Fliesen in der Garage – pflegeleicht und belastbar

Fliesen in der Garage – pflegeleicht und belastbar

Fliesen auf dem Garagenboden sind keinesfalls eine übertriebene Maßnahme. Dieser Bodenbelag ist belastbar, langlebig und leicht zu reinigen.

 
Der geflieste Boden macht die Garage auf lange Sicht belastbar und ist pflegeleicht. © Selbermachen
Der geflieste Boden macht die Garage auf lange Sicht belastbar und ist pflegeleicht.

Das Problem ist bekannt. Der Estrich des alten Garagenbodens ist bröselig geworden. Dort, wo die vier Reifen des Wagens stehen, sind Löcher im Boden. Bei Regen und Schnee bilden sich kleine Pfützen. Der Anstrich mit Betonfarbe hält auf diesem Untergrund auch nicht lange. Wenn man die Garage ausfegt, steht man in einer Staubwolke, ohne den Schmutz richtig beseitigt zu haben.

Eine wirklich langfristige Lösung dieses Problems kann man erreichen, wenn man die Garage mit Fliesen auslegt. Das ist zwar im Augenblick aufwendiger, als den alten Boden auszubessern und mit einem neuen Anstrich zu versehen, aber es lohnt sich auf die Dauer.

Fliesen sind teurer als Betonfarbe. Das ist zwar richtig, wenn man aber bedenkt, dass die auch nicht gerade billige Betonfarbe häufig erneuert werden muss, kann die einfache Lösung sogar teurer werden. Sehr häufig werden in den Baumärkten preiswerte Fliesen angeboten, die für diesen Zweck ideal sind. Der Arbeitsaufwand ist auf lange Sicht erheblich geringer.

Der Fliesenboden ist langlebiger. Die laufende Reinigung der Garage von Staub, Laub, Regen und im Winter Schneematsch ist weniger zeit­aufwendig. Ölflecken vom Fahrzeug und von der Rasenmäherreparatur lassen sich leicht entfernen. Man gewinnt einen Raum, den man gern als kleine Werk­statt zusätzlich nutzt.

Die Wahl der richtigen Fliese

Spaltplatten sind sehr hart und druckunempfindlich. Durch ihre dichte Struktur sind sie wasserundurchlässig und daher frostsicher. Es gibt sie glasiert oder unglasiert. Für die Garage kommen nur unglasierte Steinzeugfliesen in Frage. Eine Glasur wäre in kürzester Zeit beschädigt und abgerieben.

Mit dem Wagen wird Sand und Schmutz in die Garage getragen. Die Reifen würden beim Abbremsen und Anfahren wie Schmirgelpapier auf die Oberfläche einwirken. Es ist kaum zu vermeiden, dass der Garagenboden durch das regennasse Fahrzeug feucht wird. Im Winter taut der Schneematsch aus den Radkästen.

Glasierte Flächen würden unter diesen Bedingungen sehr rutschig werden. Wenn die Garage nicht beheizt wird, was ja heute meistens der Fall ist, müssen die Fliesen natürlich vom Material her frost- sicher sein und auch frostsicher verlegt werden. Das muss auch bei der Vorbereitung des Untergrundes bedacht werden.

Bei der Größe der zu verfliesenden Fläche und wegen der hohen Temperaturschwankungen sind beim Verlegen Dehnungsfugen einzuplanen, die später dauer­elastisch ausgefüllt werden.

Alter oder neuer Boden? 

Wird eine Neubaugarage mit Fliesen belegt, macht der Untergrund keine Probleme. Alter, schadhafter Betonboden muss gut vorbereitet werden. Lose Betonfarbe muss mit dem Spachtel abgekratzt werden. Löcher müssen mit Reparaturmörtel ausgebessert werden, damit eine ebene Fläche entsteht. Eine Grundierung in Form einer Emulsion bindet den Staub und verbessert die Haftung des Fliesenbelags auf dem Untergrund.

Idealerweise sollte der Garagenboden ein leichtes Gefälle zum Tor haben, damit abtropfendes Regenwasser und tauender Schnee nicht auf dem Boden stehen bleiben. Eine selbstverlaufende Ausgleichsmasse, die auf dem gesamten Boden ausgegossen und leicht verteilt wird, kann hier Abhilfe schaffen.

Die Garage wird ausgemessen und danach ein Verlegeplan gezeichnet. Die Dehnungsfugen werden eingezeichnet. Der Verlauf des Fliesenverbandes wird vorher genau errechnet, um ein gleichmäßiges Verlegemuster zu erhalten. Die einzelnen Arbeitsabschnitte werden eingeteilt.

Der Verlegeplan wird jetzt mit Hilfe der Richtschnur auf den Garagenboden übertragen. Es werden sowohl in Längsrichtung als auch quer Hilfslinien auf dem Garagenboden aufgezeichnet. Der Verlauf des Verlegemusters wird markiert, ebenso die Lage der Dehnungsfugen.

