So lackieren Sie richtig | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Lackieren

So lackieren Sie richtig

Lackieren ist keine Kunst, aber ohne Fachwissen sind gute Lackoberflächen eher Zufall. Wer weiß, worauf es ankommt bei Vorarbeit, Lack und Pinsel, der steht am Ende garantiert vor einer perfekten Lackierung.
 
Farbiger Lack © Selbermachen
Farbiger Lack

Mit Lackfarbe und Pinsel haben jede Selbermacherin und jeder Selbermacher sicher schon mal gearbeitet. Da es dabei meist um Verschönerung und nur in zweiter Linie um Schutz geht, dürften weit mehr Frauen als Männer schon so manches Mal vor dem schier endlosen Lackregal im Baumarkt gestanden haben.

Nicht nur eine enorme Farbvielfalt, auch ein fast unüberschaubares Angebot an Marken und Lackfarbtypen scheint es dort zu geben. Die Entscheidung für einen Lack ist also nicht so einfach! Dabei sind es zunächst nur drei Lacktypen, die man unterscheiden muss.

Der geeignete Lack

Jeden Farbton eines Herstellers bekommt man meist als sogenannten Alkydharz oder Kunstharzlack sowie als Acryllack. Der Unterschied ist das Lösungsmittel. Bei Kunstharzlacken ist dies ein leicht flüchtiges, organisches Lösungsmittel, bei Acryllack ist es Wasser. Deshalb findet man auf Acryllackdosen in der Regel den „Blauen Umweltengel“.

Der Vorteil von herkömmlichen Kunstharzlacken liegt in der Verarbeitung – er fließt etwas besser. Dafür riecht er noch sehr lange nach dem ausdünstenden Lösungsmittel, was in Innenräumen, die nicht ausreichend gelüftet werden, erstens lästig und zweitens auch gesundheitsbeeinträchtigend ist.

Zudem braucht er sehr lange, bis er an der Oberfläche trocken ist. Das ist zugleich aber auch ein Vorteil: Wenn der Lack trocken ist, dann ist er auch nahezu durchgetrocknet, da er von unten nach oben auftrocknet. Außerdem hat eine Kunstharzlackfläche eine hohe Widerstandsfähigkeit.

Ein Acryllack hat eigentlich gar kein Lösungsmittel. Hier werden die Bestandteile des Lacks, also auch die Pigmente (Farbteilchen), in Wasser dispergiert, man könnte sagen, in der Schwebe gehalten. Deshalb werden diese Lacke auch als Dispersionslacke bezeichnet. Sie entwickeln beim Verarbeiten kaum Geruch und trocknen von oben nach unten.

Dadurch sind diese Lacke relativ schnell staubtrocken und überstreichbar. Nachteil ist das relativ langsame Durchtrocknen des Lacks. Die Oberfläche bleibt lange Zeit elastisch und ist nicht so beanspruchbar wie beim Kunstharzlack.

Die Profis streichen seit langem Acryllacke, die einen Anteil Polyurethan (PU) haben. Sie kommen der Widerstandsfähigkeit den Kunstharzlacken gleich, sind aber so umweltfreundlich wie herkömmliche Acryllacke. Diese Lacke findet man seit einiger Zeit auch im Baumarktregal. In Zukunft wird es weniger lösemittelhaltige Lacke geben, da die EU ihre „VOC-Verordnung“ zur Begrenzung der Emissionen von Löse- und Verdünnungsmitteln sowie Weichmachern weiter verschärfen wird.

Gütesiegel für gute Lacke© SelbermachenBuntlacke© SelbermachenGütesiegel wie der „Blaue Engel“ oder der Nachweis der EN 71 (Speichel- und Schweißecht) signalisieren anwenderfreundliche Lacke.

Nur scheinbar gleich sind Buntlacke. Ohne Namenszusatz ist es ein Lack auf Basis flüchtiger Lösungsmittel. In einer Acryllackdose steckt dagegen ein in Wasser dispergierter Lack.

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