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Laminat

Laminat verlegen

Knackpunkt beim Verlegen von Laminat waren bisher immer die „kurzen Kanten“, die man mit roher Gewalt zusammentreiben musste. Das geht jetzt eleganter.

 
 
© Selbermachen

All die leimlosen „clic“s, „loc“s und „connect“s haben dem motivierten Selbstverleger von Laminatböden das Leben wirklich einfacher gemacht. Aber trotz aller Erleichterung im allgemeinen Einschwenkbetrieb gab es bisher doch eine Problemstelle: die Kopfkante. So nennt man die kurze Seite einer Laminatdiele, die trotz aller Hersteller- Bemühungen bisher immer noch fast steinzeitlich mit massiven Hammerschlägen und Spezialwerkzeug wie Zugeisen zum Einklicken zu bewegen war. Diese Schläge bargen aber auch Risiken, denn nicht selten wurden die empfindlichen Profilierungen der Kopfkanten so beschädigt, dass an eine gute Verbindung mit der schon ausgelegten Diele nicht mehr zu denken war.

Megaloc

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Express Clic

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Klassiker

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Die ersten wirklich werkzeuglosen Kopfkantenverriegelungen gab es vor ein paar Jahren beim Mehrschichtparkett („Comfort-Click“ von Parador). Das Parkett hat mit seiner Mindestdicke von 10 mm nämlich wesentlich mehr „Fleisch“ für die nicht ganz unkomplizierte Profilfräsung der kurzen Kanten.

Die bis dato für die Verlegung notwendigen Werkzeuge wie Hammer, Schlagklotz und Zugeisen gehörten damit tatsächlich der Vergangenheit an. Nun also folgen die ersten Hersteller von Laminatböden mit einer Kopfkantenverriegelung. Der technische Clou bei den beiden hier vorgestellten neuen Systemen: Die Hersteller verlassen sich nicht auf die im Vergleich zum Mehrschichtparkett recht dünnen (8 mm) HDF-Trägerplatten, sondern bauen in die Kopfkanten neue Verriegelungselemente aus Kunststoff ein.

Diese Elemente übernehmen die Verriegelungsfunktion der Laminatdielen, ohne dabei das Kantenprofil der kurzen Seiten zu schwächen. Diese Verbindungen sind übrigens auch sehr einfach wieder zu lösen, und zwar (anders als bei den konventionellen Laminatdielen) weitgehend zerstörungsfrei. Allerdings muss zu diesem Zweck zuvor eine komplette Dielenreihe aufgenommen werden, um dann die einzelnen Elemente durch ebenes Verschieben voneinander zu trennen. Bei großen Räumen mit langen Dielenreihen kann das sehr fummelig werden. Immerhin brechen dabei keine Kanten ab.

Bei dem „Express Clic“ von Kronotex gibt es bei der Verlegung allerdings eine Besonderheit: In der Regel müssen Sie die letzte Dielenreihe, die an der Wand entlang verlegt wird, auf Breite zuschneiden. Für diesen Zuschnitt müssen Sie die Kunststofffeder an der Stirnkante der Diele entfernen, weil durch den Schnitt die fixierende Federwirkung verlorengeht. Für eine stabile Kopfkantenverbindung sorgt dann ein wasserfester Holzleim, den Sie an die Profilierung geben. Beim „Mega Loc“ System von Classen können Sie das Verriegelungselement guten Gewissens durchschneiden. Hier funktioniert das Ganze nämlich nicht mit einer Feder, sondern durch eine widerhakenförmige Ausprägung des Verriegelungselementes. Diese Form verriegelt die Kopfkante der nächsten Diele in jeder Länge.

Das Beste für drunter

Der Trittschalldämmung für die schwimmende Verlegung von Laminat wird im Allgemeinen eine eher untergeordnete Rolle beigemessen. Bei den hier vorgestellten neuen leim- und werkzeuglosen Verlegesystemen kann genau das aber eine teure und ärgerliche Entscheidung sein. Die Kanten des ohnehin dünnen Laminats, die entweder profiliert oder mit einem Verriegelungselement ausgestattet sind, büßen nämlich von ihrer Stabilität ein und werden im Gesamtsystem zu einer Art Sollbruchstelle. Das gilt vor allem dann, wenn die darunterliegende Trittschalldämmschicht entweder zu dünn ist oder eine zu geringe Druckfestigkeit aufweist. So findet sich auf der Laminatverpackung der Hinweis, dass die Schichtdicke höchstens 3 mm betragen darf, damit die Kopfkantenverbindung nicht bricht.

Die nötige Druckfestigkeit der Dämmschicht liegt zwischen 4,5 und 5 Tonnen pro Quadratmeter. Wir empfehlen grundsätzlich, auf allen mineralischen Untergründen wie etwa Estrichen eine Dampfbremsfolie unter der Dämmung zu verlegen, um Feuchteschäden an Dämmung und Laminatboden vorzubeugen. Ob Sie die PE-Folie einzeln oder als Kombiprodukt mit der Dämmung verlegen, ist dabei eher Geschmackssache. Die Folie müssen Sie an den Stößen überlappend verkleben.

Weitere Infos: Selit Dämmtechnik GmbH www.selit.de Telefon (0 67 31) 96 70-0

Noch mehr Tipps zum Laminat Verlegen finden Sie hier.

Artikel aus SELBERMACHEN Ausgabe 06/2009. Jetzt abonnieren!
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