Holzbank im Vintage Style

Bänke aus Bauholz

Vintage-Style heißt die sehr interessante Gestaltungsform, die wir hier noch einmal an zwei Sitzbänken ausprobiert haben – und sie scheint Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, besonders gut zu gefallen. Denn erfreulich hoch war die Resonanz auf den Tisch, den wir bereits im April präsentierten. Hier kommt also Vintage-Style 2.0!

Selber Machen Küchenbank
Selber Machen Küchenbank© Christian Bordes

Bei SELBER MACHEN arbeiten wir gern mit Trendfarben und orientieren uns auch hin und wieder an den Farbwelten, die uns Wohnmagazine vorleben. Als wir uns aber an den Esstisch im Vintage-Style wagten, betraten wir Neuland, was den Umgang mit Farben an ging.

Wir trimmten einfach sägeraue Holzbohlen aus dem Holzfachhandel auf "gebraucht" und setzten sie auf ein Untergestell in strahlend hellem Weiß. Begegnet war uns diese Farbkombination in verschiedenen Möbelgeschäften, die diese massiven Möbel aus recyceltem Bau- und Bootsholz zu recht kräftigen Preisen anboten. 

Bauanleitung Holzbank: Unterkonstruktion

Titel fehlt
Selber Machen sägen
© Christian Bordes

Schritt 1/10: Selber Machen sägen

Mit einer Kapp- und Gehrungssäge werden die kräftigen Balken maßgenau zugeschnitten. Wer bei dieser Arbeit auf eine Handsäge angewiesen ist, sollte sich mit einem Tischlerwinkel eine ringsum laufende Markierung auf den Balken zeichnen und anschließend vorsichtig daran entlangsägen.

Holz bohren
© Christian Bordes

Schritt 2/10: Holz bohren

Die Bauteile werden mit Holzdübeln miteinander verbunden. Die Verbindungen stellen Sie mit sogenannten Dübelmarkern her (siehe auch Seite 28). Da die Rückenlehne schräg auf die hinteren Beine trifft, sollte beim Markieren der Dübellöcher ein Anschlagholz benutzt werden.

Holz bohren
© Christian Bordes

Schritt 3/10: Holz bohren

Die Dübel werden eingeleimt, und die Verbindung wird zusätzlich noch mit einer schräg eingedrehten Holzschraube gefestigt.

Holzleim verkleben
© Christian Bordes

Schritt 4/10: Holzleim verkleben

Die Querriegel der Bank liegen etwas nach innen versetzt. Distanzhölzer helfen, den genauen Abstand einzuhalten.

Zusammenstecken der Holzteile
© Christian Bordes

Schritt 5/10: Zusammenstecken der Holzteile

Sämtliche Bauteile werden einmal ohne Leim zusammengesteckt, um zu überprüfen, ob alles perfekt zueinanderpasst.

Holzbank mit Schraubzwingen
© Christian Bordes

Schritt 6/10: Holzbank mit Schraubzwingen

Dann wird mit Leim und Schraubzwingen oder mit einem Zurrgurt alles verleimt. Erst die eine Hälfte der Bank, danach daran die zweite Hälfte.

Sägen der Holzteile
© Christian Bordes

Schritt 7/10: Sägen der Holzteile

Die zwölf schrägen Bauteile (2 x 6 Stück) der Rückenlehne erhalten unterschiedliche Winkel. Auch hier lassen sich die Bauteile mit einer Kapp- und Gehrungssäge sehr leicht zusägen. Bei Verwendung einer Handsäge müssen Sie die Sägelinie ringsum mit einem Geodreieck oder einer Tischlerschmiege anzeichnen.

Holz schmirgeln
© Christian Bordes

Schritt 8/10: Holz schmirgeln

Die scharfen Sägekanten der Hölzer werden entgratet und anschließend alle Bauteile mit etwas Leim und Holzschrauben stumpf verschraubt. Die Schraubenlöcher werden mit einem Reparaturspachtel sauber verschlossen.

Zusammenbohren der Holzteile
© Christian Bordes

Schritt 9/10: Zusammenbohren der Holzteile

Die scharfen Sägekanten der Hölzer werden entgratet und anschließend alle Bauteile mit etwas Leim und Holzschrauben stumpf verschraubt. Die Schraubenlöcher werden mit einem Reparaturspachtel sauber verschlossen.

