Ein neues Bade­zimmer ohne Staub und Lärm

Ein neues Bade­zimmer ohne Staub und Lärm

Bei der Renovierung des Badezimmers oder der Küche macht das Ab­schlagen der alten Fliesen Lärm, Staub und Arbeit. Es geht auch einfacher.

 
Dieses Badezimmer ist alles andere als modern, weshalb eine Renovierung angebracht wäre. © Selbermachen
Dieses Badezimmer ist alles andere als modern, weshalb eine Renovierung angebracht wäre.

Es sind nicht einmal die Kosten allein, die uns davon abhalten, das Badezimmer neu zu gestalten. Vielmehr denkt man mit Grausen an den Schmutz und den Lärm, der durch das Abschlagen der alten Fliesen verursacht wird. Häufig sind diese Wandbeläge auch noch im Dickbettverfahren verlegt worden, so dass nach dem Abschlagen die Verlegefläche vollkommen neu verputzt werden muss.

Es gibt aber die Möglichkeit, die alten Fliesen zu belassen und neue auf die alten zu kleben. Bei Kücheneinbauten, wo zwischen den Einbauschränken nur ein Fliesenschild bleibt, ist dieses Verfahren üblich. Im Bad kann es genauso angewendet werden.

Trotzdem hat man die Möglichkeit, den Komfort des Bads durch den Einbau modernerer oder weiterer Sanitärelemente zu verbessern. In diesem Bad wurde z. B. die Heizung verlegt, die Armaturen erneuert und die Nische verkleidet.

Die richtige Planung 

Bevor man mit den Umbaumaßnahmen beginnt, ist zu überlegen, was verändert werden soll. Da die Wand vollkommen neu verkleidet wird, könnten bei dieser Gelegenheit die Sanitärelemente auch neu angeordnet werden. Die alten Bäder waren meistens nur bis etwas über Wandmitte verfliest. Es ist kein Problem, höher zu verfliesen.

Allerdings ist es in Bädern nicht immer ratsam, bis zur Decke zu verkleiden. Die normal verputzte Wand nimmt den überschüssigen Wasserdampf am besten auf und gibt ihn später bei niedriger Luftfeuchtigkeit wieder ab. Es kann sehr sinnvoll sein, die Wand nur bis zur Tür- oder Fensterhöhe zu verkleiden. Dann ist die Wand an der Dusche auch noch ausreichend gegen Spritzwasser geschützt.

Bei der Wahl der Fliesen sollte man sich nach möglichst dünnen Platten umsehen. Bei zu starken Fliesen müsste z. B. die Badewannenverkleidung vorher vom alten Fliesenbelag befreit werden. Weist man beim Kauf der Fliesen den Verkäufer darauf hin, dass Fliese auf Fliese verlegt werden soll, bekommt man sicher das richtige Angebot.

Fliesen sind ein sehr langlebiger Wandbelag. Der Wunsch nach einer Renovierung des Bads entsteht meistens nicht, weil die Fliesen abgenutzt sind, sondern weil sie nicht mehr gefallen, weil sie unmodern geworden sind. Die neuen Fliesen sollten unter dem Gesichtspunkt ausgesucht werden, dass sie auch morgen noch den Ansprüchen gerecht werden.

Die Vorbereitungsarbeiten

Die Vorbereitungsarbeiten beginnen mit dem Ausgleich des Übergangs der alten Fliesen zur Wand, wenn das neue Fliesenschild höher sein soll. Tapeten und nicht tragende Farbanstriche müssen zuerst restlos beseitigt werden, da auf diesen Flächen weder der Reparaturmörtel noch der Fliesenkleber haften kann. Dann wird der Übergang mit einem Zementmörtel so großflächig ausgeglichen, dass keine Absätze entstehen können.

Der alte Fliesenbelag muss gründlich gereinigt werden. Im Laufe der Jahre hat sich ein Belag aus Seifen- und Kalkrückständen gebildet. Mit einem Scheuermittel wird die Fläche kräftig abgeschrubbt. Die Kalkrückstände können am wirksamsten mit einem Reinigungsessig (Essigessenz) entfernt werden. Starke chemische Mittel sind nicht unbedingt erforderlich.

Um die Haftung des neuen Fliesenbelags noch weiter zu verbessern, kann die Fläche mit Sandpapier angeschliffen werden. Ein kleiner Winkelschleifer leistet hier die besten Dienste. Während dieser Arbeit wird man auch feststellen, wo noch Unebenheiten sind, die ausgebessert werden müssen.

Wer ganz sicher gehen will, kann die Glasur der alten Fliesen mit einem Fliesenhammer anpicken. Statt die alten Fliesen mechanisch anzurauen, kann man zur Haftverbesserung vor dem eigentlichen Verkleben auch eine hauchdünne Schicht Fliesenkleber aufziehen und trocknen lassen.

Darauf werden dann die Fliesen verlegt. Die Stoßfuge zwischen alten Fliesen und dem Ausgleichsputz der Wand muss mit einer Gewebespachtelung überbrückt werden. Damit werden Rissbildungen in diesem Bereich vermieden. Die Heizungsnische unter dem Fenster wurde mit einer Konstruktion aus Latten und Gipskartonplatten geschlossen, die Heizung wurde verlegt.

