Selbstgemachte Holzpflege

4 Rezepte für Holzlasur & Co.

Um unbehandelte Holzflächen zu pflegen oder aufzufrischen, müssen Sie nicht extra zum Baumarkt fahren. Mit unseren Rezepten pflegen Sie Ihre Holzmöbel aus dem Vorratsschrank heraus.
 

 
Holzlasur selber machen © NinaMalyna - stock.adobe.com
Holzlasuren kann man einfach und preiswert selbst herstellen.

Gerade bei der Anwendung in den Wohnräumen ist eine sogfältige Auswahl der verwendeten Produkte notwendig. Viele Möbelpolituren beinhalten flüchtige organische Verbindungen, die für empfindliche Menschen sowie für Haustiere gefährlich werden können. Eine gern genommene Alternative ist Leinöl oder Leinölfirnis. Allerdings ist Leinöl bekannt dafür, dass es beim Trocknen oft hohe Temperaturen bis hin zur Selbstentzündung entwickelt.
 
Doch daneben eignen sich auch weitere Nahrungsmittel zur Möbelpflege. Hier ist bei der Auswahl besonders darauf zu achten, dass die Öle schnell trocknen, da sich mit der Zeit sonst ein ranziger Geruch entwickeln kann. Oft empfohlene Öle wie Oliven- oder Sonnenblumenöl eignen sich eher zur Imprägnierung von Holzmöbeln im Außenbereich. Andere Öle hingegen eignen sich hervorragend:
 
Kokosöl beispielsweise ist ein weißes, in flüssigem Zustand farbloses Öl, das impränierend und keimabtötend wirkt und so Schimmel verhindern kann. Eine Behandlung mit Kokosöl frischt das Erscheinungsbild von Holzmöbeln auf. Dazu wird das Öl mit einem Baumwolltuch sparsam auf der entsprechenden Fläche verteilt. Nach kurzer Einwirkzeit kann überschüssiges Öl mit einem trockenen Tuch abgenommen werden.
 
Längere Haltbarkeit und eine Extraportion Pflege liefert ein selbstgemachtes Bienen-Kokosöl-Möbelwachs: Dazu einfach 100 Gramm Kokosöl und 30 Gramm Bienenwachs im Wasserbad schmelzen lassen und verrühren. Die Wachsmischung wird dünn mit einem Tuch aufgetragen, Überschüsse können mit einem trockenen Tuch abgenommen werden.

Holzlasur mit Bier und Pflegeöl mit Erdnuss

Auch Erdnussöl eignet sich gut zur Möbelpflege. Das Speiseöl trocknet relativ schnell und wird nicht ranzig, dabei stellt es aber, anders als Leinöl, keine Brandgefahr dar. Für ein pflegendes Holzöl einfach Erdnussöl und Bienenwachs im Verhältnis 2:1 im Wasserbad erwärmen und im geschmolzenen Zustand gründlich verrühren. Die Ölmischung wird mit einem trockenen Tuch sparsam aufgebracht. Nach dem Trocknen kann die behandelte Fläche mit einem Tuch nachpoliert werden.
 
Eine schnelle Holzpolitur kann man auch mit Essig und Öl herstellen. Dazu werden Apfelessig und ein geeignetes Öl im Verhältnis 1:1 gemischt und mit einem Tuch sparsam aufgebracht. Diese Mischung eignet sich besonders gut, um Wasserflecken zu entfernen. Für besonders dunkles Holz können Sie statt Apfelessig auch Balsamico verwenden.
 
Speziell zur Behandlung von Eichenholz eignet sich außerdem Bier. Dazu wird die fragliche Fläche mit einem hellen, erwärmten Bier feucht abgewischt und anschließend mit einem trockenen Tuch nachpoliert. Durch Zugabe von Farbpigmenten - etwa 15 Gramm Pigmente auf 85 Gramm Bier - entsteht Bierlasur. Diese wurde vor allem im 19. Jahrhundert verwendet, um Holzmaserungen oder Marmorierungen zu imitieren. Die Bierlasur ist allerdings wasserlöslich und muss daher zusätzlich mit einem Schutzlack versehen werden, wenn sie lange halten soll.
 
Da diese Hausmittel bei unterschiedlichen Holzarten unterschiedlich wirken, ist es empfehlenswert, den Effekt zuerst an einer unauffälligen Stelle zu testen. Wie Sie Holzoberflächen perfekt lasieren, erfahren Sie hier.
 
 

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