Zimmerdecken richtig tapezieren | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
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Zimmerdecken richtig tapezieren

Die Zimmerdecke ist eine absolut frei sichtbare Fläche - Gerade deshalb gilt ihr besondere Aufmerksamkeit bei der richtigen Dekoration mit Tapeten.

 
Zimmerdecken richtig tapezieren © Selbermachen
Zimmerdecken richtig tapezieren

Wer Decken verschönern und tapezieren möchte, sollte generell davon ausgehen, dass keine Wand exakt zur anderen im rechten Winkel steht. Daher empfehlen wir, immer erst eine Orientierungslinie auf die Decke zu zeichnen und an der entlang die erste Bahn zu kleben. Das bringt den Vorteil mit sich, dass die erste Bahn absolut gerade ausgerichtet ist. Andernfalls müssten alle nachfolgenden Bahnen ebenfalls in der Stoßnaht bogenförmig beziehungsweise schräg verzogen werden und das bedeutet letzten Endes eine unsaubere Verklebung und Mehrarbeit. Bei starken Abweichungen oder bei der Verwendung von gemusterten Tapeten kann man jedoch auch einen schmalen Streifen zur Wand frei lassen und ihn etwa im Grundton des Tapetenfonds streichen.

Kohlegabel, Harke, Reißhaken und Gießkanne© SelbermachenNoch ein Tipp: Nach dem Tapezieren sollte der Raum normal beheizt werden, bis die Tapete trocken ist. Wird während der Trocknungszeit zu stark geheizt, entsteht ein Wärmestau an der Decke, der zu einer Nahtöffnung führt.

Das richtige Werkzeug: Schneideschiene, Tapetenmesser, Cuttermesser, Schere, geriffelter Nahtroller, Gummirolle, Schlagschnur, Zollstock, verschiedene Tapezier bürsten und ein Bleistift.

  1. Linie ziehenLinie ziehen© Selbermachen

    Linie ziehen

    Damit die Tapetenbahn gerade wird, wird etwa 50 cm von einer Wand entfernt eine Linie gezogen. Zwei Punkte werden festgelegt, dann...
  2. Schlagschnur anlegenSchlagschnur anlegen© Selbermachen

    Schlagschnur anlegen

    ...die Schlagschnur (hier verkürzt dargestellt) angelegt und die Markierung von Punkt zu Punkt an die Decke geschlagen.
  3. Kleister anrührenKleister anrühren© Selbermachen

    Kleister anrühren

    Den Kleister rührt man etwas dicker an, als beim Wändetapezieren. Je schwerer die Tapete, desto dicker muss der Kleister sein.
  4. Tapetenbahnen zuschneidenTapetenbahnen zuschneiden© Selbermachen

    Tapetenbahnen zuschneiden

    Die Tapetenbahnen werden etwa 8 cm länger 5 zugeschnitten, damit die Enden ein kurzes Stück auf die Wände überlappen können.
  5. Bahn im 1:3 Verhältnis klappenBahn im 1:3 Verhältnis klappen© Selbermachen

    Bahn im 1:3 Verhältnis klappen

    Komplette Bahn mit dem Quast ein kleistern und dann im Verhältnis 1 :3 zusammen klappen. Die Falten nicht aufeinanderdrücken.
  6. Tapetenbahn faltenTapetenbahn falten© Selbermachen

    Tapetenbahn falten

    Im nächsten Schritt jeweils ein Drittel der gefalteten Bahn zur Mitte hin klappen, und fertig ist die erste Tapetenbahn zum Ankleben.
  7. Erste Bahn anbringenErste Bahn anbringen© Selbermachen

    Erste Bahn anbringen

    Zu zweit und mit Hilfe eines Besens wird die erste Bahn entlang der Markierung an der Decke befestigt. Dabei drückt man die Tapete erst mit den Handflächen und später mit der Bürste auf die Decke.
  8. Tapete festdrückenTapete festdrücken© Selbermachen

    Tapete festdrücken

    Ist die zweite Bahn befestigt, wird die Naht zwischen den Bahnen mit einem geriffelten Nahtroller zusammengedrückt und -gearbeitet.
  9. Leim abwischenLeim abwischen© Selbermachen

    Leim abwischen

    Heraustretender Leim wird sofort mit einem sauberen Stofflappen abgewischt beziehungsweise mit einem Schwammtuch abgetrocknet.
  10. Überstand entfernenÜberstand entfernen© Selbermachen

    Überstand entfernen

    Ist die Tapete angetrocknet – sie darf weder ganz trocken, noch ganz nass sein – wird der Überstand mit Schiene und Messer entfernt.

Kleister auf Wand auftragen© SelbermachenVliestapete andrücken© Selbermachen

Und wie geht´s mit Vliestapeten?

Vliestapeten erfordern folgendes Verarbeitungsprinzip: Nicht die Tapete, sondern die Wände beziehungsweise die Decken werden hier ein gekleistert. Dies geschieht am besten mit einer herkömmlichen Veloursrolle an einem langen Stiel, so dass Sie etwas entfernt vom eventuell spritzenden Kleister stehen. Auf jeden Fall müssen Sie aber den kompletten Raum mit einer Schutzfolie auslegen, da heruntertropfender Kleister nicht zu verhindern ist. Anschließend wird die Tapete direkt von der Rolle in den Kleister gebettet und mit der Gummirolle angedrückt.

Tapezierrichtungen© SelbermachenWo immer es möglich ist, sollten Sie mit dem Lichteinfall tapezieren. Der Grund: Die Tapetennähte verlaufen dann so zum Licht, dass keine Schatten entstehen können. Tapezierte man quer zum Lichteinfall, würde sich das Licht an den Nahtstellen brechen und kleine dunkle Schatten entstehen lassen.

Artikel aus selber machen Ausgabe 05/2010. Jetzt abonnieren!
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