Arbeiten mit der Oberfräse

Arbeiten mit der Oberfräse

Fachgerechte Holz­verbindungen, exakt bearbeitete Kanten und sauber eingelassene Be­schläge sind mit der Oberfräse kein Problem. Hier erfahren Sie mehr über Funktion und Handhabung der Oberfräse.

 
Fräsen der Oberklasse für alle Arbeiten wie Nuten und Profilfräsen, Kantenbearbeitung und Beschlagbohren. Mit Drehzahlregulierung für verschiedene Werkstoffe. © Selbermachen
Fräsen der Oberklasse für alle Arbeiten wie Nuten und Profilfräsen, Kantenbearbeitung und Beschlagbohren. Mit Drehzahlregulierung für verschiedene Werkstoffe.

An kein Elektrowerkzeug werden so hohe Ansprüche an die Genauigkeit gestellt wie an die Oberfräse. Sie kommt zum Einsatz, wenn besonders präzise und saubere Ergebnisse gewünscht sind. Man kann sagen, dass der Umgang mit der Oberfräse die hohe Schule der Heimwerkstatt ist.

Der Fräskorb mit dem hochtourig laufenden Motor (ca. 24 000 U/min) wird an zwei Säulen geführt, die auf einer stabilen Grundplatte befestigt sind. Der Fräskorb kann, je nach Modell, 50 mm abgesenkt und in jeder Position fixiert werden, um eine gleichbleibende Frästiefe zu erreichen.

Die Besonderheiten der Oberfräse

  • Die Laufsohle der Oberfräse ist mit Kunststoff beschichtet, gleitet ruckfrei über das Werkstück und hinterlässt keine Kratzer. Mit hoher Geschwindigkeit und scharf geschliffenen HSS- oder HM-Fräsern wird Material zerspant, meistens Holz.
  • Die Schnitte sind sehr sauber, die Werkbank leider nicht, es fallen sehr feine Späne an. Aus diesem Grund sollte für eine gut funktionierend Staubabsaugung gesorgt werden. Der Materialabtrag pro Arbeitsgang ist bei der Oberfräse je nach ausgeführter Arbeit sehr hoch.
  • Die Motoren müssen also eine entsprechende Leistung haben, 600 Watt sollten es schon sein.
  • Unterschiedliche Werkstoffe erfordern unterschiedliche Fräsgeschwindigkeiten, so kann z. B. Kunststoff zu warm werden. Auch der Durchmesser des Fräsers spielt eine Rolle. Je größer der Fräser, desto geringer die Drehzahl. Ein Blick in die Bedienungsanleitung hilft weiter.

Zum Weiterlesen: Hier erfahren Sie mehr über Funktionsweise und Innenleben der Oberfräse.

Oberfräse: Arbeiten mit Anschlägen

Wenn man einmal versucht hat, eine Oberfräse freihändig zu führen, weiß man gute, stabile Anschläge zu schätzen. Der erste Anschlag am Gerät, der Tiefenanschlag, hat keine Führungsaufgaben. Hier wird die Eintauchtiefe eingestellt.

Bei den meisten Geräten hat der Revolveranschlag drei Einstellungen. Breite Falze und tiefe Nuten können in mehreren Arbeitsschritten gefräst werden, ohne die Frästiefeneinstellung zu verändern. Beim letzten Arbeitsgang trägt man nur wenig Material ab und verbessert so die Oberflächengüte.

Mit dem Parallelanschlag lässt sich die seitliche Führung der Fräse einstellen. So ist sicher, dass die Nuten immer im richtigen Abstand und parallel zur Kante verlaufen. Auch der Abstand der Bohrungen, z. B. beim Setzen von Topfscharnieren, ist immer gleich.

Eine Feineinstellschraube erleichtert das millimetergenaue Ausrichten der Fräse auf dem Werkstück. Beim Arbeiten mit dem Parallelanschlag wird die Fräse nur einseitig geführt, der Anschlag muss also immer fest an die Werkstückkante gedrückt werden.

Besser geht es mit einer Führungsschiene. Hierbei gleitet die Fräse auf einer glatten Aluminiumschiene und wird durch eine Nut im Führungsanschlag in der Bahn gehalten. Ein seitliches Abweichen des Fräsers ist nicht möglich. Anders als beim Parallelanschlag kann man mit der Führungsschiene auch schräg zur Werkstückkante arbeiten.

