Laminat verlegen: Tipps und Tricks
Schöner neuer Boden

Laminat verlegen

Wer sich ein gutes Laminat aussucht, kann sich beim Verlegen viel Arbeit sparen. Das Zusammenstecken geht mittlerweile nahezu werkzeuglos vonstatten.

 
Laminat verlegen © Bordes
Tipps und Tricks zum Laminat verlegen

Der Bodenbelag hat einen entscheidenden Einfluss auf die gesamte Raumwirkung. Das gilt besonders für Räume von geringer bis mittlerer Größe, bei denen beispielsweise ein dunkler Boden das Ganze noch weiter verkleinert, wenn auch nur optisch. Lassen Sie sich bei der Bodenbelagswahl Zeit, denn so eine Renovierung soll Sie ja auch mindestens für die nächsten zehn Jahre erfreuen.

Verlege-Empfehlungen für Laminat

Ein Laminatboden in Dielenoptik bringt durch den Verlauf der Holzmaserung und das Fugenbild eine gewisse Richtung in den Raum. Das sollten Sie bei der Wahl der Verlegerichtung bedenken. Grundsätzlich empfehlen wir, die Dielen immer in Richtung des größten Lichteinfalls zu verlegen, damit die Fugen nicht durch eine große Schattenbildung überbetont werden.

Lange, schmale Räume erscheinen durch quer dazu verlegte Dielen optisch etwas breiter, durch längs verlegte hingegen noch länger. Wohlgemerkt: Das sind alles Tipps für eine bestmögliche optische Wirkung – aus rein technischer Sicht lässt sich ein Laminatboden nach Ihrem eigenen Gusto verlegen.

Warum Laminat?

Im Gegensatz zum Echtholzparkett handelt es sich beim Laminat nur um aufgedruckte oder abfotografierte Holzdekore auf einer Faserplatte. Dieser Aufbau, insbesondere die eingesetzten Harze wie Melamin und Acryl, sorgt für eine sehr hohe Strapazierfähigkeit und Härte in der Oberfläche. Wenn Sie eine edle Holzoptik ohne den damit verbundenen Pflegeaufwand zu einem erschwinglichen Preis suchen, ist Laminat für Sie die erste Wahl. Für ein gutes Laminat müssen Sie mit Preisen ab 14 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Tipp: Ignorieren Sie die Billigangebote von 4,99 Euro pro Quadratmeter und wählen Sie eine hochwertige Ausführung. Das werden Sie vor allem bei derm Verlegung merken: Die guten Varianten sind maßgenauer, bieten einen Federmechanismus an den Kopfkanten und die Profilierungen sind wesentlich stabiler.

Laminat verlegen: Das Problem mit den Kopfkanten

All die leimlosen „clic“s, „loc“s und „connect“s haben dem motivierten Selbstverleger von Laminatböden das Leben wirklich einfacher gemacht. Aber trotz aller Erleichterung im allgemeinen Einschwenkbetrieb gab es bisher doch eine Problemstelle: die Kopfkante. So nennt man die kurze Seite einer Laminatdiele, die bei billigen Modellen immer noch mit massiven Hammerschlägen und Spezialwerkzeug wie Zugeisen eingeklickt wird.

Die ersten wirklich werkzeuglosen Kopfkantenverriegelungen gab es vor ein paar Jahren beim Mehrschichtparkett („Comfort-Click“ von Parador). Das Parkett hat mit seiner Mindestdicke von 10 mm nämlich wesentlich mehr „Fleisch“ für die nicht ganz unkomplizierte Profilfräsung der kurzen Kanten.

Die bis dato für die Verlegung notwendigen Werkzeuge wie Hammer, Schlagklotz und Zugeisen gehörten damit tatsächlich der Vergangenheit an. Nun also folgen die ersten Hersteller von Laminatböden mit einer Kopfkantenverriegelung. Der technische Clou bei den beiden hier vorgestellten neuen Systemen: Die Hersteller verlassen sich nicht auf die im Vergleich zum Mehrschichtparkett recht dünnen (8 mm) HDF-Trägerplatten, sondern bauen in die Kopfkanten neue Verriegelungselemente aus Kunststoff ein.

