Arbeiten mit Exzenterschleifern | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Arbeiten mit Exzenterschleifern

Perfekte Oberflächen, und trotzdem eine hohe Abtragsleistung, beides auf einmal ist nur mit einem Exzenterschleifer zu erreichen.

 
Exzenterschleifer sind aus der Werkstatt der Selbermacher kaum noch wegzudenken. Und das hat seinen Grund: Mit keinem anderen Gerät gelingen Oberflächen besser. © Selbermachen
Exzenterschleifer sind aus der Werkstatt der Selbermacher kaum noch wegzudenken. Und das hat seinen Grund: Mit keinem anderen Gerät gelingen Oberflächen besser.

Das Geheimnis des Exzenterschleifers liegt in der Kombination von drehender und schwingender Bewegung. Im Grunde macht man beim Schleifen von großen Flächen mit dem Schleifklotz die gleichen Bewegungen. Die Drehbewegung sorgt für die hohe Abtragsleistung, zusammen mit den exzentrischen Schwingungen entsteht ein riefenfreies Schleifbild.
Das ist eine ideale Voraussetzung für eine spätere Oberflächenveredelung. Aber nicht nur zum Schleifen, auch zum Polieren sind diese Maschinen geeignet.

Mit geringem Druck

Das Arbeiten ist wirklich mühelos. Mit nur ganz wenig Druck soll die Maschine geführt werden, wenn z.B. mit grobem Schleifpapier viel Material abgetragen werden soll. Dann arbeitet die Drehbewegung am wirkungsvollsten. Etwas mehr Druck muss man ausüben, wenn die Fläche fein geschliffen werden soll. Das Maschinengewicht und die locker auf dem Gerät liegende Hand reichen aus, um die Drehbewegung abzubremsen.

Eingeschaltet wird das Gerät erst, wenn es mit der ganzen Schleiffläche plan auf dem Werkstück aufliegt. Es kommt sonst bei schon hochgelaufener Maschine und verkantetem Aufsetzen zur Riefenbildung. Die müssen dann hinterher wieder geschliffen werden. Auch am Ende des Schleifvorganges wird das Gerät zuerst ausgeschaltet und dann vom Werkstück abgehoben.

Mit der Elektronik kann die Dreh- und Schwingzahl geregelt werden. Wichtig ist das beim Polieren des Autos oder beim Ausschleifen von Kratzern aus z. B. Acrylglas oder der Kunststoffbadewanne mit einer Schleifpaste. Auch das geht mit diesem Gerät. Durch die reduzierte Drehzahl kann sich die Lack- oder Kunststofffläche nicht erwärmen.

Außerdem kann das Polier- oder Schleifmittel nicht durch die Zentrifugalkraft weggeschleudert werden. Um für alle Arbeiten ausgerüstet zu sein, sollte der Exzenterschleifer also eine Elektronik haben.

Außen- und Innenrundungen schleifen

Zum Schleifen von konkaven und konvexen Flächen bzw. Außen- und Innenrundungen ist der Exzenterschleifer das ideale Gerät. Bosch bietet für die Geräte Stützteller mit unterschiedlichen Härtegraden an. Der weiche Teller passt sich natürlich am besten den Rundungen an.

Für die normalen Arbeiten ist der mittlere Teller eine gute Wahl, mit ihm können auch Rundungen geschliffen werden. Mit einem Teller mittlerer Härte sind die Geräte aus­ge­rüstet. Der harte Teller mit 150 mm Größe ist beim Planschleifen großer Flächen von Vorteil.

Eine sehr interessante Lösung ist der Multischleifer. Hier wird durch das Auswechseln des Tellers aus dem Exzenterschleifer ein Dreiecksschleifer. Dreht man die Grundplatte, wird daraus ein Schwingschleifer. Da sich beim Dreieckschleifer die Spitzen sowohl beim Papier als auch bei der Grundplatte am schnellsten abnutzen, liegt dem Gerät eine zusätzliche Spitze bei. Das Schleifpapier wird pro Bogen mit drei Spitzen geliefert.

Viel Antrieb - viel Staub

Auf jeden Fall sollte der Exzenterschleifer nur mit einer angeschlossenen Staubabsaugung benutzt werden. Durch den hohen Abrieb fällt auch viel Staub an. Selbst, wenn im Freien gearbeitet wird, ist das zu empfehlen, denn das Einatmen des Schleifstaubes ist ungesund. Die mitgelieferten Staubbeutel geben immer noch zuviel Staub an die Umwelt ab.

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Exzenterschleifer sind aus der Werkstatt der Selbermacher kaum noch wegzudenken. Und das hat seinen Grund: Mit keinem anderen Gerät gelingen Oberflächen besser.

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In drei Arbeitsgängen, mit Schleifpapier der Körnung 60, 120 und 240, wurde der alte Farbanstrich bis auf das rohe Holz abgeschliffen. 

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Das Stück Mahagoniholz war einmal Bestandteil einer alten Werkbank. Mit dem Exzenterschleifer wurde die schöne Maserung des Holzes wieder hervorgeholt.

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Innen- und Außenwölbungen können mit dem Exzenterschleifer bearbeitet werden. Für Innenrundungen bietet Bosch einen weichen Stützteller an, der flexibler ist.

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Mit der Lammfellhaube und einem Möbelpflegemittel wird die Platte eines alten Tisches aufpoliert. Wasserränder und Flek­ken verschwinden. Der Tisch ist wie neu.

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Matter Lack ist nicht nur unschön, es kann sich auch Schmutz in der Oberfläche festsetzen. Eine Politur mit dem Exzenterschleifer schafft fast mühelos Abhilfe.

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Zum randnahen Schleifen wird der Zusatzhandgriff beim Bosch-Schleifer einfach in die Griffmulde geklappt. Bei anderen Geräten wird er abgebaut oder geschwenkt.

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In Topf- oder Stabform gibt es die Schleifer. Am gebräuchlichsten ist die Topfform. Welche Form besser in der Hand liegt, muß man für sich selber entscheiden.

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Mit dem Polierschwamm wird das Poliermittel eingearbeitet. Zum Nachpolieren wird die Lammfellhaube mit Klettverschluß auf ein Schwammzwischenstück montiert.

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Dreimal Staubabsaugung. Meistens wird ein Staubsack mitgeliefert. Die Papiertüte läßt kaum Staub durch. Am effektivsten arbeitet ein angeschlossener Staubsauger.

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Ein echtes Multitalent ist der Multischleifer. Er ist Exzenterschleifer, Dreiecksschleifer und Schwingschleifer, alles in einem Gerät.

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Bis in die letzte Ecke schleifen Multischleifer mit der zum Gerät gehörenden Zusatzplatte. Dreht man die Grundplatte, wird aus dem Gerät ein Schwingschleifer.

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Zwei Durchmesser. Bei manchen Schleifern kann man den mitgelieferten Teller mit 125mm gegen einen Teller mit 150mm Durchmesser austauschen. Nur drei Schrauben und die Staubfangmanschette werden ge­löst. Der große Teller kostet ca. 40DM mit der großen Manschette.

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