Gebrauchsfertiger Kleber

Die Gipskartonplatten müssen vor dem Verfliesen grundiert werden. Die Fugen zwischen Mauerwerk und den Gipskartonplatten müssen mit einem Armierungsgewebe abgedeckt werden. Die Verlegefläche muss absolut eben sein, da der Dispersionskleber nur dünn aufgetragen wird und maximal 1 mm Unebenheit ausgeglichen werden kann.

Der Fugenverlauf des alten Fliesenbelags darf für die neuen Fliesen nicht übernommen werden, da es sonst zu Rissbildungen in der Fuge kommen kann. Die Flächen müssen also neu eingeteilt werden, was sich in diesem Beispiel durch das abweichende Fliesenformat sowieso ergibt.

Wenn Senkrechte und Waagerechte stimmen, was mit Senklot und Wasserwaage überprüft wird, kann man sich beim Anzeichnen der Flächen an diesen Linien orientieren. Die Lage der Dekorfliesen und der umlaufenden Bordüre werden angezeichnet.

Für das Verlegen der Wandfliesen wird ein gebrauchsfertiger Dispersionskleber verwendet, d. h., er muss nicht angezischt werden. Der Kleber wird dünn auf der Verlegefläche aufgetragen und gut durchgekämmt. An der oberen Fliesenreihe sollte waagerecht aufgekämmt werden, damit kein Schwitzwasser hinter die Fliesen ziehen kann.

Die umlaufende Bordüre fällt als gestalterisches Element sehr ins Auge. Sie wird aus diesem Grund über die ganze Wandfläche gesetzt, wenn ca. die Hälfte der Wand fertig verfliest ist. Wegen der hier besonders wichtigen Maßhaltigkeit wird mit der Fliesenhexe gearbeitet.

Danach verlegt man zuerst den unteren, dann den oberen Teil der Wand. Die Stellen, an denen die Dekorfliesen gesetzt werden sollen, werden frei gelassen. Sie werden zum Schluss geklebt. Die offene Zeit bei diesem Dispersionskleber, d. h. die Zeit, die der Kleber nach dem Aufkämmen feucht bleibt, ist genau wie bei den Klebemörteln 30 Minuten.

Trotz sofortiger Haftung der Fliesen sind Korrekturen noch kurze Zeit möglich. Kleberreste müssen sofort mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Dispersionskleber kann übrigens auch für den Bodenbelag verwendet werden. Zur Erhöhung der Endfestigkeit muss dann allerdings Zement zugesetzt werden. Die Wandflächen können frühestens nach 48 Stunden verfugt werden.

Das wird beim Verlegen der Fliese auf Fliese zusätzlich gebraucht:

Haushaltsreiniger, Scheuermittel und Essigessenz werden zum Reinigen des alten Fliesenbelages in ausreichender Menge bereitgehalten. Mit einem Einhandwinkelschleifer oder einem Schwingschleifer kann der alte Belag angeschliffen werden, um die Haftung des Untergrundes zu verbessern.

Der Übergang von den alten Fliesen zur Wand wird mit einem Reparaturmörtel, der möglichst schnell trocknen soll, ausgeglichen. Die Nahtstelle wird mit einem Ar­mierungsgewebe, mit dem auch Wandrisse abgedeckt werden können, abgedeckt und mit Fliesenkleber zu­­­­ge­­spachtelt.

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Das Abschlagen der alten Fliesen wäre mit viel Aufwand verbunden, zumal diese noch im Dickbettverfahren verlegt wurden.

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Die Haftung des neuen Fliesenbelags wird verbessert, wenn die alten Fliesen mit Sandpapier angeschliffen werden.

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Die Wand soll bei dieser Renovierung bis zur Decke verfliest werden. Tapeten und Farbanstriche müssen vorher entfernt werden.

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Der Übergang von den alten Fliesen zum neuen Putz wird mit einem Gewebe abgedeckt, das in den Kleber gedrückt wird.

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Der Untergrund für die neuen Fliesen ist vorbereitet. Der Verlauf der Bordüre wird auf der Wand angezeichnet.

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Der Fliesenkleber wird bei dieser Art des Fliesenverlegens sehr dünn aufgetragen. Entsprechend fein ist die Zahnung des Spachtels.

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Die Fliesen werden wie beim normalen Verlegen in die dünne Kleberschicht gedrückt. Die Verlegefläche muss eben sein.

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Die Maßhaltigkeit der Horizontale wird während der Arbeit laufend mit der Fliesenhexe kontrolliert.

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Die Bordüre wird gesetzt, wenn eine Wandhälfte fertig verfliest und die untere Fliesenreihe angezeichnet ist.

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Fliesenkreuze sind hilfreich, um eine gleichmäßige Fugenbreite einzuhalten. Die Kreuze bleiben im Kleberbett.

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Die Horizontale wird mit der Wasserwaage überprüft, bevor der untere Teil der Wand fertig verfliest wird.

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Dekorfliesen werden zum Schluss gesetzt. Ist der Kleber nicht mehr feucht, wird auf der Fliesenrückseite Kleber aufgetragen.

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Das Badezimmer entspricht jetzt wieder den heutigen Ansprüchen. Die Verkleidung wurde bis zur Decke hochgezogen. Die weißen Fliesen wurden auf den alten blauen Belag geklebt.

TEXT:Peter-Michael Stange; FOTO: Selbermachen Media
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