Diese Elemente übernehmen die Verriegelungsfunktion der Laminatdielen, ohne dabei das Kantenprofil der kurzen Seiten zu schwächen. Diese Verbindungen sind übrigens auch sehr einfach wieder zu lösen, und zwar (anders als bei den konventionellen Laminatdielen) weitgehend zerstörungsfrei. Allerdings muss zu diesem Zweck zuvor eine komplette Dielenreihe aufgenommen werden, um dann die einzelnen Elemente durch ebenes Verschieben voneinander zu trennen. Bei großen Räumen mit langen Dielenreihen kann das sehr fummelig werden. Immerhin brechen dabei keine Kanten ab.

Vor dem Verlegen:

  • Dielen akklimatisieren: Bevor Sie die Laminatdielen verlegen, lagern Sie die Packungen ungeöffnet für 48 Stunden im entsprechenden Raum.
  • Werkzeug herrichten: Abstandskeile, 2 Arbeitsböcke, Bleistift, Cutter, Stichsäge mit Laminat- oder feinen Holzsägeblättern, Schreinerwinkel, Stellschmiege, Lineal, Zollstock oder Bandmaß
  • Arbeitsplatz einrichten: Das Ausmessen, Anreißen und Zuschneiden funktioniert auf einem improvisierten Arbeitstisch auf Böcken viel besser.

Laminat verlegen: Abstand zur Wand

Der Laminatboden braucht umlaufend einen 10-mm-Abstand zu den Wänden. Der Abstand gewährleistet, dass sich der Boden bewegen und der Luftfeuchte angleichen kann. Er ist so gewählt, dass er mit handelsüblichen Sockelleisten (15 mm breit) abgedeckt werden kann. Um den Abstand auch der ersten Dielenreihe zu sichern, sollten Sie die rückseitige Profilierung an den Dielen mit der Stichsäge abschneiden. So hat die Diele über die gesamte Höhe den gleichen Abstand zur Wand.

Tipps zum Sägen von Laminat:

  • Frisches Sägeblatt: Setzen Sie für das Zuschneiden der Laminatdielen ein frisches Sägeblatt in die Stichsäge ein. Es muss nicht zwingend ein spezielles Laminat-Sägeblatt sein, ein Holz-Sägeblatt reicht ebenso gut aus. 
  • Höchste Hubzahl: Für einen sauberen und weitgehend ausrissfreien Schnitt wählen Sie die höchste Hubzahl an der Säge. So werden die Fasern und die aufkaschierten Papiere tatsächlich geschnittenn und nicht gerissen. Sie können so ohne Probleme die Dielen von der Oberseite schneiden.
  • Pendelhub ausschalten: Alle modernen Stichsägen haben einen sogenannten Pendelhub, der das Sägeblatt nicht nur auf und ab, sondern auch vor und zurück bewegt. So schneiden Sie schneller, aber die Schnittkante reißt viel stärker aus. Deshalb sollten Sie den Pendelhub ausschalten.

Das Beste für drunter: Die Trittschalldämmung

Um eine Schallübertragung durch Begehen in die nachbarräume zumindest stark zu minimieren, braucht es eine Trittschalldämmung, bespielsweise aus Holzfasern („Eco Wood“ von Logoclic). Der Trittschalldämmung für die schwimmende Verlegung von Laminat wird im Allgemeinen eine eher untergeordnete Rolle beigemessen. Bei den neuen leim- und werkzeuglosen Verlegesystemen kann genau das aber eine teure und ärgerliche Entscheidung sein.

Die Kanten des ohnehin dünnen Laminats, die entweder profiliert oder mit einem Verriegelungselement ausgestattet sind, büßen nämlich von ihrer Stabilität ein und werden im Gesamtsystem zu einer Art Sollbruchstelle. Das gilt vor allem dann, wenn die darunterliegende Trittschalldämmschicht entweder zu dünn ist oder eine zu geringe Druckfestigkeit aufweist. So findet sich auf der Laminatverpackung der Hinweis, dass die Schichtdicke höchstens 3 mm betragen darf, damit die Kopfkantenverbindung nicht bricht.

Die nötige Druckfestigkeit der Dämmschicht liegt zwischen 4,5 und 5 Tonnen pro Quadratmeter. Wir empfehlen grundsätzlich, auf allen mineralischen Untergründen wie etwa Estrichen eine Dampfbremsfolie unter der Dämmung zu verlegen, um Feuchteschäden an Dämmung und Laminatboden vorzubeugen. Ob Sie die PE-Folie einzeln oder als Kombiprodukt mit der Dämmung verlegen, ist dabei eher Geschmackssache. Die Folie müssen Sie an den Stößen überlappend verkleben.

