DIY als Mieter: Das ist erlaubt | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

DIY als Mieter: Das ist erlaubt

Mieter können in der Wohnung frei schalten und walten, so lange sie sämtliche Änderungen problem- und rückstandslos wieder rückgängig machen können, keine bleibenden Schäden entstehen und die Nachbarn durch die Arbeit nicht erheblich gestört werden. Populäre Beispiele, die Sie in Angriff nehmen dürfen, finden Sie hier.

 
Das Ersetzen einer Badewanne geht nicht ohne Weiteres. © Selber Machen Media
Das Ersetzen einer Badewanne geht nicht ohne Weiteres.

 

Das dürfen Mieter

Achtung: Nur, dass Sie es selber machen dürfen, heißt nicht, dass Sie vorher nicht die mit dem Vermieter sprechen sollten. Generell gilt: Ein Vorabgespräch kann nie schaden. Wer weiß, vielleicht hat er sogar den einen oder anderen guten Tipp auf Lager.

  • Satellitenschüssel: Für die Installation einer Satellitenschüssel an der Hausfassade brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters. Stellen Sie die Schlüssel stattdessen unauffällig auf den eigenen Balkon, ist die Zustimmung des Vermieters nicht notwendig. Alternativ-Tipp: TV per Internet.
  • Streichen: Bei der Wahl der Farbe für Ihre Wände haben Sie volle Freiheit. Aber: Der Mietvertrag kann vorsehen, dass sich die Wohnung bei Auszug in einem farblich neutralen Zustand befindet. In diesem Fall müssten Sie die bunte Farbe überstreichen – am besten mit weißer Farbe.
  • Löcher bohren: Sie dürfen ohne Zustimmung Löcher bohren, beispielsweise um Regale an der Wand zu befestigen. Beim Auszug kann der Vermieter allerdings verlangen, dass Sie die Löcher fachgerecht verschließen, etwa mit Moltofill (Dübel sollten Sie vorher entfernen, ggf. hilft ein Korkenzieher).
  • Boden verlegen: Wollen Sie auf einen Bodenbelag einen weiteren legen, können Sie das tun. Aber Vorsicht: Der Vermieter kann beim Auszug auf die rückstandslose Entfernung des neuen Belags (z.B. Teppich) inklusive der Klebespuren bestehen. Am besten also vorher Rücksprache halten.
  • Küche einbauen: Sie dürfen eine neue Küche einbauen oder eine vorhandene austauschen. Die vorhandene Küche müssten Sie aufbewahren und nach dem Auszug wieder einbauen. Zudem hätten Sie keinen Anspruch darauf, dass der Vermieter die neue Küche übernimmt. Ein klärendes Gespräch hilft.
  • Zwischendecke: Der Einbau einer aus Nut- und Federbrettern oder Gipskartonplatten bestehenden Zwischendecke, etwa im Flur, oder eines Hochbodens in einem Giebel, ist ohne Zustimmung des Vermieters erlaubt. Aber auch hier gilt: Beim Auszug kann der Vermieter auf Demontage bestehen.
