Die wichtigsten technischen Eckdaten für alle Heimwerker-Situationen

Zwischen Schrauben, Rohren und Dübeln lauern auf den Heimwerker unzählige kryptische technische Daten. Wir liefern die Auflösung für (fast) alle Lebenslagen.

 
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Technische Daten sind oft nicht nur für Handwerker die reinsten „Böhmischen Dörfer“. Kein Wunder, denn es gibt große Unterschiede.

Eine M8-Sechskantschraube. Bedeutet das nun, dass man da mit einem 8er Maulschlüssel arbeiten kann? Hat ein ¾-Zoll-Wasserrohr nun 19,05mm Außendurchmesser? Diese beiden Fragen zeigen, dass so vieles im Heimwerkerbereich höchst technischer Natur ist. Und weil Heimwerker nun mal meistens keine Profis sind und oft auch nicht auf einen jahrelangen Erfahrungsschatz zurückblicken können, besteht immer ein Risiko: für Fehlkäufe, für Beschädigungen und Frust, der einem die Heimwerkerlust gehörig verleiden kann.

Mit dem folgenden Artikel wollen wir eine Grundlage schaffen, indem wir die wichtigsten technischen Eckdaten für typische Heimwerkersituationen und -hilfsmittel erläutern. Wer sich den Artikel als Lesezeichen ins Handy speichert, hat so immer einen Überblick.
 

1. Sechskantschrauben

Sie sind dort, wo eine stabile aber lösbare Verbindung angestrebt wird, Mittel der Wahl – ganz gleich, ob man sie nun mit einer Mutter verschraubt oder gleich ein Gewinde ins (metallene) Werkstück schneidet: Sechskantschrauben oder auch „Gewindeschrauben“ (ein etwas nebulöser Begriff, denn schließlich hat jede Schraube ein Gewinde, aber als Gewindeschrauben werden nur solche bezeichnet, die in ein passendes Innengewinde gedreht werden sollen, etwa eine Mutter).

Das Längenmaß von Schrauben bezeichnet immer die Länge zwischen Spitze und dem Punkt, an dem der Kopf mit dem Werkstück abschließt – bei dieser Senkkopfschraube also die Gesamtlänge.

Dabei sei zunächst grundsätzlich erklärt, dass es sich hierbei in Europa praktisch immer um metrische Schrauben handelt. Das heißt, alle relevanten Daten sind (gerundete) Maße in Millimetern. M8, um bei der Schraube aus dem Eingangstext zu bleiben, bedeutet demnach, dass der Außendurchmesser (das Nennmaß der Schraube) 8mm beträgt. Würde man einen Messchieber außen auf das Gewinde auflegen, würde er diese 8mm anzeigen. Daraus ergeben sich allerdings Umrechnungen für die jeweilige Schlüssel/Maulweite, welche genormt sind:
 

Nennmaße der Schraube Schlüsselweite
M5 8mm
M6 10mm
M8 13mm
M10 17mm
M12 19mm
M16 24mm
M20 30mm

 
Diese Werte gelten auch für die dazugehörigen Muttern. Der zweite Wert, der ebenfalls immer bei den Schrauben angegeben wird, ist die Länge. Bei Sechskantschrauben wird die Länge immer nur bis zur Unterseite des Sechskants angegeben. Hat man beispielsweise eine Schraube M8x60mm, so ist die Gesamtlänge höher als 60mm – um die Dicke des Sechskantkopfes. Doch Vorsicht, diese Bemessung ist nicht allgemeingültig:
 

2. Alle anderen Schrauben

Im Alltag begegnen dem Heimwerker zahlreiche andere Schrauben, bei denen die Bemessung anders vorgenommen wird. Hier gilt zum einen, dass das „M“ in der Bezeichnung gestrichen wird – obwohl auch diese Schrauben metrisch gemessen werden. In dem Fall wird einfach ein normaler Zahlenwert angegeben, etwa 6x100. Dann sieht die Bemessung folgendermaßen aus:

  • Die erste Zahl bezeichnet abermals den Nenndurchmesser der Schraube an der Außenseite des Gewindes
  • Die zweite Zahl bezeichnet die Länge der Schraube – und zwar bis zu dem Punkt des Schraubenkopfes, der bei vollständigem Einschrauben bündig mit dem Werkstück liegt.

 

Kopfform Längenbemessung der Schraube
Senkschraube Bis Oberseite Schraubenkopf
Zylinderschraube Bis Oberseite Zylinder
Rundkopfschraube Bis Unterseite Rundkopf
Linsenkopfschraube Bis breiteste Stelle Linse
Tellerkopfschraube Bis Unterseite Tellerkopf

 
Als Merksatz: Bei Schrauben wird grundsätzlich nur das gemessen, was im Material verschwindet.
 

3. Frischwasserrohre

Deutschland, deine Rohre. Leider muss man das mit einem negativen Unterton sagen, denn was Rohrleitungen anbelangt, herrscht hier – trotz oder gerade wegen der Normung – dichter Nebel, welcher Heimwerker immens verwirren kann. Denn Rohre, die Frischwasser führen – also sowohl die Leitungen, die zum Hahn führen wie die, die bei der Heizung im Spiel sind - werden anders bemaßt als die, die Wasser ableiten.

Bei den Frischwasserrohren sieht es so aus, dass hier früher in Zoll genannt wurde und es auch heute noch wird, wenngleich die echten Bemessungen gerundete Millimeterwerte sind, was zu einer etwas komplizierten Bemessung führt. Dabei gilt grundsätzlich bei allen Frischwasserohren: Die Nennweite (Nenndurchmesser) bezieht sich zwar auf das Innenmaß, entspricht aber nicht dem tatsächlichen Innendurchmesser. Der Außendurchmesser indes ergibt sich durch die Wandstärke, welche wiederum materialabhängig ist.
 

