Schmutzschutz für die Wände | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Schutz vor Schmutz

Schmutzschutz für die Wände

Die Umgebung von Lichtschalter oder Garderobe bekommt mit der Zeit eine gräuliche Patina, doch wir haben die Problemlöser dafür.

 
Schmutzige Tapete © Selbermachen
Schmutzige Tapete

© SelbermachenWenn der fünfjährige Cornelius im Haus seiner Eltern an den Lichtschalter kommen will, dann muss er sich dafür ganz schön strecken. Dass er dabei mit seiner ausgestreckten Hand nicht nur den Lichtschalter trifft, sondern auch die Wand einen Klapps bekommt, ist unvermeidbar. Nach und nach bekommt die Tapete um den Schalter herum einen leichten Schatten, der sich dann zu einem deutlichen grauen Fleck entwickelt. Das muss nicht sein!

© SelbermachenBei der nächsten Renovierung der Wände kann man zum einen darauf hoffen, dass Cornelius inzwischen gewachsen ist oder – besser – Gegenmaßnahmen ergreifen. Die simpelste Methode für den Schmutzschutz rund um den Lichtschalter ist ein Kunststoffrahmen der zwischen Wand und Schalterblende klemmt. Origineller sind selbst entworfene Silhouetten, die mit Lackfarbe rund um den Schalter gemalt werden. Wir zeigen hier einen Apfel und eine Katze, aber Ihren Ideen sind keine Grenzen gesetzt, solange die Form der Silhouette einfach und nicht zu detailliert ist. Im Kinderzimmer sind helle Wände schön, aber nicht immer praktisch. Da ist eine großflächige Malwand die perfekte Lösung.

© SelbermachenWandmalerei auf einer großen Tafelfläche ist der ideale Wandschutz. Für Kinder ist es ein Hit, und einfach zu realisieren ist es auch: Eine Hartfaserplatte im richtigen Maß mit Tafelfarbe streichen und an die Wand schrauben. Der richtige RahmenFür Lichtschalter kann aus Kunststoff sein. Für rund 2 Euro gibt es diese Rahmen farbig oder transparent in jedem Baumarkt. Für die Montage einfach die Schalterblende abschrauben, den Rahmen aufsetzen und die Blende wieder montieren. Raumordnung für Wohngemeinschaften aller Art: jedes Zimmer bekommt sein Symbol. Mit Schablone und Stupfpinsel kann man sogar mehrfarbig arbeiten. Wichtig ist ein sauberer Übergang zwischen den Farben.

Von der Idee zum „Schutzschild“

Um eine schützende Figur für die Problemzone rund um den Licht-schalter auf die Wand zu bringen, braucht man nur zwei Werkzeuge und etwas Lack.

Schutzschild "Katze"

  1. Katzenschablone zeichnen© Selbermachen

    Katzenschablone zeichnen

    Wahrscheinlich der schwierigste Teil bei der Herstellung einer Schablone: das Motiv auf Zeichenkarton zu zeichnen. Man kann auch Motive beispielsweise von Geschenk- auf Transparentpapier durchzeichnen und dann mit Kopierpapier auf Karton übertragen. Die Lage des Schalters gleich mit einzeichnen.
  2. Katzenschablone anfertigen© Selbermachen

    Katzenschablone anfertigen

    Dann mit einem Cutter die Silhouette sorgfältig ausschneiden.
  3. Sprühlack auftragen© Selbermachen

    Sprühlack auftragen

    Mit Sprühlack, es geht auch farbiger, wird die Schablone überzogen. So nimmt der Karton kein Wasser aus dem Lack auf und wellt sich am Rand nicht.
  4. Lack auftupfen© Selbermachen

    Lack auftupfen

    Nachdem die Schalterblende entfernt ist, wird die Schablone auf der Wand ausgerichtet und mit Klebestreifen fixiert. Dann kann man – am Rand beginnend – mit einem „Stupfpinsel“ (rund, mit gerade abgeschnittenen Borsten) den Acryllack auftupfen.
  5. Schblone vorsichtig lösen© Selbermachen

    Schblone vorsichtig lösen

    Ist die Form ausgestupft, löst man die Schablone sofort vorsichtig von der Wand. Erst nach dem Trocknen der Farbe wird die Schalterblende wieder montiert.

Der Weg zur richtigen Wandfarbe

Nicht überall ist die Schmutzbelastung der Wand so groß, dass man sie mit Kunststoffrahmen oder Lackfarbe schützen muss. Dennoch sollte man eine Wandfarbe wählen, die sich mal abwischen lässt.