  • Holzarbeiten: Sie möchten Ihre Wohnung gemütlicher gestalten? Holzregale, -vertäfelungen und -verkleidungen dürfen Sie anbringen, sofern die Feuersicherheit des Gebäudes dadurch nicht verschlechtert wird. Auch hier kann der Vermieter einen Rückbau verlagen.
  • Einbauschrank: Ist die Wohnung eng und verwinkelt, dürfen Sie ohne Zustimmung des Vermieters einen oder mehrere Einbauschränke anfertigen und einbauen. Allerdings dürfen Sie nicht davon ausgehen, dass die der Ver- oder Nachmieter bei Auszug übernimmt.
  • Waschmaschine: Kein Platz in der Küche oder gar kein Anschluss vorhanden? Auf einen Waschmaschinenanschluss haben Sie als Mieter zwar keinen rechtlichen Anspruch. Laut Berliner Mietverein steht Ihnen aber zu, auf eigene Kosten einen legen zu lassen – und zwar aus Haftungsgründen vom Experten.
  • Türschloss: Sie dürfen das Schloss Ihrer Wohnungstür gegen ein anderes austauschen, auch wenn im Mietvertrag etwas anderes steht. Beim Austausch sollten Sie allerdings Beschädigungen an der Tür vermeiden und darauf achten, dass es das neue mindestens genauso sicher wie das alte Schloss ist.
  • Elektrogeräte: Egal ob Induktionsherd, stromsparende Geschirrspülmaschine oder Kühlschrank. Ihr Vermieter darf den Einbau von Elektrogeräten nicht untersagen. Wichtig auch hier: Die alten Geräte aufbewahren und darauf achten, dass manche nur vom Fachmann angeschlossen werden dürfen.
  • Sonnenschutz: Wenn Sie sich auf dem Balkon vor Sonne schützen und eine Markise anbringen wollen, darf der Vermieter das nicht verbieten. Allerdings sollten Sie die Optik mit ihm absprechen und sich bereit erklären, sie beim Auszug wieder zu entfernen.
  • Neuer Look fürs Bad: Bei kleineren Veränderungen im Badezimmer benötigen Sie keine Erlaubnis des Vermieters. Dazu zählen etwa der Austausch von Duschvorhang und -kopf, Handtuchhalter und Toilettensitz, oder die Befestigung von Lampen und Spiegeln. Eine Badrenovierung ist aber genehmigungspflichtig, genauso wie neu zu fliesen.
  • Balkonien: Balkone gehören zur vermieteten Wohnung. Dadurch genießen Sie das Recht, hier Blumenkästen anzubringen, genauso wie Topfpflanzen aufzustellen. Wichtig aber: Sie müssen dafür sorgen, dass dadurch selbst bei starkem Wind niemand in Gefahr gerät.
  • Hochbett: Sie wollen Ihren Kindern mehr Platz im Kinderzimmer und Spaß beim Einschlafen bieten? Ein Hochbett ist dafür ideal. Sie dürfen es ohne Zustimmung des Vermieters aufbauen und auch sicher an der Wand montieren.

