Laminat-Cutter im Vergleichstest | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Bosch PLS 300 gegen Wolfcraft Laminatscheider und Batavia Floor Master

Laminat-Cutter im Vergleichstest

Mit dem Laminat-Boden boomt auch der Markt für spezielle Schneidegeräte, die das Dielenkürzen zum Kinderspiel machen sollen. Der neueste Kandidat ist der Bosch PLS 300. Wir haben ihn mit dem Batavia Floor Master und dem Wolfcraft Laminat-Cutter verglichen.

 
Bosch PLS 300 © Selbermachen
Bosch PLS 300

Wer Laminat verlegt, muss schneiden. Mindestens einmal pro Reihe muss die Stich- oder Kappsäge her, um die letzte Diele auf Maß zu stutzen. In Raumnischen, an Türzargen und unter Heizkörpern wird’s dann richtig fummelig, wenn die Dielen sauber um allerlei Ecken und Rohre herumgeführt werden müssen. Um es gleich vorweg zu sagen: Für diese kniffligen Aufgaben werden Sie auch weiterhin Stichsäge, Bohrer und viel Geduld brauchen.

Die drei Laminatschneider, die wir Ihnen hier vorstellen, können nur gerade, im besten Falle auch schräge Schnitte. Das tun sie auf höchst unterschiedlichem Wege: Während der Laminatschneider von Wolfcraft die Dielen auf ihr Maß herunter-„bricht“, bietet der Floor Master immerhin ein kleines, mechanisch zu betätigendes Doppelsägeblatt. Der neue PLS 300 von Bosch ist genau genommen eher eine große Kapp- und Gehrungslade für die Stichsäge.

© SelbermachenFür Sie als Selbermacher und Gelegenheitslaminatverleger stellt sich natürlich sofort die Frage: Braucht man das? Und wenn ja, warum? Das Ausmessen und Anreißen der Schnitte erspart Ihnen leider keiner der drei Schneiderlein. Mit allen dreien lassen sich immerhin absolut gerade und auch ausrissfreie Schnitte bewerkstelligen. Das ist aber zumindest bei der Laminatverlegung gar nicht unbedingt nötig – die Schnittkanten verschwinden nämlich auf Nimmerwiedersehen unter den Fußleisten. Ob Sie pro Schnitt etwa mit dem Cutter schneller sind als freihändig mit der Stichsäge, hängt davon ab, wie zielsicher und genau Sie die Dielen anlegen. Zwei Dinge allerdings haben der Laminatschneider und der Floor Master der Stichsäge (ob mit oder ohne Führung) voraus: Sie machen keinen Lärm und keinen Staub. Sie können im Mietshaus also auch vor 7 und nach 22 Uhr Ihren Boden verlegen.

Bosch PLS 300 Laminatschneider

© SelbermachenPreis: etwa 100 Euro (ohne Stichsäge); Infos: (0 18 03) 33 57 99 (9 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz).

Im Gegensatz zu den beiden ausgewiesenen Laminatschneidern bietet der PLS 300 von Bosch ein Anwendungsspektrum, das weit über die Laminatverlegung hinausgeht. Auch Terrassendielen, Fußleisten und natürlich auch Fertigparkettdielen können Sie millimetergenau schneiden. Allerdings ist er auf Bosch-Stichsägen ausgelegt, andere Marken passen wegen der Grundplattenmaße nicht in die Führung.

So funktioniert der PLS 300 von Bosch

  1. Bosch Laminat-Sägeblätter© Selbermachen

    Bosch Laminat-Sägeblätter

    Für die PLS 300 legt Bosch spezielle Laminat-Sägeblätter mit stärkeren Rücken bei. Hier sehen Sie ein Laminatblatt und ein herkömmliches im Vergleich.
  2. Diele einschieben und fixieren© Selbermachen

    Diele einschieben und fixieren

    Die Diele wird unter der Führungsschiene durchgeschoben und mit ihr fixiert.
  3. Winkelschnitte© Selbermachen

    Winkelschnitte

    Winkelschnitte sind von 0-45° möglich, die üblichen 15°-Schritte sind einrastbar.
  4. Auflagen zu Anschlag umbauen© Selbermachen

    Auflagen zu Anschlag umbauen

    Für „Serien“-Zuschnitte lassen sich die Auflagen zu einem Anschlag umbauen.
  5. Pendelhub einstellen© Selbermachen

    Pendelhub einstellen

    Auch in der Sägeführung brauchen Sie bei bestimmten Materialien den Pendelhub, der sich an der Säge selbst einstellen lässt.

Floor Master

Preis: etwa 60 Euro; erhältlich nur im Fachhandel; Adressen unter www.kaleas.de

© SelbermachenDer neueste Vertreter sieht zunächst recht schlicht aus, hat’s aber in sich. Beim Floor Master handelt es sich um eine Art mechanischen „Knabber“. Mit jedem Nach-unten-Drücken des Hebels wird erstens die Diele gepresst, zweitens getrennt und drittens nach hinten durchgeschoben.