Reparaturspachtel
© Christian Bordes

Schritt 10/10: Reparaturspachtel

Die scharfen Sägekanten der Hölzer werden entgratet und anschließend alle Bauteile mit etwas Leim und Holzschrauben stumpf verschraubt. Die Schraubenlöcher werden mit einem Reparaturspachtel sauber verschlossen.

© Tillman Straszberger

Nun, wir entschieden uns für zwei Varianten einer Bank: 1. mit Rückenlehne in Tischbreite und 2. ohne Lehne, etwas schmaler, sodass sie unter den Tisch passt.

Wieder wurden sägeraue, "parallel besäumte" Bohlen aus Kiefernholz (etwa 20 cm breit, gut 3 cm dick und 200 cm lang) verwendet. Parallel besäumt bedeutet, dass es sich hier zwar um echte Bohlen aus einem Stamm handelt, diese jedoch an den Rindenseiten so besägt werden, dass alle Kanten sauber und rechtwinklig sind.

Mit dieser Holzware lassen sich dann die massiven Sitzflächen sowie die Tischplatte mit überschaubarem Aufwand herstellen. Zum Einsatz kamen bei unserer Bank mit Rückenlehne folgende gehobelte Vierkanthölzer (250 cm lang): 2 Stück zu 75 x 75 mm für etwa 5,45 Euro je Meter, 3 Stück zu 55 x 55 mm für 3 Euro je Meter und 3 Stück zu 45 x 45 mm für gut 2 Euro je Meter.

© Tillman Straszberger

Damit kostet die Bank mit Rückenlehne knapp 65 Euro plus Farbe. Für die Bank ohne Rückenlehne benötigen Sie: 1 Stück zu 75 x 75 mm und 3 Stück zu 55 x 55 mm, sodass Sie dieses Möbel für gut 50 Euro plus Farbe herstellen können.

Bauanleitung Holzbank: Sitzflächen

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Holz schleifen
© Christian Bordes

Schritt 1/10: Holz schleifen

Die Sitzflächen werden aus beidseitig besäumten Nadelholzbohlen hergestellt. Um lose Fasern von den sägerauen Kanten zu entfernen, werden diese mit 120er Schleifpapier geschliffen.

Bohren eines Loches
© Christian Bordes

Schritt 2/10: Bohren eines Loches

Damit die beiden Holzbohlen bei der Verleimung nicht verrutschen, müssen sie mit Dübeln in Position gehalten werden. Dazu bohren Sie ein Loch in die Kante der ersten Holzbohle.

Holz leimen
© Christian Bordes

Schritt 3/10: Holz leimen

Dann den metallenen Dübelmarker in das Loch setzen und die zweite Bohle dagegen schieben, sodass sich der Dorn des Dübelmarkers in das Holz presst. Ein separates Brett hilft, die beiden Bohlen ohne Versatz aneinander zuschieben. Mit der so entstandenen Markierung wird das gegenüberliegende Dübelloch angefertigt.

Materialien
© Christian Bordes

Schritt 4/10: Materialien

Nun die Dübel in die Löcher stecken, den Konstruktionsklebstoff auf die Kanten geben und mit Metallzwingen die Bohlen fest verleimen.

Holz schleifen
© Christian Bordes

Schritt 5/10: Holz schleifen

Die Sitzfläche plan schleifen und anschließend die weichen Holzfasern mit einer metallenen Scheibenbürste herausbürsten.

Schleifen
© Christian Bordes

Schritt 6/10: Schleifen

Die Sitzfläche plan schleifen und anschließend die weichen Holzfasern mit einer metallenen Scheibenbürste herausbürsten.

Markieren der Holzteile
© Christian Bordes

Schritt 7/10: Markieren der Holzteile

Die Sitzfläche (für die Bank mit Rückenlehne) auf das Gestell legen und den Sitz der Rückenstrebe markieren. Ebenso seitlich den Verlauf der schrägen Strebe anzeichnen.

Markieren der Holzteile
© Christian Bordes

Schritt 8/10: Markieren der Holzteile

Die Sitzfläche (für die Bank mit Rückenlehne)auf das Gestell legen und den Sitz derRückenstrebe markieren. Ebenso seitlich den Verlauf der schrägen Strebe anzeichnen.

Elektrosäge
© Christian Bordes

Schritt 9/10: Elektrosäge

Mit einer Säge (Hand- oder Elektrosäge) die Aussparung herstellen.

