Roboter-Rasenmäher im Test | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Rasenmäher

Roboter-Rasenmäher im Test

Die Automatisierung hält in immer mehr Bereichen unseres Lebens Einzug. Nun auch im Garten: Ein Roboter-Rasenmäher erledigt für Sie künftig die Arbeit, während Sie sich im Liegestuhl sonnen oder Zeitung lesen. Das zumindest verspricht die Werbung.

 
Der Robomow-Rasenmäher © Fotos: Jalag/Bordes; Zeichnungen: Jalag/Straszburger
Der Robomow-Rasenmäher

© SelbermachenNie mehr selber mähen? Für Gärten bis 400 qm Rasenfläche hat die Firma Rumsauer, Importeur des Mähroboters Robomow des israelischen Herstellers Friendly Robotics, eine Antwort parat: den Robomow RM 400 für rund 1450 Euro. Geliefert wird der grüne Automat als komplettes Set mit allem erforderlichen Zubehör wie der Ladestation, einem Netzteil für die Stromversorgung, einer Rolle Führungsdraht, Rasennägeln zur Befestigung des Drahts und Heringen für die Ladestation sowie einem Anschlussstecker und Drahtverbindern.

Außerdem liegt mit dem „Roboruler“ ein Papplineal bei, das die Verlegung des Führungsdrahts im richtigen Abstand zur Rasenkante erleichtern soll. Dieser Führungsdraht grenzt die zu mähende Rasenfläche ein. Fährt der Robomow auf dem Draht entlang, nimmt er ihn mittig zwischen seine Räder. Deshalb muss der Draht im Abstand der halben Mäherbreite zum Rand verlegt werden. Doch was nicht in der Bedienungsanleitung steht: Zuvor sollte der Rasen mit einem herkömmlichen Rasenmäher bei niedrigster Schnitthöheneinstellung gemäht werden. Dann kann der Draht später gut einwachsen. Ist die Vorarbeit absolviert, kann es endlich ans Verlegen des Drahts gehen. Legen Sie zunächst die Position der Ladestation fest (in der Nähe einer Steckdose) und beginnen Sie dort. Spannen Sie den Draht und nageln Sie ihn alle 1 bis 1,5 m mit einem Rasennagel fest.© Selbermachen Am einfachsten geht das Verlegen des Drahts bei rechteckigen Rasenflächen ohne Bäume oder sonstige Hindernisse. Soll ein Kreis um einen Baum oder ein Blumenbeet nicht gemäht werden, müssen diese Bereiche ebenfalls mit dem Draht ausgegrenzt werden. Komplizierter wird es aber, wenn unterschiedliche Rasenflächen, zum Beispiel vor und hinter dem Haus, zu berücksichtigen sind. Wer sich das Verlegen auf verwinkelten Rasenflächen nicht zutraut, sollte sich erst einmal auf ein übersichtliches Rechteck zum Testen des Geräts beschränken oder die Hilfe eines Fachhändlers in Anspruch nehmen. Ist der Draht verlegt, wird die Ladestation angeschlossen. Sie muss direkt auf dem Führungsdraht stehen, und zwar so, dass der Robotermäher, wenn er auf dem Draht entlangfährt, in sie hineintrifft. Daher muss die Ladestation so montiert sein, dass die höhere Seite zur zu mähenden Rasenfläche zeigt und der Führungsdraht mittig unter der Ladestation entlangläuft. Ist die Ladestation nicht richtig angebracht, zeigt der Robomow allerlei Kunststücke wie Drehen im Kreis oder dauerndes Ausbüchsen aus der verdrahteten Rasenfläche. Nachbarn, Kinder und zufällige Passanten sind regelmäßig begeistert. Bevor es ans Mähen geht, muss der Robomow programmiert werden. Wer dies ohne Informatikstudium bewältigen will, sollte die immerhin knapp 60-seitige (!) deutsche Bedienungsanleitung gründlich studieren.

© SelbermachenSchneller geht es natürlich, wenn der Fachmann hilft. Draht verlegt, alles auf Grün? Dann kann der Robomow loslegen. Jetzt wird es Zeit, den Liegestuhl auszupacken, um dem Roboter beim Mähen zuzuschauen. Und zuschauen sollten Sie, denn der Hersteller mahnt eine regelmäßige Kontrolle bei der (Roboter-)Arbeit an. © SelbermachenDa Robomow kreuz und quer über den Rasen fährt und nur mit 18 cm Schnittbreite mäht, dauert es übrigens etwa zweieinhalb Stunden, bis 100 qm gemäht sind. Aber dann ist auch schon der Akku wieder leer, und das Gerät sucht die Ladestation zum Nachladen auf (Ladezeit: 20 Stunden). Für einen gepflegten Rasen sollte man den Roboter in der Vegetationsperiode mindestens zweibis dreimal in der Woche laufen lassen, bei größeren Rasenflächen sogar öfter. Effektiver ist es, einen Robomow mit drei Schneidwerken (56 cm Schnittbreite) einzusetzen. Diesen gibt es mit Ladestation für 2250 Euro.

© SelbermachenMit einem Führungsdraht wird die zu mähende Rasenfläche begrenzt. Bäume, Beete, Wege und andere Hindernisse sind entsprechend auszugrenzen. Bei großen Bäumen oder Hauswänden registriert auch der im Robomow eingebaute Berührungssensor, dass es hier nicht weitergeht. Sollen mehrere voneinander getrennte Flächen gemäht werden, ist für jede Fläche, in der sich keine Ladestation befindet, ein zusätzlicher Signalgeber (ab 129 Euro) erforderlich. Flächen mit Steigungen (über 18 %) und spitzen Ecken eignen sich für den Robomow nicht.

© SelbermachenDer Robomow fährt kreuz und quer und mäht die Rasenfläche nach dem Zufallsprinzip. Auch wenn er die Arbeit automatisch erledigt, dauert es relativ lange, bis der komplette Rasen gemäht ist. Mit einem leistungsfähigen Elektro- oder Benzinmotormäher geht die Arbeit wesentlich schneller, nur kann man in der Zeit die Füße nicht hochlegen.

Auf den Punkt gebracht

Positiv: Handlicher Robotermäher mit automatischer Ladestation, programmierbar, relativ leise.

Negativ: Umständliche Montage und Programmierung, sehr geringe Schnittbreite, langsam.

Fazit: Der Robomow RM 400 ist der preiswerteste Robotermäher mit automatischer Ladestation. Durch das schmale Mähwerk arbeitet das Gerät sehr langsam, so dass noch nicht rechte Freude über den Roboter aufkommen kann.

Artikel aus selber machen Ausgabe 08/2011. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren