Marder auf dem Dach - So werden Sie den Marder wieder los | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Effektive Marderabwehr

Marder auf dem Dach - So werden Sie den Marder wieder los

Der Marder kommt bei Nacht und Nebel: Erst hört man Getrappel auf Dach- und Spitzboden, dann findet man Kot und Beutereste. Was kann man tun, wenn man einen Marder unterm Dach hat? Wir sagen Ihnen, wie Sie die Qälgeister vom Dachboden vertreiben.

 
Effektive Marderabwehr: So werden Sie Mader auf dem Dachboden wieder los. © Selbermachen
Effektive Marderabwehr: So werden Sie Mader auf dem Dachboden wieder los.

Marder auf einem Reifen© SelbermachenDer Steinmader (Martes foina) gehört zur Ordnung der Raubtiere. Er ist kleiner und kurzbeiniger als eine Katze und hat einen schlanken Körper mit buschigem Schwanz.

Das Fell ist milchschokoladenbraun. Seine weiße Zeichnung im Halsbereich, die sich an den Vorderbeinen gabelt, hat ihm den Namen Weißkehlchen eingebracht.

Die ovale Pfotenform mit fünf Zehen machen seine Abdrücke auf lockerem Boden oder im Schnee leicht erkennbar.

Das Ausgangsszenario

Marderpfote© SelbermachenBei Hans-Friedrich Szameitat klingelt das Telefon. Der Anrufer fleht entnervt: „Ich habe einen Marder unterm Dach und brauche eine Sofortlösung!“ Auf die Gegenfrage: „Seit wann haben Sie den denn?“, heißt es: „Seit zehn Jahren.“ „Das ist typisch“, sagt Szameitat, einer von 131 ehrenamtlichen Stadtjägern in Hamburg, „plötzlich soll es ganz schnell gehen.“

Er erläutert: „In meinem Stadtbezirk bin ich Ansprechpartner für alle Problemstellungen, die mit wildlebenden Tieren anfallen. Da geht es um Ratten, einen Fuchs oder eben den Marder.“ Auch anderswo gibt es Stadtjäger, die in so genannten „befriedeten Gebieten“ mit Sondererlaubnis tätig sind. Man kann sie – immer hartnäckig bleiben – über Stadt- und Kreisbehörden ausfindig machen.

Mit der „Sofortlösung“ ist das allerdings so eine Sache. Erst muss feststehen, dass es sich um einen Marder handelt und dann gibt es mehrere Möglichkeiten. „Es ist der Steinmarder, der in menschlichen Behausungen Unterschlupf sucht. Man nennt ihn deshalb auch Haus- oder Dachmarder“, weiß der Fachmann und fährt fort, „manche Menschen haben Angst vor dem Tier im Haus oder stören sich am gelegentlichen Lärm.“

Um den für Menschen harmlosen Pelzträger anhand verschiedener Indizien eindeutig zu identifizieren, geht Szameitat am „Tatort“ auf Spurensuche. Zugleich will er herausbekommen, wie der Marder erst auf und dann unters Dach gelangt. Dafür nimmt er Haus und Garten sehr genau unter die Lupe. Mit Akribie und geschultem Auge sucht er nach den Zugangswegen und hat dafür – bei trockenem Wetter – einen Tipp: „Ausgestreutes Mehl hilft.“ Ziel der Übung ist letztlich das „Aussperren“ des Marders. Dafür müssen seine Zugänge verschlossen oder unerreichbar gemacht werden. Das kann auch bedeuten, dass Bäume am Haus gefällt oder zumindest mit Manschetten versehen werden müssen. Wichtig: Beim Verschließen der Zugänge darauf achten, dass der Marder wirklich nicht zu Hause ist!

