WLAN-Reichweite ausbauen

So verbessern Sie Ihr WLAN

WLAN sollte in allen Räumen des Hauses für optimale Internetanbindung sorgen. Manchmal reicht die drahtlose Verbindung aber nicht weit. Mit unseren vier Tipps erhöhen Sie ganz einfach die WLAN-Reichweite!

WLAN verbessern - Haus mit Internetleitungen
© Tillman Straszburger

Ohne Internet geht heute fast nichts mehr. Ob für die Video-Telefonie mit den Liebsten, zum Video-Streamen oder im Smart-Home-Bereich und zum Arbeiten im Homeoffice. Besonders beliebt und auch am bequemsten ist hier natürlich eine drahtlose Verbindung per WLAN. Je weiter man sich jedoch vom Router entfernt, desto schlechter wird der Empfang. Befindet man sich sogar in einem anderen Stockwerk, kann es sein, dass man gar kein WLAN-Signal empfängt. Mit unseren Tipps erhöhen Sie die Reichweite Ihres WLAN-Netzes ganz leicht.

Wie Sie Ihren Homeoffice-Arbeitsplatz ganz einfach in einem Schrank verschwinden lassen, lesen Sie hier.

1. Signalstärke testen

Im ersten Schritt sollten Sie im betreffenden Raum beziehungsweise der betreffenden Stelle die tatsächliche Signalstärke messen. So können Sie überprüfen, ob der schlechte Empfang tatsächlich an der Netzabdeckung liegt. Es gibt durchaus auch andere Gründe, die den Empfang des Signals verhindern.

Am einfachsten ist die Messung der WLAN-Signalstärke mittels Smartphone. Für eine grobe Einschätzung benötigen Sie keine spezielle App. Sehen Sie sich einfach das kleine WLAN-Symbol genau an. Ist das empfangene WLAN-Signal gut, sind alle drei Kurven tiefschwarz (iPhone). Wird das Signal schwächer, werden ein oder gar die oberen beiden Kurven nur noch grau angezeigt. Bei Android-Geräten ist die Anzeige des WLAN-Symbols ähnlich, abhängig von der Signalstärke.

WLAN verbessern - WLAN-Signalstärke
Je stärker das WLAN-Signal auf dem Empfangsgerät wie zum Beispiel Ihrem Smartphone, desto dunkler wird das WLAN-Symbol angezeigt. Das Bild links oben zeigt also eine optimale Signalstärke, rechts unten hingegen zeigt ein sehr schwaches Signal.© YummyBuum - stock.adobe.com

Der Nachteil an dieser Messmethode ist jedoch, dass sie sehr ungenau ist und das Symbol nur sehr klein angezeigt wird. Wenn Sie mehr Informationen zu Ihrer WLAN-Signalstärke möchten, können Sie in den jeweiligen App-Stores (Apple App Store und Google Play). Für eine schnelle Messung ist eine kostenlose App völlig ausreichend.

2. WLAN-Reichweite ausdehnen

Stellt sich heraus, dass das WLAN-Signal an einer oder mehreren Stellen in Ihrer Wohnung nur schwach oder sogar überhaupt nicht ankommt, haben Sie mehrere Möglichkeiten.

  1. Setzen Sie einen WLAN-Repeater* ein oder
  2. verwenden Sie ein WLAN-Mesh-System*.

Mit WLAN-Repeatern*, sogenannten "Wiederholern", vergrößern Sie die Reichweite Ihres WLAN-Netzwerks. Die Geräte empfangen das WLAN-Signal vom Router und reichen es einfach weiter. Manche Repeater verwenden für beide Richtungen dasselbe Funkmodul, was die Signalstärke (Datendurchsatzrate) allerdings halbiert. Deshalb arbeiten im Inneren von Repeater-Geräte häufig zwei Funkmodule - eines für den Empfang, eines für die Signalweiterleitung.

Idealerweise wird ein Repeater am Randbereich mit noch gutem WLAN-Empfang und in Sichtweite zum Router platziert. Es sollten keine großen metallischen Gegenstände im Weg sein, die das Signal reflektieren. Achten Sie auf eine aktivierte Verschlüsselung zwischen Repeater und Endgerät (WPA2). Bei modernen Geräten ist diese meist als Standard konfiguriert. Außerdem sollte der Repeater die beiden Frequenzen 2,4 und 5 GHz unterstützen.

