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Problemoberflächen lackieren

Lexikon der Lacke

Jenseits von lackierten Möbeln und Zäunen gibt es beim Lackieren immer wieder Problemoberflächen. Dazu gehören Kunststoff, Eisen und Stahl, Zink und alle Oberflächen, die heiß werden. Da hält nicht jeder x-beliebige Lack, da müssen echte Spezialisten ran!
 
Lack für Metalle © Selbermachen
Lack für Metalle

Haben Sie schon mal versucht, mit einem gewöhnlichen Buntlack einen Küchenschrank zu streichen? Oder ein rostiges Geländer wieder hübsch zu lackieren? War das Ergebnis nicht zufriedenstellend? Oder ist das Unterfangen sogar gescheitert?

Es gibt Oberflächen, die partout nicht so schnell eine dauerhafte Verbindung mit irgendeinem Lack eingehen wollen. Sie brauchen eine Sonderbehandlung. Das beginnt beim Vorbereiten der Lackierfläche.

Vor dem Lackieren: Die Oberfläche vorbereiten 

Ganz gleich, welchen Speziallack Sie verwendet, für ein perfektes Ergebnis muss jeder Untergrund vorbereitet werden, damit der Lack wirklich haften bleibt. Es muss zuerst die „Tragfähigkeit“ der Oberfläche hergestellt werden.

Also lose Teile entfernen. Staub, Fett und Schmutz beseitigen. Die Fläche schleifen, um sie gegebenenfalls zu glätten oder um eine raue Oberfläche zu schaffen. 

Ausgenommen sind hier verzinkte Oberflächen. Sie müssen monatelang der Witterung ausgesetzt werden und rauen dabei durch die Bewitterung von selbst auf. Oder Sie ziehen die genannte Prozedur durch und streichen einen speziellen Haftgrund auf die Zinkoberfläche.

Selbst bei Metall-Schutzlack, der laut Hersteller direkt auf Rost gestrichen werden kann, gilt dies nur bei leichtem Rostbefall. Fallen einem die Rostplacken schon entgegen, muss auch hier der lose Rost vorher entfernt werden und verbliebener Roststaub gründlich (z.B. mit einem Bindetuch) abgewischt werden.

So gibt es für jeden Problemfall beim Lackieren besondere Abläufe zu beachten. 

Die häufigsten „Problemlackierungen“ und die passenden Speziallacke

  1. Hammerschlag-Lack© Selbermachen

    Hammerschlag-Lack

    Schutz gegen blühenden Rost und Effektlack in einem. Doch vorm Lackieren steht die Entrostung und Rostschutzvorbereitung, damit es ein Schutzlack wird. Bei leichtem Rost gibt es heute auch Lacke, die direkt aufgebracht werden können. Sie binden den Rost und versiegeln die Oberfläche – da blüht nichts mehr.
  2. PU-Lack© Selbermachen

    PU-Lack

    Lacke, besonders umweltschonende Acryl- Lacke, die einen Polyurethan-Anteil (PU) haben, bilden eine besonders harte und widerstandsfähige Oberfläche aus. Ähnlich wie Dachrinnen-Lack lassen sie sich auch im Außenbereich auf vorbehandeltes Holz, auf Hart- PVC, Eisen, Zink und Aluminium streichen.
  3. Tafel-Lack© Selbermachen

    Tafel-Lack

    Auch in Zeiten der Tablet-PCs hat die bewährte Schultafel nicht ausgedient – ein matt und blendfrei auftrocknender Alkydharz-Lack, der auf Holz und Metall hält. Seine Oberfläche ist leicht rau, sodass der Kreideabrieb an der senkrechten Fläche hält. Trotzdem sollte die Lackierfläche hundertprozentig eben sein.
  4. Dachrinnen-Lack© Selbermachen

    Dachrinnen-Lack

    Lack für schwierige Untergründe wie Zink, Eisen oder Hart-PVC. Dieser Lack braucht einen sorgfältig vorbereiteten Untergrund. Die Beschichtung ist sehr dauerhaft und widersteht Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung, Frost oder starken Tempera turwechseln, z.B. an einem warmen Frühlingstag nach einer kalten Nacht.
  5. Küchen-Lack© Selbermachen