  1. In einer Ecke beginnenIn einer Ecke beginnen© Bordes

    In einer Ecke beginnen

    Beginnen Sie mit ganzen Dämmplatten in einer Raumecke. Sie werden dicht gestoßen und lose verlegt.
  2. Letzte Platte zuschneidenLetzte Platte zuschneiden© Bordes

    Letzte Platte zuschneiden

    Die jeweils letzte Dämmplatte in jeder Reihe muss auf Maß gebracht werden. Das gelingt mit dem Cutter am besten.
  3. Nach und nach verlegenNach und nach verlegen© Selbermachen

    Nach und nach verlegen

    Legen Sie immer nur so viel von der Trittschalldämmung aus, wie Sie gerade brauchen.

Laminat verlegen: Logoclic

Im folgenden Beispiel verwenden wir das Laminat "Vinto, Eiche Monza" (Logoclic von Bauhaus). Dabei handelt es sich um Dielen im XL-Format mit den Maßen 2.000 x 192 x 10 mm.

  1. Die erste ReiheDie erste Reihe© Bordes

    Die erste Reihe

    Die Laminatdielen der ersten Reihe schieben Sie an den Kopfkanten horizontal ineinander.
  2. Die zweite ReiheDie zweite Reihe© Bordes

    Die zweite Reihe

    Die erste Diele der zweiten Reihe richtet die erste exakt aus. Achten Sie auf ausreichend versetzte und dichte Fugen.
  3. Letzte Diele anpassenLetzte Diele anpassen© Bordes

    Letzte Diele anpassen

    Sie müssen in jeder Reihe die letzte Diele in der Länge anpassen. Messen Sie am linken und rechten Rand der Diele.
  4. ZuschnittZuschnitt© Bordes

    Zuschnitt

    Für den Schnitt ziehen Sie noch 10 mm für die Randfuge ab. Den Schnittverlauf reißen Sie mit dem Bleistift an.
  5. Dielen ausrichtenDielen ausrichten© Bordes

    Dielen ausrichten

    Auch die letzte Diele der ersten Reihe schieben Sie horizontal in die vorherige Diele ein und richten Sie fluchtgenau aus.
  6. Abstand beachtenAbstand beachten© Bordes

    Abstand beachten

    Haben Sie drei Reihen verlegt und sind wirklich alle Fugen dicht, sichern Sie den Wandabstand durch kleine Keile.
  7. AusschnitteAusschnitte© Bordes

    Ausschnitte

    Bei Wandvorsprüngen und Nischen messen Sie den Ausschnitt aus und übertragen ihn auf die Diele.
  8. Dielen einsetzenDielen einsetzen© Bordes

    Dielen einsetzen

    Die Dielen setzen Sie immer leicht schräg an den vorherigen an und schwenken sie nach unten.
  9. Verriegelung einrastenVerriegelung einrasten© Bordes

    Verriegelung einrasten

    Setzen Sie die Dielen dicht an die vorherige an, damit die Verriegelung einrasten kann.
  10. Mit Schlag nachhelfenMit Schlag nachhelfen© Bordes

    Mit Schlag nachhelfen

    Ein kräftiger Schlag von oben lässt beide Dielen ineinanderrasten, sodass die Fuge absolut dicht zieht.
  11. Letzte Diele anpassenLetzte Diele anpassen© Mit Schlag nachhelfen

    Letzte Diele anpassen

    Die letzte Dielenreihe muss in der Breite angepasst werden. Messen Sie immer an den beiden Endpunkten der Dielen.
  12. Tipp zum AnzeichnenTipp zum Anzeichnen© Bordes

    Tipp zum Anzeichnen

    Zum Anzeichnen über die ganze Länge nehmen Sie eine Diele als Lineal. Achten Sie darauf, dass die Feder drinbleibt.
  13. RandstückeRandstücke© Bordes

    Randstücke

    Die schmalen Dielenstücke klappen Sie zwischen Boden und Wand.
  14. Fertig!Fertig!© Bordes

    Fertig!

    In unserem Fall haben wir eine Echtholzleiste farblich an die vorhandene angepasst und zusätzlich Viertelstäbe genagelt

Laminat verlegen: Megaloc

Beim „Mega Loc“ System von Classen können Sie das Verriegelungselement guten Gewissens durchschneiden. Hier funktioniert das Ganze nämlich nicht mit einer Feder, sondern durch eine widerhakenförmige Ausprägung des Verriegelungselementes. Diese Form verriegelt die Kopfkante der nächsten Diele in jeder Länge.

