Bodenbeläge

Parkett, Laminat, Fliesen: Welcher Boden wofür?

Lange waren die Territorien für die klassischen Bodenbeläge innerhalb des Hauses klar verteilt. Doch die Entwicklungen der letzten Jahre lassen neue Kombinationen von Raum und Boden zu. Wir erklären, worauf es bei der Auswahl des Bodenbelags ankommt.

Bodenbeläge
Bodenbeläge haben sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt.© ronstik - stock.adobe.com

Fliesen in Bad und Küche, Teppichboden in Schlaf- und Kinderzimmer, Holz im Wohnzimmer – so lauteten bisher die gängigen Empfehlungen, wenn es um die Bodenbeläge im Haus ging. Doch in den letzten Jahren haben sich auch die Bodenbeläge weiterentwickelt.

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Parkett ist besonders im Wohnbereich beliebt.© Anselm - stock.adobe.com

So wurden Fliesen, Linoleum oder PVC fast vollständig von den Klickböden verdrängt. Fertigparkett und Laminat wurden so verbessert, dass sie sogar für den Einsatz im Bad geeignet sind. Und der umstrittene PVC-Boden hat mit dem Kunststoff Polyurethan ernsthafte Konkurrenz bekommen.

Wir geben Ihnen eine Übersicht über die neuen Bodenbeläge und in welchen Räumen sie eine Alternative zu den herkömmlichen Klassikern sind.

Parkett und Laminat als Bodenbelag

Beiden Holz- respektive Holzwerkstoffböden ist der dreischichtige Aufbau aus Deckschicht, Trägerschicht und Gegenzug gemein. Die warme Holzoptik der Deckschicht macht diese Böden vor allem zum Favoriten für alle Wohnräume, bei denen es auf Gemütlichkeit und Wohlfühlen ankommt.

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Laminat ist oft robuster als Bodenbeläge aus Echtholz.© Milan - stock.adobe.com

Gutes Laminat ist optisch vom Echtholz nicht mehr zu unterscheiden, in der Oberfläche aber deutlich härter und abriebfester als die Echtholzvariante.

Allerdings ist es weder besonders kratzfest noch renovier- oder schleifbar. Knackpunkt bei allen mehrschichtige Holzbelägen ist die Feuchteresistenz.

Laminat in Küche und Badezimmer

Vor allem die Trägerschicht quillt bei Nässe stark auf. Laminat und Fertigparkett waren daher für die Anwendung im Bad ungeeignet. Eine neue Laminatgeneration besteht durch und durch aus Kunststoff und somit wasserfest.

Beim Fertigparkett sorgt eine Kombination aus resistenter Holzart, vollflächiger Verklebung auf dem Boden und nachträglicher Oberflächenbehandlung mit einem Hartwachsöl dafür, dass der Boden auch im direkten Spritzwasserbereich verlegt werden kann.

Lesen Sie hier, wie Sie einen Holzboden im Badezimmer verlegen und pflegen.

Fliesen: Ein robuster Bodenbelag

Härte und Robustheit sind die Markenzeichen der keramischen Fliesen, also gehören sie nach wie vor in Flur, Küche und Bad.

Während früher die Entscheidung für Fliesen eine Entscheidung fürs (halbe) Leben war, so ist die neue Fliesengeneration auch schon mit der allseits beliebten Klickkante ausgerüstet. So können Fliesen schwimmend verlegt werden, sind also jederzeit wieder einfach entfernbar.

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Keramische Fliesen sind besonders robust.© maskalin - stock.adobe.com

Korkboden: Der ideale Bodenbelag für Schlaf- und Kinderzimmer

Korkboden ist wasserfest, fußwarm, hoch elastisch, ökologisch und antistatisch. Zudem bietet er Milben und anderen Schädlingen keinen Rückzugsort. Das macht ihn zum idealen Bodenbelag im Schlaf- und Kinderzimmer und auch in der Küche kann er seine Vorzüge ungehemmt entfalten.

Als Klick-Kork ist er wegen seiner HDF-Trägerschicht allerdings nicht für den Einsatz im Bad geeignet. Im Flur können sich auf Grund der relativen Weichheit schnell Abnutzungserscheinungen zeigen.

Das Verlegen von Kork im Bad funktioniert genau so wie beim neuartigen Parkett: Er muss vollflächig verklebt und erst nach dem Verlegen komplett versiegelt werden. Beim relativ neuen Korkmosaik müssen Sie zudem die Fugen mit einer flexiblen Masse füllen und dann die Randfugen sauber abdichten.

