Ein Esstisch im Bauholzstil | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Holz Recyceln

Ein Esstisch im Bauholzstil

Ein massiver Esstisch aus recyceltem Holz ist schwer angesagt, schwer zu bekommen und eben aus diesem Grund auch schwer teuer. Mehr als 1000 Euro müssen Sie schon anlegen. Dass es auch anders geht, wollen wir Ihnen hier zeigen.

 
Ein Esstisch im Bauholzstil muss nicht teuer sein! © Eike Krebs
Ein Esstisch im Bauholzstil muss nicht teuer sein!

Sind Sie in letzter Zeit mal durch Möbelgeschäfte geschlendert? Dann haben Sie sicher auch Möbel aus recyceltem Bau- oder Bootsholz gesehen, die zurzeit modern sind. Esstische in diesem Stil sind wegen des Materials nie billig. Gehen wir einmal von einem Preis von 1200 Euro für einen entsprechenden Tisch aus – dafür kann man eine Menge Holz kaufen, haben wir uns gedacht.

Zusammen mit den Kollegen aus dem SELBER MACHEN-Atelier haben wir uns deswegen an den (noch ganz konventionellen …) Tisch in der Atelierküche gesetzt, von den Vintage-Style-Möbeln berichtet und uns gefragt, ob man so etwas nicht auch als Selbermacher hinbekommt. Wir haben gerechnet, konstruiert, kalkuliert; und wenig später haben wir dann auch gleich die Konstruktionshölzer und Holzbohlen beim Fachhändler bestellt.

Kostenpunkt für einen Tisch mit dem Tischplattenmaß 80 x 200 cm: 220 Euro inklusive Farbe!

Verwendet wurden insgesamt sechs gehobelte Vierkanthölzer (270 cm lang) in zwei Dimensionen: vier Stück zu 6,8 x 6,8 cm für etwa 6,50 Euro je Meter und zwei Stück zu 9 x 9 cm für 14 Euro je Meter. Bei den Holzbohlen, die die Tischplatte bilden, handelt es sich um vier 200-cm-Längen von 3,2 cm dicker und 20 cm breiter, „parallel besäumter“ Kiefer.

Parallel besäumt bedeutet, dass es sich hier zwar um eine echte Bohle aus einem Stamm handelt, diese jedoch an der Rindenseite so besägt wird, dass alle Kanten sauber und rechtwinklig sind. Mit diesem Material lässt sich dann eine massive Tischplatte mit relativ wenig Aufwand herstellen.

Vintage-Look dank Lackaufbau.© SelbermachenDer Clou aber ist der Lackaufbau, der den Vintage-Style vermittelt: Dazu wird ein weißer Acryllack als Basis aufgetragen. Nach dem Durchtrocknen folgen dann weitere Beschichtungen, die ganz nach eigenem Geschmack mit Lacklasuren oder weiteren farbigen, eventuell auch verdünnten Acryllacken ausgeführt werden. Am Ende erhält dann die Oberfläche mit Schleifpapier den richtigen Vintage-Look!

  1. Alle MaßeAlle Maße© Tillman Straszburger

    Alle Maße

    Die genauen Maße unseres Tisches entnehmen Sie der Skizze.
  2. Balken zuschneidenBalken zuschneiden© Eike Krebs

    Balken zuschneiden

    Die kräftigen Balken lassen sich am bequemsten mit einer Kapp- und Gehrungssäge zuschneiden. Natürlich können sie den Schnitt auch mit einer herkömmlichen Handsäge ausführen. Dann sollten Sie sich die Schnittlinie ringsherum anzeichnen!
  3. Dreieck herstellenDreieck herstellen© Eike Krebs

    Dreieck herstellen

    Das stabilisierende Dreieck für die Eckkonstruktion wird aus Resten der Tischplatte hergestellt.
  4. Dübelverbindungen anbringenDübelverbindungen anbringen© Eike Krebs

    Dübelverbindungen anbringen

    Zargenhölzer und Eckpfosten werden mit Dübelverbindungen versehen.
  5. Verleimen und verschraubenVerleimen und verschrauben© Eike Krebs

