Wann lohnt es sich?

Reparieren oder neu kaufen? 5 Tipps für Haushaltsgeräte

Wenn die eigenen Haushaltsgeräte mal wieder streiken, dann muss dringend eine Lösung her. Da gibt es zwei Optionen: Neu kaufen oder Reparieren. Was ist die bessere Alternative?

 
Waschmaschine reparieren © Fotolia
Mit etwas Geschick lassen sich einige Fehlerquellen auch ohne fachmännische Hilfe beseitigen

Viele entscheiden sich besonders bei defekten Kleingeräten für die Fahrt zum Technikladen und legen sich ein neues Gerät zu. Bei Toaster, Mixer und Co. ist das kein Problem und die Anschaffungskosten liegen im unteren Bereich. Größere Haushaltsgeräte wie der Kühlschrank, die Waschmaschine, der Geschirrspüler, der Backofen und der Trockner gehen jedoch mit hohen Kosten einher.

Die einzige Lösung ist die Reparatur. Je nach Art des Fehlers ist sie bei den meisten Geräten möglich. Wer keine Kenntnisse im Bereich von Mechanik und Elektronik hat und nicht über die notwendigen Werkzeuge zum Demontieren der Bauteile verfügt, zieht einen Techniker zu Rate. Er kennt die Schwachstellen der Maschinen ganz genau, bestellt die benötigten Teile, baut sie ein und schon funktioniert das Gerät wieder wie beim Neukauf.

Natürlich ist die Leistung des Technikers nicht gratis. Je nach Reparaturaufwand und nach Alter und Art des Haushaltsgerätes kann die Arbeit nicht nur mehrere Stunden umfassen. Sie geht auch ganz schön ins Geld. Das muss nicht sein! Mit nur wenigen Mitteln und dem passenden Werkzeug lassen sich die meisten scheinbaren Defekte der Haushaltsgeräte von jedem Laien beheben. Der folgende Artikel zeigt auf wie einfach es ist Waschmaschine, Kühlschrank, Backofen, Trockner und Geschirrspüler zu reparieren.


Für kleinere Reparaturen im Haushalt empfiehlt es sich eine gewisse Grundausstattung an Werkzeug zuzulegen

1. Tipp: Die Waschmaschine pumpt nicht – diese Reparaturen helfen

Vor allem bei älteren Modellen können im Laufe der Zeit vermehrt kleinere Reparaturen anstehen, wofür nicht immer ein Fachmann notwendig ist. Eine defekte Pumpfunktion ist mit einer der häufigsten Ursachen für eine nicht funktionierende Maschine. Die Pumpe befördert das Wasser unter hohem Druck aus der Maschine oder auch in die Maschine. Funktioniert etwas nicht, dann zieht das Gerät kein Wasser oder das Wasser verbleibt nach dem Waschgang im Innenraum. In den wenigsten Fällen liegt das tatsächlich an der Pumpe, obwohl sie ein sensibles Bauteil darstellt.

Im Fall des Aussetzens der Pumptätigkeit sind zunächst die Schläuche zu demontieren. Sind Zuleitung und Abwasserleitung des Gerätes nicht verstopft, so liegt die Ursache an anderer Stelle. Das Flusensieb ist zu kontrollieren. Weist es starke Verschmutzungen durch Kleinteile auf, dann könnte die Reinigung des Siebes das Problem beheben. Diese Maßnahmen helfen nicht? Dann muss das Werkzeug her. Das Gerät ist auseinander zu bauen.

Die Pumpe sitzt im hinteren Bereich des Gerätes. Nach ihrer Entfernung bietet es sich an sie unter Strom zu setzen und nachzusehen, ob die Pumpe ihren Dienst tut. Im Innenraum gibt es nicht selten einen Zwischenschlauch. Gelangen hier kleinere Gegenstände – wie etwa Geldstücke – hinein, dann beeinträchtigt das den Waschgang oder der Schleudergang setzt aus. Daher alle Leitungen überprüfen. Sollte auch dies nicht helfen, hilft nur noch die Neuanschaffung einer Pumpe.

2. Tipp: Die Selbstreinigung des Backofens reaktivieren

Die neumodischen Backöfen sind echte Alleskönner. Neben Ober- und Unterhitze, einer Grill- und Auftaufunktion sowie dem Umluftvorgang gibt es hier auch Selbstreinigungsprozesse wie die Pyrolyse. Das ist praktisch, da es Zeit spart und unansehnliche eingebrannte Reste ausbleiben. Befand sich jedoch bislang kein Selbstreinigungsgerät im Haushalt, müssen sich die neuen Besitzer zunächst mit der richtigen Vorgehensweise beim Selbstreinigungsvorgang beschäftigen.


Der Selbstreinigungsprozess des Backofens sollte eher unterstützend angesehen werden, da grobe Verschmutzungen nach wie vor per Hand entfernt werden sollten

Die Selbstreinigung ist nicht bei jedem Grad der Verschmutzung möglich. Sie zielt auf kleine Verschmutzungen im Decken-, Boden- und Seitenwandbereich ab. Sofern größere Stücke von Pizza, Käse und Co. auf dem Boden landeten, sind diese manuell zu entfernen. Gleiches trifft auf Fette zu. Diese vorsichtig beseitigen und anschließend darauf achten, dass sich keine Zubehörteile wie das Backblech im Ofen befinden.

Vor allem antihaftbeschichtete Pfannen, Bräter und Bleche aus dem Ofen nehmen, die Tür des Backofens schließen und den Reinigungsprozess einschalten. Geht es noch immer nicht, dann könnte das Problem im Bereich der Elektronik des Backofens liegen. Da der Backofen mit dem Starkstrom verbunden ist, ist die Überprüfung der elektronischen Bauteile nicht von einem Laien durchzuführen. Jedes Neugerät besitzt eine Garantiezeit. Innerhalb dieser, ist der Techniker zu kontaktieren. Er nimmt sich der Schwierigkeit an. Im Regelfall kommt es hierbei nicht zu Zusatzkosten.

3. Tipp: Thermostat Austausch beim Kühlschrank leicht gemacht

Der Kühlschrank zählt zu den wichtigsten Haushaltsgeräten. Er kühlt die Lebensmittel zuverlässig und schützt sie vor einem frühzeitigen Verderb. Kühlt er plötzlich nicht mehr, ist schnelles Handeln gefragt. Schließlich verringert sich die Temperatur im Kühlraum rasant, die Lebensmittel werden wärmer und machen Platz für Bakterienkulturen. Vor dem Anruf beim Reparaturdienst bietet es sich an sich mit der Technik des Kühlschrankes zu beschäftigen und den Kühlschrank mit den Sinnen zu erfassen.

Gibt das Gerät keinerlei Laute von sich, arbeitet der Kompressor nicht. Ursächlich dafür ist häufig ein defektes Thermostat. Das Thermostat regelt die Temperatur im Kühlschrank. Funktioniert es nicht, gibt es sozusagen keine Anweisungen weiter. Der Austausch des Thermostats ist unabdingbar und geht ganz leicht. Im Innenbereich des Kühlschrankes ist eine Abdeckung zu sehen. Nach dem Ausbau der Abdeckung erscheint das dahinter sitzende Thermostat. Dieses ist durch ein neues zu ersetzen.

Dabei das vom Thermostat ausgehende Rohr aus dem Gehäuse ziehen und die restliche Art der Kabel-Installation fotografieren, um später nichts zu verwechseln. Beim Wechsel dürfen sich die integrierten Kabel nicht berühren. Auch das Verbiegen oder gar Knicken der Kabel ist zu vermeiden, um die Funktion zu gewährleisten. Achtung! Wenngleich der Kühlschrank nicht am Starkstrom angeschlossen ist, diesen bitte dennoch vor der Reparatur vom Stromkreislauf trennen.

4. Probleme mit dem Trockner – das bringt die Trommel wieder zum Drehen

Der Trockner gehört zu den schwieriger zu reparierenden Haushaltsgroßgeräten. Da das Problem zumeist im Bereich der Trommel liegt, gibt es jedoch einige einfach nachvollziehbare und umsetzbare Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktionalität. Funktioniert die Stromversorgung? Ist die Tür ordnungsgemäß geschlossen? Sind die Startzeitvoreinstellung oder die Kindersicherung eingeschaltet? Nein? Dann ist der Grund für den Stillstand der Trommel an anderer Stelle zu suchen.

Schwierigkeiten mit dem Antriebsriemen: Ohne den Antriebsriemen ist die Bewegung der Trommel nicht möglich. Hersteller bauen die Riemen äußerst stabil. Trotzdem kann es zu Rissen kommen. Weist der Riemen ein hohes Alter auf, verändert sich seine Konsistenz. Er erscheint porös und reißt irgendwann. Auch ein mit zu hohem Wäschegewicht befüllter Trockner stellt den Riemen vor eine große Herausforderung. Kommt es zu einem Riss, aktiviert sich das Sicherheitsthermostat.

Sobald sich das Sicherheitsthermostat einstellt, bewegt sich der Riemen nicht mehr. Das passiert nicht nur beim Riemenriss, sondern ebenso bei einem defekten Motor sowie bei der Überhitzung des Geräts durch eine Dauernutzung über einen gewissen Zeitraum hinweg. Da sich das Sicherheitsthermostat nicht zurückstellt, ist es nach seiner Aktivierung zu entfernen. Wichtig: Manche Geräte ermöglichen das Zurückstellen des Sicherheitsthermostats. Das macht nur dann Sinn, wenn die Ursache für das Problem gefunden wurde.

5. Wenn Wasser im Geschirrspüler steht – diese Maßnahmen helfen

Der Geschirrspüler erhöht vor allem in Familien den Komfort. Schnell ist das schmutzige Geschirr nach dem Essen verstaut und das Gerät setzt seinen Reinigungsprozess in Gang. Dafür braucht es zuerst eine Pumpe. Sie katapultiert das Wasser aus der Leitung in die Maschine. Hier verwendet der Geschirrspüler das Wasser. Ist der Reinigungsprozess abgeschlossen, pumpt das Gerät das überflüssige Wasser ab. Manchmal bleibt das Wasser stehen. Dann ist so vorzugehen:

Erst einmal gilt es die Reparaturen nach Umfang anzugehen. Was mit kleinen Mitteln und wenig Aufwand erledigt werden kann, kommt an erster Stelle. Also: Zuerst sind die Schläuche am Gerät zu überprüfen. Haben sie genügend Platz und können das Wasser durch alle Schlauchstellen pumpen oder gibt es einen Knick? Und: Weisen die Schläuche Verschmutzungen bis hin zu einer Verstopfung auf? Dann den Schlauch reinigen und daraufhin erneut anschließen.

Manchmal liegt die Verstopfung im Bereich des Siphons. Der Abbau funktioniert schnell. Hier bitte einen Eimer unterstellen, um das Wasser aus dem Siphon aufzufangen. Keine dieser Maßnahmen greift? Dann liegt das Problem wahrscheinlich im Innenraum. Hier ist der Sitz der Laugenpumpe und hier setzt das Flügelrad an. Manchmal ist es blockiert, dann arbeitet die Pumpe nicht. Im schlimmsten Fall ist die gesamte Laugenpumpe defekt. In diesem Fall ist der Ausbau selbst oder von einem Techniker vorzunehmen.

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