Tools und Tipps

Lackieren mit der Spraydose

Objekte ohne Pinsel und Roller farbig gestalten: Das gelingt mit der Lackspraydose spielend einfach. Wir erklären, wie sie funktioniert und worauf es beim Sprühen ankommt.

Spraydose im Einsatz
Wer nicht mehrere hundert Euro für gute Feinsprühgeräte investieren will, greift zu Lack aus der Spraydose.© Tillman Straszburger

Einst war die Spraydose unter dem Begriff „Druckgasverpackung“ bekannt. Dies beschreibt sehr treffend, wie sie funktioniert:
In einem abgeschlossenen Metallbehälter aus Weißblech oder Aluminium befinden sich eine Flüssigkeit, die versprüht werden soll, und ein Treibgas (Propan, Butan oder Dimethylether).

Ein Teil dieses Gases ist flüssig und in dem Lackgemisch einer Lackspraydose gelöst. Über diesem Gemisch liegt gasförmig der übrige Teil des Gases. Betätigt man nun den Sprühkopf, versucht das Gas, einen Druckausgleich herzustellen. Denn im Inneren der Dose herrscht ein größerer Druck als außerhalb.

Wird der Sprühkopf ausgelöst, wird das Gas-Lack-Gemisch über das Steigrohr, das Ventil und den Sprühkopf aus der Dose hinausbefördert. Sobald das Gas in der Luft ist, löst es sich auf. Übrig bleibt nur das Lackgemisch, das mithilfe der feinen Düse im Sprühkopf fein zerstäubt wird und bei der richtigen Handhabung eine gleichmäßige Lackoberfläche entstehen lässt.

Spraydose - Aufbau
© Tillman Straszburger
  1. Rundstrahlventil: Hier findet sich die Mechanik der Spraydose: Bewegt man den Druckkopf nach unten, staucht er Feder und Federkappe zusammen
  2. Steigrohr: Durch den Druck bewegt sich das Lack-Gas-Gemisch in das nach unten geöffnete Steigrohr und wird nach oben befördert.
  3. Treibgas: Dieses ist dem Lackgemisch beigemischt und drückt es durch das Ventil. Beim Austreten der Farbe verdampft das Treibmittel.
  4. Lackgemisch: Da Lack allein zum Sprühen zu zähflüssig ist, ist er mit unterschiedlichen Lösungsmitteln verdünnt. Dazu zählt zum Beispiel Aceton.
  5. Mischkugeln: Schüttelt man die Dose, bewegen sich die metallischen Kugeln durch die verschiedenen Schichten und durchmischen diese.

So sprühen Sie richtig

Wichtig ist zunächst, dass Sie zum persönlichen Schutz Handschuhe, eine Schutzbrille und eine Schutzmaske tragen. Hierbei können Sie zwischen einer Lackiermaske und einer Feinstaubmaske wählen. Stellen Sie sicher, dass das Objekt, das Sie lackieren möchten, sauber, trocken und fettfrei ist. Danach sollten Sie die zu lackierende Oberfläche und vorhandene Altanstriche anschleifen sowie bei Metall Rost entfernen.

Die ideale Arbeitstemperatur liegt bei 20 bis 25 °C. Direkte Sonneneinstrahlung und Wind sollten Sie vermeiden, dabei in gut durchlüfteten Räumen oder im Freien arbeiten. Nehmen Sie nun die Dosenkappe ab und entfernen vor dem ersten Sprühen die Ventilschutzkappe beziehungsweise die Sprühsicherung mit dem Schraubenzieher vom Dosendom. Schütteln Sie die Dose ein bis zwei Minuten gründlich, sodass sich die Farbpigmente des Lackes gleichmäßig vermischen, und prüfen Sie den Farbton auf einem Probestück.

Halten Sie die Dose beim Lackieren möglichst senkrecht und achten Sie auf ein gleichmäßiges Lackiertempo. Halten Sie zudem stets denselben Lackierabstand zum Objekt ein. Dieser beträgt je nach Lack 15 bis 25 Zentimeter. Damit keine Überbeschichtungen entstehen, beginnen Sie stets außerhalb des Lackierobjekts mit dem Sprühen und lackieren in gleichmäßigen dünnen Schichten: einen dünnen Spritzgang vorlackieren und nach drei bis fünf Minuten in mehreren dünnen Schichten endlackieren.

Nach Gebrauch die Dose umdrehen und das Ventil leersprühen. Einige Sprühlacke erfordern eine Überlackierung mit Klarlack, damit die Lackoberfläche dauerhaft geschützt ist.

Sind Spraydosen nachhaltig?

Sprühlacke sind nach dem Aufschütteln sofort einsatzbereit und sparen so Zeit und erleichtern die Handhabung. Dass sie nachhaltig sind, daran denkt man nicht als Erstes. Das sind die Gründe:

  • Dank Sprühverarbeitung müssen Pinsel und Rolle nicht entsorgt werden.
  • Lack hält sich in der Spraydose sehr lange, er härtet nicht aus.
  • Sprühlack leistet einen Beitrag zur Nachhaltigkeit, wenn Objekte umgestaltet statt entsorgt werden.

Entsorgung der leeren Spraydose

Entweicht beim Sprühen kein Lack mehr und ist kein Zischen zu hören? Dann geben Sie die restentleerte Dose in die Wertstoffsammlung (Gelbe Tonne, Gelber Sack, Behälter für Leichtverpackungen). So wird sie wiederverwertet. Abnehmbare Kunststoffteile wie Kappe und Sprühkopf gelangen über die Wertstoffsammlung in das Kunststoff-Recycling.

Die neue Ausgabe ist da: selber machen - Jetzt kaufen!
U1 01_23