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Ob Dispersionsfarbe, Naturfarben oder dem richtigen Werkzeug: Wir zeigen Ihnen, worauf es beim Farbenkauf ankommt und wie man Fehler vermeiden kann.

 
Augen auf, beim Farbenkauf © Michael Holz
Augen auf, beim Farbenkauf

Die Idee, mal wieder neue Farbe in die eigenen vier Wände zu bringen, kommt bisweilen spontan, dennoch sollten Sie sich für die Auswahl des Farbmaterials Zeit nehmen, damit es später nicht Streich-Frust statt Farb-Lust gibt. Klar ist: Die Farbe soll gut decken, damit möglichst nur ein Arbeitsgang nötig ist, ergiebig sein, also für möglichst viele Quadratmeter reichen, und sich als strapazierfähig, das heißt als unempfindlich gegen „Gebrauchsspuren“ erweisen. Das klingt einfach, doch im Baumarkt oder Fachgeschäft ist die Auswahl groß.

Alpinaweiß© SelbermachenDispersionsfarbe

Die am häufigsten verwendete Art der Wandinnenfarbe ist (weiße) Dispersionsfarbe. Sie eignet sich für Neu- und für Renovierungsanstriche auf verschiedenen Untergründen (zum Beispiel auf Raufaser- und Prägetapeten, Gipskarton- und Zementfaserplatten, Putz und Beton) und besteht aus:

– einer wässrigen Dispersion (Bindemittel)

– Füllstoffen und Pigmenten, die Deckvermögen und Fülle (Schichtdicke) sowie den Farbton bestimmen

– Hilfsstoffen (Additiven), die Verlauf, Konsistenz und andere Eigenschaften der Farbe beeinflussen.

Qualitätsunterschiede kommen zustande, weil sich die Rezeptur der Farben unterscheidet. Die einzelnen Inhaltsstoffe sind von unterschiedlicher Güte und in verschiedenen Mischverhältnissen kombiniert. Hochwertige Farben haben einen hohen Anteil an Bindemitteln und Pigmenten. Farben von minderer Qualität mangelt es daran, sie enthalten mehr Füllstoffe. Pigmente sorgen jedoch für Deckkraft und Weißgrad beziehungsweise den richtigen Farbton. Bindemittel bewirken, dass sich die Pigmente zu einem zähen, gleichmäßigen Film verbinden, der gut haftet.

Feste Farbe© SelbermachenIm Regelfall ist es besser, eine hochdeckende – und damit qualitativ hochwertige – Farbe zu verwenden. Doch wie ist gutes Deckvermögen zu erkennen? Die Kennzeichnung gemäß DIN EN 13 300 auf dem Gebinde macht die Produkte – auch mit Angaben zu Strapazierfähigkeit und Glanzgrad – vergleichbar.

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Farbe mit Rolle© SelbermachenSpezielle Anforderungen

Zur Angebotspalette der Farbhersteller gehören Dispersionsfarben mit besonderen Eigenschaften. So enthält die sogenannte feste Farbe spezielle Verdickungsmittel, die ein saubereres und spritzärmeres Streichen ermöglichen sollen. Besonders strapazierfähig ist Latexfarbe. Sie ist problemlos feucht abwischbar und in Bad oder Küche sinnvoll, aber auch für andere stark beanspruchte Wohnbereiche geeignet. Allerdings sind moderne Latexfarben nicht so dampfdurchlässig wie gewöhnliche Dispersionsfarben.

Nehmen Sie deshalb in einem ansonsten mit Latexfarbe gestrichenen Badezimmer für die Decke herkömmliche Dispersionsfarbe, um Schimmelbildung zu vermeiden. Apropos: Die Inhaltsstoffe spezieller Feuchtraumfarben wirken in Küche oder Bad vorbeugend gegen Schimmel oder Pilzbefall und eignen sich auch als Sanierungsanstriche. Produkte mit Nikotinsperre helfen bei stark rauchvergilbten Wänden.

Neueste Farbentwicklungen zielen hauptsächlich auf eine Verbesserung der Gesundheitsverträglichkeit ab, sie sind frei von Konservierungsstoffen, Lösemitteln oder Weichmachern und auch für Allergiker geeignet. Eine interessante Entwicklung sind Farben, die aktiv Schadstoffe in der Raumluft abbauen und luftreinigend wirken. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „Wellness-Farben“. Achtung: Nicht alle Spezialprodukte sind abtönbar!

In jedem Fall ist es ratsam, beim Farbenkauf auf Gütezeichen wie den „Blauen Engel“ zu achten, er steht für emissionsarme Farben und damit eine möglichst geringe gesundheitliche Belastung der Innenraumluft während des Streichens und danach.

Qualität der Farbe© SelbermachenQualität nach DIN EN 13300a

Deckvermögen, Nassabriebbeständigkeit und Glanzgrad bestimmen die Qualität der Farbe: Klasse 1 steht für höchstes Deckvermögen, wobei wichtig ist, dass dazu die Ergiebigkeit (Reichweite) in m2/l angegeben wird, da die aufgetragene Menge die Deckkraft maßgeblich beeinflusst. Farbe mit einer Nassabriebbeständigkeit der Klasse 1 ist am strapazierfähigsten und am besten zu reinigen, sie wird als „scheuerbeständig“ bezeichnet. Beim Glanzgrad gilt: Glänzend, seidenglänzend oder seidenmatt ist mechanisch weniger empfindlich als stumpfmatt.

Wand in Beige gestrichen© SelbermachenNaturfarben

Althergebrachte Anstrichmittel wie Kalk-, Kasein- und Leimfarbe können Sie nach verschiedenen Rezepturen preisgünstig selbst anmischen oder als Fertigpulver zum Anrühren kaufen. Die Farben sind schadstofffrei und bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen oder solchen, die nicht knapp sind. Damit sind sie nicht nur gesundheitlich unbedenklich, sondern auch umweltverträglich. Leider sind diese Farben nicht für alle Untergründe geeignet und können nicht problemlos mit anderen Farben überstrichen werden.

SELBER MACHEN 01/2008

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