© SelbermachenDamit die Laminatstücke beim Durchreichen nicht an die Flosse (eine Art Spaltkeil) stoßen, hat der Floor Master ein gezähntes Doppeltrennblatt, das beim Hebeln ein schmales Stück Laminat herausschneidet. Diese Arbeitsweise hat große Vorteile: Wie schon erwähnt, entstehen kein Staub und kein Lärm.

© SelbermachenDie Schnitte können im Gegensatz zum Wolfcraft-Cutter theoretisch endlos lang ausfallen, die Dielen also auch in Längsrichtung geschnitten werden. Auch Schrägschnitte sind möglich. Während beim Cutter nur die Laminatböden von 7 bis 9 mm geschnitten werden können, beißt sich der Floor Master sogar durch die bis zu 11 mm starken Dielenvarianten – inklusive Trittschalldämmung.

Wolfcraft Laminat-Cutter

© SelbermachenPreis: 60 Euro; erhältlich in fast allen Baumärkten; Infos: www.wolfcraft.de

Genaugenommen ist der Laminat- Cutter von Wolfcraft gar kein Cutter (englisch für „Schneider“), sondern ein (recht neuer) Knacker. Die Klinge, mit der Sie die Laminatdielen durchtrennen, ist nämlich nicht scharf, sie funktioniert allein durch ihre Scherkraft. Das hat zwei große Vorteile: Erstens können Sie sich mit dem Laminat-Cutter nicht verletzen (jedenfalls nicht schneiden), zweitens ist seine Lebensdauer nahezu unbegrenzt. Die Möglichkeiten des Knackens sind alles andere als unbegrenzt. Es funktioniert lediglich, eine Laminatdiele bis zu 210 mm Breite rechtwinklig abzulängen, dass allerdings einfach und gut. Schräg- oder gar Ausschnitte sind leider nicht machbar, hier brauchen Sie die gute alte Stichsäge. Trennen lässt sich nur Laminat (kein Fertigparkett), auch mit einer unterseitig integrierten Trittschalldämmung. Bei Sonderausstattungen wie einem Aluminium- Klickprofil („Alloc“) hört’s dann auf. Zusammengeklappt wird der Cutter zu einem 235 x672 x245 mm großen Paket, das in jeder Ecke einen Platz findet.

An Problemstellen zeigt sich der wahre Könner

Welche Sägeblätter?

© SelbermachenDamit Sie beim Laminatschneiden mit Ihrer Stichsäge exakt und verlauffrei schneiden können, brauchen Sie am besten Laminat- Sägeblätter. Die haben erstens einen stärkeren Rücken (für weniger Verlauf) und zweitens eine feinere Zahnung (für weniger Ausriss) als herkömmliche Blätter. Ein Kurvensägeblatt brauchen Sie, um größere Rundungen schneiden zu können.

Laminat unter Türzargen verlegen

© SelbermachenUm einen sauberen Anschluss zwischen Laminatdielen und der Türzarge hinzubekommen, sollten Sie die Türzarge kürzen. Das gelingt am besten, wenn Sie eine Diele umdrehen, bis an die Zarge führen und die dann mit einer dünnen Feinsäge um die entsprechende Dielendicke kürzen.

© SelbermachenDen Übergang können Sie später mit einer farblich passenden Acrylmasse (kein Silikon, das kann das Holz auf Dauer schädigen) ausspritzen. Bei Stahlzargen funktioniert ein Kürzen natürlich nicht. Hier bleibt Ihnen leider nichts anderes übrig, als die Zargenkonturen sauber und möglichst exakt auf die Laminatdielen zu übertragen (Dehnungsfuge von 10 mm einhalten!) und diese Fuge dann mit einem farblich zum Holz passenden Acryl zu schließen.

So geht´s um Heizungsrohre rum

© SelbermachenStoßen Sie mit Ihrem Laminat irgendwann an ein Heizungsrohr, wird’s knifflig. Zunächst stecken Sie zwei passende Dielenstücke stirnseitig zusammen und fixieren sie mit Klebebändern. Messen Sie die Lage des Rohres auf Ihrer Diele millimetergenau ein und bohren das Loch um etwa 5 mm größer als der Rohrdurchmesser in die Diele. Mit der Stichsäge schneiden Sie die Feder der wieder auseinandergenommenen Dielenstücke ab, so dass Sie das Rohr in den Ausschnitt einfädeln können.

© SelbermachenLegen Sie zunächst das kurze Passstück zwischen Rohr und Wand und fixieren Sie es mit Keilen. Das Gegenstück schwenken Sie in die vorherige Diele ein und treiben es mit Hammer und Schlagklotz mit dem ersten zusammen. Eine Rosette, die Sie ums Rohr stecken, deckt die Schnittfuge sauber ab.

Artikel aus selber machen Ausgabe 01/2014. Jetzt abonnieren!
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