Bohrmaschinen: Bohrlehren und Schablonen
Auf was kommt es an?

Eine Bohrmaschine gehört in jede Heimwerkstatt

Elektronik, eine kompakte Bauform und verbesserte Handhabung machen das Arbeiten mit modernen Bohrmaschinen immer komfortabler und vielseitiger.

 
Die Anschaffung einer Bohrmaschine ist für den aktiven Selbermacher ein Muss. © Selbermachen
Die Anschaffung einer Bohrmaschine ist für den aktiven Selbermacher ein Muss.

Handlich sollte die Bohrmaschine auf jeden Fall sein, damit sie beim präzisen Bohren und Schrauben gut mit einer Hand geführt werden kann. Eine Leistung von 600 bis 700 Watt reicht für die meisten Arbeiten vollkommen aus. Je stärker die Maschine ist, desto schwerer und unhandlicher wird sie. Mit der Elektronik kann man sich auf jedes Material und jeden Bohrdurchmesser einstellen.

Hat die Maschine zusätzlich eine mechanische Zweigangschaltung, erreicht man höhere Drehmomente, z. B. zum Farbrühren und Arbeiten mit der Lochsäge. Schrauben und Gewindeschneiden sind mit dem Rechts-links-Lauf kein Problem. Sehr praktisch ist ein schlüsselloses Schnellspannfutter. Beim Bohren und Arbeiten mit Zusätzen ist der Zusatzhandgriff manchmal unentbehrlich.

Bohrlehren und Schablonen für Bohrmaschinen

Freihändig wird kaum eine exakt senkrechte Bohrung gelingen. Auch mehrere übereinstimmende Bohrungen an verschiedenen Werkstücken sind ein Problem. Bohrständer, Bohrmobil und Dübellehre sind die richtigen Werkzeuge für diese Arbeiten. Sehr häufig kann man sich auch mit Material aus der eigenen Werkstatt helfen und sinnvolle Vorrichtungen selber bauen.

Der kleine Tisch des Bohrständers kann z. B. durch ein festgespanntes Brett mit Anschlag zum Frästisch und zur Bohrlehre ausgebaut werden. Bei allen Bauvorhaben wird es immer wieder vorkommen, dass Bohrungen in gleichen Abständen mit gleicher Tiefe gesetzt werden müssen.

Es lohnt sich, für diese Arbeiten eine Schablone, einen Anschlagrahmen oder eine Bohrlehre herzustellen. Manchmal reichen ein Klotz und eine Leiste. Die Arbeit geht schneller von der Hand. Viel wichtiger jedoch ist, dass die Bohrungen im richtigen Abstand sitzen, denn es wird für alle Bauteile dieselbe Schablone eingesetzt.

Bohrmaschine: Der richtige Bohrer für jedes Material

Holz, Stahl, Stein und Kunststoffe werden mit Bohrern bearbeitet. Jeder Werkstoff stellt besondere Ansprüche an das Material, die Schneidenform und Wendel der Bohrer. Mit einem Satz HSS-Bohrern kann man schon viel erreichen, denn außer Metall kann Kunststoff und bedingt Holz gebohrt werden.

Stein oder Beton würde die Schneide aber sehr schnell stumpf machen. Dafür gibt es hartmetallbestückte Bohrer (HM-Bohrer) sowohl für Schlagbohrmaschinen als auch für Bohrhämmer mit speziellem Schaft. Auch die Bohrkronen zum Setzen von Schalterdosen in der Wand haben HM-Schneiden und -Zentrumsbohrer.

In einer Holzwand reichen die Lochsägen mit auswechselbaren, ringförmigen Blättern. Spezielle Holzbohrer haben Zentrierspitzen, die ein seitliches Abweichen der Bohrer verhindern. Große Löcher in Holz werden sauber mit Forst­nerbohrern, tiefe Löcher mit Schlangenbohrern erzeugt.

Die Schneiden der Zentrumbohrer für Holz sind verstellbar, so dass mit einem Bohrer z. B. Löcher von 13 bis 45 mm gebohrt werden können. Mit Schäl- und Stufenbohrern reibt man Löcher in dünnen Blechen auf. Je länger der Bohrer, desto besser muss die Wendel das Bohrmehl abtransportieren können, da sich sonst der Bohrer festsetzen kann. Das gilt für Stein wie für Holz.

Bohrmaschinen mit und ohne Getriebe

Elektrische Bohrmaschinen sind heute so preiswert, dass die Anschaffung einer Handbohrmaschine kaum noch lohnt. Sie hat aber auch ihre Vorteile. Mit der Bohrwinde z. B. wird die Kraft der Hand direkt auf den Bohrer übertragen, große Bohrdurchmesser sind so möglich. Außerdem kann mit den Handgeräten sehr gefühlvoll angesetzt und gearbeitet werden. Und beim Basteln mit Kindern, z. B. bei Laubsägearbeiten, sind Handbohrgeräte einfach sicherer.

Starker Schlag ohne Andruck bei der Bohrmaschine

Bohrhämmer haben Elektronik und Rechts-links-Lauf. Sie können eingesetzt werden wie normale Schlagbohrmaschinen. Der große Vorteil ist das intensive Schlagwerk. Der Steinbohrer wird nicht in ein Futter gespannt, sondern direkt in die Aufnahme des Bohrhammers.

Ein pneumatisch angetriebener Schlagkörper wirkt direkt auf den Bohrer oder den Meißel und treibt ihn in das Gestein. Anders als beim Schlagbohrer muss nur wenig Anpressdruck ausgeübt werden.

Bohrer und Meißel mit SDS

Die SDS-Steckaufnahme hat sich für die Einsatzwerkzeuge bei Bohrhämmern durchgesetzt. Die Bohrer werden direkt in die Maschine gesetzt und mit einer Drehbewegung gespannt. Das hat zwei Gründe: Der starke Schlag würde ein normales Futter zerstören. Das schwere Futter (ca. 350 g) müsste bei jedem Schlag mitbewegt werden. Die Schlagintensität würde verringert. Voraussetzung ist der Einsatz hochwertiger Werkzeuge, denn billige Bohrer halten den starken Schlag nicht aus.

TEXT:Peter-Michael Stange; FOTO: Selbermachen Media
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