Beizen und Lasuren | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Beizen, Lasuren

Beizen und Lasuren

Beide Anstrichsysteme färben das Holz, betonen die Maserung und lassen sich mit einem Pinsel auftragen – alles ziemlich ähnlich, denken Sie? Stimmt. Doch Vorsicht, denn das waren schon die Gemeinsamkeiten. Ab jetzt gibt es nur noch Unterschiede.

 
Beizen und Lasuren © Chris Lambertsen (20), Jalag/Holz (1), Hersteller
Beizen und Lasuren

Holz einen farbigen Akzent zu schenken, war schon seit jeher der Wunsch des kultivierten Menschen. Dabei wurden früher viele natürliche Stoffe wie Pflanzen und Insekten benutzt. Am bekanntesten ist wohl die äußere fleischige Schale der Walnuss. Heute Holz einzufärben ist dabei eindeutig einfacher, wobei man sich die Frage stellt: Beize oder Lasur?

Beize, Klarlack und Lasur© SelbermachenDie Möglichkeiten: Sie haben die Wahl zwischen einer Kombination aus Beize und Klarlack oder einem Anstrich mit der Lasur.

Im Handel erhältliche Beizen sind in Wasser, Testbenzin oder Spiritus gelöste Farbstoffe, die tief ins Holz eindringen. Sie sind jedoch in keinem Fall ein Holzschutz und benötigen daher immer einen schützenden Überzug, und zwar in der Regel eine Lackschicht. Haben Sie eine wasserlösliche Beize verwendet, so muss ein Kunstharzlack aufgetragen werden, der die Wasserbeize nicht anlösen kann. Andernfalls würde das Wasser aus den Acryllacken die Wasserbeize wieder anlösen, und es käme zur Auswaschung oder Streifenbildung. Sind allerdings wasserbasierte Beizen und Lacke aufeinander abgestimmt, wie etwa bei Clou die AquaClou-Holzbeize (B11) und der AquaClou-Holzlack, so ist die Verwendung eines solchen Wasserlacks möglich.

Pulverbeize anrühren© SelbermachenPulverbeizen werden in heißem Wasser angerührt und lassen sich ganz individuell untereinander bis zum gewünschten Farbton anmischen.

Wenn Sie Lösemittelbeizen verwenden, so ist ein wasserbasierter Lack ohnehin kein Problem. Darüber hinaus kann bei Lösemittelbeizen auf Wässern und Schleifen verzichtet werden, da sie die Holzoberfläche nicht aufrauen.

Der richtige Pinsel!© SelbermachenDer richtige Pinsel: Für Beizen werden solche mit Kunststoffvorbund (blau) benutzt, da sonst die laugenhaltigen Beizen mit dem Metall chemisch reagieren.

Das Beizen großer Flächen birgt immer das Risiko, dass das Holz auf Grund von Strukturunterschieden die Farbe nicht gleichmäßig annimmt. Deswegen werden vorwiegend kleine Flächen gebeizt. Damit das gelingt, werden Möbel weitestgehend auseinandergenommen oder die Einzelteile vor dem Zusammenbau bearbeitet. Lasuren hingegen können gleich aus dem Gebinde auf die Holzoberfläche gestrichen werden, weshalb sie besser für große Flächen wie Wandvertäfelungen und -verbretterungen geeignet sind. Eine Lasur ist ein Gemisch aus Pigmenten, Bindemittel und Lösemittel (Wasser, Öl, Spiritus). Die farbgebenden Pigmente dringen nicht ins Holz ein, sondern lagern sich auf der Oberfläche ab. Das Ergebnis ist eine nichtdeckende, aber schützende Schicht. Ein weiterer Holzschutz ist daher bei Lasuren unnötig. Farbige Lasuren finden ebenso im Innen, wie auch im Außenbereich ihre Anwendung, benötigen aber im Außenbereich in geregelten Abständen eine Neubeschichtung.

Viele Namen - Wenige Unterschiede

Wer im Baumarkt schon einmal vor dem Farbenregal stand, wird sich bestimmt an die vielen Produktbezeichnungen erinnern: Dekor-Lasur, Einmal-Lasur, Holzschutz- Lasur oder ganz profan Universal-Lasur – die Bezeichnungen der Beizen sind ähnlich vielfältig. Doch wie auch immer ein Produkt heißt, im Kern unterscheiden sich Lasuren je nach Bindemittelgehalt als Dünnschichtlasur (dünnflüssig, zieht tief ein, für nicht maßhaltige Bauteile) und Dickschichtlasur (Konsistenz wie Lack, liegt auf der Oberfläche des Holzes, für maßhaltige Bauteile). Dünnschichtlasuren werden teilweise mit Fungiziden ausgerüstet, um im Außenbereich einen guten Schutz zu schaffen. Beide Lasursysteme werden als lösemittelbasiert wie auch als wasserverdünnbar angeboten. Achten Sie deshalb beim Kauf auf die Inhaltsstoffe! Bei Beizen unterscheidet man Farbstoffbeizen von chemischen Beizen. Mit ersterem sind die Tüten- und Flaschenbeizen gemeint, mit zweitem die Verwendung von zum Beispiel Ammoniak (reagiert mit Gerbsäure in Brauntönen). Beim Räuchern befindet sich das Holz in konzentrierten Chemiedämpfen.

Pro und Contra

Beize

Pro

● Beize durch Mischen verschiedener Farbtöne exakt einstellbar.

● Bei Lösemittelbeizen entfallen das Wässern und der Feinschliff.

● Die gebeizte Oberfläche kann beliebig weiterbehandelt werden.

Contra

● Schwierige Verarbeitung.

Lasur

Pro

● Farbe und Oberflächenschutz kann in einem Arbeitsgang erfolgen.

● Verarbeitung ist direkt aus dem Gebinde möglich.

Contra

● Eingeschränkte Farbauswahl

FOTOS: Chris Lambertsen (20), Jalag/Holz (1), Hersteller
Artikel aus selber machen Ausgabe 12/2009. Jetzt abonnieren!
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