Zölliges Maß Nennweite (mm) Dimension Verundrohr (mm) Dimension Kupferrohr (mm)
1/8" DN6 / /
1/4" DN8 / 12x1
3/8" DN10 16x2 15x1
1/2" DN15 20x2 18x1
3/4" DN20 26x3 22x1
1" DN25 32x3 28x1,5

 
Diese Bemessungen gelten natürlich auch für alles, was sonst auf der Frischwasserseite verwendet wird. Etwa Dichtungen, Gewinde etc.
 

4. Abwasser- und Regenrohre

Bei allem, was ab dem Abfluss von Waschbecken und Dusche installiert wird, ferner Fallrohre von Regenrinnen, wird anders bemessen. Großer Vorteil: Hier gibt es kein zöllig-metrisches Verwirrspiel, hier wird ausschließlich in runden Millimeterwerten angegeben. Nachteil: Der Nenndurchmesser bezieht sich hier nicht auf den Innendurchmesser des Rohres, sondern seinen Außendurchmesser. Das heißt, ein Abwasserrohr mit DN110 hat auch 110mm Außendurchmesser. Der Innendurchmesser unterscheidet sich dann wiederum hinsichtlich der Materialstärke.
 

5. Torx-Schrauben

Schrauben mit Torx-Profil haben sich in jüngster Zeit zur beliebtesten Schraube überhaupt gemausert. Kein Wunder, es besteht enorm geringes Risiko des Herausrutschens mit dem Werkzeug und die Kraft kann sehr gut übertragen werden. Doch das Problem ist, die Maulweiten-Angaben sind fast schon eine „dimensionslose Zahl“, denn sowohl im zölligen wie metrischen Bereich sind es enorm „krumme“ Werte, die sich jeweils auf den Außendurchmesser des Sterns beziehen und nichts mit den restlichen Abmessungen der Schrauben zu tun haben:
 

Maulweite („T-Zahl“) d in Zoll d in Millimeter
T4 0,053“ 1,35mm
T5 0,058“ 1,47mm
T6 0,069“ 1,75mm
T7 0,078“ 1,99mm
T8 0,094“ 2,39mm
T9 0,098“ 2,50mm

 
Einen Vorteil hat das Ganze aber: Auf Packungen mit Torx-Schrauben ist auf dem Etikett neben den Dimensionen der Schraube immer auch die T-Zahl angegeben, sodass man einfach nur den passenden Bit ergreifen muss. Allerdings: Das macht es, ungleich zu Sechskantschrauben, viel schwerer, ein gewisses „Augenmaß“ mit der Zeit zu bekommen.
 

6. Bohrer

Wir kommen zu einem Punkt, der erfreulicherweise absolut logisch ist und in Halbmillimeter-Schritten bemaßt wird, Bohrer. Hier gibt es zwar eine ganze Menge unterschiedlicher Bemessungen, für den Heimwerker ist jedoch nur eine einzige davon interessant, der Durchmesser. Und da gilt, ganz gleich, welchen Bohrertyp man heranzieht: Nennweite ist gleich Bohrer-Außendurchmesser ist gleich Bohrloch-Innendurchmesser.

Die Bohrerbemessung erstreckt sich auch auf Exotischeres, wie etwa Forstnerbohrer. Immer ist der Nennwert gleich des Außendurchmessers.

Bei der Länge muss man jedoch abermals etwas aufpassen: Hier entspricht das Maß auf der Packung abermals dem Schema „Durchmesser mal Länge“. Allerdings bezieht sich die Länge immer auf die Gesamtlänge des Bohrers. Da man diesen aber auch noch einige Millimeter tief in die Bohrmaschine einspannen muss, findet sich unter den Angaben häufig auch eine Arbeitslänge. Die Arbeitslänge ist die maximale Bohrlochtiefe, die man mit einem Bohrer erreichen kann (auch wenn man in der Realität durch anderes Einspannen auch noch etwas tiefer gehen könnte).
 

7. Dübel

Dübel sind das unverzichtbare Zwischenstück zwischen Schrauben einerseits und Bohrern andererseits. Darin schlägt sich auch deren Bemessung nieder. Doch keine Sorge, als Grundlage gilt zunächst: Der Dübel-Außendurchmesser muss immer gleich dem Bohrloch-Innendurchmesser sein (und somit auch dem Bohrer-Außendurchmesser). Nur bei weichen Materialien (etwa in Bimssteinen) darf der Dübel-Durchmesser circa einen Millimeter über dem Bohrloch-Durchmesser liegen.

Bei der Längenbemessung indes splittet sich der Dübel auf. Einmal in seine eigene Länge, einmal in diejenige, die die Schraube haben muss, um maximale Lasten aufnehmen zu können – neben dem Schraubendurchmesser, bei dem man allerdings bei den meisten Dübeln etwas variieren kann.

Vorteil: Auf Allzweck-Spreizdübeln (UX) steht in der Regel sowohl der Bohrer-Durchmesser wie die erlaubten Schraubendurchmesser. Diese Beschriftung ist ins Material eingeprägt. Daraus ergibt sich:
 

Dübelmaß
(Durchmesser x Länge)
Mögliche Schraubendurchmesser Mindest-
Bohrlochtiefe
UX 5x30 3-4mm 40mm
UX 6x35 4-5mm 45mm
UX 8x40 4,5-6mm 50mm
UX 8x50 4,5-6mm 60mm
UX 10x60 6-8mm 75mm
UX 12x70 8-10mm 85mm

 
Die Mindest-Bohrlochtiefe muss deshalb immer höher als die Dübellänge sein, damit die Schraube hinten Platz hat. Denn auch das ist eine Regel: Die Schraube muss immer länger sein als der Dübel.

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