Tags: 
Laminat

Laminat verlegen

Knackpunkt beim Verlegen von Laminat waren bisher immer die „kurzen Kanten“, die man mit roher Gewalt zusammentreiben musste. Das geht jetzt eleganter.

 
 
© Selbermachen

All die leimlosen „clic“s, „loc“s und „connect“s haben dem motivierten Selbstverleger von Laminatböden das Leben wirklich einfacher gemacht. Aber trotz aller Erleichterung im allgemeinen Einschwenkbetrieb gab es bisher doch eine Problemstelle: die Kopfkante. So nennt man die kurze Seite einer Laminatdiele, die trotz aller Hersteller- Bemühungen bisher immer noch fast steinzeitlich mit massiven Hammerschlägen und Spezialwerkzeug wie Zugeisen zum Einklicken zu bewegen war. Diese Schläge bargen aber auch Risiken, denn nicht selten wurden die empfindlichen Profilierungen der Kopfkanten so beschädigt, dass an eine gute Verbindung mit der schon ausgelegten Diele nicht mehr zu denken war.

Megaloc

  1. © SelbermachenLaminat mit Megaloc-System
    Das „Megaloc“-System beinhaltet an den Kopfkanten der Laminatdielen einen blaue Kunststoffleiste, die durch einen kleinen „Arretierungsclip“ die nächste Diele festhält.
  2. © SelbermachenErste Dielen ineinander schieben
    Die Dielen der ersten Reihe legen Sie flach auf den Boden und schieben sie waagerecht an den Kopfkanten ineinander.
  3. © SelbermachenZweite Reihe Dielen einschwenken
    Achten Sie darauf, dass die Fugen dicht schließen! Wichtig: Abstandkeile sichern die 10-mm-Dehnungsfuge zu den umlaufenden Wänden. Wie beim herkömmlichen Laminatboden schwenken Sie die Dielen der zweiten Reihe in die der ersten ein.
  4. © SelbermachenWeitere Dielen ansetzen
    Der Längenversatz liegt auch hier bei mindestens 20 cm. Die nächsten Dielen der zweiten Reihe setzen Sie in das Längsprofil der ersten Reihe und schieben sie bis an die Kopfkante der vorherigen Diele heran und schwenken sie dann nach unten. Mit der blanken Hand geben Sie einen leichten Schlag auf die Kopfkantenverbindung der beiden, bis das Verriegelungselement hörbar einrastet. So geht’s dann weiter. **„Megaloc“ von Classen, Telefon (0 26 53) 9 80-0**

Express Clic

  1. © SelbermachenLaminat Express-System
    Beim „Express Clic“- Laminat ist der Riegel zwar auch blau, allerdings handelt es sich hier um eine Feder, die ins nächste Element einschnappt.
  2. © SelbermachenErste Reihe ineinander schieben
    Auch beim „Express Clic“ müssen die Dielen der ersten Reihe über die kurzen Seiten ineinander geschoben werden.
  3. © SelbermachenDielen von rechts verlegen
    Die exakte Flucht ergibt sich erst mit dem Einschwenken der zweiten Reihe. Bei diesem Laminatboden beginnen Sie mit der Dielenverlegung auf der rechten Seite des Raumes (Nut- und Federseite beachten!). Das Einschwenken ist obligatorisch, ebenso der nötige Längenversatz.
  4. © SelbermachenWeitere Dielen einschwenken
    Die nächsten Dielen schwenken Sie ein wie beim „Megaloc“ (3). Achten Sie dabei auf einen dichten Fugenschluss, denn eine nachträgliche Korrektur bedeutet, dass Sie die ganze Dielenreihe aufnehmen und neu verlegen müssen. Beim Breitenzuschnitt der Dielen in der letzten Reihe müssen Sie vorher die blaue Kunststofffeder aus der Kopfkante herausnehmen. **„Express Clic“ von Kronotex, Telefon (03 39 62) 69-0**

Klassiker

  1. © SelbermachenLaminat Klassisch
    So kennen Sie Ihre Kopfkante: Sie ist ohne weitere Elemente so profiliert, dass sie beim Ineinanderschieben einrastet. Das Verbinden geht nur waagerecht und mit Hammer und Zulage.
  2. © SelbermachenErste beiden Dielen verbinden
    So kennen Sie das Verlegen: Um die ersten beiden Dielen an der kurzen Kante miteinander zu verbinden, schwenken Sie ein Reststück in beide Dielen ein und treiben sie per Hammer und Schlagklotz zusammen.
  3. © SelbermachenNeue Reihe mit Reststück beginnen
    Die nächste Reihe beginnen Sie mit dem Reststück der ersten. Der Versatz liegt bei minimum 20 cm . Die Diele setzen Sie schräg im Profil der ersten Reihe an und schwenken sie nach unten.
  4. © SelbermachenDielen mit Hammer zusammentreiben
    Die zweite Diele der zweiten Reihe schwenken Sie dann wenige Millimeter neben der Kopfkante der ersten ein. Um diese beiden dann miteinander zu verbinden, treiben Sie sie mit Hammer und Zulage zusammen. Vorsicht: Die Schläge müssen Sie vorsichtig dosieren, um die Kante nicht zu beschädigen. Flache Zulagen in Belagsstärke sind besser als zu dicke wie im Bild. Internet:www.schoenerwohnen-laminat.de

Die ersten wirklich werkzeuglosen Kopfkantenverriegelungen gab es vor ein paar Jahren beim Mehrschichtparkett („Comfort-Click“ von Parador). Das Parkett hat mit seiner Mindestdicke von 10 mm nämlich wesentlich mehr „Fleisch“ für die nicht ganz unkomplizierte Profilfräsung der kurzen Kanten.