    Verleimen und verschrauben

    Mit einem Konstruktionsklebstoff werden sämtliche Teile verleimt und zusätzlich verschraubt. Tipp: Wer keine großen Schraubzwingen zur Hand hat, kann auch rings um die Zarge einen Spanngurt mit Ratsche spannen und damit Druck aufbauen.
  6. Diagonalträger anschraubenDiagonalträger anschrauben© Eike Krebs

    Diagonalträger anschrauben

    Die Diagonalträger werden ganz zum Schluss unter die Tischplatte geschraubt.
  7. Untergestell streichenUntergestell streichen© Eike Krebs

    Untergestell streichen

    Das fertig verleimte Untergestell wird mit einem weißen, deckenden Anstrich versehen.

  1. Bauteil anklebenBauteil ankleben© Eike Krebs

    Bauteil ankleben

    Es ist nicht ganz der klassische Möbelbau, aber wenn uns die Industrie mit Tellerkopfschrauben („Hi.Force“ von Spax) beschenkt, dann darf man sich derer ruhig bedienen! Bei dieser Variante werden sämtliche Bauteile mit Konstruktionsklebstoff versehen und mit 180 mm langen Tellerkopfschrauben stumpf verschraubt. Die Schrauben bis ins Holz eindrehen und anschließend gut verspachteln und alles glatt verschleifen.
  2. Schraube verspachtelnSchraube verspachteln© Eike Krebs

    Schraube verspachteln

    Es ist nicht ganz der klassische Möbelbau, aber wenn uns die Industrie mit Tellerkopfschrauben („Hi.Force“ von Spax) beschenkt, dann darf man sich derer ruhig bedienen! Bei dieser Variante werden sämtliche Bauteile mit Konstruktionsklebstoff versehen und mit 180 mm langen Tellerkopfschrauben stumpf verschraubt. Die Schrauben bis ins Holz eindrehen und anschließend gut verspachteln und alles glatt verschleifen.

Tipp: Dübelverbindungen leicht herstellen

Dübelset, bestehend aus Dübelmarkern in Messing (mit Markierungsdorn) und einem Bohrer mit Tiefenbegrenzer, erstellen Sie die Dübellöcher immer in der genau richtigen Tiefe! Etwa 10 Euro, von Wolfcraft.

  1. Loch bohrenLoch bohren© Eike Krebs

    Loch bohren

    Damit die einzelnen Holzbohlen bei der Verleimung nicht verrutschen, müssen sie mit Dübeln in Position gehalten werden. Dazu bohren Sie ein Loch in die Kante der ersten Holzbohle.
  2. Bohlen aneinanderschiebenBohlen aneinanderschieben© Eike Krebs

    Bohlen aneinanderschieben

    Setzen Sie dann den metallenen Dübelmarker in das Loch und schieben die zweite Bohle dagegen, sodass sich der Dorn des Dübelmarkers in das Holz presst. Ein Zollstock oder ein separates Brett hilft, die beiden Bohlen ohne Versatz aneinanderzuschieben.
  3. Dübelloch anfertigenDübelloch anfertigen© Eike Krebs

    Dübelloch anfertigen

    Mit der so entstandenen Markierung wird das gegenüberliegende Dübelloch angefertigt. Jede Bohle wird auf diese Weise mit je zwei Dübeln (jeweils einer im Endbereich) versehen.
  4. Dübel einsteckenDübel einstecken© Eike Krebs

    Dübel einstecken

    Nun die Dübel in die Löcher stecken und den Konstruktionsklebstoff auf die Kanten geben.
  5. Tischplatte verleimenTischplatte verleimen© Eike Krebs

    Tischplatte verleimen

    Mit Metallzwingen und zwei Zulagen aus Vierkantholz wird die Tischplatte fest verleimt.
  6. Klebstoff abnehmenKlebstoff abnehmen© Eike Krebs