Teppichboden: Der klassische Bodenbelag

Früher war Teppich besonders im Schlaf- und Kinderzimmer als Bodenbelag beliebt, wo er allerdings zunehmend von glatten Bodenbelägen verdrängt wird. Der Grund sind Hausstaub und Milben, die sich im Textil des Teppichbodens festsetzen und einen erhöhten Pflegeaufwand bedeuten. Teppichböden sind zudem fleckempfindlich.

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Fliesen, Parkett oder Laminat – die Auswahl des Bodenbelags richtet sich auch nach der voraussichtlichen Belastung.© lightpoet - stock.adobe.com

Der richtige Bodenbelag für jeden Raum

Die unterschiedlichen Räume eines Hauses oder einer Wohnung haben unterschiedliche Anforderungen an die Bodenbeläge. Bei der Auswahl des Bodenbelags ist es daher wichtig, sich zu überlegen, wie der Raum genutzt wird und wie widerstandsfähig der Bodenbelag sein sollte.

  • Küche: Die Küche ist gilt nicht mehr als Feuchtraum, trotzdem kann Wasser spritzen und auf den Boden tropfen. Der Einsatz von Bodenbelägen mit einer HDF-Trägerschicht empfiehlt sich daher nicht. Hinzu kommt, dass der Bodenbelag aus hygienischen Gründen ohne großen Aufwand sauber zu halten sein muss. Klickfliesen oder Kunststoffböden sind in den meisten Fällen die preiswerteste und praktischste Lösung.
  • Flur: Der Bodenbelag im Flur muss besonders robust sein. Laminat gilt zwar als robust, allerdings ist es nicht sehr kratzfest und deshalb nur in Kombination mit einer so genannten Sauberlaufzone aus einem Stück Teppichboden zu empfehlen. Besser geeignet sind Fliesen. Klickböden haben jedoch den Nachteil, dass sie mit etwa 15 mm Aufbauhöhe recht dick sind. Verkleben Sie die klassischen Bodenfliesen im Dünnbettverfahren. Der Aufbau beträgt nur 8 bis 10 Millimeter und ist unbegrenzt haltbar.
  • Bad: Im Bad kann Wasser in noch so kleine Fugen und Ritzen eindringen und das Material schädigen. Auch ständig wechselnde Luftfeuchte sorgt bei den hygroskopischen Holzwerkstoffen für Aufquellen und Schwinden, was wiederum zu Fugen und Ritzen führen kann. Fliesen oder speziell behandelte Bodenbeläge aus Holz und Kork sind eine elegante und robuste Lösung für das Bad. PVC-Böden hingegen können leicht rutschig werden.
  • Schlafzimmer: Der Boden im Schlafzimmer muss weniger aushalten, Ökologie, Komfort und Wärme stehen im Vordergrund. Teppichboden ist für Allergiker und empfindliche Menschen nicht ratsam. In den letzten Jahren geht der Trend zunehmend hin zu Bodenbelägen aus Kork oder Parkett.
  • Kinderzimmer: Der Bodenbelag im Kinderzimmer muss wohngesund und schadstoffrei, dabei aber enorm robust sein. Belastbarkeit, Hygiene, Pflegeleichtigkeit, Elastizität und Schadstoffarmut stehen im Vordergrund. Kork wird als Bodenbelag im Kinderzimmer immer beliebter, bietet aber nur eine eingeschränkte Farbauswahl. Wer es bunter mag, wird bei schadstoffreiem Polyurethanboden fündig.
  • Wohnzimmer: Im Wohnzimmer muss der Bodenbelag vor allem warm und gemütlich sein, gut aussehen und auch mal eine Party aushalten. Der Bodenbelag im Wohnzimmer muss also eine gewisse Belastbarkeit aufweisen. Besonders beliebt sind hier Korkboden, Laminat und Parkett. Achten Sie hier beim Putzen besonders darauf, die Bodenbeläge lediglich nebelfeucht abzuwischen.

Mit dem richtigen Hintergrundfwissen fällt die Auswahl eines geeigneten Bodenbelags leicht. Über die individuellen Eigenschaften der Bodenbeläge hinaus ist natürlich Ihr persönlicher Geschmack die wichtigste Entscheidungsgrundlage.

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