Mögliche Zugänge für den Mader

Hauszugänge© SelbermachenMögliche Zugänge für den Mader kann ein Baum nahe dem Haus oder jedwede angebaute Überdachung und Begrünungen sein. Auch alles, was am Haus lehnt sind willkommen Kletterhilfen für den Mader. Ebenso dienen ihm lose Dachziegel, aufgebogene Blei-Abdichtungen und Dachübergänge als Zugang zum Dachboden.

Mit welcher Methode wird man den Marder am besten los?

Besonderer Einfallsreichtum ist bei einer anderen Methode gefragt – dem „Vergrämen“. Dabei soll es dem Tier in seinem Quartier möglichst unangenehm gemacht werden, damit es auszieht. „Der Steinmarder mag keine Störungen oder Veränderungen. Diesen Wesenszug kann der Hausbesitzer nutzen“, meint Szameitat. Also: Den Dachboden zu unterschiedlichen Tageszeiten betreten, umräumen und Krach machen.

Dass widerliche Gerüche den Marder vertreiben, konnte wissenschaftlich nicht bestätigt werden.

Andere Abwehrmittel, so genannte Repellents, die auch von Schädlingsbekämpfern eingesetzt werden, zielen beispielsweise auf das Geschmacksempfinden der Tiere. „Damit kann man auch schwer zugängliche Stellen erreichen und Erfolg haben“, berichtet der erfahrene Stadtjäger.

Nur in besonders schwerem Fall zieht Szameitat auch den Einsatz der Falle in Erwägung. Am liebsten ist ihm, wenn bereits einfache Maßnahmen zum Erfolg führen und den Marder in die Flucht schlagen.

Doch wäre ein Zusammenleben überhaupt möglich? Wir sind mit Dr. Beate Ludwig, Wildbiologin und Verhaltensforscherin dieser Frage nachgegangen. Lesen Sie hier, die überraschende Antwort.

Auf Spurensuche nach dem Mader

  1. Von der Böschung aufs DachVon der Böschung aufs Dach© Selbermachen

    Von der Böschung aufs Dach

    Der Fachmann auf Spurensuche am Tatort: Von dieser Böschung aus hat der Steinmarder leichtes Spiel: Mit einem Sprung landet er auf dem Dach.
  2. MaueröffnungenMaueröffnungen© Selbermachen

    Maueröffnungen

    Derartige Maueröffnungen haben für den Marder die Dimension eines Scheunentors.
  3. RankgitterRankgitter© Selbermachen

    Rankgitter

    Das Rankgitter an einer Terrassenüberdachung wird unter die Lupe genommen.
  4. Nagelspuren vom MarderNagelspuren vom Marder© Selbermachen

    Nagelspuren vom Marder

    Dort sind so genannte Nagelspuren von den Krallen des Marders sicheres Indiz für seinen Weg aufs Dach.
  5. MarderkotMarderkot© Selbermachen

    Marderkot

    Kot: Kommt meist nicht nur einzeln vor, denn der Marder sucht häufig ein und dieselbe Stelle regelmäßig auf, um seinen Kot abzusetzen.
  6. Herausgezupftes DämmmaterialHerausgezupftes Dämmmaterial© Selbermachen

    Herausgezupftes Dämmmaterial

    Herausgezupftes Dämmmaterial: Hier war der Marder „am Bau“ tätig.
  7. PfotenabdruckPfotenabdruck© Selbermachen

    Pfotenabdruck

    Fußabdruck: Der ist oft nur mit etwas Übung zu erkennen.
  8. FutterresteFutterreste© Selbermachen

    Futterreste

    Futterreste: Eierschalen und Knochenreste sind eindeutige Hinweise. Die Knochen stammen aber aus Abfällen und nicht von einem Beutetier.
  9. Landeplatz des MardersLandeplatz des Marders© Selbermachen

    Landeplatz des Marders

    Landeplatz: So sieht die Stelle aus, an der der Marder landet, wenn er immer wieder am selben Platz vom Dach springt.
Artikel aus selber machen Ausgabe 03/2010. Jetzt abonnieren!
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