Schiffsverband in der Garage

Der Kleber kann nach diesen Vorbereitungsarbeiten angemischt werden. Es wird so viel Kleber angemischt, wie in der Verarbeitungszeit von 2 Stunden verbraucht werden kann. Dabei sind die Angaben auf der Verpackung zu beachten. Jeder Kleber braucht nach dem Anmachen eine Reifezeit von ca. 15 Minuten, um seine volle Wirksamkeit zu entfalten. Danach wird er nochmals kräftig mit dem Rührquirl durchgemischt.

Im Mittelbettverfahren wird der Kleber dicker aufgekämmt. Der Spachtel hat eine Zahnung von 8 mm. Damit können kleine Unebenheiten ausgeglichen werden, ohne dass die Fliese hohl liegt oder direkten Kontakt zum Untergrund hat.

Wenn der Fliesenrücken stark strukturiert ist, muss zusätzlich auf der Rückseite der Fliese Kleber dünn und vollflächig aufgetragen werden. Bei der hohen Druckbelastung in der Garage muss eine 100%ig hohlraumfreie Verlegung gewährleistet sein, die Fliesen würden sonst brechen.

Die Anfangs- und Endfliese werden in das feuchte Kleberbett gedrückt und mit der Fliesenhexe verbunden. An der Richtschnur entlang wird die erste Reihe längs zur Wand verlegt. Die folgenden Reihen werden im Schiffsverband, d. h. immer zur Hälfte versetzt zueinander, verlegt. Mit dem Gummihammer wird jede Fliese leicht festgeklopft.

Abschnittweise werden mit der Richtschnur und der Wasserwaage die Lage der Fliesen zueinander und die Waagerechte überprüft, um in der offenen Zeit korrigieren zu können. Auch bei der Verwendung von Fliesenkreuzen muss die Ausrichtung mit der Richtschnur überprüft werden, da nicht alle Fliesen absolut gleich groß sind.

Die Sockelfliesen werden im Butteringverfahren angesetzt. Der Fliesenkleber wird nur auf der Rückseite der Fliese vollflächig aufgekämmt. Um eine gleichmäßige Dehnungsfuge zwischen Wand und Boden einzuhalten, wird eine entsprechend dicke Holzleiste auf den Boden gelegt und die Sockelfliese bündig auf diesem Abstandshalter angelegt und leicht mit dem Gummihammer festgeklopft. Fertig.

Einkaufsberater Fliesen, Kleber und Werkzeug

Die Fliesen für den Garagenboden müssen nicht erste Wahl sein. Viel wichtiger ist, daß sie für diesen Einsatz geeignet sind. Fliesen zweiter oder dritter Wahl unterscheiden sich nur durch Abmessungstoleranzen, leichte Farb- oder Oberflächenfehler, die auf dem Garagenboden keine große Rolle spielen. Sie sind aber erheblich billiger, was bei der großen Fläche viel ausmachen kann.

Für wenig Geld bekommt man häufig auch Restmengen oder angebrochene Verpackungseinheiten. Der Kleberverbrauch beim Mittelbettverfahren ist erheblich größer. Das muss beim Einkauf berücksichtigt werden.

Auf den Verpackungen ist der Verbrauch pro m2 bei Verwendung unterschiedlich starker Zahn­spachtel angegeben. Die Spaltplatten sind dicker und härter als normale Wandfliesen. Beim Kauf des Fliesenschneiders muss das berücksichtigt werden, denn nur mit einem starken Gerät können diese Fliesen geschnitten werden.

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Die Spaltplatten werden zur Probe ausgelegt. Das ist in diesem Fall besonders wichtig, da die Fliesen im Verband verlegt werden sollen.

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Aufziehen des Klebers vollflächig im Mittelbettverfahren. Die Zahnkelle hat eine Zahnung von 8 mm.

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Die Fliesenhexe, zwei Fliesenlegerecken verbunden mit einer Richtschnur, wird zwischen der ersten und der letzten Fliese gespannt.

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Fugenabstände zwischen den einzelnen Fliesen werden durch die Fliesenkreuze ganz genau eingehalten.

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Anschnittfliesen werden abschnittweise ausgemessen und mit einem Bleistift auf der Oberseite angezeichnet.

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Der Fliesenschneider ist unentbehrlich beim Verlegen großer Flächen. Die Fliesen werden exakt angeritzt und gebrochen.

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Die Fliesen werden im Verband verlegt. Die erste Reihe wird längs zur Wand, die zweite zur Hälfte versetzt zueinander verlegt.

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Vollflächig und feucht muss das Kleberbett sein, um eine 100% hohlraumfreie Verklebung zu gewährleisten.

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Die Sockelfliesen werden im Butteringverfahren angesetzt. Der Klebemörtel wird auf der Rückseite der Fliese aufgetragen.

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Abstandshalter für die Sockelfliese ist hier eine schmale Holzleiste. Dadurch wird eine gleichmäßige Anschlussfuge erreicht.

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So wird die Garage zum vielseitig genutzten Raum. Fahrräder, Gartengeräte und Werkzeuge finden Platz. Kleine Reparaturen an Wagen, Fahrrad und Rasenmäher können hier ausgeführt werden.

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Bei der hohen Belastung auf einem Garagenboden müssen die Platten mit dem richtigen Kleber verlegt werden.

TEXT:Peter-Michael Stange; FOTO: Selbermachen Media
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