Anleimen des Randstücks
© Christian Bordes

Schritt 10/10: Anleimen des Randstücks

Zuletzt wird das kleine Randstück wieder angeleimt. Fertig ist die Sitzfläche für die Bankmitder Rückenlehne.

Für den Tisch, gilt folgende Kalkulation: Sechs gehobelte Vierkanthölzer (270 cm lang) in zwei Dimensionen: 4 Stück zu 68 x 68 mm für etwa 6,50 Euro je Meter und 2 Stück zu 90 x 90 mm für 14 Euro je Meter. Für die Tischplatte benötigt man vier 200-cm-Längen von 32 beziehungsweise 37 mm dicker und 20 cm breiter parallel besäumter Kiefer für etwa 4 Euro je Meter. Damit liegt der Preis für den Tisch bei etwa 220 Euro. Das ganze Ensemble (Tisch und beide Bänke) kostet somit 335 Euro. Selbermachen lohnt sich eben!

Holzbohlen auf Vintage-Style trimmen

Um den Eindruck von verwittertem Holz zu vermitteln, müssen mehrere verschiedenartige Farbschichten aufgetragen werden:

  1. Zuerst wird eine Schicht weißer Acryllack als Basis aufgetragen.
  2. Ist die weiße Farbe durchgetrocknet, erfolgt der Anstrich mit einer honigfarbenen Lacklasur.
  3. Erst wenn auch diese Lacklasur komplett durchgetrocknet ist, wird die Sitzfläche mit einer stark verdünnten dunkelbraunen Acrylfarbe angestrichen.
  4. Nach einem weiteren und letzten Trocknungsgang wird die Fläche bis zur gewünschten Optik durchgeschliffen. Der Schliff erfolgt per Hand und nicht mit der Maschine!

Bild 1, © Bordes

Bild 2, © Bordes

 

Bild 3, © Bordes

Bild 4, © Bordes

Dübelverbindungen leicht hergestellt

© Bordes

Mit einem Dübelset, bestehend aus Dübelmarkern in Messing (mit Markierungsdorn) und einem Bohrer mit Tiefenbegrenzer, erstellen Sie die Dübellöcher immer genau in der richtigen Tiefe! Etwa 10 Euro, von Wolfcraft.

Bauanleitung Holztisch für acht Personen

Titel fehlt
Holz sägen
© Christian Bordes

Schritt 1/6: Holz sägen

Die Balken mit einer Kapp- und Gehrungssäge zuschneiden. Die Schnitte können auch mit einer herkömmlichen Handsäge ausgeführt werden. Dann sollten Sie sich allerdings die Schnittlinie ringsherum anzeichnen!

Holz sägen
© Christian Bordes

Schritt 2/6: Holz sägen

Die vier stabilisierenden Dreiecke für die Eckkonstruktionen können aus Resten der Tischplatte hergestellt werden.

Zargenhölzer
© Christian Bordes

Schritt 3/6: Zargenhölzer

Zargenhölzer und Eckpfosten erhalten Dübelverbindungen.

Zargenhölzer mit Leim
© Christian Bordes

Schritt 4/6: Zargenhölzer mit Leim

Sämtliche Teile werden mit einem Konstruktionsklebstoff verleimt und noch zusätzlich verschraubt.

Bohrmaschine
© Christian Bordes

Schritt 5/6: Bohrmaschine

Danach die Diagonalträger unter die Tischplatte schrauben.

Untergestell
© Christian Bordes

Schritt 6/6: Untergestell

Nun noch das Untergestell mit einem deckenden weißen Anstrich versehen.

SERVICE:

Was sind Scheibenbürsten?

© Bordes

Sie bestehen aus feinen Metalldrähten, die zu einer Schleifbürste mit Aufnahmedorn für die Bohrmaschine verpresst wurden. Sie sind in verschiedenen Breiten und Durchmessern sowie in Messing (sanfter Abrieb) und in Stahl (starker Abrieb) erhältlich.

Und warum keine Zopfbürsten?

Sie bestehen aus in sich verdrehten (gezopften) Stahldrähten und sind so ziemlich die aggressivsten Metallbürsten, die es für die Bohrmaschine gibt. Mit ihnen lassen sich gut Rost und alte Lacke entfernen. Für die Holzbearbeitung aber sind sie viel zu hart und daher verboten!

Die neue Ausgabe ist da: selber machen - Jetzt am Kiosk!