Bislang gab es Wasch- und Scheuerbeständige Wandfarben, die seit der Einführung der europäischen Norm DIN EN 13 300 unter dem begriff „Nassabriebbeständig“ angeboten werden. Die „Nassabriebbeständigkeit“ steht für die Widerstandsfähigkeit des Wandanstrichs gegen mechanischen Abrieb, wie er beispielsweise beim Abwischen der Wand vorkommt. Die Widerstandsqualität wird dabei in einem genormten Testverfahren in fünf Qualitätsstufen unterteilt. Hier gilt Klasse 1 als bestmögliche Qualität und Klasse 5 als schlechteste Stufe. Natürlich bietet eine gute Wanddispersionsfarbe noch mehr. Auch Deckvermögen, der Profi spricht hier vom „Kontrastverhältnis“, und Glanzgrad sind Kriterien, die eine gute Farbe ausmachen. Beim Kontrastverhältnis gibt es vier Qualitätsstufen, wobei Klasse 1 wieder die Beste ist. Beim Glanzgrad kann man als Faustregel sagen, dass matte Oberflächen empfindlicher sind als glänzende weil sie nicht so glatt und geschlossen sind. Beim Drüberwischen kommt es schnell zu Abriebstellen, die dann einen leichten Speckglanz haben.

Spezialisten für schwierige Fälle

© SelbermachenNikotinsperre Starke Raucher kämpfen in ihren Wohnungen seit jeher gegen vergilbte Wände an. Übliches Überstreichen beim Renovieren reicht da nicht. Das Wasser in gebräuchlichen Wandfarben löst die Nikotinvergilbung an, und selbst die beste Wandfarbe nimmt ein zartes Eierschalengelb an. Hier muss eine spezielle absperrende Wandfarbe genommen werden, die die Vergilbung überdeckt. Anti-Schimmelfarbe In Räumen wie Küche und Bad, die stark mit Feuchtigkeit belastet sind, fühlen sich Schimmelsporen besonders wohl und lassen sich dort gerne nieder. © SelbermachenDas ist kaum zu vermeiden. Bei einer Renovierung muss man den Schimmel verlässlich abtöten und entfernen. Anschließend wird mit einer fungizid (pilztötend) eingestellten Farbe gestrichen. Was bei Sanitärsilikonen seit langem Standard ist, sollte auch bei der Auswahl von Farben gelten. So ist gewährleistet, dass man für längere Zeit Ruhe vor Schimmel hat. „Antischimmel-Farben“ gibt es nicht nur in Weiß, sondern auch in unterschiedlichen Farbtönen.

© Selbermachen© SelbermachenEs müssen nicht immer Fliesen sein Auch in Küche und Bad müssen Sie auf gestrichene Wände nicht verzichten. Dort, wo ständig gereinigt oder getrocknet werden muss, wie hier hinter dem Kochfeld, schützt eine pflegeleichte Glasscheibe die Wand. Tapetenschutz gibt es auch aus der Flasche. Er wird als transparenter Film auf die Wand aufgetragen und ist später abwischbar. Mehrschichtig aufgetragen glänzt er.

Wie gut ist Latexfarbe? – Wir haben nachgefragt.

© SelbermachenWenn es darum geht eine Wand mit einer widerstandsfähigen Farbe zu streichen, dann ist Latexfarbe erste Wahl. Sie bildet eine abriebbeständige Oberfläche, die sich leicht, auch feucht, reinigen lässt. Doch seit einiger Zeit mehren sich Zweifel an der Eignung dieser Farbe für bewohnte Räume. Was ist daran wahr, was Behauptung? Wir haben einen Experten befragt: Ralph Albersmann ist Technischer Berater bei Schöner Wohnen Farbe.

Sperrt Latexfarbe die Wand ab und verhindert Feuchtigkeitsaustausch? Nein, Latexfarben sind dampfdiffusionsfähig (Klasse 2, mittel wasserdampfdurchlässig), sperren die Wand also nicht ab. Zudem werden über 90 % der Luftfeuchtigkeit in einem Raum über Fenster und Türen abgeleitet.

Bekommt man Latexfarbe wieder von der Wand ab? Wie alle Wandfarben, die auf Putz gestrichen wurden, lässt sich auch Latexfarbe nur durch Abbeizen oder abfräsen entfernen. Deswegen ist es grundsätzlich empfehlenswert, vor dem Streichen der Wand eine streichbare Tapete oder einen glatten Vlies zu kleben – dann kann man den Anstrich später auch leicht entfernen.

Kann man Latexfarbe überstreichen? Selbstverständlich können Latexfarben überstrichen werden! Und feste Altanstriche können mit Latexfarbe überstrichen werden – andere Dispersionsfarbe hat zu wenig Haftung.

Sorgt Latexfarbe durch Weichmacheremission für den „Fogging-Effekt“? Achten Sie auf lösemittel- und weichmacherfreie Wandfarbe (zum Beispiel Schöner Wohnen- Latexfarbe). Dann muss man weder Raumluftbelastung noch „Fogging-Effekt“ fürchten.

Sind Reste von Latexfarben Sondermüll? Farbreste gehören nie in den Ausguss oder den Hausmüll! Aber geringe Restmengen mit Zement gemischt, können ausgehärtet in den Hausmüll.

Artikel aus selber machen Ausgabe 06/2012. Jetzt abonnieren!
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