Tipp: Verwenden Sie dieselben SSIDs (Netzwerknamen). So kann man mit Tablet oder Smartphone durch die Wohnung laufen und hat überall gute Reichweite. Sonst könnte es zu "Sprüngen" kommen und die Verbindung wird für einige Augenblicke unterbrochen oder gar abgebrochen.

Repeater sind vor allem für kürzere Entfernungen zum Router eine sinnvolle und preisgünstige Möglichkeit, das WLAN-Signal weiterzuverbreiten. Steht der Router jedoch etwa im Erdgeschoss, Sie möchten aber auch noch im ersten oder sogar zweiten Stock drahtloses Internet, sollten Sie auf ein sogenanntes WLAN-Mesh-System* setzen.

Mesh-Systeme arbeiten ähnlich wie Repeatern, haben aber eine bessere Durchsatzrate (Signalstärke) und verarbeitet das Signal im Inneren anders. Während der Repeater ein ihm fremdes Signal auffängt und weiterleitet, verfügt ein Mesh-Gerät über ein eigenes Signal. Ein Mesh-Netzwerk besteht aus mindestens zwei Mesh-Geräten (diese werden auch Nodes genannt). Diese beiden Nodes synchronisieren sich sozusagen und senden dann dasselbe WLAN-Signal aus. Außerdem vernetzen sich die Mesh-Geräte miteinander und steuern, welches Mobilgerät sich am besten mit welchem Node verbindet. So wird sichergestellt, dass jedes Endgerät automatisch das beste WLAN-Signal empfängt.

3. Der richtige WLAN-Kanal

In einem alleinstehenden Haus brauchen Sie sich nicht weiter um den richtigen WLAN-Kanal kümmern. Dieses Thema wird nur dann interessant, wenn sich mehrere Router näher beieinander befinden, wie es beispielsweise in Wohnhäusern mit mehren Wohneinheiten häufig der Fall ist.

Für drahtlose Netzwerke stehen mehrere Funkkanäle zur Verfügung. Nutzen mehrere WLAN-Netze denselben Funkkanal, teilen sie die zur Verfügung stehende Bandbreite untereinander auf. Sie können sich das in etwa so vorstellen, wie eine mehrspurige Straße. Fahren besonders viele Fahrzeuge auf derselben Spur, stockt der Verkehr. Verteilen sich die Fahrzeuge hingegen auf mehreren Spuren, läuft es flüssiger.

Idealerweise belegt also jedes Netzwerk einen anderen Kanal. Für gewöhnlich erkennt ein Router den besten (also am wenigsten belegten) Kanal und wechselt automatisch dort hin. Hin und wieder funktioniert das aber nicht einwandfrei. Dann haben Sie die Möglichkeit mit Ihrem PC die Router-Verwaltung zu öffnen und den Wechseln manuell vorzunehmen. Wie Sie die Router-Verwaltung auf Ihrem Computer öffnen, hängt vom Router-Hersteller ab. Den meisten Geräten liegt eine entsprechende Beschreibung bei.

4. Powerline: Internet aus der Steckdose

Wenn Stahlbetonwände das WLAN-Signal niederbügeln, hilft auch kein WLAN-Repeater mehr und selbst ein Mesh-System könnte an seine Grenzen stoßen. Auf eine Internetverbindung müssen Sie in einem solchen Fall trotzdem nicht verzichten. Verenden Sie einfach einen sogenannten Powerline-Adapter*. Dieser sendet das Signal direkt vom Router über die Stromleitung zu einer beliebigen Steckdose, in die ein weiterer Powerline-Adapter gesteckt wird, um das Internet-Signal als WLAN oder kabelgebunden wieder auszugeben. Die Voraussetzung hierfür ist lediglich ein zusammenhängender Stromkreis. Bei zwei oder mehr voneinander getrennten Stromkreisen klappt die Signalweiterleitung auf diesem Wege natürlich nicht.

WLAN verbessern - Powerline-Adapter
© ifeelstock Studio - stock.adobe.com

Ob zum Vergnügen oder um wichtige Smart-Home-Geräte mit Internet zu versorgen, eine gute Netzabdeckung wird immer wichtiger. Ob nun ein Repeater, ein  Mesh-System, Powerline-Adapter oder sogar die Verbindung mittels Netzwerkkabel für Sie die richtige ist, hängt von der Größe Ihrer Wohnung sowie Ihrer persönlichen Vorliebe ab.

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