Das ist nicht erlaubt

Geht es um die Substanz der Wohnung, also um bauliche Veränderungen, dürfen Sie diese nur mit Zustimmung des Eigentümers durchführen. Er kann dabei sein Einverständnis von der Verpflichtung abhängig machen, dass Sie die Wohnung wieder in den Ist-Zustand zurückversetzen. Dafür kann er sogar eine zusätzliche Kaution einfordern.

Wichtig: Halten Sie sowohl die Einwilligung als auch weitere Vereinbarungen, etwa den Rückbau betreffend, schriftlich fest, so haben Sie für den Fall der Fälle etwas in der Hand. Gut zu wissen: Sind Sie auf bauliche Veränderungen angewiesen, etwa wegen einer Behinderung, haben Sie einen Anspruch auf Zustimmung durch den Vermieter.

  • Moderne Fließen: Ohne Einverständnis des Vermieters laufen Sie Gefahr, dass Sie hochwertige Fliesen anbringen, der Vermieter beim Auszug aber die Übergabe im ursprünglichen Zustand fordert. Sprechen Sie die Neudekoration von Küche oder Bad deshalb vorher unbedingt ab.
  • Neuer Teppich: Einen vom Vermieter verlegten Teppichboden dürfen Sie nicht ohne Genehmigung des Vermieters entfernen, beispielsweise um einen darunterliegenden Holzboden aufzuarbeiten, neuen Teppichboden oder andere Bodenbeläge, wie Laminat, Parkett oder Vinyl zu verlegen.
  • Fenstertausch:Für einen optimalen Schallschutz oder eine bessere Dämmung neue Fenster einbauen? Eine gute Idee, aber nie ohne Absprache. Andernfalls drohen Ihnen hohe Kosten, die Sie bei Beendigung des Mietverhältnisses nicht vom Vermieter erstattet bekommen.
  • Elektro-Arbeiten: Nicht nur aus Sicherheitsgründen sollten Sie die Finger von der Elektrik lassen. Es ist auch nicht erlaubt. Die Niederspannungsanschlussverordnung verlangt die Durchführung vom Elektriker. Wenn Sie einen Schaden verursachen, müssen Sie damit rechnen, dass die Versicherung nicht zahlt.
  • Badrenovierung: Wenn Ihnen im Bad die Keramik nicht gefällt, und Sie einen Tausch ins Auge fassen, müssen Sie mit dem Vermieter sprechen. Denn das Ersetzen einer Badewanne oder Duschkabine stellt einen erheblichen Eingriff in die Wohnsubstanz dar und ist somit auf jeden Fall genehmigungspflichtig.
  • Holzboden sanieren: Abschleifen und Versiegeln alter Parkettfußböden oder das Verlegen eines neuen Parketts tangiert die Bausubstanz und ist genehmigungspflichtig. Wer sich etwa eine Schleifmaschine ausleiht und selbst abschleift, haftet für Beschädigungen am Parkett.
  • Neue Heizung: Wenn Sie bei Thermostaten auf „smarte“ Modelle umsteigen, kann dagegen niemand etwas sagen. Möchten Sie aber etwa eine moderne Gas-Etagenheizung einbauen, darf der Vermieter diese Modernisierung zwar nicht verweigern, muss aber mit einbezogen werden.
  • Laminatboden: Sie dürfen zwar einen Laminatboden verlegen. Aber: Wenn dadurch die Lärmbelästigung Ihrer Nachbarn steigt, und sie sich beschweren, haben Sie schlechte Karten. Deshalb am besten mit allen Parteien absprechen und für bestmöglichen Trittschallschutz sorgen.
  • Garten anlegen: Bevor Sie alles umgraben: Fragen! Sträucher, Büsche oder Bäume entfernen oder zusätzliche Bäume oder Hecken pflanzen, ist nur mit Zustimmung des Vermieters erlaubt. Blumen- und Gemüsebeete dürfen Sie hingegen ohne Absprache einfach anlegen.
  • Innendämmung: Eine Innendämmung kann dabei helfen, die Heizkosten zu senken. Falsch ausgeführt, kann sie aber mehr Schaden als Nutzen anrichten. Deshalb sollten Sie auch als geübter Heimwerker zuerst einen Energieberater befragen, bevor sie eine Innenwand selbst dämmen.
  • Türen kürzen: Ein Kürzen der Türen, etwa wegen des etwas höheren Bodenbelags, ist nur in Abstimmung mit dem Vermieter erlaubt. Ohne Absprache können Sie aber neue einbauen. Die alten müssen Sie so aufbewahren, dass Sie sie bei Mietvertragsende wieder unverzogen einhängen können.
  • Katzenklappe: Nicht ohne Zustimmung des Vermieters können Sie eine Katzenklappe einlassen. Klar: Auch das ist ein Eingriff in die Bausubstanz. Achtung: Es wurde sogar schon Mietern gekündigt, weil sie sich trotz Abmahnung schlicht weigerten, den Einlass für Stubentiger zu entfernen.
  • Steckdosen: Selbst der vermeintlich einfache Tausch von Steckdosen und Lichtschaltern oder das Anschließen einer Lampe ist eigentlich Sache des Elektrikers. Sollten in einem Raum keine Steckdosen sein oder nur defekte, ist das Vermietersache. Brauchen Sie mehr Dosen, halten Sie Rücksprache!
  • Wände einziehen: Mithilfe einer Trockenbauwand lassen sich in Mietwohnungen unkompliziert Wände einziehen, etwa zum Teilen eines Zimmers. Holen Sie sich vorher die Zustimmung des Vermieters. Denn die neue Wand kann die Lüftung beeinflussen und so Schimmel begünstigen.
  • Wanddurchbruch: Sie möchten einen Wanddurchbruch vornehmen, um beispielsweise aus zwei kleinen Zimmern ein großes zu machen? Fragen Sie vorher Ihren Vermieter. Ohne seine Zustimmung sind Sie zu Schadensersatz verpflichtet.

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Nils Matthiesen
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