Oberfräse mit doppelter Führung

Auf schmalen Kanten zu fräsen ist ein Problem. Die Auflagefläche ist zu klein, um ein Abkippen der Fräse zu verhindern. Abhilfe könnte ein großflächiger Anschlag schaffen. Wenn es den für die Fräse nicht gibt, kann man das Problem mit einem zweiten Parallelanschlag lösen.

Da sich die Anschläge beidseitig montieren lassen, stellt man am ersten Anschlag den genauen Nutabstand ein und schiebt den zweiten als zusätzliche Führung an das Werkstück.

Bei den meisten Systemen kann diese Führungsschiene auch zum Arbeiten mit anderen Maschinen, z. B. der Handkreissäge, eingesetzt werden. Bei kleinen Werkstücken ist es von Vorteil, wenn die Fräse stationär in einen Tisch gesetzt werden kann.

Der muss dann natürlich mit den entsprechenden Sicherheitsanschlägen ausgerüstet sein. Eine Führungshülse, die in die Grundplatte der Fräse gesetzt wird, er­laubt das Fräsen nach Schablone. Für einige Beschläge kann man die Schablonen vom Beschlaghersteller bekommen.

Aus dünnem Sperrholz kann man sich aber auch Schablonen für jede Form zuschneiden, z. B. für Buchstaben, Rundungen oder Grifföffnungen. Führungs­aufgaben können auch die Fräser selber übernehmen. Bei der Kantenbearbeitung ist das Fräsen ohne Anschläge möglich, wenn der Fräset einen Anlaufring hat.

So können Kanten profiliert oder bündig gefräst werden. Na­türlich kann man mit der Oberfräse auch freihändig arbeiten. Das erfordert aber einige Übung. Spezielle Schriftenfräser eig­nen sich gut für das freihändige Arbeiten.

Beginnt man, mit der Oberfräse zu arbeiten, wird man sich bald an Aufgaben herantrauen, an die man zu Anfang nicht gedacht hatte. Deswegen ist es wichtig, dass zum Gerät vom Hersteller Schienen, Tische und Anschläge angeboten werden.

Oberfräse: HM- oder HSS-Fräser

Die hohe Drehzahl und die unterschiedlichen Holzsorten, die gefräst werden, for­dern den Fräsern einiges ab. Fräsen aus Hochleistungs-Schnellschnittstahl (HSS) erzeugen beim Fräsen von Weichholz eine sehr gute Oberfläche.

Bei harten Hölzern, Span- oder MDF-Platten und Platten mit Schichtstoff-Oberflächen greift man besser zu den hartmetallbestückten HM-Fräsern. Es gibt Fräsen in vielen Formen und Ab­messungen.

Durch die Einstellung des Tiefen- und Parallelanschlages kann man aber mit ein und demselben Fräser unterschiedliche Formen herstellen. Geführt wird die Oberfräse immer gegen die Drehrichtung des Fräsers, sonst läuft der Fräser über das Material hinweg.

Der Fräskorb mit dem hochtourig laufenden Motor (bis 24000 UpM) wird an zwei Säulen geführt, die auf einer stabilen Grundplatte befestigt sind. Die Qualität der Lagerung ist entscheidend für gute Arbeitsergebnisse.

Die Arbeitstiefe der Oberfräse liegt bei etwa 50 mm – je nach Modell – und kann in jeder Position fixiert werden, um eine gleichbleibende Frästiefe zu erreichen. Die Laufsohle der Fräse ist mit Kunststoff beschichtet, gleitet ruckfrei über das Werkstück und hinterlässt keine Kratzer.

Bei der Oberfräse nicht ohne Staubsauger arbeiten

Mit hoher Geschwindigkeit und scharfgeschliffenen HSS (Hochleistungs-Schnell-Stahl)- oder HM-Fräsern (hartmetallbestückt) wird Material zerspant, meistens ist es Holz. Die Schnitte sind sehr sauber, die Werkbank ist es leider nicht: Es fallen sehr feine Späne an. Aus diesem Grunde sollte für eine gute Staubabsaugung gesorgt werden.

Der Materialabtrag pro Arbeitsgang ist bei der Oberfräse je nach ausgeführter Arbeit wesentlich größer als z. B. bei einer Handkreissäge; die Motoren müssen also eine entsprechende hohe Leistung haben, 800 Watt sollten es schon sein. Mit dem Revolveranschlag kann man in mehreren Einzelschritten arbeiten, wenn breite, tiefe Nuten zu fräsen sind oder wenn Hartholz wie Eiche oder Mahagoni bearbeitet wird.

