Was sind die Unterschiede?

Beizen oder Holzlasuren - das sind die Vor- und Nachteile

Beide Anstrichsysteme färben das Holz, betonen die Maserung und lassen sich mit einem Pinsel auftragen – alles ziemlich ähnlich, denken Sie? Stimmt. Doch das waren schon die Gemeinsamkeiten. Wir erklären die Unterschiede.

Beizen und Lasuren
Beizen und Lasuren: Wer die Wahl hat, hat die Qual.© Chris Lambertsen

Holz einen farbigen Akzent zu schenken, war schon seit jeher der Wunsch des kultivierten Menschen. Dabei wurden früher Farbstoffe aus Insekten oder Pflanzen – am bekanntesten ist wohl die äußere fleischige Schale der Walnuss – gewonnen. Heute ist es einfacher,  Holz einzufärben, wobei man sich die Frage stellt: Beize oder Lasur?

Beize oder Holzasur?

Im Handel erhältliche Beizen sind in Wasser, Testbenzin oder Spiritus gelöste Farbstoffe, die tief ins Holz eindringen. Sie sind jedoch in keinem Fall ein Holzschutz und benötigen daher immer einen schützenden Überzug, und zwar in der Regel eine Lackschicht.

Haben Sie eine wasserlösliche Beize verwendet, so muss ein Kunstharzlack aufgetragen werden, der die Wasserbeize nicht anlösen kann. Andernfalls würde das Wasser aus den Acryllacken die Wasserbeize wieder anlösen, und es käme zur Auswaschung oder Streifenbildung. Sind allerdings wasserbasierte Beizen und Lacke aufeinander abgestimmt, so ist die Verwendung eines solchen Wasserlacks möglich.

Wenn Sie Lösemittelbeizen verwenden, so ist ein wasserbasierter Lack ohnehin kein Problem. Darüber hinaus kann bei Lösemittelbeizen auf Wässern und Schleifen verzichtet werden, da sie die Holzoberfläche nicht aufrauen.

Der richtige Pinsel: Für Beizen werden solche mit Kunststoffvorbund (blau) benutzt, da sonst die laugenhaltigen Beizen mit dem Metall chemisch reagieren.

Holz beizen: Nur kleine Flächen

Das Beizen großer Flächen birgt immer das Risiko, dass das Holz auf Grund von Strukturunterschieden die Farbe nicht gleichmäßig annimmt. Deswegen werden vorwiegend kleine Flächen gebeizt. Damit das gelingt, werden Möbel weitestgehend auseinandergenommen oder die Einzelteile vor dem Zusammenbau bearbeitet. Lasuren hingegen können gleich aus dem Gebinde auf die Holzoberfläche gestrichen werden, weshalb sie besser für große Flächen wie Wandvertäfelungen und -verbretterungen geeignet sind.

Holzlasur: Viele Namen - wenige Unterschiede

Eine Lasur ist ein Gemisch aus Pigmenten, Bindemittel und Lösemittel (Wasser, Öl, Spiritus). Die farbgebenden Pigmente dringen nicht ins Holz ein, sondern lagern sich auf der Oberfläche ab. Das Ergebnis ist eine nichtdeckende, aber schützende Schicht. Ein weiterer Holzschutz ist daher bei Lasuren unnötig. Farbige Lasuren finden ebenso im Innen- wie auch im Außenbereich ihre Anwendung, benötigen aber im Außenbereich in geregelten Abständen eine Neubeschichtung.

Dekor-Lasur, Einmal-Lasur, Holzschutz- Lasur oder ganz profan Universal-Lasur – die Bezeichnungen sind vielfältig. Doch wie auch immer ein Produkt heißt, im Kern unterscheiden sich Lasuren je nach Bindemittelgehalt.

Dünnschichtlasur

  • dünnflüssig
  • zieht tief ein
  • für nicht maßhaltige Bauteile
  • teilweise mit Fungizid angereichert, um Schutz im Außenbereich zu bieten

Dickschichtlasur

  • Konsistenz wie Lack,
  • liegt auf der Oberfläche des Holzes,
  • für maßhaltige Bauteile

Beide Lasursysteme werden als lösemittelbasiert wie auch als wasserverdünnbar angeboten. Achten Sie deshalb beim Kauf auf die Inhaltsstoffe! Bei Beizen unterscheidet man Farbstoffbeizen von chemischen Beizen. Mit ersterem sind die Tüten- und Flaschenbeizen gemeint, mit zweitem die Verwendung von zum Beispiel Ammoniak (reagiert mit Gerbsäure in Brauntönen). Beim Räuchern befindet sich das Holz in konzentrierten Chemiedämpfen.

Beizen und Lasuren: Vor- und Nachteile

1. Beize

Pro:

  • Beize durch Mischen verschiedener Farbtöne exakt einstellbar.
  • Bei Lösemittelbeizen entfallen das Wässern und der Feinschliff.
  • Die gebeizte Oberfläche kann beliebig weiterbehandelt werden.

Contra:

  • Schwierige Verarbeitung.

2. Lasur

Pro:

  • Farbe und Oberflächenschutz kann in einem Arbeitsgang erfolgen.
  • Verarbeitung ist direkt aus dem Gebinde möglich.

Contra:

  • Eingeschränkte Farbauswahl
Zum Weiterlesen:Hier verraten wir 4 Rezepte für Holzlasuren.

Die neue Ausgabe ist da: selber machen - Jetzt am Kiosk!