Die bis dato für die Verlegung notwendigen Werkzeuge wie Hammer, Schlagklotz und Zugeisen gehörten damit tatsächlich der Vergangenheit an. Nun also folgen die ersten Hersteller von Laminatböden mit einer Kopfkantenverriegelung. Der technische Clou bei den beiden hier vorgestellten neuen Systemen: Die Hersteller verlassen sich nicht auf die im Vergleich zum Mehrschichtparkett recht dünnen (8 mm) HDF-Trägerplatten, sondern bauen in die Kopfkanten neue Verriegelungselemente aus Kunststoff ein.

Diese Elemente übernehmen die Verriegelungsfunktion der Laminatdielen, ohne dabei das Kantenprofil der kurzen Seiten zu schwächen. Diese Verbindungen sind übrigens auch sehr einfach wieder zu lösen, und zwar (anders als bei den konventionellen Laminatdielen) weitgehend zerstörungsfrei. Allerdings muss zu diesem Zweck zuvor eine komplette Dielenreihe aufgenommen werden, um dann die einzelnen Elemente durch ebenes Verschieben voneinander zu trennen. Bei großen Räumen mit langen Dielenreihen kann das sehr fummelig werden. Immerhin brechen dabei keine Kanten ab.

Bei dem „Express Clic“ von Kronotex gibt es bei der Verlegung allerdings eine Besonderheit: In der Regel müssen Sie die letzte Dielenreihe, die an der Wand entlang verlegt wird, auf Breite zuschneiden. Für diesen Zuschnitt müssen Sie die Kunststofffeder an der Stirnkante der Diele entfernen, weil durch den Schnitt die fixierende Federwirkung verlorengeht. Für eine stabile Kopfkantenverbindung sorgt dann ein wasserfester Holzleim, den Sie an die Profilierung geben. Beim „Mega Loc“ System von Classen können Sie das Verriegelungselement guten Gewissens durchschneiden. Hier funktioniert das Ganze nämlich nicht mit einer Feder, sondern durch eine widerhakenförmige Ausprägung des Verriegelungselementes. Diese Form verriegelt die Kopfkante der nächsten Diele in jeder Länge.

Das Beste für drunter

Der Trittschalldämmung für die schwimmende Verlegung von Laminat wird im Allgemeinen eine eher untergeordnete Rolle beigemessen. Bei den hier vorgestellten neuen leim- und werkzeuglosen Verlegesystemen kann genau das aber eine teure und ärgerliche Entscheidung sein. Die Kanten des ohnehin dünnen Laminats, die entweder profiliert oder mit einem Verriegelungselement ausgestattet sind, büßen nämlich von ihrer Stabilität ein und werden im Gesamtsystem zu einer Art Sollbruchstelle. Das gilt vor allem dann, wenn die darunterliegende Trittschalldämmschicht entweder zu dünn ist oder eine zu geringe Druckfestigkeit aufweist. So findet sich auf der Laminatverpackung der Hinweis, dass die Schichtdicke höchstens 3 mm betragen darf, damit die Kopfkantenverbindung nicht bricht.

Die nötige Druckfestigkeit der Dämmschicht liegt zwischen 4,5 und 5 Tonnen pro Quadratmeter. Wir empfehlen grundsätzlich, auf allen mineralischen Untergründen wie etwa Estrichen eine Dampfbremsfolie unter der Dämmung zu verlegen, um Feuchteschäden an Dämmung und Laminatboden vorzubeugen. Ob Sie die PE-Folie einzeln oder als Kombiprodukt mit der Dämmung verlegen, ist dabei eher Geschmackssache. Die Folie müssen Sie an den Stößen überlappend verkleben.

Weitere Infos: Selit Dämmtechnik GmbH www.selit.de Telefon (0 67 31) 96 70-0

SELBER MACHEN 06/2009

Artikel aus SELBERMACHEN Ausgabe 06/2009. Jetzt abonnieren!
Weitere Themen aus dieser Rubrik

Holzpellets - Sparsame Dauerbrenner

Pellets heißen die kleinen Stäbchen aus gepresster Holzspäne und sind eine echte Alternative zu Öl und Gas. Mit Holzpellets lässt sich die Zentralheizung eines Hauses... mehr >

Feinstaub - Ungesund behaglich

Feinstaub ist in aller Munde und leider auch in vielen Lungen. Die gesundheitsschädlichen Partikel werden vor allem von Fahrzeugen und Industrieschornsteinen, aber... mehr >

Holzkunst aus dem Erzgebirge

Spätestens seit der Wende ist weihnachtliche Holzkunst aus dem Erzgebirge auch in den alten Ländern bekannt: Gemütliche Räuchermänner, leuchtende Fensterbögen und... mehr >