    Klebstoff abnehmen

    Den herausquetschenden Klebstoff nicht sofort entfernen, sondern für 10 bis 15 Minuten anziehen lassen. Wenn er eine gallertartige Konsistenz hat, wird er mit dem Stecheisen abgenommen.
  7. Tischplatte schleifenTischplatte schleifen© Eike Krebs

    Tischplatte schleifen

    Zunächst wird die Tischplatte plan geschliffen, anschließend werden die weichen Holzfasern mit einer metallenen Scheibenbürste herausgebürstet.
  8. Holzfasern herausbürstenHolzfasern herausbürsten© Selbermachen

    Holzfasern herausbürsten

    Zunächst wird die Tischplatte plan geschliffen, anschließend werden die weichen Holzfasern mit einer metallenen Scheibenbürste herausgebürstet.
  9. Acryllack auftragenAcryllack auftragen© Eike Krebs

    Acryllack auftragen

    Es folgt der Farbaufbau: 1. weißer Acryllack; 2. honigfarbene Lacklasur; 3. stark verdünnte dunkelbraune Acrylfarbe.
  10. Lacklasur auftragenLacklasur auftragen© Eike Krebs

    Lacklasur auftragen

    Es folgt der Farbaufbau: 1. weißer Acryllack; 2. honigfarbene Lacklasur; 3. stark verdünnte dunkelbraune Acrylfarbe.
  11. Acrylfarbe auftragenAcrylfarbe auftragen© Eike Krebs

    Acrylfarbe auftragen

    Es folgt der Farbaufbau: 1. weißer Acryllack; 2. honigfarbene Lacklasur; 3. stark verdünnte dunkelbraune Acrylfarbe.
  12. Fläche durchschleifenFläche durchschleifen© Eike Krebs

    Fläche durchschleifen

    Ist die Farbe trocken, wird die Fläche bis zur gewünschten Optik durchgeschliffen.

Vierkanthölzer verkeilenVierkanthölzer verschrauben

Tipp: Eigenes Verleimgestell

Keine großen Zwingen zur Hand? Kein Problem, mit ein paar kräftigen Vierkanthölzern schaffen Sie sich Ihr eigenes Verleimgestell. Dazu die Vierkanthölzer wie gezeigt verschrauben und mit Hartholzkeilen (etwa Buche) verkeilen. Dabei wird mächtig Druck aufgebaut!

  1. Lackaufbau, hellLackaufbau, hell© Selbermachen

    Lackaufbau, hell

    Als Basis dient ein weißer Acryllack in Seidenmatt. Darauf folgt eine Schicht Lacklasur (Kieferblond von Clou), die nach Trocknung mit Schleifpapier bearbeitet wird. Ein Acrylklarlack bildet den Abschluss.
  2. Lackaufbau, mittelbraunLackaufbau, mittelbraun© Selbermachen

    Lackaufbau, mittelbraun

    Basis: weißer Acryllack, seidenmatt; 2. Schicht aus Clou-Lacklasur (2 Teile Kieferblond, 1 Teil Eiche mittel); die 3. Schicht besteht aus stark verdünnter schwarzer Acryllackfarbe. Im 4. Arbeitsschritt wird die Fläche nach Bedarf durchgeschliffen und mit Klarlack versiegelt.
  3. Lackaufbau, dunkelLackaufbau, dunkel© Selbermachen

    Lackaufbau, dunkel

    Basis: weißer Acryllack, seidenmatt; 2. Schicht aus Clou-Lacklasur (Eiche mittel); der 3., 4. und 5. Arbeitsgang wird wie bei dem „Lackaufbau mittelbraun“ ausgeführt. Dabei sollte das Schleifpapier nicht grober als 180er Korn sein.
  4. Lackaufbau, buntLackaufbau, bunt© Selbermachen

    Lackaufbau, bunt

    Mit diesem Lackaufbau aus verschiedenfarbigen Acryllacken und dem anschließenden Schleifgang wird eine mehrfach überstrichene Farbfläche imitiert. Der Stil ist zurzeit bei vielen Großstädtern beliebt, die sich damit das Flair von altem Bootsholz in die Wohnung holen!
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