Einladender Aufgang – die Treppe aus Steinzeugfliesen

Einladender Aufgang – die Treppe aus Steinzeugfliesen

Das warme Rot des mit Klinker gepflasterten Hofs setzt sich in der Treppe fort. Die unglasierten Fliesen bilden einen stabilen und rutschsicheren Belag.

 
Die Treppe ist nicht nur schön anzusehen, sondern ist auch robust und langlebig. © Selbermachen
Die Treppe ist nicht nur schön anzusehen, sondern ist auch robust und langlebig.

Jeder, der dieses Haus betritt, wird über die Eingangstreppe kommen. Die Kinder laufen mit matschigen Gummistiefeln auf der Treppe, der Spediteur stellt die bestellte Waschmaschine erst einmal auf dem Podest ab. Das Wetter ist in unseren Breiten auch nicht immer freundlich. Pralle Sonne, Regen, Schnee und Frost wechseln sich ab. Das alles soll die Treppe über Jahre hinaus schadlos überstehen.

Der Belag hat einiges auszuhalten. Bei einer Außentreppe ist auf jeden Fall zu unglasiertem Steinzeug zu raten. Die Stufen sind auch bei Nässe rutschsicher. Eine glasierte Oberfläche wäre durch diese starke Beanspruchung nach einiger Zeit abgerieben und würde nicht mehr gut aussehen.

Steinzeugplatten sind härter als Stahl und somit druckunempfindlich. Weil sie keine Feuchtigkeit aufnehmen, sind sie auch frostsicher. Der Unterbau der Treppe muss diesen Belastungen standhalten. Bei einem Neubau ist das sicher kein Problem. Wird eine Treppe renoviert, sind Reparaturen am Unterbau meistens notwendig.

Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass die Flächen ein leichtes Gefälle von 2 % haben, damit Wasser nicht stehen bleiben kann. Das würde im Winter eine Rutschbahn aus der Treppe machen. Es sieht nicht ganz einfach aus, so eine Treppe selber zu verlegen. Mit dem richtigen Material und Werkzeug und einigen Tips geht aber auch das.

Mit Ecken und Kanten

Bevor die Fliesen gekauft werden, muss der genaue Bedarf berechnet werden. Jede Stufe wird einzeln ausgemessen. Stufenplatten, Sockelfliesen und die großen Platten, mit denen das Podest belegt ist, werden gezählt. Da die Flächen relativ klein sind, ist mit einem Verschnitt von 30% zu rechnen.

Einige Hersteller bieten speziell für Treppen Platten mit Trittkanten, Eckplatten und Sockelplatten an. Das spart Arbeit beim Zuschneiden, und die gerundeten Treppenplatten platzen auch nicht so schnell ab.

Die Klebermenge, die einzukaufen ist, richtet sich nach der Zahnung des Spachtels, mit dem der Kleber aufgetragen wird. Das wird im Außenbereich und bei der Größe der Platten 8 mm sein. Wenn im kombinierten Verfahren verlegt werden soll, erhöht sich der Kleberbedarf nochmals.

Da hier der einzige Zugang zum Haus verfliest wird, ist es sinnvoll, mit einem Schnellkleber zu arbeiten. Die Stufen können dann nach einer kurzen Aushärtezeit von zwei Stunden wieder betreten werden.

Die Form der Treppe als Herausforderung 

Die Form der Treppe ist nicht ganz einfach. Aus diesem Grund werden die ganzen Platten erst einmal trocken ausgelegt, um Verband und Zuschnitt sichtbar zu machen. Die Fugenbreite, in der später verlegt werden soll, wird dabei berücksichtigt. Nach diesem Verlegenster werden die Anschnittfliesen vermessen und angezeichnet.

Besonders an den Ecken muss sehr genau gemessen werden, denn die fallen im Gesamtbild sehr ins Auge, und eine zu breite oder zu schmale Fuge würde auffallen. Eine Winkelschmiege, also ein verstellbarer Winkel als Messwerkzeug, ist hier angebracht.Diese dicken Platten, besonders die Stufenplatten, können nicht mehr mit einem normalen Fliesenschneider zugeschnitten werden.

Sie werden maschinell mit dem Winkelschleifer getrennt. Es gibt spezielle Trennscheiben für Stein und Diamant­trennscheiben. Die Fliese muss bei dieser Arbeit mit einer Zwinge auf einer stabilen Unterlage festgesetzt werden. Eine Schutzbrille sollte bei dieser Arbeit auf jeden Fall getragen werden.

Wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann der Klebemörtel angemacht werden. Auch der Schnellkleber wird nur mit sauberem Wasser vermengt und mit dem Rührquirl gut durchgemischt. Die Verarbeitungszeit ist bei Schnellkleber kürzer, nämlich nur 30 Minuten.

Das ist bei der Menge, die für einen Arbeitsgang angezischt wird, zu bedenken. Nach einer Reifezeit von 5 Minuten wird der Kleber nochmals kräftig durchgemischt.

Verlegen mit Schnellkleber

Die Treppenfliesen werden im Mittelbettverfahren verlegt. Verwendet man Fliesen mit einer starken Rückenstruktur, müssen sie im kombinierten Verfahren verlegt werden, d. h., der Mörtel wird auch auf der Rückseite der Fliese aufgetragen. Damit werden größere Unebenheiten ausgeglichen.

