Erste Hilfe für die Wohnung

Zehn Panik-Situationen und wie Sie damit umgehen

Wenn der Rauchmelder piept, der Heizkörper gluckert oder der Strom ausfällt, ist oftmals guter Rat teuer. Wir stellen zehn typische Notfälle im Haushalt vor, und wie Sie professionell damit umgehen.

 
Sicherung, Toilette, Heizung: Notfall-Tipps für die Wohnung © pixabay
Keine Panik! Viele Probleme in der Wohnung können Sie mit wenigen Handgriffen selbst lösen.

Keine Panik! Doch ab und zu ist es gar nicht so leicht, die Fassung zu bewahren - vor allem wenn man in der ersten eigenen Wohnung lebt und die Ursachen des Problems nicht so genau kennt. Abhilfe schafft unsere Übersicht über zehn Notfall-Situationen, und wie Sie diese am besten lösen.

1. Der Strom fällt aus

Zack, und plötzlich ist es dunkel. Elektrizität geht manchmal seltsame Wege, und damit daraus nichts Schlimmeres erwächst, hat jede Wohnung einen Sicherungskasten mit einer ganzen Batterie von „Leitungsschutzschaltern“, wie der Profi sagt. Bevor durch einen Kurzschluss oder eine Überlastung Geräte zerstört werden oder gar Brände entstehen, unterbrechen diese kleinen Kästchen einfach den Strom. Normalerweise reicht es, den entsprechenden Hebel wieder per Hand umzulegen. Die Frage ist: Warum ist die Sicherung herausgeflogen? Meistens ist eine Überlastung des Schutzschalters durch zu viele gleichzeitig angeschaltete Geräte schuld. Wenn die Sicherung gleich nach Wiedereinschalten erneut auslöst – Hände weg und den Elektriker rufen.

2. Die Glühbirne ist kaputt

Natürlich dürfen wir hier nicht schreiben: Komm, dreh die alte raus und die neue Glühbirne rein in die Fassung. Die offizielle Schreibweise ist, dass man dafür die Sicherung herausdreht. Das sollten Sie auf jeden Fall auch tun, wenn Sie eine zerbrochene Glühbirne mit der Spitzzange rausfummeln müssen oder eine Lampe neu anschließen. Ansonsten tun Ihnen die Leuchtmittel eigentlich nichts. Eher ist es umgekehrt: Halogenleuchtmittel können Schaden nehmen, wenn sie mit Hautfett in Kontakt kommen.

3. Die Steckdose ist locker

Zerbrochene Abdeckungen und lockere Steckdoseneinsätze sind Gefahrenquellen und sollten am besten sofort repariert werden. Dabei immer die entsprechenden Sicherungen herausdrehen! Eine zerbrochene Steckdosenblende bauen Sie am besten aus und nehmen sie mit zum Baumarkt, damit der Ersatz auch zum Steckdoseneinsatz passt. Um einen gelockerten Einsatz der Dose wieder zu befestigen, finden Sie die kleinen Schrauben, mit denen die Krallen bewegt werden, die alles in der Wanddose festhalten. Geht das nicht mehr, muss der Profi kommen und die Konstruktion erneuern.

Auch interessant: Mit diesen Tipps erhöhen Sie die WLAN-Reichweite in Ihrer Wohnung.

4. Der Rauchmelder piept

Rauchmelder sind seit einiger Zeit Pflicht. In der Regel kümmert sich jedoch keiner um die Batterie, die das Gerät mit Strom versorgt (meistens eine 9-V-Blockbatterie). Irgendwann also wird die kleine Batterie im Rauchmelder schlapp machen, was das Gerät dann mit nervigen Pieplauten quittiert, gern mitten in der Nacht oder am frühen Morgen. Da hilft nichts, da müssen Sie ab auf die Leiter, den Befestigungsmechanismus durchschauen (in der Regel ein Bajonettverschluss) und den Rauchmelder abbauen. Wenn Sie  die Batterie tauschen können, prima. Es gibt aber auch Rauchmelder, bei denen das nicht geht. In diesem Fall den Vermieter informieren. Tückisch: Manche Rauchmelder haben eine Laufreserve, piepen also auch ohne Batterie noch weiter.

5. Der Abfluss läuft nicht ab

Saugglocke, Pömpel, Gummistampfer – der Klassiker unter den mechanischen Abflussreinigern hat viele Namen, aber nur eine Funktion: durch den Wechsel von Druck und Unterdruck Verstopfungen in Rohrleitungen zu beseitigen. Nicht vergessen, den Überlauf am Waschbecken mit einem Waschlappen oder Paketklebeband zu verschließen, sonst geht’s entweder nicht richtig oder aber der Dreck aus dem Rohr klebt irgendwann im Gesicht, weil er da oben herausgespritzt ist. Natürlich gibt es auch chemische Reiniger, aber das muss nicht sein. Wenn Haare den Abfluss verstopfen, sollten Sie den Siphon abschrauben und reinigen. Der Siphon ist das gebogene Rohr unter dem Waschbecken und meistens nur durch zwei Schraubverschlüsse befestigt. Montage und Demontage können ein Geduldsspiel sein. Hände weg von Druckluftkartuschen zum Freiblasen der Rohre. Moderwasser-Explosion garantiert!

