoher und -breiter Wandschrank Küche und Esszimmer. Seine Holzoberfläche schluckte Licht, in beiden Räumen ließ die Möblierung wenig Bewegungsfreiheit. Vor den zwei Zimmern lief ein schmaler langer Flur bis zum Wohnzimmer. Die magentafarbenen Linien im Grundriss zeigen, welche Einbauten und Mauern für die neue Raumlösung fielen.

Das eigene Unternehmen und das Wohnhaus der Familie liegen gleich nebeneinander – perfekt, wenn man mit wenigen Schritten in der Firma ist und genauso schnell wieder zu Hause. „Trotz dieser kurzen Wege wollte das Ehepaar mehr Zeit miteinander verbringen, denn der Hausherr sitzt abends auch mal länger über den Papieren. So wünschte sich das Paar zusätzlich ein Homeoffice, am besten in der Nähe der Küche“, erzählt Innenarchitekt Christian Wadsack.

© SelbermachenDenn die ist das Reich einer begeisterten Hobbyköchin, die sich vor dem Umbau aber mit wenig Arbeitsfläche begnügen musste. Freiraum war rasch geschaffen: Der betagte Einbauschrank, der bisher die Miniküche von dem größeren Esszimmer trennte, ließ sich problemlos auseinandernehmen – es entstand ein üppiger, 7,3 m langer und etwas über 4m breiter Wohnbereich. Die Planer Anne Hofmann und Christian Wadsack wollten aber auch solide Mauern versetzen: „Bevor man Wände niederlegt, muss man unbedingt prüfen, ob so etwas nicht die Statik des gesamten Hauses gefährdet.“

Hier wurde die tragende Wand zwischen Esszimmer und Flur über fast 3 m Länge geöffnet: „Ein zusätzlich eingezogener Sturz sorgt dafür, dass die Decke weiterhin sicher getragen wird.“ Weniger kompliziert war es, den geöffneten Teil des Flurs mit einer Trockenbauwand von der übrigen Diele abzutrennen (siehe Grundriss). In diese immerhin 3,5 qm große Nische zog der Schreibtisch des Hausherren – vis-à-vis dem großen Esstisch. Satinierte Glasschiebetüren sorgen bei Bedarf für mehr Ruhe und Privatheit – oder signalisieren geöffnete, dass man neben der Arbeit auch miteinander plauschen kann. Erwünschte Nebenwirkung der Umbaumaßnahmen:

© SelbermachenEines der Oberlichter, die zuvor den innen liegenden Flur erhellten, liegt nun über der Schreibtischplatte – so bekommt der Arbeitsplatz reichlich Tageslicht ab, mehr als auf Grund der Raumtiefe durch die Glastüren fallen kann. Auch sonst machen kluge Details das Arbeiten zum Vergnügen. Ein Einbauregal über dem Schreibtisch versteckt den eingezogenen Sturz und bietet viel Platz für Aktenordner. Noch mehr Stauraum bietet ein raumhoher Einbauschrank neben dem Schreibtisch. Sein lebendig gemasertes dunkles Holz ist ebenso ein Blickfang wie die orange Rückseite des Heimbüros – sie bringt den Innenraum auch an düsteren Tagen zum Leuchten.

© SelbermachenDas übrige Zimmer teilen sich Essplatz und Küche. Neben der extra großen Tafel für bis zu sechs Personen blieb genug Fläche, um eine Kochinsel einzubauen. „Das Verlegen der Stromkabel war problemlos möglich, da der Bodenbelag sowieso erneuert wurde“, erzählt Christian Wadsack. Und weil die Decke eine neue Wärmedämmung bekam, war auch die Installation der Dunstabzugshaube über dem Kochfeld einfach umzusetzen.

Downlights in der abgehängten Decke sorgen gezielt für Helligkeit auf den Arbeitsflächen. Dank Maßarbeit eine optisch gelungene Lösung: Das halbhohe Sideboard mit Elektrogeräten und Auszügen wird ebenso wie der Hängeschrank von dem gleichen Holz gerahmt wie Regal und Einbauschrank am Schreibplatz – wer könnte sich eine schönere Verbindung von Wohnen und Arbeiten vorstellen?

DIY-TIPPS:

• Farbige Wände beleben Zimmer, indem sie je nach Sonnenstand auch auf die weißen Oberflächen abfärben – ein Effekt, den man auch später leicht umsetzen kann.

Gestaltungsalternativen

Zertifiziertes Tropenholz

© SelbermachenMsasa-Holz wächst in Mosambik. Eigenschaften ähnlich Teakholz und seine gleichmäßige Struktur machen es zum idealen Boden, etwa bei den „Salsa“-Schiffsböden. 1,4 cm Dicke erlaubt bis zu fünfmal schleifen, das „2-lock-Klicksystem“ schnelles Verlegen. Etwa 65 Euro/qm, von Tarkett.

Extrabreites Multitalent Unsichtbarer Mehrwert

© SelbermachenFür große Räume oder als Verbindung von Bodenbelägen mit großem Höhenunterschied: das 16 mm breite Profilsystem „Provario XL“, das mit Drehgelenktechnik von 12 bis 25 mm stufenlos verstellbar ist, schützt die Belagskanten von Holz zu Teppich. Ab 29 Euro/m, von Proline.

Unendliche Farbvariationen

© SelbermachenSehr gute Deckkraft, über 10 000 Töne oder sogar eine Wunschfarbe nach Vorlage aus der Mischmaschine: Die „Super Innenfarbe“ verlockt zum Renovieren. Die Farbe ist strapazier- und reinigungsfähig. 10-l-Eimer etwa 45 Euro, von Max Bahr.

Trendfarbe Weiß in Glatt

© SelbermachenRasch zur makellos glatten, weißen Wand: Nach dem Auftrag wird Fertigspachtel Molto Einfach Glatt mit dem etwa 30 cm breiten Glätter, dieser ist dreimal schneller als jede andere Glättkelle, in gleichmäßigen Bahnen glatt gezogen. Fertigspachtel für 12 qm etwa 25 Euro, Werkzeug etwa 9 Euro, Molto.

Variable Raumteiler

© SelbermachenWer abgeschiedener arbeiten will, kann den Bereich durch Gleittüren abtrennen. Bei der Profilserie „Symmetric“ sorgt matte Folie auf Verbundsicherheitsglas für Privatheit. Durch die gerade Zahl an Elementen kann bei Bedarf die Hälfte des Raumteilers offen stehen. Guddas.

Unsichtbarer Mehrwert

© SelbermachenEine Innendämmung senkt die Heizkosten und steigert den Wohnkomfort: So kann sie auch vor Feuchtigkeit schützen und Schimmel vorbeugen. Die 6 mm starken, vorgrundierten „Selitron“-Platten senken den Wärmeverlust um 30 % im Vergleich zu 24-cm-Ziegelmauern. Etwa 3,80 Euro/qm, Selit.

SELBER MACHEN 10/2009

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