Das Verfahren wird auch angewendet, wenn Unebenheiten im Untergrund auszugleichen sind. Der Kleber wird mit der 8-mm-Zahnkelle zuerst auf der untersten Stufe aufgetragen, dann auf dem Sockel. Die Kleberstege müssen gleichmäßig und voll auf der ganzen Fläche sein. Die Einlegezeit ist bei Schnellkleber kürzer, nur 15 Minuten.

Man arbeitet also in kleineren Arbeitsabschnitten, da die Lage der Fliesen auch nur innerhalb dieser 15 Minuten korrigiert werden kann. Ganz besonders im Außenbereich müssen Hohlstellen im Kleberbett vermieden werden, da Wasseransammlungen unweigerlich zu Frostaufbrüchen führen würden.

Die Treppenfliesen werden in das feuchte, vollflächige Kleberbett geschoben und mit dem Gummihammer leicht angeklopft. Sie dürfen an keiner Stelle direkten Kontakt zum Untergrund haben, da das bei Druckbelastungen zum Brechen der Fliese führen würde. Zuerst werden die ganzen Fliesen verlegt, dann die Anschnittfliesen an den Ecken der Stufen.

Im Außenbereich werden die Fugen mit der Zeit vergrauen, d. h. mehr oder minder deutlich zu sehen sein. Deswegen muss beim Verlegen auf einen gleichmäßigen Fugenabstand geachtet werden. Auch die Fugentiefe ist wichtig, damit die Flächen nach dem Verfliesen gut mit Fugenmasse verfüllt werden können.

Deshalb schon während der Arbeit die Fugen von herausquellendem Kleber reinigen. Das Verfliesen des Podestes bildet den Abschluss dieser Arbeit. Hier kann mit den großen Platten etwas zügiger gearbeitet werden. Der Fugenverlauf richtet sich hier nach den Fugen der Treppenfliesen. Da hier mit einem Schnellkleber gearbeitet wurde, kann zwei Stunden nach dem Verlegen der letzten Fliese verfugt werden.

Was bei der Außentreppe zu beachten ist

Auf der Treppe im Außenbereich kann es durch direkte Sonneneinstrahlung zu starken Temperaturschwankungen kommen. Es sollten deswegen möglichst keine sehr dunklen Platten verlegt werden, die sich bei Sonneneinstrahlung stärker aufheizen als helle Platten. Liegt die Treppe zu sehr im Schatten und im Bereich von Bäumen und Büschen, kann es bei anhaltend feuchtem Wetter zur Algenbildung auf den Stufen kommen.

Die Stufen werden gefährlich rutschig. Ein harter Schrubber und ein kräftiger Wasserstrahl, z. B. aus einem Hochdruckreiniger, beseitigen dieses Übel. Chemische Mittel sind nicht nötig. Die Treppenstufen sollten wegen der Gefahr des Absplitterns keine zu scharfen Kanten haben.

Am besten wählt man einen Belag, für den fertige Treppen- und Endplatten angeboten werden. Dann kann man auch ziemlich sicher sein, dass dieser Belag für die harte Beanspruchung auf einer Außentreppe geeignet ist.

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Die Eingangstreppe im Rohzustand. Hier ist genaues Planen, Messen und Berechnen der Fliesen sehr wichtig.

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Die Stufenplatten werden zur Probe trocken aufgelegt, um Verband und Zuschnitt sichtbar zu machen.

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Ecken werden mit dem Zollstock und der Wasserwaage genau ausgemessen. Die Platten sollen hier auf Gehrung gelegt werden.

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Das Eckenmaß wird mit einem Blei- oder Wachsstift auf die Fliesen übertragen. Vor dem Zuschneiden Anriss kontrollieren.

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Die Stufenplatten mit Schenkel lassen sich nur mit dem Winkelschleifer zuschneiden. Ein Holzbrett wird untergelegt.

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Der Klebemörtel wird zuerst gleichmäßig auf der Oberfläche, dann auf dem Sockel jeweils einer Stufe aufgekämmt.

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Die Trittfliesen verlegt man rechts und links von der Abwinkelung beginnend. Sie werden leicht eingeschoben und festgeklopft.

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Die Sockelplatten werden genau im Fugenverlauf der Trittfliesen und des Verlegemusters in den feuchten Kleber gedrückt.

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Stufenweise arbeitet man sich so vor. Die Fugenbreite zwischen Tritt- und Sockelfliesen wird mit Fugenstiften gesichert.

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Das Podest wird zum Schluss verfliest. Der Klebemörtel wird aufgebracht, wenn alle Fliesen zugeschnitten sind.

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Die Fugenlinien laufen auf dem Podest zu­sammen. Die Platten werden genau nach dem Verlegemuster der Treppe verlegt

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Der Eingangsbereich kann nach zwei Stunden bereits wieder betreten werden, da hier ein Schnellkleber verwendet wurde.

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Der natürliche Holzton der Eingangstür und das matte Rot der unglasierten Steinzeugplatten harmonieren gut.

TEXT:Peter-Michael Stange; FOTO: Selbermachen Media
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