  1. Erste Dielen ineinander schiebenErste Dielen ineinander schieben© Selbermachen

    Erste Dielen ineinander schieben

    Die Dielen der ersten Reihe legen Sie flach auf den Boden und schieben sie waagerecht an den Kopfkanten ineinander.
  2. Zweite Reihe Dielen einschwenkenZweite Reihe Dielen einschwenken© Selbermachen

    Zweite Reihe Dielen einschwenken

    Achten Sie darauf, dass die Fugen dicht schließen! Wichtig: Abstandkeile sichern die 10-mm-Dehnungsfuge zu den umlaufenden Wänden. Wie beim herkömmlichen Laminatboden schwenken Sie die Dielen der zweiten Reihe in die der ersten ein.
  3. Weitere Dielen ansetzenWeitere Dielen ansetzen© Selbermachen

    Weitere Dielen ansetzen

    Der Längenversatz liegt auch hier bei mindestens 20 cm. Die nächsten Dielen der zweiten Reihe setzen Sie in das Längsprofil der ersten Reihe und schieben sie bis an die Kopfkante der vorherigen Diele heran und schwenken sie dann nach unten. Mit der blanken Hand geben Sie einen leichten Schlag auf die Kopfkantenverbindung der beiden, bis das Verriegelungselement hörbar einrastet. So geht’s dann weiter. **„Megaloc“ von Classen, Telefon (0 26 53) 9 80-0**
  4. Laminat mit Megaloc-SystemLaminat mit Megaloc-System© Selbermachen

    Laminat mit Megaloc-System

    Das „Megaloc“-System beinhaltet an den Kopfkanten der Laminatdielen einen blaue Kunststoffleiste, die durch einen kleinen „Arretierungsclip“ die nächste Diele festhält.

Laminat verlegen: Express Clic

Bei dem „Express Clic“ von Kronotex gibt es bei der Verlegung eine Besonderheit: In der Regel müssen Sie die letzte Dielenreihe, die an der Wand entlang verlegt wird, auf Breite zuschneiden. Für diesen Zuschnitt müssen Sie die Kunststofffeder an der Stirnkante der Diele entfernen, weil durch den Schnitt die fixierende Federwirkung verlorengeht. Für eine stabile Kopfkantenverbindung sorgt dann ein wasserfester Holzleim, den Sie an die Profilierung geben.

  1. Erste Reihe ineinander schiebenErste Reihe ineinander schieben© Selbermachen

    Erste Reihe ineinander schieben

    Auch beim „Express Clic“ müssen die Dielen der ersten Reihe über die kurzen Seiten ineinander geschoben werden.
  2. Dielen von rechts verlegenDielen von rechts verlegen© Selbermachen

    Dielen von rechts verlegen

    Die exakte Flucht ergibt sich erst mit dem Einschwenken der zweiten Reihe. Bei diesem Laminatboden beginnen Sie mit der Dielenverlegung auf der rechten Seite des Raumes (Nut- und Federseite beachten!). Das Einschwenken ist obligatorisch, ebenso der nötige Längenversatz.
  3. Weitere Dielen einschwenkenWeitere Dielen einschwenken© Selbermachen

    Weitere Dielen einschwenken

    Die nächsten Dielen schwenken Sie ein wie beim „Megaloc“ (3). Achten Sie dabei auf einen dichten Fugenschluss, denn eine nachträgliche Korrektur bedeutet, dass Sie die ganze Dielenreihe aufnehmen und neu verlegen müssen. Beim Breitenzuschnitt der Dielen in der letzten Reihe müssen Sie vorher die blaue Kunststofffeder aus der Kopfkante herausnehmen. **„Express Clic“ von Kronotex, Telefon (03 39 62) 69-0**
  4. Laminat Express-SystemLaminat Express-System© Selbermachen

    Laminat Express-System

    Beim „Express Clic“- Laminat ist der Riegel zwar auch blau, allerdings handelt es sich hier um eine Feder, die ins nächste Element einschnappt.

Zum Weiterlesen: Diese 10 Fehler sollten Sie beim Laminat verlegen unbedingt vermeiden.

Tags: 
Mehr zum Thema