Mähen mit der Sense

Sense im Garten richtig nutzen

Die klassische Sense ist auch heute noch ein geeignetes Werkzeug, um Grünfutter zu ernten, eine Wildblumenwiese zu mähen oder im Garten einfach auf einen lärmenden und stinkenden Rasenmäher zu verzichten.

 
Manfred Speidel und seine Sense © Selbermachen
Manfred Speidel und seine Sense

Auch heute noch ist die seit Jahrhunderten benutzte Sense oft einem modernen Rasenmäher oder dem motorbetriebenen Freischneider (Motorsense) überlegen. Mit ihr lässt sich problemlos, ja sogar besser bei feuchtem Gras arbeiten, sie schneidet auch hohes Gras, sie stinkt und knattert nicht und ist vor allem viel preiswerter als die motorbetriebenen Alternativen. Außerdem ist das Mähen mit der Sense zugleich ein Fitnessprogramm, das den Besuch der Muckibude ersetzt. Mit einer perfekt eingestellten Sense und der richtigen Technik lässt sich ohne übermäßig große Anstrengung selbst eine Fläche von mehreren 100 qm mähen.

Sensenmontage

  1. Sensenbaum© Selbermachen

    Sensenbaum

    Das Sensenblatt ist mit einer Sensenschraube oder einem Sensenring am Sensenbaum (auch Worb genannt) befestigt.
  2. Lösen der Befestigungsschraube© Selbermachen

    Lösen der Befestigungsschraube

    Achten Sie beim Lösen der Befestigungsschraube darauf, dass Sie immer weg von der scharfen Schneide des Sensenblattes schrauben, um Verletzungen zu vermeiden.
  3. Gebogenen Hamme© Selbermachen

    Gebogenen Hamme

    Das Sensenblatt liegt mit der gebogenen Hamme auf dem Sensenbaum an. Die dornartige Spitze (Warze) drückt dabei in das Warzenloch des Worbs.
  4. Befestigen  des Sensenblattes© Selbermachen

    Befestigen des Sensenblattes

    Achten Sie auch beim Befestigen des Sensenblattes wieder darauf, immer vom der Schneide weg zu schrauben, damit Sie sich beim Abrutschen des Schraubenschlüssels nicht verletzen können.
  5. Anzeichnen der  Unterkante des Sensenblattes© Selbermachen

    Anzeichnen der Unterkante des Sensenblattes

    Zum leichten Mähen muss das Sensenblatt im richtigen Winkel zum Baum angestellt werden. Um dies zu Prüfen, stellen Sie die Sense aufrecht an eine Wand und zeichnen Sie die Unterkante des Sensenblattes an.
  6. Perfekte Einstellung der Sense© Selbermachen

    Perfekte Einstellung der Sense

    Dann schwenken Sie die Sense so weit nach rechts, bis die Spitze an der markierten Position anliegt. Sie soll etwa drei Finger breit niedriger sein. Ist das nicht der Fall kann die Befestigung am Sensenbaum ein wenig korrigert werden. Andernfalls muss die Sense in einer Schmiede etwas nachgebogen werden. Ist die Sense perfekt eingestellt, liegt sie bei entspannter Haltung flach auf dem Boden auf. So verhindern Sie, dass die Spitze beim Mähen immer wieder ins Erdreich sticht.

Manfred Speidel (62) von Obst- und Gartenbau-Verein Nürtingen zeigt uns, wie es geht. Der gelernte Landmaschinenschlosser und Berufsschullehrer greift seit seiner Jugend regelmäßig zur Sense und gibt auch Sensenkurse im Freilichtmuseum im schwäbischen Beuren. Zur Kontrolle der Einstellung der Sense stellen Sie sich aufrecht und entspannt hin und halten Sie die Sense an beiden Handgriffen. Das Sensenblatt sollte dabei flach auf dem Boden aufliegen. Bei Mähen stellen Sie sich etwas breitbeiniger auf und setzen die Sense möglichst weit rechts an, ohne sich dabei zu verbeugen. Mit dem Schwung der beiden Arme und einer leichten Drehung in der Hüfte können sie dann die Sense durchs Gras ziehen. Danach schwingt die Sense leicht über den Boden gleitend wieder zurück, gehen Sie dabei mit dem rechten Bein etwas vor und ziehen das linke nach. Dann kommt der nächste Schnitt. Das Sensenblatt wird immer flach über dem Boden gehalten. Vermeiden Sie ein Hochziehen der Sense am Anfang und Ende des Mähschwungs. Wenn die Schärfe der Sense nach ein paar Metern spürbar nachlässt, muss die Sense mit ein paar Streichen mit einem feuchten Wetzstein immer wieder nachgeschärft werden.

Auf die richtige Größe der Sense kommt es an © Selbermachen Wichtig für entspanntes, aufrechtes Arbeiten mit der Sense ist die richtig Länge des Sensenbaums. Es gibt sie von 140 bis zirka 170 cm Länge. Die Höhe des hinteren Griffs sollte etwa 20 bis 25 cm weniger als die Körpergröße betragen. Ergonomisch besonders sinnvoll sind Worbs, bei denen sich der vordere Griff an einer langen Krücke befindet. Ideal ist es, wenn der vordere Griff in Hüfthöhe steht und der Baum mit montierter Sense an diesem in der Waage hängt. Der Abstand beider Griff sollte etwa eine Armlänge betragen. Sensenbäume aus Metall sind meist nicht optimal. Hier ist der Griffabstand zwar einstellbar, aber der vordere Griff liegt oft direkt am Metallbaum und verlangt deshalb meist eine gebückte Haltung beim Mähen. Für Anwender über 190 cm Körpergröße sind im Handel keine ergonomischen Sensenbäume erhältlich. Ihnen bleibt nichts weiter übrig, als sich selbst einen Worb zu fertigen.

Je nach Anwendung gibt es auch unterschiedliche Sensenblätter von der kurzen Forstsense bis hin zur langen Getreidesense. Für den Hausbedarf empfiehlt sich eine Sense mit etwa 65 cm langem Blatt. Auch wenn die Sense als mähfertig angeboten wird, muss sie vor dem ersten Einsatz ausgedengelt werden, um eine optimale Schärfe zu erhalten.

Artikel aus selber machen Ausgabe 07/2012. Jetzt abonnieren!
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