Ohne Bedenken: Lacke, Lasuren und Holzwachse

Ohne Bedenken: Lacke, Lasuren und Holzwachse

Bunt gleich giftig, das war früher die Regel bei Anstrichen mit farbigen Lacken. Viele moderne Farben können heute bedenkenlos auch ins Kinderzimmer.

 
Lacke nach DIN 53160 sind garantiert ohne Bedenken verwendbar. © Selbermachen
Lacke nach DIN 53160 sind garantiert ohne Bedenken verwendbar.

Bei der Herstellung von Kinderspielzeug dürfen keine Farben verwendet werden, die zu gesundheitlichen Bedenken Anlass geben. Das steht in einer DIN-Vorschrift, die für Hersteller schon seit langem als verbindlich gilt.

Weil man weiß, dass Kleinkinder ihr Spielzeug – dazu gehören z. B. auch Bilderbücher – oft in den Mund nehmen, hat ein solches Verbot natürlich seinen Sinn. Zumal Speichel eine relativ aggressive Flüssigkeit ist, die den Lack schon nach kurzer Zeit ziemlich alt aussehen lässt.

Wenn man die Wände eines Kinderzimmers streicht, muss man zwar nicht damit rechnen, dass Kinder die Wände ablecken, aber weiße Dispersionsfarben gibt es schon seit längerem vollkommen Lösemittel- und emissionsfrei.

Buntfarben enthalten so geringe Mengen Lösemittel und Farbpigmente, dass man diesen Aspekt vernachlässigen kann. Auf die unbedenkliche Zusammensetzung der Anstrichmittel muss jedoch geachtet werden, wenn Spielzeuge oder auch Möbel für das Kinderzimmer selbst gebaut und angestrichen oder renoviert werden.

Besonders mit kleinen Spielzeugen wird sehr intensiv gespielt, und dabei darf weder Speichel noch Handschweiß die Farben angreifen oder ablösen.

Es geht dabei nicht nur um Lösemittel, die bei den betreffenden Farben ohnehin durch Wasser ersetzt sind, sondern auch um die Inhaltsstoffe: die Farbpigmente, die Füllstoffe und die Duftmittel.

Die Unbedenklichkeit ist in einer Norm festgeschrieben

Einige Hersteller von Anstrichmitteln, die ohnehin schon auf die Umweltverträglichkeit ihrer Produkte achten, haben sich inzwischen der DIN 53160 verpflichtet, die eigentlich für fertige Spielzeuge gilt. Sie erklären für bestimmte Produkte, dass sie Speichel- und Schweißecht sind.

Das entsprechend strenge Prüfverfahren muss ergeben haben, dass diese Farben keinerlei giftige oder auch nur bedenkliche Substanzen abgeben. Das gilt aber nur für die fertigen Anstriche im getrockneten und durchgehärteten Zustand, nicht für das Anstrichmittel selber.

Die sind nach wie vor von Kinderhänden freizuhalten. Verantwortungsvolle Eltern können somit für alle selbstgefertigten und dann lasierten oder lackierten Spielsachen und Möbel sowie für die Wandgestaltung im Kinderzimmer auf Farben zurückgreifen, von denen keine gesundheitlichen Risiken ausgehen – auch wenn Kleinkinder an ihnen lutschen oder sie mit schweißigen Händchen begreifen sollten.

Zeugnis dafür sind die Stellen an Spielzeugen, an den wieder das blanke Holz zu sehen ist.

Auf der Dose stehen Hinweise

Die dieser DIN 53160 entsprechenden Anstrichmittel sind in aller Regel auf dem Gebinde mit entsprechenden Hinweisen versehen. Wird eine Lasur oder eine Lack für eine solches Vorhaben in die engere Wahl gezogen, auf dem ein Hinweis fehlt, kann das Verkaufspersonal Auskunft geben.

Die Hersteller von Anstrichmitteln liefern zu ihren Produkten technische Merkblätter, die über die Zusammensetzung und die Einsatzgebiete Auskunft geben. Im Zweifelsfall kann man sich Blätter direkt vom Hersteller besorgen.

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Sprühlack ohne schädigende Treibmittel und ohne Bestandteile, die Kinder gefährden könnten, sind besonders gut geeignet, um stark strukturierte Oberflächen zu lackieren.

Selbstgebasteltes Spielzeug muss speichel- und schweißfest be­han­delt sein. Produkte nach DIN 53160 sind eine Garantie dafür.

TexT:Ulrich Weiß; Detlef Wittkuhn; FOTO: Selbermachen Media
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