Die Oberflächengüte wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. Grundvoraussetzung sind scharfe Fräser. HM-Fräser eignen sich für starke Beanspruchung beim Arbeiten mit Hartholz, Plattenwerkstoffen oder Kunststoffen und haben eine sehr hohe Standzeit. Spanplatte und MDF-Material kann nur mit HM-Fräsern bearbeitet werden. Die HSS-Fräser müssen zwar häufiger nachgeschliffen werden, ergeben aber bei Weichholz die bessere Oberfläche.

Weitere Faktoren für die Oberflächengüte

Die Schnittrichtung spielt auch eine Rolle. Am problematischsten sind Schnitte im Hirnholz, das beste Fräsbild erreicht man bei Längsschnitten mit der Faser. Die Oberflächengüte lässt sich verbessern, wenn man den Revolveranschlag so einstellt, dass beim letzten Fräsvorgang nur wenig Span abgenommen wird.

Wird ein Werkstück an allen vier Kanten bearbeitet, beginnt man mit einer Stirnseite. So werden beim letzten Fräsvorgang Aussplitterungen vermieden. Über die Elektronik der Oberfräse kann deren Drehzahl reguliert werden; die verschiedenen Werkstoffe erfordern angepasste Fräsgeschwindigkeiten: Kunststoff kann zum Beispiel zu warm werden und schmelzen.

Auch auf die Größe der Fräse kommt es an: Mit zunehmendem Durchmesser steigt deren Umfangsgeschwindigkeit, die Drehzahl muss dann verringert werden.

Fräsen der Oberklasse für alle Arbeiten wie Nuten und Profilfräsen, Kantenbearbeitung und Beschlagbohren. Mit Drehzahlregulierung für verschiedene Werkstoffe.

Die Staubabsaugung bei Kantenbearbeitung erfolgt bei der Elu-Fräse direkt am Parallelanschlag, bei Flächenbearbeitung am Fräser durch die Fräskorbsäule.

Führung der Oberfräse am Parallelanschlag: Der Anschlag kann nach Montage und Grobeinstellung mit Feineinstellschraube und Meßuhr genau justiert werden.

Die Führungsschiene wird eingesetzt, wenn der Anschlag nicht ausreicht, um die Fräse bei geringen Abständen zur Kante des Werkstücks nach beiden Seiten zu stabilisieren.

Mit der Lochschiene können die Bohrungen für Bordträger, Scharniere und Beschläge (z. B. Schrankinnenteile) im genormten 32-mm-Abstand gleichmäßig gesetzt werden.

Bei Hartholz und tiefen Nuten arbeitet man mit dem Revolveranschlag in bis zu drei Arbeitsgängen, um Fräser und Motor zu schonen. Der Materialabtrag wird verringert.

Einsetzen von Topfscharnieren mit Parallel­­anschlag und einem Scharnierlochfräser, den es für Bohrungen in den gängigen Lochdurchmessern von 26 und 35 mm gibt.

Die Nut für den Schwedenbügel, einen unsichtbaren Bordträger, wurde mit einem Schlitzfräser gezogen. Die Tiefe des Schlitzes wird am Parallelanschlag eingestellt.

Der großflächige Winkelanschlag gibt der Oberfräse auf schmalen Kanten zusätzlichen Halt. Mit diesem Anschlag kann die Fräse auch horizontal geführt werden 

Fasenfräser mit Anlaufring: Die Höhe der Fase wird durch unterschiedliche Frästiefen an der Maschine eingestellt. Dabei wird ohne festen Anschlag gearbeitet.

Verschiedene Profilfräser und die Ergebnisse. Die Formen wurden in einem Gang gefräst. Unterschiedlich große Anlaufringe bestimmen den Seitenabstand.

Kantenbearbeitung ohne Anschlag. Der Fräser wird durch den Anlaufring geführt. Aufgeleimte Flächen oder vorgeleimte Leisten werden exakt bündig gefräst.

Auf einem Zusatztisch können kleine und schmale ­Werk­stücke wie ­Leisten besser ­geführt ­werden. Der Sicher­heits­­anschlag drückt das Werk­stück auf den Tisch oder, bei ­seitlicher Montage, an den Anschlag. Die ­Hände sind dadurch beim Arbeiten ­optimal geschützt.

Doppelte Führung: Auf schmalen Kanten zu fräsen ist ein Problem. Durch zwei beidseitig montierte Parallelanschläge ist die Maschine vor dem seitlichen Abkippen sicher.

Zum Weiterlesen: Wir haben Oberfräsen von Bosch und Black+Decker getestet.

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