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Durch Sanierung Heizkosten sparen

Dieses Reihenhaus in einem Kölner Vorort wurde 1929 errichtet. Damals baute man auch dicht an dicht großzügiger – für Familie Koch ein Grund zum Kauf. Durch das Sanieren genießen sie auch niedrige Heizkosten.

 
Große Terrasse mit breiter Fensterfront © Selbermachen
Große Terrasse mit breiter Fensterfront

© SelbermachenDie Lage ist ideal für eine junge Familie: In einer Seitenstraße nahe am Kölner Stadtwald, nach hinten raus mit einem stattlichen Garten samt altem Baumbestand. Auch sonst gefiel Beate und Matthias Koch das Haus auf Anhieb.

Mit 6,75 m Breite bietet es mehr Wohnfläche als viele heutige Reihenhäuser. Allerdings wohnte zuvor eine alte Dame in dem 162- qm-Domizil, die es im baulichen Zustand der Sechziger belassen hatte. Den Käufern war klar: Ob Bad oder Haustechnik, vieles muss erneuert werden. Die Kochs entschieden sich, das Gebäude unter energetischen Gesichtspunkten auf den neuesten Stand zu bringen. Die Umbauten dauerten ein Jahr, vieles davon nahm das Paar selbst in die Hand.

Umfassende Maßnahmen

© SelbermachenDer Vorzug eines Reihenhauses: Man muss die Außenmauern nur zur Straße und zum Garten aufpolstern, zu den Nachbarn braucht es keine zusätzliche Dämmschicht. Hier war das Verhältnis von Außenhülle zu Volumen so günstig, dass ein 14 cm dickes Wärmedämmverbundsystem auf der Fassade genügte. Außen wurde der Keller mit Schaumglas isoliert, zusätzlich bekam seine Decke eine 8 cm dicke Dämmung. Im Dach steckt 24 cm Mineralwolle. Und die neuen Fenster haben eine Zweischeiben-Wärmeschutzverglasung. Mollige Wärme garantiert die Gasheizung, unterstützt durch fast 5 qm Sonnenkollektoren, die für warmes Trinkwasser sorgen. Wer sein Heim so gut einpackt, muss auch dafür sorgen, das die Heizwärme im Inneren möglichst effizient genutzt wird. Familie Koch hat eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installieren lassen – so kommt Frischluft ins Haus, ohne das kostbare Wärme durch geöffnete Fenster entweichen kann. Die umwelt- und ressourcenschonenden Techniken machen das Haus zu einem Musterbeispiel für perfekte Energieausnutzung. Das alte Flair sollte aber auch erhalten bleiben, etwa die charakteristische Straßenfront.

© SelbermachenSo umgeben, trotz Außendämmung, wieder Rahmen die Fenster, auch ein Profil um den Eingang erinnert an die frühere Fassadengliederung. Beim Dach wurde die erweiterte Gaube beibehalten, ihre Schieferverkleidung aber durch Putz ersetzt und eines der Dachfenster versetzt. Eine Änderung ließ sich nicht vermeiden: Die eigentlich weit innen liegende Eingangstür rückte nach außen, denn nach dem Dämmen des Durchgangs wäre der sonst ein schmaler Schlauch gewesen. Zum Garten wirkt das Äußere des Hauses erheblich moderner: Der Anbau lässt durch breite Schiebetüren viel Licht ein, eine Holzterrasse verlockt im Sommer zum Wohnen im Freien. Fazit der Bewohner: Sie fühlen sich rundum wohl, da kalte Wände und Zugluft der Vergangenheit angehören. Ihr Domizil bekam 2008 den nordrhein-westfälischen Landespreis für „Energieeffizientes Bauen“.

Ergebnis in Zahlen

• Vor der Sanierung betrug der Primärenergiebedarf 207 kWh/m2a, nach den Sanierungsmaßnahmen sank er auf 57 kWh/m2a.

• Die Energieeinsparung beziffert sich auf 74 %, die Umwelt wird mit 11 Tonnen Kohlendioxid im Jahr weniger belastet.

SELBER Machen 10/2009

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