    Küchen-Lack

    Ein Sonderfall sind melaminharzbeschichtete Flächen, wie sie bei Küchenfronten und beschichteten Spanplatten im Allgemeinen üblich sind. Mit einer speziellen Grundierung und einem spezifisch eingestellten Lack lassen sich aber auch diese sehr glatten und harten Oberflächen lackieren.
  6. Fenster-Lack© Selbermachen

    Fenster-Lack

    Für Holzfenster sind Ventilacke die Profis. Sie bilden eine hochdeckende Lackschicht, die das Holz vor Feuchtigkeitsaufnahme schützt, aber vorhandene Holzfeuchte herauslässt. Ventilacke sind nach der Durchtrocknung weicher als übliche Alkydharz-Lacke und machen Dimensionsänderungen des Fensters mit.
  7. Zinn-Lack und Ausbesserung© Selbermachen

    Zinn-Lack und Ausbesserung

    Zink ist so glatt, dass darauf keine Farbe gut hält. Selbst Speziallacke kommen nicht um eine Bewitterungsphase, die einige Monate dauert, oder eine spezielle Grundierung herum. Ist eine Verzinkung beschädigt, kann sie mit einem Zink-Ausbesserungslack wieder ergänzt werden. Da man die Ausbesserung sieht, sollte noch eine Decklackierung erfolgen.
  8. Heizkörper-Lack© Selbermachen

    Heizkörper-Lack

    Lacke, die großer Hitze und Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, vergilben relativ schnell. Deswegen werden Heizkörper und Heizungsrohre mit einem Speziallack gestrichen. Er ist hitzebeständig und sollte 180 °C aushalten, auch wenn kein normaler Heizkörper so heiß wird – man könnte ja auch ein Kamingitter damit streichen.
  9. OSB-Lack© Selbermachen

    OSB-Lack

    OSB-Platten werden durch ihre interessante Optik oft im Sichtbereich verwendet. Das Problem ist die saugfähige und unebene Oberfläche. Zum Schutz dieser groben, unebenen, schwierig zu reinigenden Fläche gibt es einen Speziallack, der sie in bis zu vier Schichten versiegelt, glättet und abwischbar macht.
  10. Ofen-Lack© Selbermachen

    Ofen-Lack

    Für ganz heiße Teile wie Ofenrohre, Heizlüfter, Grills oder Gasheizungen ist Ofen-Lack (sollte mindestens 400 °C aushalten) die Lacklösung. Sobald der Lack durchgetrocknet ist, wird die lackierte Fläche erhitzt, wobei sich der Lack einbrennt und seine Beständigkeit, auch gegen Rostbefall, entwickelt.
  11. Markier-Lack© Selbermachen

    Markier-Lack

    Dieser Speziallack, oft auf Acrylbasis, darf ausschließlich im Freien verwendet werden. Er haftet dort auf fast allen Oberflächen, und durch einen speziellen Sprühkopf kann man per feinem „Schreibstrahl“ markieren. Ideal für selbst geschlagenes Holz im Wald oder die zugeschnittenen Steine für den neuen Gartenweg.
  12. Zapon-Lack© Selbermachen

    Zapon-Lack

    Klarlack, der besonders Metallteile vor Rost schützt. Als Spray kann er aber auch im Bastelbereich Gutes tun und z.B. Trockensträuße haltbar machen oder Kohlezeichnungen fixieren. Zapon ist als Metallschutzlack besonders für polierte, glänzende Oberflächen (z.B. Messing) gut geeignet.
  13. Abbeizer© Selbermachen

    Abbeizer

    Wenn der Lack ab soll: Statt staubigem Schleifen wird der Lack durch aggressive Lösungsmittel aufgeweicht. Er lässt sich dann mit einem Spachtel von der Oberfläche schieben oder als trockene Kruste abbürsten (Abtrag auffangen!). Gutes Lüften und Schutzhandschuhe tragen – versteht sich von selbst.
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