6. Das WC ist verstopft

Wenn das Klo verstopft ist, kann das eklig werden. Aber irgendwie müssen Sie jetzt wieder für Durchfluss sorgen. Wenn das dicke Abflussrohr des WCs verstopft ist, hilft auch keine Chemie weiter. Da muss mechanische Reinigung her. Dafür gibt es verschiedene Helfer. Die preiswerteste Möglichkeit ist eine Rohrreinigungsspirale, eine Art Sonde mit Handkurbel am Ende (etwa 4 bis 5 m lang, zwischen 10 und 30 Euro). Sie wird in das Abflussrohr eingeführt und immer in eine Richtung gedreht. Hat das Klo (Souterrain) eine Pumpanlage bzw. Hebeanlage? Wenn das der Fall ist, liegt in 99,9 Prozent der Fälle hier der Fehler. Insgesamt eine Arbeit für Frauen und Männer ohne Nerven.

7. Am Waschbecken tropft’s

Alte Wohnung, alte Installation? Da kann es unter der Spüle schon mal undicht werden. Hier hilft die Wasserpumpenzange. Erst mal die undichte Verbindung nachziehen. Wenn das nicht genügt, die Verbindung lösen, alles reinigen und beim Wiedereinbau dünnes „Teflonband“ mehrmals um das Gewinde wickeln. Wenn eine Verschraubung im Uhrzeigersinn zusammengeschraubt wird, dann wird das Teflonband (meist reichen drei Lagen) entgegen dem Uhrzeigersinn ums Gewinde gewickelt. So dreht die Verschraubung nicht gegen das außen liegende Ende des Teflonbands und kann es nicht zusammenschieben. Helfen alle Reparaturversuche nicht, sollte der Vermieter für Abhilfe sorgen.

Übrigens: Hier erfahren Sie, wie sie Schritt für Schritt ein neues Waschbecken installieren.

8. Die Heizung funktioniert nicht

Im Winter ist dies ein besonderer Notfall. Innerhalb kürzester Zeit kühlt die Wohnung aus. In diesem Fall ist sofort der Vermieter zu verständigen. Achtung: Wenn Sie selbst einen Notdienst anrufen, kann es sein, dass Sie auf den Kosten sitzen bleibst. Am besten immer warten, bis Sie den Vermieter wirklich erreicht haben und er handelt. Selbst etwas tun kann man nur bedingt, nämlich wenn Sie eine Gasetagenheizung mit eigener Therme in der Wohnung haben. Wenn sich diese Heizung ausschaltet, hat dies oftmals einen einfachen Grund: Es ist zu wenig Wasser im System.

Eigentlich wird die Füllmenge beim jährlichen Check kontrolliert, aber es kann schon mal vorkommen, dass der Pegel so weit absinkt, dass die Heizung nicht mehr arbeiten mag. Normalerweise gibt es irgendwo einen Schlauch, mit dem Sie einen Wasseranschluss und das entsprechende Ventil an den Heizungsrohren verbinden können. Beim Nachfüllen darauf achten, keine Luft ins System zu pumpen: Zuerst den Verbindungsschlauch mit Wasser auffüllen, dann an die Heizung anschließen. Dies ist jedoch eher ein Spezialfall.

9. Der Heizkörper gluckert

Das Heizungssystem sollte möglichst nur mit Wasser und möglichst gar keiner Luft gefüllt sein. Gluckernde Heizungen sind ein sicheres Zeichen für Luft in den Leitungen. Untersuchen Sie die Heizkörper, ob sie richtig warm werden und sich die Wärme gleichmäßig auf alle Bereiche des Heizkörpers verteilt. Wenn nicht, müssen Sie entlüften. Finden Sie das entsprechende Ventil an der Seite des Heizkörpers und den dazu passenden Schlüssel (meistens ein Drei- oder Vierkant). Falls nicht: Im Baumarkt gibt es kleine Auffangbehälter mit integriertem Entlüfterventilschlüssel.

Wenn der Verschluss geöffnet wird, müsste die Luft hörbar aus dem Heizkörper entweichen. Man entlüftet, bis Wasser austritt, und lässt noch ein paar Sekunden Wasser herausdrücken, bevor man wieder zudreht. Vorsicht übrigens, das Wasser ist heiß und steht unter Druck! Deshalb Wände, Teppich und Hände schützen. Falls Sie keine entsprechenden Stellen zum Entlüften finden, sagen Sie dem Vermieter Bescheid.

Hier können Sie nachlesen, wie Sie beim Heizen eine Menge Energie und Geld sparen können.

10. Sie sind ausgesperrt

Der Trick mit der EC-Karte funktioniert leider nur im Krimi. Meistens bricht bei dem Versuch, sie durch den Türspalt Richtung Schloss zu schieben, nur die Karte durch. Schlüsseldienste sind sehr, sehr teuer, vor allem nachts oder am Wochenende. Also besser einen Ersatzschlüssel bei Nachbarn oder an einem sicheren Ort deponieren.

Unser Tipp: Es gibt kleine, massive Schlüsseltresore mit Zahlenschloss („KeyGarage“, von ABUS, ca. 30 Euro). Diesen an unauffälliger Stelle an der Wand verankern und den Haustürschlüssel darin verwahren. Außerdem: In Notfällen, etwa wenn noch Essen auf dem Herd kocht oder Kinder in der Wohnung sind, hilft auch die Feuerwehr!

Zum Weiterlesen: Diese Blende für's Abflussrohr verschönert das Badezimmer und ist auch noch einfach zu bauen.

 

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