Gartenpumpen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Pumpen

Gartenpumpen

Immer trockenere Sommer erfordern immer mehr Bewässerung für den Garten. Wer das kostbare Nass nicht aus der Wasserleitung nehmen will, braucht eine Gartenpumpe.

 
Gartenpumpe © Selbermachen
Gartenpumpe

Der eigene Brunnen hilft beim Wassersparen; denn das Wasser kann anstelle des teuren Leitungswasser für die Bewässerung des Gartens genutzt werden. Das gilt auch für die Zisterne, in der Regenwasser aufgefangen wird. In beiden Fällen ist eine Pumpe erforderlich, die das Wasser ansaugt, zu den Verbrauchern (Gartenregnern) transportiert und diese mit dem erforderlichen Druck betreibt.

Die häufigste Lösung für diese Anwendung ist der Einsatz einer elektrischen Gartenpumpe. Solche Geräte gibt es teilweise schon für weniger als 50 Euro. Gartenpumpen sind leicht und handlich. Sie eignen sich gut für gelegentliche Benutzung und lassen sich mobil einsetzen. Sie sind selbstansaugend und produzieren im Unterschied zu Tauchpumpen auch den erforderlich Druck, um Gartenregner zu betreiben.

Leistungsdaten

Die wichtigsten Leistungsdaten einer Gartenpumpe sind die maximale Fördermenge, die maximale Förderhöhe und die maximale Ansaughöhe. Für die Wahl der optimalen Pumpe gilt es, nicht nur die Fördermenge mit dem Wasserverbrauch der Regner zu vergleichen. Auch der Druckverlust in den Saug- und Druckleitungen muss berücksichtigt werden.

© SelbermachenAllgemein gilt, dass pro Meter senkrechte Saug- und Druckhöhe 0,1 bar benötigt werden. Um die Reibungsverluste in den Leitungen mit zu berücksichtigen, rechnen Sie pro Meter waagerechte Leitung ebenfalls 0,1 bar. Muss die Gartenpumpe das Wasser 3 m hoch fördern und 20 m durch den im Garten liegenden Wasserschlauch transportieren, so ergibt sich an der Zapfstelle ein Druckverlust von 0,3 bar + 2 bar = 2,3 bar.

Wenn am Verbraucher mindestens ein Druck von 4 bar zur Verfügung stehen soll, muss die Pumpe also mindestens einen Druck von 6,3 bar liefern. Wie aber erfährt man die Druckleistung einer Pumpe, wenn diese Angaben nicht auf der Verpackung zu finden sind? Der Druck, den die Pumpe liefert, lässt sich aus der Angabe der maximalen Förderhöhe ermitteln. Da 1 m Förderhöhe einem Druck von 0,1 bar entspricht, muss eine Pumpe mit einer maximalen Förderhöhe von 60 m etwa 6 bar liefern. Sie würde also den in unserem Rechenbeispiel geforderten Druck von 4 bar an der Zapfstelle nicht einmal erreichen. Wird die maximale Förderhöhe gar ausgenutzt, sinkt nicht nur der Druck an der Zapfstelle gen Null, sondern auch die Fördermenge. Wichtiger als die maximalen Leistungsangaben der Pumpe ist deshalb die Kennlinie, die angibt, bei welcher Förderhöhe beziehungsweise bei welchem Druck wie viel Wasser transportiert wird.

Pumpenkopf

Gartenpumpen bestehen im Wesentlichen aus einem Elektromotor und dem Pumpenkopf. Das Pumpengehäuse ist aus Grauguss, Stahl, Edelstahl oder Kunststoff gefertigt. Die billigen Graugusspumpen empfehlen sich nur dann, wenn die Pumpe nur ab und zu mal in Betrieb genommen wird. Vor allem, wenn Regenwasser gefördert wird, ist zu beachten, dass dieses einen etwas niedrigeren pH-Wert als Trinkwasser hat, also leicht sauer ist. Bei Grauguss- und Stahlteilen kommt es dann im Laufe der Zeit zu Korrosion. Mit einer Edelstahloder Kunststoffpumpe sind Sie da auf der sicheren Seite. Immer beliebter werden Pumpenköpfe aus Kunststoff.

Sie sind nicht etwa minderwertiger als solche aus Edelstahl, sondern haben oft den Vorteil, dass sie strömungsgünstiger gebaut werden werden können und ein geringeres Laufgeräusch produzieren. Da Gartenpumpen während der gesamten Beregnungszeit in Betrieb sind, sollten Sie auch auf das Laufgeräusch achten; denn anders als Tauchpumpen sind sie nicht geräuschlos im Wasser untergebracht.

Gewicht

Die kleinen, handlichen Gartenpumpen sind keine Leichtgewichte. Ein kräftiger Motor hat sein Gewicht und je dickwandiger die Pumpenteile sind, desto solider, aber auch schwerer ist auch das Gerät. Bei den meisten Gartenpumpen können Sie die Qualität der Pumpe deshalb auch wiegen.

© SelbermachenVorfilter

Gartenpumpen sind nur zum Fördern von sauberem Wasser geeignet. Dennoch ist nicht im- Gewicht mer zu verhindern, dass sich Schmutzpartikel in der Zuleitung befinden. Deshalb sollte die Pumpe möglichst mit einem Vorfilter ausgestattet sein. Praktisch ist es, wenn sich der Vorfilter bereits im Pumpengehäuse befindet. Andernfalls muss man ihn als Zubehör extra dazukaufen.

© SelbermachenBefüllen

Auch wenn Gartenpumpen selbstansaugend sind, müssen sie vor dem ersten Betrieb mit Wasser gefüllt und entlüftet werden, damit das System arbeitet. Große Füllöffnungen erleichtern dies.

-----

© SelbermachenAnschlüsse

Die Schlauchanschlüsse der Gartenpumpe sollten so groß, wie möglich sein, denn dickere Schläuche haben weniger Druckverlust. Benutzen Sie möglichst Schläuche mit 3/4 Zoll Durchmesser und nicht die dünnen 1/2-Zoll- Schläuche.

© SelbermachenSchalter

Achten Sie auch auf einen ergonomischen Griff und leicht erreichbare Schalter. Fußschalter ersparen das Bücken. Fernbedienungen mit Programmierfunktion (siehe Kasten) sorgen für automatischen Komfort. Saubere Verarbeitung und eine ordentliche Bedienungsanleitung sind weitere Merkmale hochwertiger Pumpen. Rosten die Schrauben bei der neuen Pumpe schon, sollten Sie sie gleich im Regal stehen lassen.

Artikel aus selber machen Ausgabe 07/2011. Jetzt abonnieren!
Tags: 
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren